Dach isolieren und nachhaltig sparen

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein guter Wärmeschutz ist ein Gewinn für die Haushaltskasse
  • Je kleiner der U-Wert, desto besser
  • Entscheiden Sie sich für eine von drei verschiedenen Dämm-Methoden
  • Die Aufsparrendämmung ist die günstigste Variante
  • KfW Förderung nicht vergessen!

Ein gut gedämmtes Haus verbraucht im Vergleich zu einem Altbau nur die Hälfte der Energiekosten. Eine günstige Dachdämmung bei kleiner Dachfläche beginnt bei rund 4.500 Euro. Wer sein Dach isoliert, spart nachhaltig.

Dank Wärmeschutz in zehn Jahren zum Kleinwagen

Ein guter Wärmeschutz hält sowohl Wärme als auch Kälte draußen. Dieser Satz ist bekannt. Dennoch klingt er noch viel zu unbedeutend, um zu vermitteln, worum es beim Wärmeschutz wirklich geht. Es geht nämlich nicht nur um ein Haus mit gesundem Raumklima. Vielmehr geht es um einen messbaren, in Zahlen ausdrückbaren und nachhaltigen Gewinn.

Bei Gewinn denken viele zuerst an die nächste Lottoziehung. Oder vielleicht an Aktien. Wir investieren gern ein bisschen Geld in Erwartung eines Gewinns. Dabei gibt es viel bessere Arten, um einen solchen für sich zu verbuchen. Der ist vielleicht nicht ganz so spektakulär. Vielleicht erscheint dieser Gewinn sogar ein wenig konservativ. Aber dafür ist Ihnen dieser Gewinn sicher.

Drücken wir es etwas klarer aus: Wer in Wärmeschutz investiert, erspart sich langfristig die Hälfte der Heizkosten. Der Gewinn: Ein schöner Urlaub. Und das jährlich. In zehn Jahren erspart man sich dank Wärmeschutz sogar das Kapital für einen Kleinwagen.

Energiesparverordnung clever umsetzen

Seit die Politik das Klima zum Thema gemacht hat, entstehen neue Gesetze und Verordnungen zum Schutz der Umwelt. Das mag nicht jeden erfreuen – setzt aber dennoch ein wichtiges Zeichen: Diese Gesellschaft will nicht mehr rücksichtslos Ressourcen verschwenden.

Eine dieser Verordnungen, die von der Bevölkerung mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, ist die Energiesparverordnung (EnEV). Um die strengen Auflagen erfüllen zu können, muss zunächst Geld in die Hand genommen werden. Wer das nicht tut, bekommt keine Baugenehmigung. Dabei vergessen Bauherren in ihrer Wut auf „die da oben“ gerne eines: Die hohen Kosten, die beim Bau eines Hauses nach EnEV entstehen, spülen langfristig Geld in die eigene Haushaltskasse. Das gilt gerade bei der Dämmung.

Zugegeben. Die Energiesparverordnung ist noch nicht zur Gänze ausgereift. Sie muss sich noch etwas mehr an der Praxis orientieren, um nicht übers Ziel hinauszuschießen. Es ist so wie überall, wo es darum geht, ein eingefahrenes und bekanntes Prozedere neu zu gestalten. Entwicklung braucht Zeit. Und laut EnEV haben wir noch rund 30 Jahre Zeit, um das gesteckte Ziel zu erreichen: Einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050.

Dafür legt die EnEV ihren Fokus auf zwei Dinge: Die Anlagentechnik und den baulichen Wärmeschutz. In diesem Zusammenhang fällt vor allem ein Begriff immer wieder: Der Energieausweis.

Der U-Wert

Das Ziel einer Isolierung ist es, die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils einzudämmen. Ein wichtiger Wert hierzu, den die EnEV regelt, ist der U-Wert. Er wird in der Einheit W/m2K (Watt pro Quadratmeter und Kelvin) angegeben. Die Faustformel dazu: Je kleiner der Wert, desto besser seine Dämmeigenschaften.

Der U-Wert – oder Wärmedurchgangskoeffizient – beschreibt die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils. Mit ihm kann berechnet werden, wie wärmedurchlässig eine Fassade, ein Fenster, eine Kellerdecke oder ein Dach ist.

