Sind Feuerlöscher giftig?

Das Wichtigste in Kürze
  • Löschmittel müssen in Deutschland hohen Anforderungen entsprechen, damit bei sach- und fachgerechter Anwendung keine gesundheitlichen Schäden entstehen.
  • Verwendet werden dürfen für Feuerlöscher nur ungiftige Stoffe.
  • Die beigefügten Substanzen in Feuerlöschern sollten trotzdem mit Vorsicht angewendet werden.

Viele Haushalte schaffen sich keine Feuerlöscher an, weil sie Angst vor den giftigen Inhaltsstoffen haben. Diese Angst ist jedoch völlig unbegründet.

Kann ein Feuerlöscher problematisch werden?

Bei unsachgemäßer Anwendung kann es tatsächlich zu Problemen kommen. In Feuerlöschern in Deutschland dürfen nur ungiftige Stoffe verwendet werden, sodass bei sachgemäßer Anwendung eigentlich keine Schäden gesundheitlicher Natur entstehen. Doch unvorsichtig sollte man mit den Inhaltsstoffen eines Feuerlöschers auch nicht umgehen, selbst wenn man weiß, dass Feuerlöscher nicht giftig sind.

Löschschaum bringt weniger Probleme mit sich als Löschpulver. Löschpulver steht in dem Ruf, sich bei der Bekämpfung eines Brandes weit über den Brandherd hinaus auszubreiten. Es entsteht eine Staubwolke, die sich in der Atemluft ausbreitet und durch die Löschsalze in die Lunge gelangen. Im Zusammenhang mit Luftfeuchtigkeit wirkt das Löschpulver korrosiv. Wer damit in Berührung kommt, muss sofort Nase und Mund mit Wasser ausspülen. Es können jedoch auch Hautreizungen auftreten, die man ernst nehmen sollte.

Welche Arten von Feuerlöschern gibt es?

Zwischen diese Arten von Feuerlöschern kann man sich entscheiden:

  1. Der Wasserlöscher: Er enthält ganz normales Leitungswasser, welchem Salze hinzugefügt wurden. Das verringert die Oberflächenspannung und erhöht den Siedepunkt.
  2. Der Schaumlöscher: Er enthält ein synthetisches, wasserfilmbildendes Schaummittel. Dieses Schaummittel basiert auf perfluorierten Tensiden. Schaumlöscher gelten als toxisch unbedenklich, da sie kein PFOS (Perfluoroctansulfonat) mehr enthalten.
  3. Spezielle Feuerlöscher für Fettbrände mit wässrigen Lösungen.
  4. Meterin-Feuerlöscher, die ebenfalls eine wässrige, nicht giftige Lösung enthalten.
  5. Der Pulverlöscher: Er enthält ein Trockenlöschmittel, welches ABC-Löschpulver (Düngemittel) oder BC-Löschpulver (Backpulver) enthalten kann. ABC-Löschpulver besteht aus Ammoniumphosphat, Ammoniumsulfat und BC-Löschpulver besteht aus Natriumhydrogencarbonat, Kaliumsulfat oder Kaliumhydrogencarbonat. Kommen diese Inhaltsstoffe mit den Schleimhäuten in Berührung, so kommt es zu Reizungen. Giftig sind sie jedoch nicht. Reines Natriumchlorid, also Speisesalz ist in Metallbrandlöschern enthalten.
  6. Der Kohlendioxidlöscher: Hier ist das Löschmittel Kohlendioxid, also ein Gas. Kohlendioxid verdrängt den Sauerstoff in der Luft und erstickt das Feuer. Es besteht keine Lebensgefahr solange die Raumluft weniger als 8 Prozent Vol. Kohlendioxid enthält. Das ist eine Menge, die durch einen Feuerlöscher nie erreicht werden kann. Man kann sich jedoch verbrennen oder mechanisch verletzen, weil das Gas mit 50 bis 60 bar ausströmt. Das Kohlendioxid-Trockeneis-Gemisch hat eine Temperatur von -70 Grad Celsius, was ebenfalls zu Verletzungen führen kann.

Sind Feuerlöscher mit Löschpulver wirklich nicht giftig?

Den Feuerlöschern mit Löschpulver widmen viele Menschen ihre volle Aufmerksamkeit. Im Internet wird immer wieder hitzig darüber debattiert, wie giftig Löschpulver ist. Doch noch einmal der Hinweis, Löschpulver ist nicht giftig. An das Löschpulver werden in Deutschland hohe Anforderungen gestellt und dazu zählen:

die Ungiftigkeit
die Löschwirksamkeit
die Förderfähigkeit.

