Wallbox und das Elektroauto wird zu Hause geladen

Das Wichtigste in Kürze
  • Um sein Elektroauto zu Hause laden zu können, wird eine Wallbox benötigt.
  • Eine Wallbox hat eine zehnmal so hohe Geschwindigkeit beim Aufladen wie eine herkömmliche Haushaltssteckdose.
  • Die Installation sollte durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen.

Wer ein Elektroauto sein eigen nennt und es zu Hause aufladen will, braucht eine Wallbox. Wie diese funktioniert und welche am besten geeignet ist, erfährt man in diesem Artikel.

Ladestation oder Wallbox

In Deutschland gibt es etwa 20.000 öffentliche Ladestationen für Elektroautos. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft werden zukünftig 70.000 öffentliche Ladestationen nötig sein, um den Bedarf zu decken. Die Anzahl der öffentlichen Ladestationen muss also noch kräftig steigen.

wallbox

Doch es ist ohnehin bequemer, sein Elektroauto von zu Hause aus zu laden. Am besten ist dafür die Wallbox geeignet. Eine Wallbox ist eine ganz spezielle Steckdose, die an der Wand angebracht wird und Elektroautos komfortabel lädt.

In der Geschwindigkeit des Aufladens ist diese Steckdose zehnmal so schnell wie eine herkömmliche Haushaltssteckdose. So kann zum Beispiel der Renault Zoe an einer Wallbox in 1 ½ Stunden aufgeladen werden, während er an einer normalen Haushaltssteckdose etwa zehn Stunden brauchen würde.

Deshalb ist jedem Fahrer eines Elektroautos anzuraten, sich eine Wallbox zuzulegen. Man kann ein Elektroauto zwar auch an einer normalen Steckdose mit speziellen Kabeln laden, doch die Elektroleitungen sind für derart große Strommengen über einen langen Zeitraum nicht geeignet. So kann es zu einer Überhitzung kommen und ein Brand bricht aus.

In Notsituationen möglich, wenn keine Wallbox vorhanden ist, sollte es dennoch die Ausnahme bleiben.

Die Auswahl der Wallbox

Je nachdem, welches Elektroauto man fährt und wie hoch die Ladeleistung der Wallbox ist, kann die Dauer des Ladevorgangs sehr unterschiedlich ausfallen.

Der ADAC hat dafür folgende Beispiele:

  1. Ein 30-kWh-Akku wird an einer 3,7-kW-Steckdose geladen. Sie hat 230 V, ist einphasig und hat 16 A. In diesem Fall muss man zehn Stunden warten.
  2. Verwendet man eine 11-kW-Wallbox, verringert sich die Zeit auf drei Stunden. Diese Wallbox hat 400 V, ist dreiphasig und hat 16 A.
  3. Bei einer 22-kW-Steckdose benötigt man sogar nur noch 90 Minuten. Sie hat 400 V, ist ebenfalls dreiphasig und hat 32 A.

22-kW-Wallboxen liegen genau deshalb auch voll im Trend. Doch Achtung, dass Auto muss dafür ausgelegt sein. Sonst lohnt sich die Anschaffung nicht. Ist die Ladeleistung des Autos zu niedrig, ist auch die leistungsfähigste Wallbox überflüssig.

Es gibt Fahrzeuge wie Plug-in-Hybride-Autos, die ein Schnellladen gar nicht erlauben. Andere Fahrzeughersteller verlangen für das Schnellladen mit 11 oder 22 kW einen Aufpreis zum Fahrzeugpreis. Auch die Kosten der Wallbox sind bei der Auswahl entscheidend.

Die Kosten bezüglich der Anschaffung und Installation der Wallbox sind kaum unterschiedlich. Doch bei der 22-kW-Wallbox kann es sein, dass der Netzbetreiber technische Änderungen vornehmen muss, die Kosten verursachen. Wird man an den Baukosten beteiligt, kommen so schnell mal einige Tausend Euro zusammen.

Die ADAC-Empfehlung lautet deshalb, eine 11-kW-Wallbox zu installieren. Mit ihr kann man sowohl einphasig mit 3,7 kW, zweiphasig mit 7,4 kW oder mit 11 kW dreiphasig das Elektroauto laden.