Info: Eine Aufstellung der gängigen Baustoffe und deren U-Wert findet man bei Wikipedia.
Dach isolieren
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Dach isolieren: Mit diesen Methoden gelingt es

Bevor wir zum Isolieren des Dachs kommen sehen wir uns doch zunächst die Wärmeleitstufen unterschiedlicher Dämmstoffe an. Eine schöne Auflistung der gängigen Dämmstoffe und deren Wärmeleitstufe findet man auf der Seite der Bosch Thermotechnik GmbH.

Zu den Dämmstoffen mit sehr guter Wärmeleitstufe gehört Schafwolle (WLS 044) und Zellulose (WLS 042). Aber auch Flachs, Hanf und Holzfaser sind mit einer WLS von 040 sehr gute Dämmstoffe. Nur durchschnittlich werden hingegen klassische Dämmstoffe wie Glas- oder Steinwolle bewertet (WLS 035).

Bei den Methoden zur Dämmung eines Dachs unterscheidet man klassisch drei Varianten:

  • Aufsparrendämmung
  • Zwischensparrendämmung
  • Untersparrendämmung

Bei allen drei Dämm-Varianten muss laut EnEV ein U-Wert von maximal 0,24 W/m2K erreicht werden. Die Vorgehensweise bei Dämmung eines Flachdachs unterscheidet sich von diesen drei Dämm-Methoden.

Die Aufsparrendämmung

Die Aufsparrendämmung ist eine Dämmung an der Außenseite des Daches. Sie eignet sich immer dann, wenn gleichzeitig die Erneuerung der Dacheindeckung ansteht. Bei der Wahl des Dämm-Materials ist man völlig frei. Besonders gut eignen sich Schafwoll-Platten, aber auch Glaswolle verwendet man gerne zur Isolierung des Dachs.

Die Aufsparrendämmung ist teurer als die Zwischensparrendämmung, bietet dafür aufgrund ihrer Konstruktion auch eine höhere Luftdichtigkeit. Die Aufsparrendämmung eignet sich besonders für die Sanierung von Altbauten.

Die Zwischensparrendämmung

Eine Zwischensparrendämmung ist eine Dämmung, die an der Innenseite des Dachs vorgenommen wird. Diese Dämm-Methode ist schon allein dadurch günstiger als die Aufsparrendämmung, da die Dacheindeckung bei Bestandshäusern erhalten bleibt.

Das mindestens 20 cm dicke Dämm-Material klemmt man hierzu in die Zwischenräume der vorher montierten Sparren. Beim Dämmstoff greift man besser auf Materialien, die sich flexibel zuschneiden lassen. Infrage kommen zum Beispiel Matten oder Rollen aus Hanf, Schafwolle oder Zellulose.

Der Nachteil schlechthin bei der Zwischensparrendämmung ist definitiv der Platzverlust, der durch die Dicke des Dämmstoffs entsteht. Ebenso nachteilig ist der Umstand, dass bei der Zwischensparrendämmung das Dachtragwerk „ungeschützt“ im Außenbereich liegt, während es bei der Aufsparrendämmung von einer dicken Schicht Dämmstoff geschützt wird.

Die Untersparrendämmung

Die dritte Dämm-Variante ist die Untersparrendämmung. Auch diese Art der Dachdämmung bringt man im Inneren an. Dabei handelt es sich im Grunde nur um eine Erweiterung der Zwischensparrendämmung.

Die Untersparrendämmung wird nachträglich angebracht, wenn die Dämmung des Daches noch nicht ausreicht. Ebenso kommt die Untersparrendämmung dort zum Einsatz, wo weder eine Aufsparrendämmung noch eine Zwischensparrendämmung infrage kommen. Auch die Untersparrendämmung nimmt – ähnlich wie die Zwischensparrendämmung – viel Platz am Dachboden weg.

Info: Für umfassende Informationen zu allen drei Varianten der Dachdämmung inklusive Anleitung empfehlen wir Ihnen das Buch „Sanierung und Ausbau von Dächern: Grundlagen – Werkstoffe – Ausführung“ von Michael Stahr und Dietrich Hinz.

Vergessen Sie nicht, sich vor der Isolierung des Dachs über die Fördermöglichkeiten zu informieren. Der Staat fördert energieeffizientes Bauen und Sanieren von Gebäuden und Eigentumswohnungen mit unterschiedlichen KfW-Förderprodukten.

Auch, wenn die Dachisolierung zunächst eine größere Investition ist: Sie gehört mit zu besten Möglichkeiten, um langfristig viel Geld einzusparen. Es lohnt sich, einmal etwas tiefer ins Portemonnaie zu greifen. Langfristig gesehen spült sie einen satten Gewinn in die Haushaltskasse.

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