Überblick Schornstein – Typenkunde

Das Wichtigste in Kürze
  • Schornsteine haben die Aufgabe Rauch- und Abgase ins Freie zu transportieren.
  • Die Schornstein-Typen richten sich nach der Art der Feuerungsanlage und dem Verwendungszweck.
  • Es gibt eine Vielzahl an Anforderungen für den Bau eines Schornsteins, die es einzuhalten gilt.

Generell ist es die Aufgabe eines Schornsteins, Rauchgas und Abgase, die durch die Verbrennung entstehen, in die Luft abzuführen. Schornsteine sind sehr verschieden in ihrer Ausführung und wir gewähren hier einen kleinen Einblick in die Schornstein – Typenkunde.

Die Bauarten und Funktionsweise

Schornsteine können sich innerhalb oder außerhalb von Gebäuden befinden, in denen Systeme Wärme erzeugen und dadurch Verbrennungsgase produzieren. Zu den Feuerungsanlagen in Wohnhäusern zählen alle Heizungsanlagen, die Wärme durch Gas, Holz oder Öl erzeugen. Dazu gehören auch Kaminöfen und Kamine, die mit Holz befeuert werden. Dabei hat der Schornstein die Aufgabe, die Rauch- und Abgase ins Freie zu führen.

Von der Bauweise der Heizungsanlage und des Schornsteins hängt es ab, ob der zur Verbrennung notwendige Sauerstoff der Raumluft zugeführt oder abgeführt wird. Schornsteine sind sehr unterschiedlich in ihrer Ausführung. Der Typ eines Schornsteins richtet sich nach dem Verwendungszweck und der Art der Feuerungsanlage. Zumindest bei Neubauten ist das so.

schornstein-typenkunde

Typisch für einen Schornstein ist, dass er als vertikaler Schacht gebaut ist, der weit über das Dach hinausragt. Diese Form verdankt der Schornstein seiner Funktion. Diese Bauform basiert auf dem Wirkungsprinzip des Kamineffekts. Sobald ein Feuer in einem Kamin entzündet ist, erwärmt sich die Raumluft und die Luft im Schornsteinzug, der direkt darüber liegt. Die warme Luft hat eine geringere Dichte als die Außenluft am Ende des Schornsteins, also im Freien. Durch diesen Unterschied in der Dichte steigt die warme Luft auf. Dadurch entsteht am Beginn des Kamins ein Unterdruck, der die kalte Luft nachströmen lässt. So wird das Feuer durchgehend mit Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig verhindert der Kamineffekt, dass Rauchgase in die Räume gelangen.

Der Schornstein muss so beschaffen und bemessen sein, dass er auf die sich entwickelnde Hitze und die sich daraus entwickelnde Rauchgasmenge genau abgestimmt ist. Nur so kann der Kamin optimal funktionieren.

Die Schornstein-Typenkunde

Jede Feuerungsanlage, ob nun Kamin oder Heizung, arbeitet nur dann optimal, wenn die Feuerung, der Schornstein und der Brennstoff miteinander harmonieren. Auch das Material, dass benötigt wird, um einen Schornstein zu errichten, ist abhängig vom verwendeten Brennstoff und der zu erwartenden Hitzeentwicklung. Die Konstruktion ist abhängig vom Heizgerät, aber auch davon ob der Ofen raumluftunabhängig oder raumluftabhängig funktioniert. Das hängt davon ab, ob die Verbrennungsluft durch den Innenraum oder dem Schornstein zugeführt wird.

Entsprechend der Bauweise werden folgende Schornsteintypen unterschieden:

Dreischaliger Schornstein

In den meisten Fällen ist der Schornstein dreischalig. Er besteht aus drei übereinanderliegende Schalen, die da wären das Innenrohr, die Dämmschale und der Schornsteinmantel. Durch diesen Aufbau hat dieser Typ von Schornstein einige Vorteile. Die Abgase kühlen nicht so rasch ab und der Zug des Schornsteins ist fortwährend da. Darüber hinaus ist diese Art von Schornstein feuchtigkeitsunempfindlicher und deshalb Standard.

Zweischaliger Schornstein

Zweischalige Schornsteine finden sich in modernen Gebäuden nicht so häufig. Es handelt sich dabei um reine Abgasleitungen, die nur für ganz bestimmte Feuerungsanlagen eingesetzt werden können und dafür auch ausreichen. Ihnen fehlt jedoch jede Wärmedämmung. Das sollte man berücksichtigen. Zweischalige Schornsteine haben eine mineralische Außenhülle. Sie sorgt für die Standsicherheit. Gleichzeitig hat dieser Typ von Schornstein ein Innenrohr, in dem die Abgase abgeführt werden.

