Vakuumdämmung – die neue, hoch entwickelte und sehr effektive Art des Dämmens

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Vakuumdämmung ist eine sehr effektive Möglichkeit zur Dämmung von Gebäuden.
  • Trotz der geringen dicke der Platten isolieren diese sehr gut. Deshalb werden sie häufig dann genutzt, wenn der Einbau einer etwa zehn Mal dickeren üblichen Dämmung nicht möglich oder zu aufwändig wäre.
  • Damit das Vakuum nicht verloren geht, können Vakuumplatten nicht zugeschnitten werden wie dies bei anderen Dämmstoffen der Fall ist.

Die Vakuumdämmung ist eine sehr effektive Art der Dämmung Vor allem die geringe Dicke der Isolierplatten macht diese Dämmung interessant. Genutzt wird die Vakuumdämmung bevorzugt bei der Sanierung von Gebäuden und bei Gebäuden mit einer geringen Wanddicke. In diesem Artikel werden Sie alles über das Dämmen mit einem Vakuum erfahren sowie die Vor- und Nachteile, welche sich aus dieser Art der Dämmung ergeben.

Was ist eine Vakuumdämmung?

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten um ein Haus zu Dämmen. Eine dieser Möglichkeit ist die Dämmung mit einem Vakuum. Wie gut diese Dämmung funktioniert, lässt sich am besten mit dem Beispiel einer Thermoskanne erklären. Denn auch bei dieser wird die Dämmung mit einem Vakuum benutzt.

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Vielleicht haben Sie auch schon gemerkt, wie unglaublich lange eine Thermoskanne Hitze halten kann. Noch viele Stunden nachdem man ein heißes Getränk, zumeist Kaffee oder auch Tee, in eine Thermoskanne gefüllt hat, ist das Getränk heiß. Tatsächlich hat es mich schon manches Mal überrascht, dass ein ewig stehen gelassener Kaffee in einer Thermoskanne noch immer noch nicht kalt ist. Sie sehen also, bei der Dämmung mit einem Vakuum handelt es sich um eine sehr einfache Art des Dämmens.

Bei einem Vakuum wird die Luft aus einem Stoff herausgesaugt. Dies kennt man von Menschen Produkten im Supermarkt, welche mit einem Vakuum haltbar gemacht werden. Auch Zuhause benutzen viele eine Vakuummaschine um ihre Lebensmittel haltbar machen zu können. Genau dieses Vakuum befindet sich auch innerhalb einer Vakuumdämmung. Laut Definition handelt es sich dann um ein Vakuum, wenn der Druck des Gases im Vakuum weniger als 300 Millibar beträgt, also extrem gering ist. Dieses Prinzip kennt man auch schon von wärmeisolierenden Fenstern. Bei diesen wird eine Gasschicht zwischen den einzelnen Verglasungen, die meisten Fenster sind heutzutage doppelt oder dreifach verglast, genutzt, um Wärme zu isolieren.

Tatsächlich wird auch schon an Fenstern mit Vakuumdämmung gearbeitet, welche allerdings sehr hohe Anforderungen an das Glas stellen und deshalb noch nicht oder nur selten eingesetzt werden, auch wenn eine solche Dämmung noch einmal wesentlich effektiver wäre als die heute übliche Dämmung von Fenstern.

Aufbau einer Vakuum-Dämmplatte

Wie sieht nun eine Vakuumdämmung in der Praxis genau aus? Für die Dämmung mit einem Vakuum werden sogenannte Vakuumdämmplatten hergestellt. Diese gibt es in standardisierten Größen zu kaufen.

Sie bestehen im Kern aus Kieselsäurepulver. Bei Kieselsäurepulver handelt es sich um ein natürliches und nachhaltiges Material, welches außerdem nicht giftig und ist und auch bei einem Brand keine gefährlichen oder schädlichen Stoffe entweichen lässt. Kieselsäurepulver ist von Natur aus in Sand enthalten. Neben dem in den meisten Fällen verwendetem Kieselsäurepulver werden auch noch andere Stoffe für Vakuumdämmplatten verwendet, beispielsweise Glasfasern. Welcher Stoff in der Praxis genutzt wird hängt von den jeweils unterschiedlichen Anforderungen ab, welche an die Dämmung gestellt werden.

Die Kieselsäure wird dann zu Platten gepresst. Diese Platten an sich besitzen schon sehr gute Eigenschaften in der Dämmung, welche durch das Vakuum dann nur noch einmal verstärkt wird. Wobei es sich beim Vakuum dann doch um die wesentliche und stärkste Isolierung handelt, die Platten an sich würden nicht besonders gut isolieren, vor allem aufgrund ihrer geringen dicke. Diese zusammengepressten Platten aus Kieselsäure oder einem anderen Material werden dann mit einem anderen Material umhüllt. Aus dem Inneren der Platte wird dann die Luft gesaugt, sodass ein isolierendes Vakuum entstehen kann. Welches Material für diese Umhüllung der Platten genutzt wird, ist wie das für den Kern verwendete Material ebenfalls sehr unterschiedlich. Edelstahl, Aluminium sowie Glas sind die Stoffe, welche sich besonders gut für die Umhüllung eignen.

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Wo wird die Vakuumdämmung eingesetzt?

Wie jede andere Art der Dämmung wird auch die Vakuumdämmung an bestimmten Orten bzw. bei bestimmten Gebäuden bevorzugt eingesetzt, während sie an anderen Orten eher nicht zur Anwendung kommt. Der große Vorteil einer Dämmung mit Vakuum ist, dass die Vakuumplatten sehr dünn sind. Bereits mit wenig Material wird eine sehr hohe Dämmwirkung erreicht, was mit anderen Stoffen so nicht möglich wäre.

