Wie hoch sind die Kosten für Estrich?

Das Wichtigste in Kürze
  • Am günstigsten von allen Estricharten ist Zementestrich.
  • Auf den Preis von Estrich haben die verschiedensten Faktoren Einfluss.
  • Die Qualität des Estrichs hängt nicht allein vom Preis ab.
Für die unterschiedlichsten Bodenbeläge ist Estrich der Untergrund. Die Kosten liegen, je nach Estrichart, zwischen 20 und 40 Euro je Quadratmeter.

Welche Faktoren beeinflussen die Estrich-Kosten?

Die Estrich-Kosten werden im Wesentlichen von der Art des Estrichs bestimmt. Aber auch die Größe der Fläche und die Arbeitskosten spielen eine entscheidende Rolle. Für kleinere Unebenheiten, die man ausgleichen möchte, eignet sich Fließestrich. Dieser ist nach zwei Tagen wieder begehbar. Wer eine Fußbodenheizung möchte, dem sei das Verlegen von schwimmendem Estrich empfohlen. Schwimmender Estrich verbindet sich nicht mit seiner Umgebung. Außerdem dämmt er gut. Doch auch Anhydrit-Estrich ist für Fußbodenheizungen geeignet. Er überträgt nämlich die Wärme sehr schnell. Zementestrich ist jedoch von allen Estricharten am preisgünstigsten, weil er ganz einfach zusammengesetzt ist. Darüber hinaus kann er außen und innen verwendet werden. Empfehlenswert ist er jedoch nur für kleinere Flächen, da er sich während des Trocknungsvorgangs zusammenzieht. Die Aushärtung erfolgt nur sehr langsam, sodass die Bautätigkeiten unterbrochen werden müssen. In der Regel etwa 30 Tage. Trockenestrich hat dieses Problem nicht. Auch Einfluss auf die Kosten des Estrichs hat die gewünschte Dicke, da Normen eingehalten werden müssen. Die Estrichdicke bei Fußbodenheizung beträgt zum Beispiel 45 Millimeter.
Estrich Kosten
Ein unverbindlicher Kostenvoranschlag ist auf jeden Fall immer empfehlenswert. So zahlt man nicht drauf. Drei Kostenvoranschläge sollten es mindestens sein, um die Preise miteinander vergleichen zu können.

Die durchschnittlichen Preisspannen bei Estrich

Preis pro m² in Euro
Zementestrich 15,00-25,00
Anhydritestrich 15,00-30,00
Trockenestrich 20,00-40,00

Hängt die Qualität des Estrichs vom Preis ab?

Der Preis des Estrichs ist für alle Bauherren wichtig. Dass dieser nicht nur von der Art des Estrichs abhängt, ist wenigen bekannt. Der Estrich-Preis hängt von folgenden Faktoren ab:
  • Der Lage und der Größe der Fläche
  • Der Schlauchlänge für die Pumpe und die Möglichkeiten, wie man an die Fläche kommt, also die Zufahrt
  • Der Zusammensetzung des Bindemittels und die Herkunft
  • Der verwendeten Zuschlagstoffe (Art und Menge)
  • Verwendete Zusatzmittel und Verflüssiger (zum Beispiel bei Fußbodenheizung)
  • Der Verdichtung durch einen Estrich-Roboter
  • Der gewünschten Stärke des Estrichs
  • Der gewünschten Belastbarkeit, Begehbarkeit und der Belegreife
  • Der Umfang der Baubetreuung, der Kontrolle der Risse, der Bodenaufbauten und den einzuhaltenden Verordnungen
  • Der Entsorgung von Materialresten durch spezielle Unternehmen
Nur der Preis ist also nicht ausschlaggebend für die Qualität des Estrichs. Es empfiehlt sich also, nicht an der falschen Stelle zu sparen und auf ein Unternehmen zu setzen, welches über eine ausreichende Erfahrung verfügt. Oft wird am falschen Platz gespart und man zahlt drauf, weil die folgenden Fußbodenverlegearbeiten nur mit weiteren hohen Kosten ausgeführt werden können. Dies verlängert natürlich auch nicht die Lebensdauer des Estrichs. Wer schlechten Estrich sanieren muss, bekommt rasch Probleme mit Rissen und Ablösungen. Die Kosten steigen weiter.

Wie werden die Estrich-Kosten berechnet?

Zu den Kosten für den Estrich zählen also:
  • die Art des Materials
  • die Höhe des Estrichs
  • die Art des Verlegens.
Auf keinen Fall dürfen die Kosten für den gewünschten Bodenbelag und die Dämmung mit zu den Estrichkosten gezählt werden. Auch bei einer Fußbodenheizung zählt das Einbringen der Heizung und die Kosten für die Heizung nicht zu den Estrichkosten. Es ist völlig unerheblich, dass Heizung und Estrich fast gleichzeitig fertiggestellt sind. Fachbetriebe rechnen in Stundensätzen ab. Regional können diese sehr unterschiedlich ausfallen. Den genauen Arbeitsaufwand zu schätzen fällt schwer, da er von vielen Faktoren abhängt. Deshalb sind Kostenvoranschläge auch sehr wichtig. Doch auch diese sind erst nach einer Besichtigung der Baustelle möglich. Bei den oben genannten Preisen handelt es sich daher auch um Schätzungen.

