Solarthermie: Energiekosten reduzieren ohne zu frieren

Das Wichtigste in Kürze
  • Solarthermie funktioniert wie der Gartenschlauch, der von der Sonne erwärmt wird
  • Eine Solarthermie Anlage kostet heute zwischen 3.500 und 5.000 Euro
  • Es gibt unterschiedliche Solarkollektor-Arten für unterschiedliche Ansprüche
  • Der Kauf einer Solarthermie-Anlage amortisiert sich nach rund 15-20 Jahren
  • Gute Anlagen kann man bis zu 40 Jahre lang betreiben

Wer sich für die Bereitstellung von Wärme mittels Solarthermie entscheidet, der reduziert seine monatlichen Kosten – und spart auf lange Sicht viel Geld. Zusätzlich verringert man mit der Installation von Sonnenkollektoren seinen CO2-Ausstoß nachhaltig, was wiederum unserer Umwelt – und damit unseren Kindern und Kindeskindern – zugute kommt. Worauf es bei der Solarthermie ankommt, ist hier nachzulesen.

Solarthermie oder Photovoltaik – Das ist der Unterschied

Der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik ist die jeweils produzierte Energieform. Während nämlich mithilfe der Solarthermie Wärme produziert wird, ist die Photovoltaik zur Erzeugung von Strom da.

Die Photovoltaik ermöglicht demnach die Produktion von grünem Strom während die Solarthermie grüne Wärme bereitstellt, die etwa für die Warmwasseraufbereitung oder die Heizungsunterstützung verwendet werden kann.

Solarthermie

So funktioniert die Solarthermie

Sonnenenergie einfangen und in saubere Wärmeenergie umwandeln – das ist mit einer Solarthermie-Anlage möglich. Die so erzeugte Wärmeenergie kann dazu genutzt werden, Wasser zu erwärmen oder das Haus zu beheizen.

Das Prinzip der Solarpumpe ist einfach erklärt: Man stelle sich dazu einfach einen von der Sonne erwärmten Gartenschlauch vor. Wenn die Sonne lange genug auf den Schlauch scheint, erwärmt sich das Wasser im Inneren des Schlauchs.

Genau auf diese Weise funktioniert auch die Solarthermie. Eine Trägerflüssigkeit, die sich im Solarkollektor befindet, wird erwärmt und durch eine Pumpe zum Solarspeicher transportiert, wo sich ein Wärmetauscher befindet. Die Trägerflüssigkeit gibt die gespeicherte Wärme an den Wärmetauscher ab, welcher diese Wärme wiederum an das Wasser im Wärmespeicher abgibt. Das auf diesem Wege erwärmte Wasser kann im Haushalt als Dusch- oder Badewasser oder aber als Unterstützung für die Heizung verwendet werden. Die Trägerflüssigkeit selbst wird nach dem Abkühlen zurück in den Solarkollektor transportiert.

Die Dachausrichtung spielt nur eine Nebenrolle

Dass eine Solarthermie-Anlage nur dann etwas bringt, wenn sie an einem Süddach montiert wird, stimmt nicht. Zwar kommt die stärkste Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden von Süden, das bedeutet aber nicht zugleich, dass es sich nicht lohnen würde, eine solche Anlage am Ost- oder Westdach zu montieren. Auch mit Solarkollektoren, die nicht nach Süden ausgerichtet sind, erreicht man eine ausreichende Menge an Solarwärme. Um jedoch auf die gleiche Ausbeute wie auf einem Süddach zu kommen, muss man entweder zusätzliche Solarkollektoren anbringen oder auf die besonders leistungsstarken Röhrenkollektoren setzen.

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Die Kosten einer Solarthermie-Anlage

Noch vor einigen Jahren war eine Solarthermie-Anlage zur Warmwassererzeugung für Privatpersonen so gut wie unbezahlbar. Das änderte sich spätestens mit dem Zeitpunkt, an dem der Bund die Energiewende einleitete. Heute ist eine sehr gute Solarthermie-Anlage schon um einen Preis zwischen 3.500 und 5.000 Euro zu bekommen.

Flach- und Röhrenkollektoren: Das ist der Unterschied

Der Flachkollektor ist aufgrund seines Preis-Leistungsverhältnisses, der schnellen Montage und der langen Lebensdauer der in Deutschland am meisten montierte Solarkollektor-Typ.

