Toilette abdichten mit Silikon – leicht selber machen

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Toilette mit Silikon abdichten, ist nicht dem Fachhandwerk vorbehalten.
  • Ebenso sind kleinere Reparaturen von Silikonfugen möglich, jedoch sind selbst bei solch einfach erscheinenden Aufgaben einige Dinge zu beachten.
  • Sowohl bei der Vorarbeit, als auch beim eigentlichen Silikonfugen ziehen, sollte auf absolute Sauberkeit geachtet werden.

Silikonfugen dienen im Bad als zuverlässiger Schutz vor Feuchtigkeit und Schimmel. Die Toilette bildet hier keine Ausnahme und sollte nach der fachgerechten Montage, ebenfalls eine fachgerechte Silikonfuge bekommen. Bäder werden immer moderner und ausgefallener. Viel Geld wird in die Möblierung und die Sanitärobjekte investiert, doch gern wird ein wichtiger Punkt bei der Sanitärinstallation übersehen: die Abdichtung der Toilette mit Silikon.

Toilette mit Silikon abdichten

Silikon und Acryl

Silikon wird heutzutage gern zum Verfugen der Sanitärinstallation, wie Duschen, Toiletten und Badewannen genutzt, da es viele Vorteile besitzt. Es ist selbst für Anfänger sehr einfach zu verarbeiten, langlebig und nahezu universell einsetzbar. Im Badbereich und speziell zur Abdichtung der Toilette, wird Silikon eingesetzt. Hier wird zumeist spezielles Sanitärsilikon verwendet. Gegenüber herkömmlichen Silikon hat Sanitärsilikon den Vorteil, dass ihm bakterienhemmende und pilztötende Stoffe zugesetzt werden, die Schimmelbildung vorbeugen, welche im Bad oft durch organische Verschmutzungen hervorgerufen werden. Hierdurch wird die Gefahr einer Schimmelbildung zum großen Teil vermieden.

Eine regelmäßige Reinigung und Pflege der Fugen durch geeignete Reinigungsmittel sind natürlich unumgänglich. Auch das beste Silikon wird ohne Reinigung irgendwann anfangen zu schimmeln, muss entfernt und erneuert werden.

Im Badbereich werden vor allem acetatvernetzte oder auch säurevernetzte Silikone eingesetzt, die bei der Aushärtung eine elastische Struktur bilden. Gut erkennbar sind solche Silikone am leicht säuerlichen (ähnlich Essig) Geruch bei der Trocknungsphase. Vorteil ist, dass säurevernetzte Silikone eine sehr gute Haftung auf keramischen Belägen haben.

Silikon hingegen lässt sich unter anderem an folgenden Punkten einsetzen:

  • Toilette abdichten mit Silikon (Wand- und Standtoilette)
  • Verfugen von Badewannen und Duschwannen
  • Abdichtungen von Rohrverbindungen (eher provisorisch)

Acryl sollte hingegen im Bad nicht verwendet werden. Gerade im Bereich der Toilette entstehen immer leichte Bewegungen an der Toilette. Setzt sich eine Person auf eine Toilette, werden die Fugen unweigerlich leicht gedehnt. Da Acryl nur 10 % Dehnungsvermögen, gegenüber 25 % bei Silikon hat, sind unschöne Dehnungsrisse bei Acryl innerhalb kurzer Zeit vorprogrammiert.

Bei Natursteinbädern gibt es jedoch eine Ausnahme. Silikone mit acetatvernetzten bzw. säurevernetzte Silikone können hier nicht eingesetzt werden. Bei dieser Art von Silikonen wird beim Trocknungsvorgang eine leichte Säure freigesetzt, diese führt bei Natursteinfließen zu unschönen Farbveränderungen, bis hin zu feinen Rissen. Bei Natursteinbädern sollte man daher auf acetatvernetzte Silikone verzichten und andere Silikonprodukte nutzen. Hierzu zählen unter anderem neutralvernetzte Silikone und Küchensilikone.

Abdichen und Verfugen

Sowohl bei der Neuinstallation einer Toilette, als auch beim Wechsel, kann man bei der Abdichtung der Toilette mit Silikon einige Dinge falsch machen. Sowohl bei der Vorarbeit, als auch beim eigentlichen Silikonfugen ziehen, sollte auf absolute Sauberkeit geachtet werden, da andernfalls die Haftung des Silikons auf dem Untergrund nicht garantiert werden kann.