Die Materialkosten für Estrich

Hier ist natürlich das gewählte Material ausschlaggebend. Im Folgenden werden die Preise pro Quadratmeter und mit einer Dicke des Estrichs von einem Zentimeter miteinander verglichen. Beginnen wir mit dem günstigsten Estrich, dem Zementestrich. Pro Quadratmeter kostet er 1,50 bis 2 Euro. Die Höhe des Estrichs beträgt in der Regel sechs Zentimeter. Das Material wird bei dieser Höhe zwischen neun und zwölf Euro kosten. Der Gussasphaltestrich ist der zweitgünstigste und kostet zwischen 2,10 und 2,40 Euro je Quadratmeter. Die Dicke muss allerdings nicht mehr als 2,5 Zentimeter betragen. Bei dieser Höhe betragen die Materialkosten zwischen fünf und sechs Euro. Der teuerste Estrich ist der Anhydritestrich. Sein Preis beträgt zwei bis vier Euro je Quadratmeter. Die Dicke muss vier Zentimeter betragen. In dieser Höhe betragen die Materialkosten 10 bis 15 Euro je Quadratmeter. Wer schwimmend den Estrich verlegt, muss noch die Kosten für die Folie berücksichtigen. Diese betragen sieben bis neun Euro pro Quadratmeter. Die Folien müssen auch beim Trockenestrich als Dampfsperre verwendet werden.

Die Estrichkosten für die Arbeit

Für Heimwerker eignet sich der Trockenestrich zum selbst verlegen. Alle anderen Estricharten sollten einem Fachmann überlassen werden. Zement- und Anhydritestrich lassen sich nämlich nur in kleine Flächen ohne Betonpumpe einbringen. Gussasphaltestrich muss immer durch die Hand eines Experten aufgebracht werden. Für Heimwerker ist er zu gefährlich. Für das Gießen von Anhydrit- und Zementestrich verlangen Estrichleger etwas vier bis zehn Euro je Quadratmeter. Dieser Preis hängt von der Größe der Fläche ab. Der Quadratmeterpreis sinkt, wenn die Fläche größer ist. Gussasphaltestrich ist extrem teuer. Man muss mit 20 bis 25 Euro je Quadratmeter rechnen. Vor Ort wird das Material gekocht und der Fachmann muss den Estrich aufstreichen. Manchmal wird auch gespachtelt. Diese Estrichart kann nicht gegossen werden. Trockenestrich bietet der Estrichverleger bereits für etwa fünf Euro je Quadratmeter an. Allerdings nur, wenn der Fachbetrieb auch die Bodenbeläge verlegen kann. Dann fallen noch einmal Kosten um die zehn Euro je Quadratmeter an.

Mit dem Fachbetrieb wird es günstiger

Für größere Aufträge bieten Unternehmen günstige Preise. Es kann sich also lohnen ein Gesamtpaket aus Dämmen, Estrich aufbringen, Fußbodenheizung einbringen und den Bodenbelag verlegen in Auftrag zu geben. Will der Bauherr einsparen, durch Eigenleistungen, so ist das nur bei Trockenestrich möglich. Bei ihm liegen die Kosten für das Material deutlich über den Gesamtkosten der anderen Estricharten. Es lohnt sich also Kostenvoranschläge einzuholen und diese miteinander zu vergleichen. Dabei sollten die einzelnen Faktoren für die Estrich-Kosten Beachtung finden.

Zwischen den unterschiedlichen Estricharten variieren die Preise erheblich. In der Regel kommt es darauf an, wie dick oder dünn der Estrich verarbeitet wird. Kommt beispielsweise Gußasphalt- Estrich zum Tragen, liegen die Anschaffungskosten zwischen circa 5 und 8 Euro pro Quadratmeter. Bei Zementestrich hingegen liegen die Kosten zwischen 10 und 15 Euro, allerdings bei höherer Schichtdicke von 5 bis 6 Zentimeter. Für Trockenestrich, als vorgefertigtes Produkt, schlagen die Kosten schnell mit 20 bis 25 Euro zu Buche.

Wer eine Firma beauftragen möchte, kommt um einen Kostenvoranschlag nicht herum. Das wiederum geht nur im Zusammenhang mit einer Ortsbesichtigung, damit der Handwerker die zu erwartenden Kosten genau berechnen kann. Die Kosten pauschalisieren ist im Vorfeld nicht möglich, da sich über Besonderheiten wie beispielsweise „Estrich mit Gefälle“ oder „Magnesiaanstrich“ keine belastbaren Angaben machen lassen.

Zu den Kosten kommen weitere Materialien, die unverzichtbar sind. Wird zum Beispiel der Zementestrich besonderen Belastungen ausgesetzt, sind Baustahlmatten notwendig. Hinzu kommt der Kostenfaktor PE-Folie, die als Trennschicht zwischen Beton und Estrich verlegt wird.

Baustahlmatten hält der Baumarkt zu einem Preis von zwischen 5 und 6 Euro zur Verfügung, für PE-Folie sollten Bauherren circa einen Euro pro Quadratmeter einrechnen. Unbedingt nötig sind Randdämmstreifen, die nach laufendem Meter und nicht nach Quadratmeter berechnet werden.  Je nach Ausführungen fallen hierfür Kosten von zwischen 20 bis 50 Cent an.

Natürlich erledigen Handwerker ihre Arbeit nicht umsonst, wobei die Kosten hierfür schwer zu kalkulieren sind. Die Erfahrungen zeigen: Je kleiner die Fläche, desto höher die Lohnkosten. Pro Quadratmeter sind zwischen 5 und 10 Euro fällig, wobei es egal ist, ob es sich um Zementestrich oder Calciumsulfat- Estrich oder auch Anhydrit- Estrich genannt, handelt.

Da die Anforderungen je nach Bausituationen stark variieren, differieren mehr oder weniger natürlich  auch die Kosten für Handwerker bzw. Baufirmen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, nach Erstellung von einem Kostenvoranschlag, mit der betreffenden Firma einen Festpreis auszuhandeln. Diese dürfen  sich lediglich bis zu 10 % der Gesamtkosten nach oben oder unten unterscheiden.

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