Der richtige Schornsteinzug: Damit der Kamin gut zieht

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Schornsteinzug ist ein physikalisches Wirkprinzip
  • Höhe und Breite des Schornsteins muss zum Kamin passen
  • Ein gut isolierter Schornstein zieht besser
  • Es gibt zahlreiche Arten, um die die Verbrennungsleistung zu verbessern
  • Die Maßnahme richtet sich nach der Heizproblematik

Wenn der Kamin richtig ziehen und der Verbrennungsprozess nicht zu langsam oder zu schnell ablaufen soll, muss der Schornsteinzug passen. Um einen guten Schornsteinzug zu erreichen, gilt es einiges zu beachten. Was das ist, erläutert dieser Artikel.

Was ist ein Schornsteinzug?

Der Schornsteinzug ist das Atmungsorgan des Kamins – nur im kontinuierlichen Wechselspiel zwischen Ein- und Ausatmen bleibt das Feuer im Kamin an. Sprich: Ein funktionierender Kaminzug entscheidet darüber, ob – und wie effizient – es im Haus warm wird.

Schornsteinzug

Bleiben wir noch kurz bei der Analogie des Ein- und Ausatmens, kann man die Funktionsweise des Schornsteinzugs ganz leicht nachvollziehen: Während der Kaminzug beim Einatmen die notwendige Verbrennungsluft von außen in den Brennraum transportiert, befördert er beim Ausatmen Abgase nach draußen. Die Menge der angesaugten Verbrennungsluft bestimmt dabei über den Förderdruck (Kamin- bzw. Schornsteinzug, auch Schacht- oder Kamineffekt) im Abzug, und damit über die Feuerungsleistung des Kamins – je mehr Luft der Kaminzug ansaugt, desto besser brennt der Kamin.

Erläuterung: Der thermische Auftrieb
Beim physikalischen Wirkprinzip des thermischen Auftriebs entsteht eine Luftströmung aufgrund eines Druckausgleichs zwischen warmer Luft von innen und kalter Luft von außen: Der Schornsteinzug befördert also warme Luft nach außen und transportiert kalte Luft nach innen.

Die zwei wichtigsten Größen: Die Temperatur der Abgase und die Höhe des Abzugs

Die Heizleistung des Kamins ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Zwei davon genießen jedoch einen besonders hohen Stellenwert: Die Temperatur der Abgase und die Höhe des Schornsteins. Diese beiden Faktoren bestimmen nämlich über den Förderdruck, und damit über die Feuerungsleistung des Kamins. Die Leistung bei ausreichendem bis gutem Förderdruck liegt zwischen 12 und 18 bar.

Um eine gute Verbrennungsleistung zu erzielen müssen die Abmessungen des Rauchfangs immer an die Größe des Hauses angepasst werden. Ein zu kleiner oder zu großer Schlot führt zu einem gestörten Verbrennungsprozess, und damit zu einem nicht effektiv beheizten Haus. Konsequenzen davon können sein:

  • erschwertes Anheizen
  • Rauchentwicklung
  • schlechte Verbrennung

Weitere wichtige Faktoren sind die Isolierung und die Dichtheit des Rauchfangs.

Welche Wirkmechanismen spielen beim Schornsteinzug eine ausschlaggebende Rolle?

Die wichtigsten Wirkmechanismen für einen guten Kamineffekt sind folgende:

Abgastemperatur
Heiße Luft besitzt eine geringere Dichte als kalte. Das ist der Grund, warum der Heißluftballon in den Himmel steigt. Ist die Abgastemperatur des Kamins jedoch zu gering, steigt die Abgas-Luft nicht mehr – oder zu langsam – durch den Kamin nach oben. Das wirkt sich negativ auf den Verbrennungsprozess aus. Ein gut isolierter Schornstein verhindert das schnelle Abkühlen der Abgase.

Abmessungen des Rauchfangs
Besonders wichtig für einen „guten Zug“ ist die Höhe des Schornsteins. Aber auch die Nennweite spielt eine Rolle. Passen Höhe und Breite des Abzugs nicht zum Kamin führt dies zu einem gestörten Verbrennungsprozess. Das Holz im Brennraum brennt dann entweder zu langsam oder zu schnell ab. Die Höhe und Breite eines Schlots kann immer nur individuell berechnet werden.