Benötigte Arbeitsmittel:

  • Silikon Kutter
  • Schale mit Wasser
  • Fit Kunststoffschwamm
  • eventuell Silikonentferner
  • eventuell Silikonfugenabzieher
  1. Ist ein Toilettenwechsel beabsichtigt, ist noch vor der erneuten Montage eine zwingende Reinigung der Oberfläche nötig. Damit die neue Silikonfuge, alternativ bei Natursteinfließen Acrylfuge haften kann, müssen alte Rückstände restlos entfernt werden. Grobe Reste können zumeist mit einem Kutter abgeschnitten werden. Der Rest ist gelegentlich, vor allem bei alten Überresten, schwer zu entfernen. Zur Hilfe kann hierfür ein Kunststoffschwamm verwendet werden. Stahlschwämme haben zwar eine bessere Reinigungswirkung gegenüber Kunststoffschwämmen, jedoch sollte man eher die Finger von ihnen lassen und auf Kunststoffschwämme setzen, da Stahlschwämme die unangenehme Eigenschaft besitzen, auf manchen Fließen Kratzer oder matte Flächen zu hinterlassen. Zur Unterstützung ist Silikonentferner zu nutzen.
  2. Sind die Reinigungsarbeiten abgeschlossen, sollte im nächsten Arbeitsschritt die zu reinigende Fläche nochmals mit Wasser abgewaschen werden, sodass keine eventuellen Rückstände von Reinigungsmitteln mehr vorhanden sind, die mit dem Silikon unerwünschte Reaktionen eingehen könnten.
  3. Nach dem Trocknungsvorgang kann nun das WC, welches eine Schaumstoffdichtung, in Fachkreisen Sanifreund besitzt, auf seine endgültige Position gebracht und festgeschraubt werden.
  4. Der nächste Schritt bei der Abdichtung der Toilette mit Silikon, besteht darin, sowohl auf der Fließen, als auch auf der Toilettenbeckenseite mit Kreppband neben der zukünftigen Fuge eine Grenze zu setzen. Dass Kreppband verhindert dass die Silikonfuge zu breit wird und am Ende ein gleichmäßiges Aussehen hat. Die Fuge zwischen beiden Kreppbändern sollte so breit gewählt werden, damit eine ordentliche Fuge entstehen kann. Dabei sollte die Fuge nicht zu breit sein, da dies durchaus ein optisches Makel sein kann, jedoch auch nicht zu schmal. Das Silikon soll auf beiden Seiten die Kanten überlappen, sodass keine Kante der Toilette oder des Bodens zu sehen ist. Eine Fuge unter guten Voraussetzungen sollte daher nicht breiter als 3-5 mm sein.
  5. Im Anschluss kann nun die Silikonfuge gezogen werden. Die Spritze wird dabei in der Fuge gezogen und mit gleichmäßigem Druck das Material hineingedrückt. Es sollte dabei eine gleichmäßige Wulst über die gesamte länge erreicht werden. Um Anschlüsse und Kanten im Silikon zu vermeiden, sollte immer versucht werden in einem Zug die gesamte Silikonkante zu ziehen. Ist dies nicht möglich, so wird nicht direkt am Ende der Silikonnaht weiter gemacht, sondern ein Stück zurückgegangen. Hier ist nun kurzfristig etwas mehr Material, sorgt jedoch dafür, dass am Anschluss nicht zu wenig Material vorhanden ist und Löcher entstehen.
  6. Ist die Fuge gezogen, wird die Silikonquetsche entspannt und sofort mit dem Nachziehen begonnen. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen wird ein Silikonfugenabzieher genommen, dieser sorgt für ein gleichmäßiges Aussehen der Silikonfuge. Alternativ wird auch gern einfach der Finger genommen. An besonders schwierig stellen kann dies ein Vorteil sein, erfordert jedoch saubere Finger und Übung zum Halten des richtigen Fingerwinkels und eines gleichmäßigen Druckes, andernfalls kann die Fuge sehr unregelmäßig aussehen.
  7. Gern wird hier sowohl der Finger, als auch der Silikonfugenabzieher in eine kleine Schale mit Wasser, welche einen Spritzer Fit enthält getauscht. Die Fitwasserlösung sorgt hierbei für ein gleichmäßiges gleiten über das Silikon.
  8. Im Anschluss, wird das Kreppband vorsichtig abgezogen. Dabei wird immer in die Richtung, weg vom Silikon abgezogen, um ein Einreißen zu verhindern.
  9. Die Abdichtung der Toilette mittels Silikon ist nun abgeschlossen. Wer möchte, kann die leicht entstehende Kante durch das Kreppband nun beseitigen, indem noch einmal leicht mit Finger und Silikonfugenabzieher über das Silikon gegangen wird. Hierfür ist aber Fingerspitzengefühl befragt, da ansonsten die Naht beschädigt werden kann oder unregelmäßig wird.

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