Überwintern von Pflanzen im Kaltwintergarten

Das Wichtigste in Kürze
  • Faustregel: entweder hell UND warm oder dunkel UND kalt
  • Ein beheizter Kaltwintergarten schadet einigen Pflanzenarten
  • Vier wichtige Punkte: Bewässerung, Belüftung, Temperatur und Beschattung
  • Pflanzenkrankheiten durch richtige Belüftung vorbeugen
  • Heikle Pflanzen beim Profi überwintern

Wer seine Kübelpflanzen überwintern möchte, ist mit einem Kaltwintergarten gut beraten. Worauf dabei zu achten ist, kann hier nachgelesen werden.

Was ist ein Kaltwintergarten?

Ein unbeheizter Wintergarten macht für all jene Hausbesitzer Sinn, die viele Kübelpflanzen überwintern müssen. Er kann auch als Orangerie oder Kalthaus bezeichnet werden.

In den warmen Monaten kann der Kaltwintergarten als eine Art saisonverlängerndes Gartenzimmer genutzt werden. Für den Aufenthalt im Winter ist er aber aufgrund seiner fehlenden Beheizung und Isolierung nicht geeignet.

Das ist auch der Unterschied zum weitaus teureren Wohnwintergarten. Dieser ist dank Isolierung und Anschluss an die Heizung ganzjährig nutzbar. Für den Wohnwintergarten kommt eine andere Auswahl an Pflanzen infrage.

 

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Die Vorteile eines Kaltwintergartens

Die Vorteile eines Kaltwintergartens beinhalten vor allem seine Praktikabilität: Die Konstruktion aus Aluminium und Einfachverglasung ist sehr einfach nachträglich an das Haus anzubauen. Die fehlende Beheizung und Isolierung macht den kalten Wintergarten im Vergleich mit dem Wohnwintergarten um einiges kostengünstiger.

Die Nachteile eines Kaltwintergartens

Wer sich für einen Kaltwintergarten entscheidet, wird diesen Punkt nicht als Nachteil, sondern eher als Vorteil sehen: Es ist eben kalt im Kaltwintergarten. Ein Geheimnis ist das eher keines. Aber genau das macht ihn ja zum optimalen Ort, um seine Pflanzen zu überwintern.

Wer seinen Wintergarten das ganze Jahr über nutzen will, wird mit dem Kaltwintergarten nicht glücklich. Im Winter ist es für einen Aufenthalt viel zu kalt. Außerdem bildet sich bei winterlicher Benutzung schnell Kondenswasser. Der Kaltwintergarten gehört daher nach jedem Aufenthalt im Winter ordentlich durchgelüftet.

Es gibt aber auch für alle jene eine Lösung, die ihren Kaltwintergarten dennoch auch in der kalten Jahreszeit nutzen wollen: Wärmestrahler oder Infrarot-Heizsystem besorgen!

Aber Achtung: Bei regelmäßiger Beheizung überleben nur jene Pflanzen, die auch mit wärmeren Temperaturen zurechtkommen.

Welche Pflanzen eignen sich für den Kaltwintergarten?

In einem Kaltwintergarten finden hübsche, auffällige, nützliche und exotische Pflanzen natürlich auch ganzjährig Platz. Im Herbst wird es dann durch die Kübel- und Kletterpflanzen vom Garten etwas enger.

Folgende Pflanzen sind unter anderem für die Überwinterung im Kaltwintergarten geeignet:

  • Feige
  • Kakteenarten
  • Jasmin
  • Lorbeer
  • Trompetenbaum
  • Zitrussträucher
  • Drachenbaum
  • Olivenbaum
  • Zypresse
  • Wandelröschen
  • Fuchsien
  • Geranien
  • Strelitzie
  • Kamelie
  • Banane
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Wunderschön: Besonders der gemeine Efeu (Hedera helix) wächst gerne im Kaltwintergarten. Er kann auch ganzjährig im Inneren bleiben. Nach einigen Jahren verwandelt sich der Kaltwintergarten dadurch in einen verzauberten Garten.

Hinweis: Wandelröschen, Geranien und Fuchsien vor dem Winter zurückschneiden!

Pflanzen im Kaltwintergarten richtig überwintern

Um die Pflanzen im Kaltwintergarten gut über die kalte Saison zu bringen, holt man sie im vor dem ersten Frost herein. Aber Achtung: Wer seine Pflanzen zu früh hereinholt, besiegelt oft ebenso deren Tod wie der, der sie bis zum ersten Frost im Garten lässt! Ein zu frühes Überwintern schadet den Kübelpflanzen.

