Bongossiholz als Baustoff – schwer belastbar und alterungsbeständig

Das Wichtigste in Kürze
  • Bongossiholz als Baustoff ist hart, schwer und dicht.
  • Der Baustoff wird oft zum Außen- und Wasserbau verwendet.
  • Die Bearbeitung von Bongossiholz ist nicht einfach.

Im Außen- und Wasserbau ist Bongossiholz als Baustoff schon lange nicht mehr wegzudenken. Mehr und mehr findet es mittlerweile auch Verwendung im Terrassenbau.

Allgemeine Informationen

Bongossiholz, das auch unter dem Namen Azobé bekannt ist, bezeichnet das Holz des Baumes Lophira alata (lateinisch). Dieser wächst in den Wäldern verschiedener Länder Westafrikas und trägt je nach Herkunftsgebiet unterschiedliche Namen wie Eba, Bonkole, Aya, Kaku, Akoga, Hendui und Ekki. Im englischsprachigen Raum findet man auch die Bezeichnung Red Ironwood. Lophira alata ist eine seltene und gefährdete Baumart. Der Stamm des Baumes ist überwiegend zylindrisch geformt und weist zum Teil Krümmungen auf. Er kann auf einer Länge von bis zu 30 Metern astfrei sein. Der Durchmesser des Stammes kann bis zu 1,6 Metern betragen.

Eigenschaften von Bongossiholz als Baustoff

Das nur bis zu maximal drei Zentimeter breite Splintholz ist hell rötlichbraun bis grau. Es gilt als minderwertig und hebt sich, getrennt von einer bis zu sieben Zentimeter dicken rosabraunen Vorverkernungszone, stark vom edlen Kernholz ab, welches eine warme rotbraune bis dunkelbraun-violette Farbe aufweisen kann. Bedingt durch die Aufnahme von Sauerstoff dunkelt es aber in der Regel stark nach und erhält einen braunen Farbton, der an Schokolade erinnert.

Innerhalb des Kernholzes können zuweilen weißliche, fleckige Ablagerungen sichtbar sein. Zuwachszonen sind nicht sehr deutlich wahrnehmbar. Der Querschnitt weist zumeist eine feinwellige, enge Anordnung der Parenchymbändchen auf. Bongossiholz hat einen starken, unregelmäßig verlaufenden Wechseldrehwuchs und eine deutlich wahrnehmbare Porung.

Bongossiholz ist sehr schwer und kennzeichnet sich durch hohe Festigkeitseigenschaften aus. Eine weitere Eigenschaft dieses Baustoffes ist seine extreme Widerstandsfähigkeit gegen Feuer. Über einen ausgeprägten Geruch verfügt das Holz normalerweise nicht. Falls das Holz aber frisch geschnitten ist, kann es eventuell unangenehm riechen.

Bongossiholz ist normalerweise kaum biegbar. Allerdings schwindet es sehr stark und neigt dabei zum Reißen. Weiterhin zeichnet sich Bongossiholz durch einen sehr großen natürlichen Widerstand gegen den Befall von Pilzen, Termiten und Insekten aus. Bongossiholz als Baustoff entspricht den Dauerhaftigkeitsklassen 1-2 beziehungsweise 3 nach DIN EN 350-2.

Weitere besondere Kennzeichen des Bongossiholzes sind auch die Resistenz gegen marine Holzzerstörer wie Bohrmuscheln (Teredo). Dieses gilt allerdings nur in temperierten Gewässern. Für die Verwendung von Bongossiholz in tropischen Gewässern trifft dies in der Regel nicht zu. Weiterhin erwähnenswert ist die überdurchschnittlich hohe Haltbarkeit des Holzes gegen Säuren. In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass Bongossiholz als eines der alterungsbeständigsten afrikanischen Hölzer überhaupt gilt.

Was die Maserung betrifft, so ist die Textur des Bongossi-Holzes recht ungleichmäßig und erscheint grob. Die Jahresringe liegen ziemlich eng beieinander und die Markstrahlen sind lediglich ganz fein wahrzunehmen.

Bearbeitung

Für Bongossiholz als Baustoff gelten besondere Bedingungen hinsichtlich der Bearbeitung. Aufgrund der sehr hohen Härte ist eine Bearbeitung von Hand sehr schwierig bis fast unmöglich. Für die Bearbeitung mit Maschinen ist es auf jeden Fall nötig, mit hartmetallbestückten Werkzeugen Vorbohrungen vorzunehmen. Das Holz ist teilweise sehr schwer zu kleben. Der Bedarf an Zeit und Kraft ist bei der Bearbeitung deutlich höher ist als im Vergleich zu anderen Harthölzern.

