Schrankrückwand als Raumteiler nutzen – eine schöne Lösung finden

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Art der Rückwand entscheidet über die Vorgehensweise
  • Dünne, instabile Rückwand besser vorher verstärken
  • In den meisten Fällen benötigt man eine zugeschnittene Spanplatte
  • Platten entweder innerhalb oder außerhalb der Lichte verschrauben
  • Auf einen schönen Abschluss der Kanten achten
Diese Möglichkeiten gibt es, um die unansehnliche Rückseite der Schrankwand aufzupeppen.

Vor dem Umbau

Eine Faustregel lautet: Die Gestaltung richtet sich nach der Art der vorhandenen Rückwand. Im ersten Schritt stellt man daher die Beschaffenheit der Rückwand fest. Aus welchem Material besteht die Rückwand? Wie stabil ist sie? Wichtig: Wie viel Platz ist zwischen Rückwand und Schrankkante? Wie viel Spielraum bietet Rückwand und Kante, wenn man mit der Verkleidung bündig abschließen möchte?

Schrankrückwand Raumteiler

Schrankrückwand verstärken

Ist die Schrankrückwand instabil, ist es sinnvoll, sie noch vor der Verkleidung zu verstärken. Folgende Methoden stehen dazu zur Auswahl: Diagonale Verstärkung mittels Montage-Lochband: Den Mittelteil der Kasten-Rückseite durch die diagonale Anbringung eines Lochbands verstärken. Versteifung der Winkel mittels Winkelverbinder: Ist zwischen Rückwand und Kante genügend Platz, kann die Rückwand mit Winkelverbindern versteift werden. Weitere Spanplatte anbringen: Auch eine weitere Spanplatte ist als Verstärkung einsetzbar. Platte einfach im Baumarkt auf die benötigte Größe zuschneiden lassen. Wäre die Platte in Einem zu groß, teilt man sie in mehrere schmalere Platten auf. Besonders schön ist diese Variante, wenn die Platte innerhalb der Lichte Platz findet - also mit der Schrank-Kante bündig abschließt. Ist zwischen Kante und Rückwand nicht genügend Platz für eine weitere Platte, verschraubt man diese außerhalb der Lichte. In diesem Fall empfiehlt es sich, eine Platte zu kaufen, die in der Farbe des Kastens furniert ist – und zwar inklusive der Kanten. Dazu im Baumarkt nachfragen, ob sie auch Ecken und Kanten furnieren.
Sauber arbeiten
Schrauben mit Abdeckkappen verdecken.

Rückwand des Schranks entfernen

Eine andere Variante: Die Schrankrückwand gänzlich entfernen, und den Schrank als Regal nutzen. Die Rückwand ist auch durch einen Vorhang ersetzbar. Dazu benötigt man eine 1-läufige Vorhangschiene: [asa2]B074VFYZL2[/asa2] Bei Montage innerhalb der Lichte benötigt man eine Vorhangschiene für die Deckenmontage. Bei der Montage außerhalb der Lichte benötigt man Montagematerial für die Wandmontage. Im Fach- oder Möbelhandel ausgewählten Vorhangstoff auf die richtige Breite und Länge zuschneiden lassen. Soll der Vorhang im geschlossenen Zustand keine Falten werfen (also ganz glatt herabhängen), benötigt man die geringste Stoffmenge. Die Seiten sowie die untere Kante kann man selbst einnähen oder im Fachhandel einnähen lassen.

Schrankrückwand mit Stoff verkleiden

Dazu den Stoff an einer Spanplatte antackern und die Platte an die Rückwand (innerhalb oder außerhalb der Lichte) schrauben. Wer keinen Tacker zur Verfügung hat, arbeitet mit einem Spezialkleber, um den Stoff an der Rückwand zu verkleben. Solche Stoff-Holz-Kleber gibt es beispielsweise von Pattex. Eine Rückwand aus Stoff ist jedoch relativ schwer zu reinigen.
Info
Es gibt auch Tafelstoffe für beschriftbare Wandbespannungen.

Rollo an der Rückwand befestigen

Rollo in der passenden Breite und Länge an der oberen Kante des Schranks montieren. Wichtig: Das Rollo bzw. die Montageteile des Rollos müssen für die Wandmontage geeignet sein, wenn sie an der Außenseite (außerhalb der Lichte) des Schranks montiert werden. Montiert man das Rollo hingegen innerhalb der Lichte, benötigt man Montageteile für die Deckenmontage.