Jede Wallbox benötigt einen Leitungsschutzschalter und einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter). Manchmal sind sie bereits integriert, bei günstigen Modellen muss man meist hinzukaufen.

Welcher Stromanschluss für die Wallbox?

Von der Ladeleistung der Wallbox hängt der Stromanschluss ab. Wer eine Ladeleistung von 11 oder 22 kW möchte, braucht einen dreiphasigen Drehstromanschluss mit 400 Volt Spannung. Die Stromstärke muss 16 oder 32 Ampere betragen. Eine Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Eine 22-kW-Wallbox braucht zusätzlich noch die Genehmigung des Netzbetreibers.

Hat die Wallbox nur eine geringe Leistung, also 3,7 oder 7,4 kW, so kann diese mit einphasigen Strom und 230 Volt betrieben werden. Doch die Stromstärke beträgt auch hier 16 oder 32 Ampere.

Der Stromtarif für das Elektroauto

Es kann sich durchaus lohnen, einen eigenen Stromtarif für das Elektroauto zu nehmen. Wählt man einen speziellen Tarif, kann man bis zu 500 Euro im Jahr sparen im Vergleich zu einem herkömmlichen Haushaltstarif. Es gibt etwa 140 Tarife von zahlreichen Anbietern.

Unterschieden wird zwischen Kombitarifen und reinen Autostromtarifen. Autostromtarife lassen sich unabhängig vom Haushaltsstrom beziehen. Kombitarife werden mit dem normalen Haushaltstarif abgerechnet. Sie sind geeignet für Fahrer, die eher wenig mit dem Auto unterwegs sind.

Die Installation der Wallbox

Starkstrom wird für 11- oder 22-kW-Ladestationen benötigt. Die Kabel mit 400 Volt Spannung müssen von einem Elektro-Fachbetrieb verlegt werden. Eine eigene Verlegung sollte man nicht in Betracht ziehen, da zu gefährlich. Kommt es zu einem Schaden, zahlt die Versicherung nicht.

Selbst Wallboxen mit 3,7 oder 7,4 kW sollten von Elektrikern angeschlossen werden. Sie werden immer zunächst einmal prüfen, ob die Leitungen überhaupt für eine Wallbox geeignet sind.

Die Kosten der Installation

Wallboxen in der Basisvariante sind ab etwa 500 Euro zu haben. Doch je nachdem, für welche Variante man sich entscheidet, können auch schnell mal einige Tausend Euro zusammenkommen. Auch die Montage kostet zwischen einhundert und zweitausend Euro, abhängig vom Anbieter. Mehrkosten können entstehen, wenn der Sicherungskasten sehr weit entfernt ist oder Wand- und Deckendurchbrüche notwendig sind. Auch die Länge des Kabels ist kostenentscheidend.

Welche Förderungen gibt es für die Wallbox?

Im November 2019 wurde vom Bundeskabinett der Masterplan Ladeinfrastruktur beschlossen. Es werden 50 Millionen Euro an Fördergelder für private Lademöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung ist für das Jahr 2020 geplant.

Doch es gibt auch noch andere Zuschüsse und Prämien für Wallboxen. Prämien sind meist an die Stromabnahme bei festgelegten Energieversorgern gekoppelt. Meist sind diese auch regional begrenzt. Es lohnt sich also in jedem Fall, erst einmal zu rechnen, bevor man sich von einer Prämie oder Bonus locken lässt. Ist dazu ein Wechsel in einen höheren Stromtarif notwendig, ist eher davon abzuraten.

Der Kauf eines Elektroautos wird seit dem Jahr 2016 mit dem Umweltbonus belohnt, und zwar vom Bund und den Autoherstellern. Stromwerke, Städte und Länder bieten Zuschüsse für die Planung und den Einbau privater Ladestationen. Manchmal sind diese Zuschüsse jedoch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

Meist gibt es nur Zuschüsse für den Kauf des Elektroautos, nicht aber für die Wallbox. Deshalb ist es ratsam, sich genau zu informieren.

Für Freiberufler und Unternehmer gilt, dass auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau günstige Kredite für derartige Investitionen gewährt.

Es ist also nicht schwer, sich eine Wallbox für zu Hause anzuschaffen. Es gilt jedoch klug zu handeln.

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