Kein Löschmittel darf in Deutschland giftig sein.

Das gilt auch für Löschpulver. Auch eine Gesundheitsschädigung darf bei sachgemäßer Anwendung nicht auftreten.

Die Löschpulver im Einzelnen

Zunächst einmal gibt es das ABC-Löschpulver, welches zum Großteil aus Ammoniumphosphaten und Ammoniumsulfat besteht. Manchmal ist noch etwas Bariumsulfat beigefügt. Doch giftig sind diese Stoffe nicht. Diese Inhaltsstoffe sind die Basis für Kunstdünger. Wird mit diesem Löschpulver ein Brand bekämpft, kann es sein, dass durch die Hitze kleine Mengen an Ammoniak freigesetzt werden. Der Rauch, der beim Brand entsteht, ist jedoch weitaus schädlicher.

Ein Inhaltsstoff des BC-Löschpulvers, das Natron, wird von der Lebensmittelindustrie unter anderem in Backpulver verwendet. Die Inhaltsstoffe sind Natriumhydrogencarbonat (Natron) und Kaliumhydrogencarbonat bzw. Kaliumsulfat. Sie sind völlig ungiftig.

Das D-Pulver, ist ein Metallbrandpulver und besteht fast ausschließlich aus Natriumchlorid, also Salz. Dazu kommt Kaliumchlorid und Bortrioxid. Giftig sind diese Stoffe ebenfalls nicht, allerdings ist das Einatmen nicht zu empfehlen. Größere Mengen einzuatmen, kann die Körperfunktionen ziemlich durchrütteln. Deshalb also bitte Vorsicht beim Umgang.

Die Wirkung von Pulverlöschern

Wer in geschlossenen Räumen mit Pulverlöschern hantiert, atmet oft auch dieses Pulver ein. Wer den Feuerlöscher betätigt, findet sich kurze Zeit später in einem Nebel aus Pulver wieder. Man erkennt die eigene Hand vor Augen nicht. Das führt zu Schleimhautreizungen und Reizungen der Augen. Das Pulver gelangt jedoch nicht in die Lunge. Eine Staublunge ist deshalb nicht zu befürchten.

Das Pulver kann nach der Brandbekämpfung selbst beseitigt werden. Mit der Reinigung der Räume sollte schnell begonnen werden, da das Löschpulver durch die Luftfeuchtigkeit hart wie Beton wird. Das erschwert natürlich die Reinigungsarbeiten. Nach der Entfernung des Pulvers sollte noch feucht nachgewischt werden. Elektrogeräte landen jedoch im Müll, weil das Löschpulver sie kaputtgemacht hat. Computer, Fernseher und Co. besitzen Lüftungsschlitze, durch die das Löschpulver gelangt und die Platinen zerstört. Das Löschpulver in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit lässt Metallteile rosten.

Das Löschpulver auf der Kleidung wird durch den Gang zur Waschmaschine wieder entfernt. Vorher gut ausschütteln.

Feuerlöscher sind also nicht giftig, auch dann nicht, wenn sie Löschpulver als Inhaltsstoff haben. Durch das Einatmen und den direkten Kontakt kann es zu Gesundheitsgefahren kommen. Deshalb immer Vorsicht walten lassen im Umgang mit Feuerlöschern.

Wer Pulverlöschern aus dem Weg gehen möchte, der entscheidet sich ob privat oder für den Haushalt für Schaumlöscher. Diese reichen, da für die Brandklassen A und B geeignet, meist völlig aus.

Die Entsorgung von Feuerlöschern

Wer seinen Feuerlöscher verwendet hat, muss ihn entsorgen. Das ist bekannt. Doch auch alte Geräte müssen entsorgt werden. Da es sich bei einem Feuerlöscher um ein Druckgerät handelt, kann er zur Gefahr werden, wenn es Materialermüdungserscheinungen hat. Mit zunehmenden Alter treten diese sicher auf. Drucklöscher haben eine Lebensdauer von 20 Jahren. Wiederaufladbare Feuerlöscher leben 25 Jahre, wenn sie gewartet werden.

Vorsicht: Wer noch sehr alte Feuerlöscher sein eigen nennt, hat vielleicht einen Feuerlöscher mit dem Löschmittel Halon.

Dieser Inhaltsstoff ist sehr umweltschädlich. Er muss von einem Spezialunternehmen fachgerecht entsorgt werden.

Fazit:
Die Inhaltsstoffe eines Feuerlöschers sind nicht giftig. Jeder Feuerlöscher sollte jedoch sachgerecht angewendet werden.

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