Einschaliger Schornstein

Einschalige Schornsteine sind heute kaum noch in Betrieb. Zu finden sind sie noch bei alten Gebäuden. Sie verfügen weder über ein Innenrohr noch über eine Dämmung. Gemauert werden sie als vertikale Schächte, die im Mauerwerksverband entstehen. Sie können jedoch auch aus mineralischen Formsteinen bestehen.

LAS-Schornstein

Für Heizungsgeräte, für die Zuluft von außen verwendet wird und nicht die Raumluft, werden LAS-Schornsteine verwendet. Dafür befindet sich in einem Schornstein, der zweischalig ist ein extra Zuluftschacht. Über diesen Zuluftschacht gelangt die Zuluft von der Spitze des Schornsteins zum Heizgerät. Moderne Dämmungen, die heutzutage verwendet werden, dichten jedes Gebäude praktisch luftdicht ab. Deshalb darf Luft, die sich im Innenbereich des Hauses oder der Wohnung befindet, nicht vom Heizgerät verwendet werden. Es strömt keine frische Luft von außen nach. So würde sich die Luft im Innenbereich stark vermindern, weil zum Beispiel ein Pelletsofen das Heizgerät ist. Um das zu verhindern, bekommt der Pelletsofen, seine Zuluft über einen Kanal des Schornsteins.

Edelstahlschornstein

Wird ein bereits vorhandener Schornstein saniert, kommt ein Edelstahlschornstein zum Einsatz. Er hat die Funktion eines zusätzlichen Innenrohrs im Schornstein. Eine andere Einsatzmöglichkeit ist als Nachrüstschornstein. Das insbesondere bei Gebäuden, die über keinen Kamin verfügen. Edelstahlschornsteine können unterschiedlich ausgeführt sein. Sie können ein- oder zweiwandig sein und auch über eine Dämmung zwischen den Edelstahlwänden verfügen. Die einfachste Variante des Edelstahlschornsteins ist das Abgasrohr. Es wird häufig für Niedrigtemperatur-Heizanlagen verwendet. Das Abgasrohr wird nur an der Außenwand eines Gebäudes befestigt. Die Dimensionen richten sich nach der Leistung der Heizanlage und natürlich der Art.

Einfach- und Mehrfachschornstein

Zu guter Letzt gibt es noch die Einfach- und Mehrfachschornsteine. Je nachdem können in einem Schornstein ein Abgaszug oder mehrere vorhanden sein. So kann der Schornstein mehrfach belegt werden. Im Mantelinnenbereich sind dann eben nur zwei Röhren vorhanden, statt einer.

Die gesetzlichen Anforderungen

Ein Schornstein, der nicht optimal funktioniert ist eine Gefahrenquelle für ein Gebäude. Auch zu Geruchs- und Rauchbelästigungen könnte es im Umfeld von Schornsteinen kommen. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Anforderungen für den Betrieb und den Bau von Schornsteinen. Die gesetzlichen Anordnungen sind derart komplex und zahlreich, dass sie ein ganz besonders spezielles Fachwissen erfordern, die ein Laie nicht durchschauen kann. Ein Experte ist gefragt.

Die Vielfalt an Vorschriften betreffend der Bauweise, betreffen vor allem den Brandschutz, aber auch die Sicherheit bezüglich des Standes. Heute spielen auch die Energieeffizienz und der Wärmeschutz eine bedeutende Rolle.

Ganz besonders wichtig ist die DIN 18160. Sie regelt den Betrieb und die Errichtung von Schornsteinen. Auch die Feuerungsverordnungen in den jeweiligen Bundesländern haben eine enorme Bedeutung.

Bereits zu Beginn der Planung sollte man mit dem zuständigen Schornsteinfeger reden. So kann man sicher sein, dass der Schornstein nach der Sanierung oder dem Bau auch abgenommen wird. Der Schornsteinfeger ist nämlich für die baurechtliche Abnahme zuständig, die nach Fertigstellung des Rohbaus ansteht. Er muss auch die Bescheinigung zur Betriebssicherheit ausstellen. Diese jedoch erst nach Fertigstellung des Schornsteins.

Fazit
Die Schornstein-Typenkunde ist sehr komplex. DIN-Normen und die Feuerungsverordnung regeln den Betrieb und die Errichtung. Der Schornsteinfeger ist für die Abnahme zuständig.

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