Küche selber bauen – ein Projekt für ambitionierte Handwerker

Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer fundierten Planung gibt es kaum bis wenige Probleme, die auftauchen können.
  • Gut gemessen, ist halb gespart! Diese Handwerkerweisheit sollte beim Bau einer Küche stets beachtet werden, denn so können unnötige Kosten, durch falsche Maße verhindert werden.
  • Installationen von Wasser oder Elektronik immer den Profis überlassen, damit es nicht zu teuren Schäden oder sogar lebensgefährlichen Situationen kommt.

Eine Kueche selber zu bauen ist ein ambitioniertes Projekt, das mit etwas handwerklichem Geschick realisierbar ist. Voraussetzung für eine gelungene Umsetzung ist jedoch eine gute Planung, damit man bei der Ausführung vor unangenehmen Überraschungen verschont bleibt.

Nicht ohne Plan

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Bei einem so großen und, durchaus in vielen Phasen, schwierigem Projekt wie dem Bau einer Küche ist eine gute Planung das Wichtigste. Dazu kann eine Skizze mit der Hand gemacht werden oder es wird ein Küchenplaner verwendet.

Im Internet gibt es zahlreiche kostenlose Produkte, mit denen eine Traumküche gestaltet werden kann. Wichtig dabei ist, dass die exakten Maße und vorhandene Anschlüsse bereits vorab eingetragen werden, vor allem wenn die Anschlüsse nicht verlegbar sind.

Wer eine Kueche selber bauen möchte, kommt mit einem Plan meist nicht aus. Im ersten Schritt wird eine Skizze erstellt, wie man sich in etwa die Küche vorstellt. Diese Vorstellung ist dann die erste Einkaufsliste.

Vor allem im Bezug auf die Größe von Geräten sollte man sich in der Planung bereits genügend Freiraum lassen. Das hat den Grund, dass Geräte sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln und nicht selten auch in der Größe sich verändern. Wer bereits bei der Planung darauf Rücksicht nimmt, der wird an seiner Küche länger Freude haben und sie bleibt durch kleine Veränderungen stets modern.

Elektrogeräte auswählen

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Die Auswahl der Elektrogeräte kann rasch zu einer Herausforderung werden. Bereits beim Herd scheiden sich die Geister. Vor allem bei den Kochplatten gibt es mittlerweile eine sehr große Auswahl, was den Kauf nicht vereinfacht.

Kochplatten aus Eisen gibt es nur noch selten zu kaufen, vorwiegend wird das Ceranfeld oder die Induktionsplatte verwendet. Bei Induktion sind wiederum spezielle Töpfe notwendig, damit der Herd funktioniert.

Das Kochen mit Gas ist ebenfalls in den letzten Jahren wieder zum Trend geworden, da es neue Möglichkeiten der Zubereitung ermöglicht. Zudem sind diese Herde unabhängig von einer Stromversorgung und können auch bei einem Stromausfall betrieben werden. Natürlich ist der Betrieb mit Gas günstiger als mit Strom, was gerade bei Hobbyköchen, die nahezu täglich in der Küche stehen, relevant ist.

Neben dem klassischen Küchengeräte findet man immer wieder neue Geräte, die sich ihren fixen Platz in der Küche erobern. Dazu gehören beispielsweise folgende Geräte:

  • Dampfgarer
  • Getreidemühle
  • Entsafter
  • Nudelmaschine
  • Weinkühler

Die Liste lässt sich nahezu endlos fortsetzen angesichts der technischen Innovationen in der Küche. Teilweise gibt es die Geräte, wie den Dampfgarer oder den Weinkühler sogar als Einbaugeräte, die fix in die Planung integriert werden müssen.

Abhängig von den Ernährungspräferenzen sollten aber auch andere größere Geräte in der Küche einen fixen Stammplatz haben, damit sie immer griffbereit sind.

Eine Frage des Materials

Wer eine Kueche selber bauen will, der hat bei der Auswahl der Fronten und Arbeitsfläche die Qual der Wahl. Es gibt eine Vielzahl an Materialien wie Porenbeton die eine Küche gleichermaßen modern als auch rustikal wirken lassen. Bei der Auswahl der Materialien sollte allerdings wiederum auf die spätere Verwendung geachtet werden.

Wer gerne bäckt, der wird beispielsweise mit einer Arbeitsfläche aus einem Stein wie Granit mehr Freude haben als bei Holz. Auf Granit können Teige für Gebäck oder Brote direkt zubereitet werden und die Arbeitsfläche ist rasch gereinigt. Holz kann vor allem bei Teigen, die selbst Öl enthalten noch einiger Zeit sehr unschön und fleckig aussehen.

Nicht zu unterschätzen ist das Gewicht der späteren Arbeitsplatte und der damit verbundenen Stabilität, die die Unterkonstruktion mitbringen muss. Natürlich ist Holz leichter als Stein, doch auch andere Faktoren, wie die Einbaugeräte wirken sich auf die Stabilität der Unterkonstruktion aus. Oft ist eine einfache Konstruktion aus Holz nicht mehr ausreichend, und es muss sogar eine Konstruktion gemauert werden.

Wer sich diese Arbeit ersparen will, wenn er eine Kueche selber bauen möchte, sollte dann zu Tricks wie mehrschichtigen Arbeitsplatten greifen, auf denen nur eine dünne Oberflächenschicht etwa aus Stein aufgebracht wurde.

