Ohne Keller bauen – Aufbau der Bodenplatte

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Antwort auf die Frage wie eine Bodenplatte ohne Keller aufgebaut werden muss, sollte ein Statiker beantworten.
  • Durch den Aufbau einer Bodenplatte ohne Keller lassen sich die Kosten für ein Haus dämpfen.
  • Die richtigen Materialien und die Tiefe sind entscheidend für den Aufbau der Bodenplatte ohne Keller.

Wer zu den zukünftigen Bauherren gehört, der ohne Keller bauen möchte, der sollte genau wissen, wie eine Bodenplatte aufgebaut werden muss, um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Den statischen Gesetzen muss natürlich auch Genüge getan werden.

Die Funktionen der Bodenplatte

Generell hat eine Bodenplatte zwei Funktionen zu erfüllen:

  • die gleichmäßige Verteilung des Gewichts des Hauses zu gewährleisten und
  • Bodenverformungen zu verhindern, damit keine Schäden am Haus entstehen.

Aufbau-Bodenplatte-ohne-Keller

Die Vorteile einer Bodenplatte ohne Keller

Ist die Entscheidung für den Aufbau einer Bodenplatte ohne Keller gefallen, darf man sich über einige Vorteile freuen. Dazu gehören:

  • Keine Feuchtigkeit durch eventuell eintretendes Grundwasser.
  • Keinerlei Probleme mit Schimmel.
  • Kosteneinsparungen aufgrund der fehlenden Unterkellerung.
  • Das Gewichts des Gebäudes wird gleichmäßig auf den Boden verteilt.
  • Eigenbewegungen des Bodens werden verhindert.

Die Nachteile

Ohne Keller sind die Kosten für ein Haus natürlich wesentlich günstiger. Eine Bodenplatte bremst also die Kosten für ein Haus enorm. Doch die Bodenplatte hat auch Nachteile:

  • Es gehen Abstellmöglichkeiten verloren.
  • Das Haus muss meist größer gestaltet werden, um Abstellmöglichkeiten zu schaffen.
  • Die Bodenplatte benötigt eine zusätzliche Dämmung.

Wie muss der Aufbau der Bodenplatte ohne Keller erfolgen?

Die Antwort auf diese Frage sollte eigentlich ein Statiker liefern. Viele private Einfamilienhaus-Bauherren sparen aber gerade an dieser Stelle. Verantwortungsbewusste Bauherren begehen diesen Fehler nicht. Eine Bodenplatte ist ein wasserundurchlässiges Bauwerk, welches die Aufgabe hat, durch die Dimensionen der Stahlbewehrung, kein Wasser hindurch dringen zu lassen. Betonrisse müssen also möglichst klein gehalten werden. Auch sollte möglichst wärmebrückenfrei gebaut werden.

Alle Teile eines Hauses müssen so gebaut werden, dass keine Wärmeverluste auftreten können. Deshalb muss jedes Haus eine luftdichte Haushülle und eine vollständig gedämmte Außenhülle haben. So kann durch Wärmebrücken keine Energie verloren gehen. Ganz besonders nicht über die Bodenplatte.

Die Bodenplatte grenzt direkt an das kalte Erdreich an und ist damit eines der wichtigsten Teile der äußeren Haushülle. Nachträglich kann die Dämmung der Bodenplatte nicht mehr korrigiert werden, da das Haus draufsteht.

Die Entscheidung für den Aufbau der Bodenplatte ohne Keller

Wer sich für den Aufbau der Bodenplatte ohne Keller entschieden hat, sollte sich für die preisgünstigste und optimalste Art entscheiden. Und das ist die Bodenplatte, die kein Streifenfundament oder eine Frostschürze benötigt, um das Haus sicher zu tragen. Diese Bodenplatte wird, mit der richtigen Dämmung, kaum Wärmeverluste in das Erdreich zulassen.

Ein Bausachverständiger kann jedem Bauherren Auskunft darüber geben, ob sein Bauvorhaben, für diese Art der Bodenplatte geeignet ist. Wer dieses Geld nicht investieren möchte, kann sich über folgende Nachweise Klarheit verschaffen:

  • Den Nachweis über die stabile und sichere Lage der geplanten Bodenplatte, damit es zum Beispiel bei Hanglagen nicht zu einem Abrutsch kommt.
  • Den Nachweis über die sichere Lastabtragung, damit die Ableitung der Last des Hauses in den Boden funktioniert.
  • Das Bodengutachten, damit sich keine “Frostlinse” unter der Bodenplatte bildet.
  • Den Nachweis über den Bemessungswasserstand, damit die Bodenplatte nicht unterspült wird.