Da es zu einem stärkeren Verstumpfen der Werkzeuge und zu einer erhöhten Spannung kommt, ist ein besonderes Maß an Achtsamkeit bei der Bearbeitung von schon angetrocknetem Holz erforderlich. Will man eine stabilere Gestalt von Schnittware erreichen, die noch nachtrocknet, sind Vorbohrungen (bei Schrauben und Nageln) sowie Riftschnitt erforderlich. Bei Bongossiholz als Baustoff ist es grundsätzlich möglich Schießapparate zu verwenden.

Für den Fall, dass das Holz nur unzureichend oder auch ungleich getrocknet ist, kann es passieren, dass es bei nicht regelmäßigem Verlauf der Faser zum Einreißen und zum Verziehen der Kanten kommt. Bei Bongossiholz ist es nur in eingeschränktem Maße möglich, Verleimungen durchzuführen. Dabei muss man sich auf möglichst kleine Werkstücke beschränken. Weiterhin muss darauf hingewiesen werden, dass die Leimflächen in lufttrockenem Zustand zugerichtet werden. Es ist darauf zu achten, dass die Lufttrocknung sehr langsam verläuft.
Im Falle einer technischen Trocknung sollte diese vorsichtig und nicht bei übermäßig hohen Temperaturen durchgeführt werden. Weiterhin muss bei der Trocknung auf eine sorgfältige und sichere Stapelung geachtet werden, damit es nicht zu einer erheblichen Qualitätsminderung kommt, die auf Spannungen durch unregelmäßigen Faserverlauf zurückzuführen sind.

Je nach der Art des Wechseldrehwuchses und des Querschnittes kann es zur Bildung von Oberflächen- und Kantenrissen kommen. In diesem Zusammenhang muss auch darauf hingewiesen werden, dass mit zunehmenden Dimensionen das Risiko zur Rissbildung und zu Verwerfungen steigt.

Verwendung

Bongossi als Baustoff findet Verwendung bei konstruktivem Außen- und Wasserbau. Aufgrund der sehr hohen Tragfähigkeit eignet es sich sehr gut für besonders belastete Bauteile im Hafenbau, für Schwimmstege, Brücken, Zaunanlagen, Schleusen, Deichbau, Lärm- und Sichtschutzwände, Treppen, Waggonbau, Kühlturmbau und Kläranlagen. Des Weiteren ist Bongossiholz als Baustoff für schwere Geräte mit hohen Anforderungen an Biege- und Druckfestigkeit geeignt. Aus diesem Grund wird es auch oft für Fußböden und Wände in Industrieanlagen verwendet. Aktuellen Trends zufolge wird Bongossiholz als Baustoff für Terrassen immer beliebter.

Sonstiges

Bongossiholz als Baustoff gilt als vergleichsweise kostengünstig. Vorsicht ist geboten für den Fall, dass kleine Splitter in die Haut eindringen, denn diese können im Menschen Infektionen auslösen. Ebenso kann es bei der Verarbeitung vereinzelt zu Reizungen der Haut kommen.

Als Handelsformen findet man zum einen das Rundholz, welches einen Durchmesser von 0,6 bis 1,6 Metern haben kann und zwischen 4 und 14 Meter lang ist. Darüber hinaus gibt es das Importschnittholz. Dieses findet man in Stärken ab 40 Millimetern aufwärts und in vielen Spezialabmessungen. Außerdem findet man für Sonderzwecke gefertigte Formen wie zum Beispiel Streifen für geflochtene Zäune, Lagerhölzer, Holzpflaster und Industrieparkett.

Als alternative Varianten bieten sich Hölzer mit ähnlichen technischen Eigenschaften an wie zum Beispiel Okan, Moabi oder Greenheart. Zusätzlich zu Lophira alata existiert noch eine weitere Art mit dem ähnlichen lateinischen Namen Lophiar lanceolata (auch Azobé de savane) und mit ähnlichen Eigenschaften. Das in Savannenlandschaften wachsende Lophira lanceolata erreicht allerdings nicht annähernd die Dimensionen von Lophira alata.

Fazit
Obwohl Bongossiholz als Baustoff nicht leicht zu bearbeiten ist, trägt es aufgrund seiner besonderen Eigenschaften viele Lasten sowohl im Außenbereich als auch beim Wasserbau.

Quellen:

https://holz-kahrs.de/bongossi/

https://www.holzland.de/holz-lexikon-bongossi/

https://www.holzvomfach.de/fachwissen-holz/holz-abc/azobe/

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