Woraus besteht ein Fertighaus?

Das Wichtigste in Kürze
  • Woraus ein Fertighaus überhaupt besteht, interessiert viele Bauherren und ist leicht zu beantworten: überwiegend aus Holz.
  • Es gibt drei Ausbaustufen für ein Fertighaus, mit unterschiedlichen Graden der Fertigstellung.
  • Die Grenzen zwischen Massiv-, Fertig- und Architektenhaus sind fließend.

Fertighäuser überzeugen schon potenzielle Bauherren durch die kurze Bauphase und die gute Wärmedämmung. Doch welche Materialien kommen beim Bau eines Fertighauses überhaupt zum Einsatz?

Was ist ein Fertighaus?

Ein Fertighaus wird in einer Produktionshalle eines Fertighausherstellers in Einzelteilen hergestellt, auf das Baugrundstück geliefert und dort in nur wenigen Tagen zu einem Haus zusammengesetzt. Das Fertighaus besteht aus

  • Wand- und Deckenelementen, die witterungsunabhängig und industriell gefertigt sind
  • und einer Bodenplatte oder einer Kellerdecke.

Am meisten genutzt wird dafür der Rohstoff Holz, um genau zu sein, 20 m³. Ein Fertighaus besteht etwa aus 1.000 Bauteilen und es werden etwa 120 Zeichnungen benötigt. Doch auch mit Beton oder Blähton (Leichtbeton) kann gebaut werden.

Ob Holz oder Beton, eines haben alle gemeinsam, sie verfügen über ausgezeichnete Dämmeigenschaften. Doch auch Fertighäuser benötigen zusätzliche Dämmschichten. Diese Dämmschichten werden schon während der Produktion in die Decken und Wände eingebaut. Bereits ein klassisches Fertighaus erzielt so bereits in Bezug auf den Energieverbrauch sehr gute Werte.

Grundlegendes zum Fertighaus-Bau

Jeder 5. Neubau in Deutschland wird bereits in Fertigbauweise errichtet. Genau wie bei Massivhäusern auch, ist die energieeffiziente Bauweise heute durch die Energiesparverordnung vorgeschrieben. Deshalb optimieren Hersteller von Fertighäusern die Energiewerte ihrer Produkte schon seit einiger Zeit.

Übrigens ist der Bau eines Fertighauses, die schnellste Art, um zu seinem Traumhaus zu kommen. Mit der Planung beginnend bis hin zur Übergabe vergehen, je nach Hersteller, persönlichen Wünschen und Größe, fünf bis neun Monate bis das Haus übergeben werden kann. Das Fertighaus wird umso schneller errichtet, je größer die Wandelemente sind und je mehr sich vorfertigen lässt. Das Fundament härtet noch aus und es beginnt bereits die Konstruktion der Einzelteile.

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In diesen Elementen werden bereits, die Dämmung, die Elektrik und die Wasser- und Gasversorgung, je nach Bauweise, als wesentlicher Teil der Ausstattung mit verbaut. Die Einzelteile werden computergesteuert gefertigt. Auf dem Baugrundstück werden diese dann innerhalb von drei Tagen zu einem Fertighaus montiert. Dann folgt der Innenausbau, der zwischen zwei Wochen und zwei Monaten dauern kann. Nun ist das Fertighaus bewohnbar und kann übergeben werden.

Auch üblich für ein Fertighaus sind Fertigteile aus Lehm, Stahl, Mauerwerk, Beton oder Systembausteinen. Was genau hinter der Fassade steckt, ist meist nicht sichtbar, es sei denn, es ist beabsichtigt. Jeder Baustil ist möglich. Auch ausgefallene persönliche Wünsche sind realisierbar. Jedes Fertighaus kann auf die individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse des Bauherren hin geplant und realisiert werden.

Der Unterschied zu einem Architekten- und Massivhaus

Den Begriff Fertighaus von dem eines Architekten- und Massivhauses abzugrenzen fällt schwer, denn auch Fertighäuser verfügen über unterschiedliche Bauweisen und lassen sich individualisieren. Das Angebot ist breit aufgestellt.

Ein klassisches, Stein auf Stein gebautes Haus, wird häufig als Massivhaus bezeichnet. Es gibt keine vorgefertigten Teile. Unter einem Architektenhaus wird ein Haus bezeichnet, welches mit einem Architekten, meist unabhängig, geplant wurde, um dann von einer oder mehreren Baufirmen errichtet zu werden.