Zum Vergleich: Während eine durchschnittliche Dämmung etwa 20 Zentimeter dick ist, kommt man bei der Vakuumdämmung bereits mit nur zwei Zentimetern Dicke aus.

Sie sehen also, wie groß der Unterschied ist. Man nutzt die Vakuumdämmung deshalb sehr gerne bei dünnwandigen Gebäuden. So kann man einen Wintergarten mit Hilfe der Vakuumdämmung sehr leicht isolieren. Aufgrund der einfachen Bauweise eines solchen Wintergartens wäre eine herkömmliche Dämmung nicht möglich.

Grundsätzlich lässt sich die Vakuumdämmung allerdings überall und in jedem Gebäude verwenden. Die sehr guten Eigenschaften der Vakuumdämmung werden eigentlich nur deshalb nicht mehr oder weniger immer genutzt, da der Preis für eine solche Dämmung wesentlich höher ist als bei anderen Möglichkeiten der Dämmung.

Sehr gerne wird eine Vakuumdämmung beim Neubau eines Hauses auch an Stellen eingesetzt, an denen erfahrungsgemäß eine sehr starke Isolierung besonders sinnvoll ist, da hier ansonsten im Vergleich zu anderen Teilen des Gebäudes viel Wärme entweichen würde. Hier wird dann zusätzlich zu der bereits vorhandenen Isolierung noch zusätzlich die Vakuumdämmung genutzt, sodass mit der doppelten Dämmung ein sehr gutes Ergebnis mit extrem geringer Wärmeleitfähigkeit erzielt werden kann.

Auch dann, wenn man nur wenig an einem Gebäude verändern möchte, beispielsweise bei Sanierungen, sind Vakuumplatten eine sehr gute Möglichkeit. Denn wenn die Dämmleistung eines alten Gebäudes nicht mehr hoch genug ist und verstärkt werden soll, wäre es sehr teuer und aufwändig, die alte Isolierung zu entfernen und gegen eine heue auszutauschen. Hier bietet sich dann häufig als Alternative die Verstärkung der bereits vorhandenen Isolierung mit Vakuumplatten an. So kann mit geringen Veränderungen am Gebäude eine wesentlich höhere Dämmleistung erzeugt werden.

Auch bei denkmalgeschützten Gebäuden bietet sich eine Vakuumisolierung an. Denkmalgeschützte Gebäude dürfen nicht oder nur sehr wenig verändert werden, bieten aufgrund ihres Alters aber zumeist so gut wie keine Dämmung, was das Heizen sehr teuer macht. Für eine Isolierung mit Vakuumdämmplatten muss aber nur sehr wenig am Gebäude verändert werden, um eine gute Isolierung zu erreichen. Dies ist dann bei vielen Gebäuden die unter Denkmalschutz stehen möglich, während andere Dämmungen das Gebäude viel zu sehr verändern würden und deshalb nicht genehmigt werden. Ob dies bei einem Denkmalgeschützten Gebäude aber nun der Fall ist oder nicht, ist je nach Gebäude und der für das Gebäude zuständigen Stelle komplett unterschiedlich. In jedem Fall ist dies aber empfehlenswert, da die Dämmung von so alten Gebäuden extrem schlecht bzw. kaum vorhanden ist.

Vorteile der Vakuumdämmung

Sehr effektive Dämmung: Die Vakuumdämmung ist eine der effektivsten Arten der Dämmung, welche es gibt.

Geringe Dicke: Die geringe Dicke der Platten sorgt dafür, dass sich die Vakuumdämmung in einigen Bereichen einsetzen lässt, für die andere Arten der Dämmung ungeeignet sind.

Nachteile

Hoher Preis: Im Vergleich zu anderen Dämmungen ist eine Vakuumdämmung besonders teuer. Die Herstellung ist relativ aufwändig und die Materialien müssen sehr stabil und beständig sein, damit der Isolierende Effekt nicht mit der Zeit verloren geht.

Kein Zuschnitt möglich: Damit das Vakuum nicht verloren geht, können Vakuumplatten nicht zugeschnitten werden wie dies bei anderen Dämmstoffen der Fall ist. Deshalb muss man auch mit zusätzlichen Kosten rechnen, wenn Platten in Spezialmaßen gekauft werden müssen um die richtigen Maße zum Dämmen zu haben

Fazit: Eine innovative Dämmmethode

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich bei der Vakuumdämmung um eine sehr hoch entwickelte und sehr effektive Art des Dämmens handelt. Trotz der geringen dicke der Platten isolieren diese sehr gut. Deshalb werden sie häufig dann genutzt, wenn der Einbau einer etwa zehn Mal dickeren üblichen Dämmung nicht möglich oder zu aufwändig wäre.

Bei der Herstellung der Platten wird zuerst ein Dämmstoff, wie beispielsweise Glasfaser, in Platten gepresst. Diese werden dann mit einer Hülle, beispielsweise aus Aluminium, überzogen. Danach wird die Luft aus dem Zwischenraum geholt, damit ein isolierendes Vakuum entsteht.

Diese aufwändige Art der Herstellung mit hohen Anforderungen an die verwendeten Materialien sorgt dafür, dass die Dämmung mit Vakuum nicht gerade billig ist. Ansonsten ist sie anderen Möglichkeiten zum Dämmen von Gebäuden in vielen Aspekten überlegen. Positiv ist auch, dass bei dem zumeist verwendeten Füllstoff Kieselsäurepulver keinerlei gesundheitliche Bedenken vorhanden sind und das dieser auch sehr nachhaltig hergestellt wird.

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