Der Aufbau der Bodenplatte

Wer ein Haus neu baut, der wird sich für den Aufbau einer Bodenplatte nach Passivhausstandard entscheiden, und zwar mit Dämmung. So werden Energieverluste ziemlich sicher vermieden. In einer solchen Version einer Bodenplatte kann trotzdem eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Die Thermobodenplatten ersparen die Estrichschicht.

Der Aufbau der Bodenplatte ohne Keller lässt sich wie folgt darstellen. Keine Berücksichtigung findet, die Frostschürze. Es handelt sich auch nur um eine Variante des Aufbaus. Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, die mehr oder weniger effektiv sind und immer abhängig sind von den verwendeten Materialien.

Von oben nach unten:

  1. Fußbodenbelag
  2. Estrich
  3. Trittschalldämmung
  4. Dampfsperre
  5. Ausgleichsschüttung
  6. Stahlbetonschicht
  7. Folie
  8. druckfeste Dämmplatten
  9. Kies, Schotter und Beton
  10. Vlies
  11. Erdreich, welches trägt

Die verwendeten Materialien und die Tiefe sind entscheidend für den richtigen Aufbau der Bodenplatte ohne Keller.

Als Faustregel gilt:

  • Eine Mindesttiefe von 80 Zentimetern ist einzuhalten bei mildem Klima. Das trifft für die meisten Gebiete in Deutschland zu.
  • Bei sehr kalten Wintern ist eine Mindesttiefe von 150 Zentimetern zu empfehlen.
  • Auf die Grubensohle muss eine Sauberkeitsschicht aufgebracht werden.

Folien aus PE oder PVC werden zur Isolierung vor Feuchtigkeit verwendet. Die Wärmedämmung kann über oder unter der Bodenplatte angebracht werden.

Die Kosten einer Bodenplatte

Gehen wir einmal davon aus, dass alle Versorgungsleitungen durch die Bodenplatte geführt werden und die Bodenplatte eine Stärke von etwa 20 Zentimeter haben soll. Eine Bodenplatte mit dieser Stärke wird etwa 70 bis 100 Euro pro Quadratmeter kosten.

Handelt es sich um eine Thermobodenplatte mit Fußbodenheizung, kommt ein Bauherr schnell einmal auf 130 bis 150 Euro je Quadratmeter. Hier werden jedoch die Kosten für den Estrich gespart und sind dementsprechend gegenzurechnen. Deutlich teurer sind Streifenfundamente.

Die Ausführung der Verbindung Bodenplatte-Außenwand

Die Bodenplatte ist erst dann richtig aufgebaut, wenn der Anschluss an die angrenzende Außenwand richtig erfolgt ist. Wie der Anschluss erfolgen muss, hängt davon ab, ob die Bodenplatte von oben oder von unten gedämmt wurde. Bei einem Neubau des Hauses wird empfohlen, von unten zu dämmen.

Deshalb muss der Anschluss an die Außenwand wie folgt erfolgen:

  • Die Rollierschotterschicht muss bis in die frostfreie Tiefe hinab geführt werden. So wird einer “Frostlinse” vorgebeugt.
  • Die Bodenplatte muss im Bereich zur äußeren Wand ohne Überstand ausgeführt werden. So passieren weniger Fehler beim Hochziehen der Abdichtung.
  • Muss eine Drainage ausgeführt werden, darf diese nur bis zur Tiefe des gewachsenen Bodens geführt werden. Die Wasserableitung jedoch, muss sicher gewährleistet sein.

Vor dem Bau einer Bodenplatte ohne Keller, also bereits bei der Planung, sollte man seine eigenen Wünsche und Anforderungen genau konkretisieren. Wer einen hohen Wiederverkaufswert seines Hauses für wichtig erachtet, wird anders planen, als jemand der Kosten sparen möchte oder muss. Kosteneinsparungen können bei der Wahl der Bodenplatte sehr hoch ausfallen, wenn man eine einfache Variante der Bodenplatte ohne jeden Komfort wählt oder aber moderat, wenn die Wahl auf eine Thermobodenplatte fällt. Es entscheidet der Bauherr! Jeder Bauherr sollte Kosten und Nutzen genau abwägen. Hilfreich sind Vorab-Informationen beim Hausbau-Unternehmen, der Verbraucherzentrale oder dem Bauherrenschutzbund.

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