Der Flachkollektor

Ein Flachkollektor ist nach einem Schichtsystem aufgebaut:

  1. Die erste Schicht bildet das besonders stabile und lichtdurchlässige Solarglas, das dafür sorgt, dass so viel Sonnenlicht wie möglich auf den Kollektor trifft.
  2. Darunter befindet sich der Absorber, der die Sonnenenergie in Wärmeenergie umwandelt.
  3. Gleich danach befinden sich Rohre, in denen sich die zu erwärmende Trägerflüssigkeit befindet, welche im erwärmten Zustand den Weg in Richtung Wärmetauscher antritt.
  4. Unter diesen Rohren sorgt eine Dämmschicht dafür, dass keine Wärme verlorengeht.
  5. Ein Rahmen hält die gesamte Konstruktion zusammen.

Immer dann, wenn es sich um eine Dachfläche handelt, die genügend Platz für Solarkollektoren bietet, kommt der Flachkollektor zum Einsatz. Dann ist es möglich, Warmwasser und Heizungswasser zu gleichen Teilen zu erzeugen.

In der Regel erzeugen Flachkollektoren eine Kilowattstunde Strom für rund 0,03 Cent. Diese in Deutschland so beliebte Solarkollektor-Art kann sowohl als Aufdach- (Kollektoren sitzen auf dem Dach) als auch als Indach-Anlage (Kollektoren ersetzen einen Teil der Dachhaut) montiert werden.

Der Röhrenkollektor

Der Röhrenkollektor ist der leistungsfähigere, aber dafür auch teurere Solarkollektor-Typ. Er bietet einen Wirkungsgrad von 90 Prozent.

Zum Vergleich: Der Flachkollektor bietet einen Wirkungsgrad von 60 bis 85 Prozent.

Ein Röhrenkollektor ist anders aufgebaut als der Flachkollektor:

  1. Luftleere Röhren aus Bor-Silikat-Glas halten gemeinsam mit dem Absorber die Wärme in der Röhre
  2. In der Röhre selbst befindet sich jeweils ein Rohr mit Trägerflüssigkeit

Röhrenkollektoren kommen überall dort zum Einsatz, wo es darum geht, leistungsstarke Solarkollektoren anzubringen. So eignen sie sich etwa für die Montage am Ost- oder Westdach oder auf Dächern mit geringer Fläche. Röhrenkollektoren sind kostenintensiver als Flachkollektoren.

Dann amortisiert sich der Kauf

Oft verzichtet man auf den Kauf einer Solarthermie-Anlage aufgrund der falschen Ansicht, dass sich diese ohnehin erst nach mehreren Jahrzehnten amortisieren würde. Das stimmt jedoch so nicht. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass sich eine Solarthermie-Anlage nach rund 15 bis 20 Jahren rechnet. Bis dahin muss man auch keine Angst vor den Wartungs- oder Reparaturkosten haben, denn eine Garantie von 20 Jahren ist heutzutage schon Standard.

Es gibt aber auch eine Möglichkeit, um die Amortisationszeit zu verkürzen. Möglich macht dies die Inanspruchnahme von Fördermitteln und die damit verbundene Senkung der Anschaffungskosten.

So lange halten Solarthermie-Anlagen

Noch immer hält sich das Vorurteil, dass Solarthermie-Anlagen nach 20 Jahren nicht mehr funktionstüchtig seien. Das stimmt jedoch nicht. Moderne Anlagen haben eine Lebensdauer von mindestens 30, in einigen Fällen sogar von 40 Jahren, wobei man nach 30 Jahren schon mit Leistungseinbußen rechnen muss.

Das sind die aktuellen Förderungen

Seit der Verabschiedung des Gesetzes für erneuerbare Energien (EEG) fördert der Bund den Kauf und die Montage einer Solarthermie-Anlage. Förderungen sind in Form von Zuschüssen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und in Form von Krediten oder Investitionszuschüssen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu erhalten.

Solarthermie lohnt sich unter ökologischen Gesichtspunkten immer. Unter ökonomischen Gesichtspunkten muss man die Amortisationszeit von 15 – 20 Jahren einkalkulieren. Um diese so kurz wie möglich zu halten, ist es wichtig, sich für die richtige Solarkollektor-Art zu entscheiden, damit sich der Wärmebedarf an die örtlichen Gegebenheiten anpasst.

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