Silikonieren – perfekte und professionelle Silikonfugen im Handumdrehen

Das Wichtigste in Kürze
  • Zwischen den Silikonen gibt es entscheidende Unterschiede. Nur mit dem passenden Baustoff ist eine saubere vor allem langanhaltende Verarbeitung möglich.
  • Um die Fugen beim Silikonieren zu glätten, sollte ein spezieller Fugenglätter sowie eine Mischung aus Spülmittel und Wasser verwendet werden.
  • Anfänger können die Fugen mit Kreppband abkleben, um ein besonders sauberes Ergebnis zu erhalten.

Silikonieren: Anleitung & Tipps

Das Silikonieren ist in der Regel gar nicht so schwer. Die Voraussetzungen für ein optimales Ergebnis beim Ziehen von Silikonfugen ist allerdings von der richtigen Vorgehensweise abhängig. Welche Fehler beim Silikonieren unbedingt vermieden werden sollten und wie Heimwerker im Handumdrehen perfekte und professionelle Silikonfugen herstellen, zeigen die folgenden Zeilen. Egal ob im Bad, in der Küche oder in Fensternähe – mit den folgenden, leicht umsetzbaren Tipps und Tricks gelingt das Silikonieren im Handumdrehen!

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Wissenswertes zu Silikon

Um mit Silikon zu arbeiten, sollten bestenfalls einige Grundkenntnisse über den Baustoff vorhanden sein. Auch wenn sich Silikon optisch nicht von Acryl unterscheidet, gibt es dennoch entscheidende Unterschiede und auch Silikon ist nicht gleich Silikon.

Sowohl Silikon als auch Acryl ist bei der Verarbeitung formbar und weich. Nach dem Trocknen erhalten beide Baustoffe eine gummiartige Konsistenz. Acryl ist jedoch grundsätzlich etwas trockener und damit auch minimal formbarer als Silikon. Werden die alten Fugen entfernt und reißen oder brechen währenddessen, handelt es sich mit Sicherheit um Acrylfugen. Kann die Fuge hingegen an einem Stück herausgezogen werden, wurde mit Silikon gearbeitet.

Silikonfugen beziehungsweise Silikondichtungen haben einige Vorteile im Vergleich zu Acryl. So eignet sich der Baustoff hervorragend auch für arbeitende, bewegte Objekte. Zudem ist Silikon wasserabweisend, wodurch es vor allem im Badezimmer und in anderen Feuchträumen ideal angewendet werden kann. Silikon kann zusätzlich eine pilzhemmende Wirkung aufweisen, sodass der Bildung von Schimmelpilzen effektiv vorgebeugt wird. Die typischen Anwendungsbereiche für das Silikonieren sind Räume wie das Bad, die Küche, der Keller oder in anderen sanitären Anlagen.

Mit diesen vielfältigen Vorteilen kann Acryl leider nicht mithalten. Allerdings eignet es sich dafür für andere Bereiche im Innenausbau gut. Weil es überstreichbar ist, kann es unter anderem hervorragend für die Ausbesserung von Rissen und Löchern verwendet werden. Acryl ist jedoch weder schimmelhemmend noch wasserabweisend. Deshalb ist es nicht für die Verwendung in feuchten Räumen geeignet.

Verfugen mit Silikon: Die 5 häufigsten Fehler

Wer schon mal einem Profi beim Silikonfugen ziehen zugeschaut hat, wird sicherlich bemerkt haben, dass diese Arbeit gar nicht so schwierig aussieht. Und im Grunde ist es auch nicht schwer, neues Silikon einzubringen – zumindest wenn im Vorfeld einige wichtige Dinge beachtet werden. Damit es nicht zu unsauber verarbeiteten Silikonfugen kommt, die schnell porös und wasserdurchlässig werden, gilt es, die folgenden 5 Fehler beim Silikonieren zu vermeiden:

1. Fehler: Falsches Silikon verwenden

Nicht jedes Silikon ist gleich und schon gar nicht darf es mit Acryl verwechselt werden. Um auch garantiert das richtige Silikon zu verwenden, muss klar sein, auf welchem Material es zum Einsatz kommen soll, welche Feuchtigkeits- und Temperaturunterschiede dort vornehmlich herrschen und für welchen Zweck das Silikon überhaupt gedacht ist. Wer beispielsweise ein Aquarium bauen möchte, benötigt ein völlig anderes Silikon, als für die Anfertigung eines Ofens. Soll in Feuchträumen Silikoniert werden, sollte ein Sanitärsilikon zum Einsatz kommen, da solche Produkte Schimmel effektiv vorbeugen können.

2. Fehler: Dreckige, nasse Fugen

Oft werden Silikonfugen gezogen, weil sie erneuert werden sollen. Dementsprechend ist es notwendig, die Fugen entsprechend vorzubereiten. Zunächst muss dafür das alte Silikon rückstandslos entfernt werden. Auch eine gründliche Reinigung sowie eine ordentliche Trocknung ist vor dem Silikonieren unumgänglich.

3. Fehler: Mit zu wenig Material Silikonieren

Viele Heimwerker sparen gerne und oft am Werkstoff. Dies ist jedoch ein schwerwiegender Fehler, denn Silikon schrumpft von selbst nach einiger Zeit noch ein. Demnach darf die Dichtmasse nicht komplett in den Fugen verschwinden, sondern sollte bestenfalls 1-2 Millimeter überstehen.