Achtung! Die Pflanzen niemals vor der Überwinterung umtopfen!!!

Je nach Region können die Pflanzen dann ab März wieder ins Freie gestellt werden. Wer bei heiklen Pflanzen ganz sichergehen will, wartet die Eisheiligen Mitte Mai ab.

Achtung! Beim Hinausstellen nicht zu schnell vorgehen! Langsam wieder an die Außentemperaturen gewöhnen!

Diese vier Punkte immer beachten

Für eine gesunde Überwinterung sind vier Punkte ausschlaggebend:

  • richtige Bewässerung
  • regelmäßiges Lüften
  • Temperatur
  • Beschattung

1. Die richtige Bewässerung
In der Ruhephase gießt man die Pflanzen selten, rund 1 x im Monat reicht. Dabei aber nicht auf die Zeitspanne, sondern auf die Erde im Topf achten: Die oberste Erdschicht muss gänzlich trocken sein, bevor nachgegossen wird. Auf die Gabe von Dünger wird in der Ruhephase vollständig verzichtet.

Info: Das Drehen der Pflanzen im Kaltwintergarten bedeutet für die Pflanze Stress. Keinen Standortwechsel durchführen!

2. Regelmäßige Belüftung
Regelmäßiges Lüften sorgt für den benötigten Luftaustausch. So bildet sich kein Kondensat, das zu Pflanzenkrankheiten wie Grauschimmel führen kann.
Zur Bildung von Kondenswasser tragen Atemluft, falsches Gießverhalten, feuchte Kleidungsstücke und Wasserspiele bei. Wer zu hohe Luftfeuchtigkeit verhindern möchte, verzichtet daher auf das Trocknen von Wäsche und das Aufstellen von Zimmerbrunnen.

Tipp: Besorgen Sie sich einen Luftfeuchtemesser, und achten Sie darauf, dass die Luftfeuchtigkeit durchgehend unter 55 Prozent bleibt.

Gerade bei Pflanzen, die im Herbst noch einmal zurückgeschnitten wurden, ist die regelmäßige Belüftung der Garant für die gelungene Überwinterung.

3. Die richtige Temperatur
Im klassischen Kalthaus beträgt die Temperatur zwischen 5°C und 15°C Grad. Dabei gilt: Je kälter, desto weniger Schädlinge.

4. Schützende Beschattung
Gerade während ihrer Ruhephase sind Pflanzen anfällig auf Verbrennungen. Die Beschattung am Dach und an den Seiten des Kaltwintergartens schützt untergestellte Pflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung und sorgt dafür, dass sich die Verglasung nicht zu sehr aufheizt.

Faustregel: Je heller der Wintergarten, desto wärmer muss er sein. Gut überwintern kann man seine Pflanzen also entweder hell UND warm oder dunkel UND kalt.

Aufgeheizte Winterverglasung erzeugt ein Klima, welches nur ausgewählte exotische Pflanzen vertragen. Den meisten Pflanzen, die im Kaltwintergarten gut über die Runden kommen, schadet ein solch heißes Klima.

Die Beschattung wird außerdem zur Regulierung des Lichts eingesetzt. Denn je kälter der Wintergarten, desto weniger Licht sollte einfallen, um die Pflanzen gut über den Winter zu bringen.

Info: Oleander, Geranien, Wandelröschen, Lorbeer, Fuchsien und einige Palmenarten überstehen den Winter auch in vollkommener Dunkelheit, wenn der Raum entsprechend kühl (1-2°C) ist.

Pflanzen beim Gärtner überwintern

Nicht jeder hat die Zeit, um sich um die korrekte Überwinterung seiner Pflanzen zu kümmern. Manche befürchten einfach auch den Tod ihrer geliebten Pflanzen durch ihren angeblich schwarzen Daumen. Davon abgesehen, dass wir der Meinung sind, dass es diesen schwarzen Daumen nicht gibt, gibt es auch dafür die richtige Lösung: Wer möchte, greift auf die Dienstleistung eines Gärtners zurück.

Dieser holt die Kübelpflanzen im Herbst ab, und überwintert sie an einem geeigneten Ort. Für Zitruspflanzen gibt es eigene Orangerien, die eine Überwinterung anbieten.

Das Überwintern von Pflanzen im Kaltwintergarten ist eigentlich überhaupt nicht schwer: Faustregel beachten, wenig gießen, nicht düngen und gut durchlüften. Dabei natürlich auf die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen achten. Denn wer eine exotische Zimmerpflanze im Kaltwintergarten unterbringt, der kann sich noch so sehr um die richtige Pflege bemühen: Sie hält eben nur Zimmertemperaturen stand.

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