Rückwand streichen

Die besonders kostengünstige Variante: Man streicht die vorhandene Rückwand. Bei dieser Technik bleibt in den meisten Fällen jedoch der Spalt zwischen Rückwand und Abschlusskante erhalten. Wem das stört, der besorgt sich eine Spanplatte in passender Höhe und Breite, und montiert diese so in die Lichte, dass sie wieder bündig mit den Kanten abschließt. Die Platte seitlich verschrauben. Die Schrauben mit Abdeckkappen (z.B. gibt es extra Abdeckkappen für Torx Schrauben) verdecken. [asa2]B00KT2SEJI[/asa2]

Die richtige Farbe wählen

Eine vorhandene, filigrane Rückenplatte streicht man mit Lackfarbe (z.B. Acryllack von edding). Farben mit zu hohem Wasseranteil können die Rückwand aufweichen, was zu unansehnlichen Dellen führt. [asa2]B00YHCQD3U[/asa2]
Hinweis
Rückwand im Freien oder in einem gut belüfteten Raum lackieren!
Eine dickere Spanplatte kann auch mit gut deckender Dispersionsfarbe bearbeitet werden. Besonders Kreative werten die dünne Wand mit der Airbrush-Pistole und Acrylharz oder Acrylfarbe künstlerisch auf. Deko-Tipp fürs Kinderzimmer: Es gibt im Handel Glitzerlacke und Glitzer-Zusätze für Dispersionsfarbe. Eine andere Möglichkeit ist das Streichen mit Tafellack.

Schrankrückwand tapezieren

Mit einer Tapete, einem Poster oder Plakat bringt man schnell Farbe in den Raum, und deckt dazu auch noch die unansehnliche Rückwand ab. An dem Kauf einer extra Spanplatte kommt man jedoch auch bei dieser Variante nicht vorbei, da die vorhandene Rückwand in den meisten Fällen zu dünn ist und sich mit dem Tapeten-Kleber vollsaugt. Die Platte dafür gleich am Tapezierer-Tisch mit der Tapete bekleben, und erst danach in die Lichte der Schrankrückseite einfügen.
Tipp
Die Tapete muss nicht unbedingt mit Tapetenkleister angebracht werden. Sehr gute Ergebnisse erhält man auch mit Sprühklebstoff.

Andere Arten, um die Rückwand zu verkleiden

Hier noch einige weitere Arten, um die Schrankrückwand dekorativ zu gestalten: Spiegel Die elegante Variante: Spiegelglas vom Glaser genau auf die Breite und Höhe der Schrank-Außenkante zuschneiden und facettieren lassen. Separate Spanplatte in die Lichte einpassen und seitlich verschrauben. Spiegel mit Spiegel-Spezialkleber mit der Spanplatte verkleben. Es muss sich dabei um einen Kleber handeln, der sich speziell für die Verklebung von Glas auf Holz eignet. Tafelfolie Super Idee für das Kinderzimmer: Selbstklebende Tafelfolie auf der vorhandenen Rückwand bzw. an einer Spanplatte anbringen und in der Lichte verschrauben. [asa2]B00WBGEYHQ[/asa2] Spiegelpolystrol-Platten Wer die Idee mit dem Spiegel gut findet, aber sich vor den Kosten scheut, der kann auch mit flexiblen Spiegelpolystrol-Platten und Sprühkleber (auf stabiler Spanplatte) arbeiten. Kunststoffplatten Endlich eine Variante ohne Spanplatte: Eine Kunststoffplatte (z.B. Polystrolplatte) zuschneiden lassen und in die Lichte oder bündig mit den Kanten verschrauben bzw. mit Spezialkleber verkleben.
Info
Dasselbe Verfahren funktioniert auch mit farbigem Acrylglas. Beim Verkleben immer auf die Eignung des Klebers achten.
Leinwandbilder Eine kostengünstige Variante für das Kinderzimmer: Leinwand kaufen, die Kinder bemalen lassen und am Rahmen verschrauben. Die Schrauben mit Abdeckkappen versehen. Das Wichtigste zum Schluss: Immer auf die Kanten achten. Wird eine Platte – egal, welcher Art – in die Lichte verschraubt, bleiben die Kanten des Kastens sichtbar. Und die sind zumeist unschön. Schraubt oder klebt man die Platte plan mit den Kanten, bleiben wiederum die Kanten der Platte seitlich sichtbar. Optisch schöner ist es daher, mit vollständig furnierten Platten (auch die Kanten furniert!) zu arbeiten.

Soll es beim Verkleiden der Rückwand nur die Schrankhöhe sein oder soll die Verkleidung bis zur Decke reichen? Bei Letzterem spielt die Konstruktionsweise die entscheidende Rolle. Jede feste Verankerung fixiert den Schrank in seiner Position.

Soll der Schrank als Raumteiler dienen, ist ein gut demontierbares System optimal. Schrauben sind Nägeln vorzuziehen und Leim sollte gar nicht zur Verwendung kommen. Die über das Schrankdach hinausragende Platte kann mit diagonalen Stützen stabilisiert werden.

Rückwände können als vollwertige Wand umgestaltet werden. Dafür am besten vorzugsweise eine feste Konstruktion nutzen. Ist die Rückwand stabil genug, darf der Besitzer sogar Bilder aufhängen oder die neue Wand mit Regalbrettern verzieren.

Es existieren zahlreiche Möglichkeiten, die Schrankwand nach individuellen Bedürfnissen zu gestalten. Das gilt sowohl hinsichtlich Material-, als auch der Farbauswahl.

In der Regel produzieren die Hersteller die Schrankwände aus dünnen Hartfaserplatten. Die drei bis fünf Millimeter starken Platten sind einseitig mit Kunstsoff beschichtet oder lackiert. Die nach außen gerichtete Fläche weist oft eine Art Siebmuster auf. Die Qualität der jeweiligen Möbel steigert zudem die jeweilige Ausführung der Rückwand.

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