4. Fehler: Zu frühes Glätten

Weil Silikon eine extreme Haftfähigkeit aufweist, darf nach dem Einfüllen in die Fuge nicht gleich mit einer Spachtel weitergearbeitet werden, weil ansonsten das Silikon an dieser haften bleibt. Deswegen sollten zum Glätten spezielle Glättmittel zum Einsatz kommen. Auch eine Mischung aus Spülmittel und Wasser kann alternativ verwendet werden. Die Flüssigkeit wird einfach mit einer Sprühflasche auf die Fugen aufgetragen, sodass anschließend sofort mit dem Spachtel weitergearbeitet werden kann. Damit die Silikonfugen professionell aussehen, müssen sie möglichst mit einem Rutsch abgezogen werden, denn meistens gehen nachträgliche Korrekturen leider in die Hose.

5. Fehler: Unzureichendes Aushärten

Bevor das Silikon nicht vollständig ausgehärtet ist, darf die Fuge auf keinen Fall belastet oder berührt werden. Wie lange die vollständige Aushärtung dauert, ist sowohl von der Umgebungstemperatur abhängig, als auch von der Feuchtigkeit im Raum.

Sauber und professionell Silikonieren – So geht’s!

Die Vorbereitung:

Bevor mit dem Silikonieren begonnen werden kann, müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Folgende Gegenstände werden für die Ausführung benötigt und sollten bereitgelegt werden:

  • Silikon-Kartuschenpistole
  • Handpress-Silikonspritzen
  • (Teppich-)Messer
  • Fugenglätter
  • u.U. Maler-Krepp
  • Sprühflasche mit einer Spüli-Wasser-Mischung

Zudem ist es wichtig, dass die Fuge sowie deren Grundfläche ordentlich von allen Ablagerungen befreit wird. Fett, Schimmel, Schmutz oder alte Silikonreste sind so zu entfernen, dass keinerlei Rückstände mehr sichtbar sind. Nur so kann eine sauberem gute Haftung des Silikons gewährleistet werden. Auf keinen Fall dürfen die neuen Silikonfugen einfach auf die alten Fugen gezogen werden, denn damit kann das frische Silikon keine ausreichende Haftung aufbauen.

Erste Schritte:

Silikonfuge
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Nachdem das passende Silikon ausgewählt wurde, muss zunächst die Kunststoffkartusche aufgeschraubt werden. Da die Spitze noch versiegelt ist, wird sie mit einem Messer aufgeschnitten. Im Idealfall versucht der Heimwerker hierbei, die Kartusche so aufzuschneiden, dass die Spitze einen Winkel von 45 Grad bildet. Der Schnitt muss dort angesetzt werden, wo die Kartuschenspitze ungefähr mit der Fugenbreite übereinstimmt, denn so lässt sich das Silikon später gleichmäßiger auftragen und verarbeiten.

Richtig Silikonieren:

1. Silikonkartusche in die Silikonpistole einlegen

Als erstes muss die Silikonspitze durch das vordere Stück der Silikonpistole geführt werden. Anschließend lässt sich die Silikonkartusche einlegen. Mit dem hinteren Griff der Silikon-Spritzpistole kann der Druck der Silikontube reguliert werden. Nachdem alle Silikonfugen gezogen wurden, ist es also nötig, den Druck aus der Kartusche zu nehmen, da ansonsten immer wieder Silikon abgegeben wird.

2. Silikonfugen ziehen

Mit der Silikonpistole werden anschließend die gewünschten Fugen sauber gezogen. Diesmal wird der Abzug der Pistole erwendet, damit die Silikonmasse reguliert wird. Mit einem konstanten Druck sowie einer gleichmäßigen Bewegung im 45 Grad Winkel werden einheitliche Silikonfugen erzeugt.

3. Silikonfuge mit Spülmittel-Wasser-Mischung besprühen

Mithilfe der Sprühflasche wird nun etwas von der Wasser-Spülmittel-Mischung auf die Silikonfugen aufgetragen, damit diese sich leichter nachbessern lassen.

4. Sauber Silikonieren

Silikonfuge_abziehen
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Mit einem Fugenglätter wird im letzten Schritt die Silikonfuge abgerundet. Viele Profis empfehlen hier auch die Nutzung eines Eisstiels. Allerdings hat dies einen entscheidenden Nachteil, denn so kann sich in der entstehenden Rundung Wasser ansammeln. Mit einem professionellen Fugenglätter wird dies hingegen effektiv vermieden. Das überschüssige Silikon lässt sich damit leicht abstreichen, sodass der Heimwerker im Ergebnis einheitliche, saubere Silikonfugen erhält.

5. Nachbesserung der Silikonfugen

Wurden die Silikonfugen gezogen, müssen die Verarbeitungshinweise auf der Packungsbeilage des Silikons befolgt werden. Je nach Produkt brauchen die verschiedenen Silikone unterschiedlich lange, um komplett auszuhärten. Während der Trocknung dürfen die frischen Fugen keinesfalls berührt oder in irgendeiner Form mit Feuchtigkeit in Verbindung gebracht werden.

Wichtiger Experten-Tipp zum Silikonieren für Anfänger

Zuletzt möchten wir noch einen wichtigen Tipp zur Verfügung stellen, mit dem sich das Silikonieren vor allem für Anfänger leichter durchführen lässt. Wer vorher noch nicht so häufig mit Silikon gearbeitet hat, kann die Fugen im Vorfeld auch mit Kreppband abkleben, damit eine möglichst saubere Verarbeitung möglich ist. Nachdem die Fugen vollständig mit Silikon ausgefüllt wurden, lässt sich das Klebeband leicht wieder entfernen.

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