Erst messen, dann schneiden!

Wer seine Kueche selber bauen will, der sollte das Maßband immer griffbereit haben, denn es fallen viele Zuschnittarbeiten an. Egal ob es um die richtige Passform der Arbeitsfläche geht oder Einbaugeräte exakt eingefasst werden müssen, alles sollte auf den Millimeter genau vermessen sein.

Genaues Messen erspart später Mehrkosten. Vor allem ein falscher Zuschnitt der Arbeitsfläche kann teuer werden, bei der Größe.

Tipp: Viele lassen aus diesem Grund vor allem die Arbeitsfläche vorher passend zuschneiden. Eine exakte Passform gibt es allerdings auch nur dann, wenn man selbst wiederum vorher genau Maß genommen hat.

Ausreichend Stauraum planen

Die Qualität einer Küche steht und fällt mit dem vorhandenen Stauraum. Kästen und Schränke sind heute schon lange nicht mehr ausreichend. Moderne Küchen verfügen über eigene geschlossene Lagerbereiche etwa für frisches Obst und Gemüse, dass in ihrer Umgebungstemperatur einem Keller sehr nahe kommt.

Viele, die eine Kueche selber bauen, bauen sie genau aus solchen Gründen selbst, da sie eine individuelle Küche nach ihren Wünschen möchten. Gerade spezielle Ernährungsgewohnheiten benötigen oft ein unkonventionelles Küchendesign, damit Geräte und Zutaten griffbereit sind.

Nachhaltigkeit spielt vor allem in der Küche eine große Rolle, daher wird auch der Bereich der Entsorgung von Küchenabfällen und anderem Müll immer relevanter. Mülltrennung findet nicht selten in der Küche statt, weshalb dafür ebenfalls ausreichend Stauraum eingeplant werden muss. Viele stellen mittlerweile ihren eigenen Kompost in der Küche her etwa mittels Wurmkompost oder Bokashi, was ebenfalls Platz und die richtige Infrastruktur benötigt.

Auf Nutzbarkeit achten

Die schönste Küche ist sinnlos, wenn sie nicht oder nur eingeschränkt verwendbar ist. Bei der Nutzung spielen vor allem die täglichen Gewohnheiten eine große Rolle. Wird häufig frisch gekocht, sollte ein entsprechend großer Kühlschrank für frisches Obst und Gemüse einen Platz haben. Wer viele Tiefkühlprodukte nutzt, der sollte in Erwägung ziehen zum Kühlschrank noch einen Platz für einen Gefrierschrank in der Küche zu reservieren.

Wie nutzbar eine Küche ist, zeigt sich spätestens an den Abläufen. Je kürze die Wege sind, umso effizienter kann gearbeitet werden. Bereits bei der Planung sollten daher die Gewohnheiten reflektiert werden. Wer morgens nur eine Kleinigkeit zu sich nimmt, der kann in der Küche beispielsweise eine Essecke vernachlässigen und stattdessen den Kochbereich um einen trendigen Tresen mit Stühlen erweitern.

Wer allerdings jede Mahlzeit zelebriert, der sollte sich durchaus Gedanken machen, wie der Essbereich in der Küche ausfällt. Moderne Küchen integrieren beides nahtlos und manchmal sind sogar der Sitzbereich und der Kochbereich direkt zusammengewachsen.

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Feinheiten für eine bessere Nutzung

Oft machen es die Feinheiten aus, die die Nutzung bzw. Nutzbarkeit einer Küche erst richtig abrunden. Eine Halterung für ein Kochbuch im Bereich, wo meist geschnitten und zubereitet wird oder die etwas modernere Variante einer Halterung für Smartphone oder Tablet kann die Arbeit deutlich erleichtern.

Sogar kleine Inlays in Schubladen können die Nutzung verbessern. Anstatt des üblichen Besteckkastens können direkt in eine selbst gebaute Schublade Trennfächer eingearbeitet werden. Das hat den Vorteil, dass die Schublade dadurch meist zur Gänze verwendbar ist, während Besteckkästen meist mehr Raum wegnehmen, als sie später für Ordnung sorgen.

Statische Aspekte

Bereits bei der Statik für die Unterkonstruktion der Arbeitsfläche werden häufig Fehler gemacht, wenn man eine Kueche selber bauen möchte. Zwar wird noch das Gewicht der Arbeitsplatte eingerechnet, doch wird unterschätzt, welche Last auf die Schränke und Regale zukommt, wenn sie befüllt mit Kochgeschirr und Zutaten sind.

Vor allem wenn Hängeschränke in die Küche integriert werden, sind diese meist nicht ausreichend verankert. Ein gefüllter Schrank, der zu Boden fällt, richtet nicht nur einen großen Schaden an, er kann auch lebensgefährlich werden.

Installationen vornehmen

Abgeschlossen ist der Bau einer Küche, wenn sämtliche Geräte angeschlossen bzw. installiert sind. Viele Arbeiten können von versierten Handwerkern selbst übernommen werden. Elektroinstallationen sollten allerdings unbedingt von einem Fachmann durchgeführt werden. Dies gilt bedingt auch für den Anschluss an das Wasser- bzw. Abwassernetz.

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