Ebenholz – kostbar, selten und von einzigartiger Dauerhaftigkeit

Glänzend und tiefschwarz – die faszinierenden optischen Attribute von wertvollem Ebenholz. Das Tropenholz ist allerdings nicht immer von gleichem Äußeren. Außer dem sogenannten schwarzen Ebenholz finden Sie im Handel auch gestreifte Sorten sowie Ebenholz mit einer hellen Grundfarbe und dunkleren Streifen.

ebenholz

Ebenholz ist ausschließlich in den subtropischen und tropischen Waldregionen dieser Erde beheimatet – in Europa nicht. Ebenholz gilt in hiesigen Breiten bereits seit mehreren Hundert Jahren als besonders kostbar und edel. Im Verlauf des 16./17. Jahrhunderts war Ebenholz im Möbelbau äußerst beliebt. Durch die massive Abholzung des seltenen Baumbestandes gehört Ebenholz heute zu den gefährdeten Arten und ist fast sämtlich geschützt. Da Ebenholz aus diesem Grund nur begrenzt erhältlich ist, erklärt sich auch das enorme Preisniveau.

Die unterschiedlichen Eigenschaften

Ebenholz gehört zu den härtesten Holzarten der Welt und ist daher sehr schwer. Je nach Art verfügt Ebenholz über unterschiedliche Eigenschaften.

Schwarzes Ebenholz verfügt über folgende mittleren Werte:

  • Druckfestigkeit: circa 60 bis 70 Newton/Quadratmillimeter (N/mm²)
  • Biegefestigkeit: 100 bis 120 N/mm²
  • Gewicht frisch: 1200 bis 1400 Kilogramm/Kubikmeter (kg/m³)
  • Gewicht darrtrocken: 900 bis 1200 kg/m³

Makassar-Ebenholz – Messwerte lauten wie folgt:

  • Druckfestigkeit: etwa 79 Newton/Quadratmillimeter (N/mm²)
  • Biegefestigkeit: 190 N/mm²
  • mittlere Raumdichte: circa 1.000 Kilogramm/Kubikmeter (kg/m³)
  • Rohdichte: etwa 1,10 bis 1,2 g/cm³ (Gramm/Kubikzentimeter).

Welche Struktur besitzt Ebenholz?

Ebenholz besitzt feine bis mittelgroße Poren. Bei schwarzem Ebenholz sind die Poren kaum sichtbar, da sich hier oft schwarze Inhalte befinden. Dadurch erhalten die Poren eine leicht metallisch glänzende, glatte Oberfläche. Die Holzstrahlen bilden sich äußerst fein und beeinflussen das Holzbild nicht. Speicherzellen lassen sich nur stellenweise auf sehr glatten Querschnitten erkennen und zeigen sich als feine tangentiale Linien. Bei gestreiften Hölzern verlaufen die Fasern mit leichtem Wechsel-Drehwuchs. Bei schwarzen Ebenhölzern können diese stellenweise unregelmäßig auftreten.

Wie muss die Trocknung von Ebenholz erfolgen?

Bei Ebenholz ist es zwingend nötig, dass die Trocknung äußerst langsam vonstattengeht. Erfolgt die Trocknungsphase von luft- auf raumtrocken zu schnell, können durch die enormen Schwindungswerte, der immensen Dichte und der zu geringen inneren Trocknung deutliche Risse im Holz auftreten. Besonders Makassar-Ebenholz neigt zum Reißen. Schwarzes Ebenholz zeigt dagegen, wegen einer geringeren Schwindung, nur kleine Rissen an der Oberfläche.

Beständigkeit und Bearbeitung

Viele Arten Ebenholz sind alterungs- und witterungsbeständig – Makassar-Ebenholz hat sich dabei als überaus alterungsbeständig erwiesen. Die Kernhölzer werden zudem äußerst selten von Pilzen oder Insekten befallen.

Um extrem hartes Ebenholz zu bearbeiten, sollten Sie stets leistungsfähige Werkzeuge benutzen. Zudem sollten Sie lediglich unbeschädigte Ebenholzstücke bearbeiten – allein schon wegen des hohen Preises. Sind bereits Risse vorhanden, ist von der Bearbeitung eher abzusehen, da normalerweise der gewünschte Erfolg ausbleibt.

Sogenannte Pinholes gelten nicht als Holzfehler – es handelt sich hier um Behausungen (Wurmlöcher) des Ambrosia-Käfers. Diese Käferart lebt nur in frisch geschlagenen beziehungsweise lebenden Bäumen und ist für trockenes Ebenholz keine Gefahr mehr. Trotzdem bringen die zurückgelassenen Spuren gewisse Nachteile: Die Bearbeitung dieses Holzstückes kann durch Pinholes wesentlich erschwert werden.

Wofür kann man dieses Holz verwenden?

Aus schwarzem Ebenholz wurden bereits zur Zeit der Pharaonen Kunstgegenstände hergestellt. Schwarzes Kernholz war im 16./17. Jahrhundert als Material für Möbel sehr beliebt. Dies kann, aufgrund des hohen Preisniveaus, heutzutage nur noch selten in Betracht kommen. Deshalb wird Ebenholz heute überwiegend als Furnier bei Möbeln verwendet. Ebenholz ist jedoch ein ideales Material, um unter anderem Klaviertasten, Klarinetten und Flöten, Fagotte sowie Trommelstöcke herzustellen. Des Weiteren ist schwarzes Vollholz bestens für Billard-Queues, Spazierstöcke und Schachfiguren sowie diverse Gegenstände in gedrechselter und geschnitzter Form geeignet.

Preise für Ebenholz

Viele Sorten Ebenholz sind heutzutage geschützt – also stark gefährdete Arten. Deshalb erhalten Sie Ebenholz lediglich in äußerst geringen Mengen. Der Preis ist zudem astronomisch. Pro Kubikmeter (m³) müssen Sie im Holzhandel mit etwa 19.000 bis zu 26.000 Euro rechnen. Das Preisniveau für Original-Schnittware besonders seltener Arten Ebenholz beginnen pro Kubikmeter ab ungefähr 45.000 Euro.

Hierzulande wird Ebenholz preislich nach Kilogramm/Kubikmeter berechnet. Ob Ihnen eher minderwertiges oder doch hochwertiges Ebenholz angeboten wird, kann einfach berechnet werden. Beispiel: Ein Kubikmeter qualitativ gutes Makassar-Ebenholz wiegt normalerweise etwa 900 bis 1.100 Kilogramm. Legen Sie einen Kubikmeter-Preis von circa 20.000 Euro zugrunde, kostet ein Kilogramm Ebenholz zwischen 18 und 22 Euro.

B-Qualität und falsche Ebenholzsorten

Da die unterschiedlichen Ebenholzsorten nur wenig zur Verfügung stehen, wird auf dem Markt sogenannte B-Qualität angeboten. Das Preisniveau dieser Qualität kann fast 50 Prozent unter dem Preis liegen, der für A-Qualität verlangt wird. B-Qualität besitzt jedoch oft optische und strukturelle Fehler.

Für falsches Ebenholz besteht hier leider ein großer Markt. Es gleicht echtem Ebenholz zwar optisch, kann jedoch was Dauerhaftigkeit, Härte und Dichte an geht, keinesfalls mithalten. Hierfür wird heimisches, gebeiztes Holz (meistens Hainbuche oder Birnbaum) verwendet.

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