Doch auch Massiv- und Architektenhäuser können zumindest teilweise vorgefertigte Einzelteile haben. Selbst ein unabhängiger Architekt greift nicht gerade selten auf Vorlagen von Hausmodellen zurück, die er nur entsprechend dem Kundenwunsch anpasst. Auch bei einem Fertighaus bieten einige Hersteller an, das Haus auf die individuellen Bedürfnisse des Bauherren auszurichten, und arbeiten dabei mit einem hauseigenen Architekten zusammen. Teilelemente können auch bei einem Fertighaus in Massivbauweise errichtet werden.

Die Übergänge sind also fließend. Wichtig für den Bauherren ist, dass der Fertighaushersteller die persönlichen Wünsche abdecken kann.

Die Vor- und Nachteile

Jedes Ding hat zwei Seiten, so auch ein Fertighaus. Die Vorteile sind klar ersichtlich:

  • eine garantierte Planungs- und Preissicherheit
  • die Fertigung ist witterungsunabhängig
  • eine sehr kurze Bauzeit
  • eine sehr gute Energieeffizienz
  • die Baustoffe sind nachhaltig
  • alles aus einer Hand

Die Nachteile sind nicht sofort für jeden erkennbar:

  • nicht in jedem Fall eine wirkliche Gestaltungsfreiheit
  • eingeschränkte Flexibilität beim Aufbau des Fertighauses
  • der Schallschutz ist vermindert
  • gegen starke Witterungen leichter anfällig
  • der Wiederverkaufswert kann geringer ausfallen

Die Ausbaustufen eines Fertighauses

Nicht jedes Fertighaus entsteht am Fließband oder wird “schlüsselfertig” übergeben. “Schlüsselfertig” kann, je nach Hersteller, unterschiedliche Ausbaustufen beinhalten. So kann es sein, dass man noch selbst malern muss oder den Fußboden verlegen. Doch es gibt auch All-inclusive-Pakete. Bei Ihnen kann man mit Sack und Pack nach Fertigstellung in das Fertighaus einziehen.

Generell gilt: Je höher der Eigenanteil, umso geringer der Preis für das Fertighaus!

Fertighausanbieter bieten meist drei Ausbaustufen an:

  1. Das schlüsselfertige Haus: Es ist häufig bezugsfertig, in manchen Fällen aber sind Boden- und Wandarbeiten selbst zu erledigen.
  2. Das Ausbauhaus: Ein witterungsbeständiges Haus mit nicht fertigem Innenausbau.
  3. Das Bausatzhaus: Die Bauleute erhalten alle Materialien, die zum Bau benötigt werden und setzen das Haus selbst zusammen. Der Hersteller ist unterstützend dabei.

Die Bauweise für ein Fertighaus

Kurz gesagt, beim Fertighausbau dominiert der Ständer und Tafelbau. Wie bereits gesagt, gibt es nur sehr wenige Fertighäuser, die in Massivbauweise errichtet werden. Nur bei gewerblich genutzten Immobilien kommt das häufiger vor. Hierfür werden Betonfertigteile auf dem Grundstück einfach zusammengesetzt.

Vorgefertigt werden können auch Wände in Ziegelbauweise, die dann ebenfalls nur noch auf dem Baugrundstück zusammengesetzt werden. Doch die meisten Fertighäuser sind in Holzbauweise gefertigt. Der Unterschied liegt jeweils im Grad der Vorfertigung.

Holzbauweisen können sein:

  • der Holztafelbau und die Rahmenbauweise
  • der Holzständerbau und die Skelettbauweise
  • die Blockbauweise.

Fertighäuser in Massivbauweise

Es gibt sie, die Fertighäuser aus Beton- und Steinfertigteilen, wenn auch nur zu einem geringen Prozentsatz. Diese Art der Fertighäuser bietet sehr viel Raum für eine persönliche Gestaltung und sie sind bei Gewerbeimmobilien gang und gäbe. Bauherren, die lieber auf massiv gemauerte Wände setzen, sind mit ihnen gut beraten. Deshalb sollte man sich auch nicht vorschnell gegen ein Fertighaus entscheiden, sondern die Möglichkeiten lieber prüfen. Da Wände aus Zement und Stein ebenfalls vorgefertigt werden können, hat man in kürzester Zeit ein massives Fertighaus errichtet.

Niemand sieht einem Haus von außen an, welche Ausbaustufe oder Bauweise in ihm steckt. Selbst Blockhäuser gibt es schlüsselfertig. Und auch hinter einer Fassade aus Mauerwerk kann eine Holzleichtbauweise versteckt sein. Manche Häuser ähneln sich optisch, sind in der Bauweise aber grundverschieden.

Woraus ein Fertighaus besteht, lässt sich also nicht immer so leicht beantworten, da auf den ersten Blick nicht erkennbar. Doch der Hauptanteil bei einem traditionellen Fertighaus ist Holz, ein nachwachsender Rohstoff.

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