Temperaturdifferenz
Die heißeste Stelle des Kamins sollte immer und ausschließlich der Brennraum sein. Und zwar auch an warmen Wintertagen in den Bergen, an denen die Sonne den Schornsteinkopf schon einmal stark erhitzen kann. Ist der Rauchfang wärmer als der Brennraum kann das dazu führen, dass sich der thermische Auftrieb ins Gegenteil verkehrt. Die Abgase aus dem Brennraum ziehen dann nicht mehr nach oben, sondern sammeln sich im Kamin, was zu Rauchentwicklung führt.

Probleme mit dem Schornsteinzug

Die Effektivität der Verbrennungsleistung hat direkt mit dem Schornstein zu tun. Zu folgenden Problemen kann es dabei kommen:

Zu schnelle Verbrennung – Kaminzug zu kräftig
Strömt zu viel Frischluft durch den Schornstein in den Brennraum beschleunigt dies den Verbrennungsprozess. Das führt zu einem Wärmeverlust: Die Wärme steigt vermehrt über den Schornstein nach oben und entweicht nach außen.

Zu langsame Verbrennung – Kaminzug zu niedrig
Ist der thermische Auftrieb zu gering, führt dies zu einem verlangsamten Verbrennungsprozess, welcher wiederum zu einer verfrühten Abkühlung der Abgase im Schornstein führt. Qualm und Rauch kann sich dadurch leichter im Raum sammeln. Wenn die Abgase noch im Kamin kondensieren führt dies zur Versottung des Schornsteins – also zur Durchfeuchtung des Kamins.

Mögliche Lösungen bei schlechtem Kaminzug

Ein schlechter Zug sollte immer schnellstmöglich behoben werden. Hier einige Lösungen, die zu einem „guten Zug“ führen:

Schornsteinzug richtig einstellen
Der richtige Verschluss der Klappe sollte regelmäßig kontrolliert und die Position der Klappe eingestellt werden. Ist der Kamin in Betrieb, müssen Bewegungen der Klappe erkennbar sein.

Schornstein verlängern
Sorgt der vorhandene Rauchfang für zu wenig Zug, so kann eine Schornsteinverlängerung Abhilfe schaffen. Die Verlängerung lässt sich auf den vorhandenen Schornstein aufsetzen sorgt für einen stärkeren Schornsteinzug. Um die benötigte Schornsteinhöhe zu erreichen, kann die Schornsteinverlängerung mit weiteren Elementen verlängert werden.

Schornstein kürzen
In manchen Fällen kann ein verbesserter Kaminzug auch mit dem Kürzen des Schornsteins erreicht werden. Bei einem Edelstahl-Schornsteinrohr ist das Kürzen auch keine sonderlich aufwändige Sache. Heimwerker führen diese Arbeit mit einer Flex einfach selbst durch.

Aspirotor anbringen
Der dekorative Schornsteinaufsatz verhindert, dass zu viel Luft auf einmal durch den Schornstein strömt und sorgt auf diese Weise für mehr Unterdruck. Das kann gerade bei qualmendem Kaminen Abhilfe schaffen. Auch Pfeifgeräusche im Kamin und eine zu schnelle Verbrennung können durch einen Aspirotor reguliert werden. Die Selbstmontage mit Klemmband am Rauchrohr ist denkbar einfach, lohnt sich aber oft nicht im Hinblick auf den günstigen Preis, den viele Fachbetriebe dafür veranschlagen.

Schornstein isolieren / dämmen
Damit die Abgastemperatur während des Aufsteigens nicht zu sehr abkühlt, wird der Schornstein isoliert. Die Dämmung wirkt zudem auch gegen die Versottung.

Rauchsauger anbringen
Die Anschaffung eines Rauchsaugers ist dann die richtige Lösung, wenn der Kaminzug nicht allzu schwach ist, aber in der Anheizphase Unterstützung benötigt. Der kleine Ventilator, der entweder direkt am Schornsteinschacht oder auf der Mündung befestigt wird, hilft dabei, während des Feuerungsprozesses mehr Luft aus dem Kamin in den Brennraum zu befördern.

Ein Rohr vom Kamin ins Freie: Der Schornstein scheint so eine einfache Sache zu sein. Bei näherer Betrachtung ist er das absolut nicht. So viele Faktoren müssen schon beim Bau des Rauchfangs berücksichtigt werden. Denn nur, wenn der Kamin zum Haus und der Schlot zum Kamin passt, brennt der Kamin auch optimal.

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