Schornstein verkleiden leicht gemacht

Das Wichtigste in Kürze
  • Den Schornstein zu verkleiden schützt vor Nässe und schafft eine angenehme Optik.
  • Für die Verkleidung stehen die unterschiedlichsten Materialien zur Auswahl, sodass die Optik des Hauses aufgewertet wird.
  • Schäden am Schornstein können durch eine Schornsteinverkleidung vorgebeugt werden.

Wer seinen Schornstein vor Feuchtigkeit schützen möchte, der muss den Schornstein verkleiden. Doch welche Möglichkeiten gibt es und kann ein Heimwerker die Arbeiten überhaupt ausführen?

Die Gründe für eine Schornsteinverkleidung

Neben dem Schutz vor Feuchtigkeit spielt auch die Optik eine große Rolle. Darüber hinaus bekommen viele Schornsteine mit der Zeit auch Risse, in die Feuchtigkeit eindringen kann. Jeder weiß, ist die Feuchtigkeit erst einmal im Mauerwerk, wird man sie schlecht wieder los. Besser ist, einen solchen Schaden gar nicht erst entstehen zu lassen. Daher gilt, je früher der Schornstein verkleidet wird, umso besser ist er geschützt vor Wind und Wetter.

schornstein_verkleiden

Erprobte Heimwerker können diese Arbeit leicht selbst ausführen, oft machen es aber die Fachexperten. Natürlich kann man den Schornstein auch verputzen. Doch ein Putz schützt nicht so gut wie eine Schornsteinverkleidung. Beim Putz kommt es häufig zu Abplatzungen und es dringt dann doch Nässe in das Mauerwerk. Wer trotzdem den Putz vorzieht, sollte ihn mehrfach auftragen, gut trocknen lassen und dann mit einer wasserfesten Farbe streichen.

Hat man sich jedoch, für das Schornstein verkleiden entschieden, sind in jedem Fall die Unfallverhütungsvorschriften einzuhalten. Es braucht also ein Gerüst inklusive Absturzsicherung am Gebäude und eine Sicherung vor eventuell herabfallenden Gegenständen. Ein weiteres Gerüst muss sich auf dem Dach befinden und bei Steildächern braucht es einen Fanggurt.

Die Materialien zum Schornstein verkleiden

Zwischen den folgenden Materialien kann man wählen, um den Schornstein zu verkleiden:

Schiefer

Ist zur Schornsteinverkleidung sehr beliebt, weil er lange hält und einen guten Schutz vor Feuchtigkeit bietet. Doch der Aufwand ist bei Schiefer sehr groß. Zunächst wird eine senkrechte Platte auf den Schornsteinkopf montiert. Die Platte bekommt dann einen Bitumenanstrich. Nun können die Schieferplatten verschraubt werden. Dann erhalten die Kanten Eckleisten und zwischen Schornsteinkopf und Dach wird ein Eindeckrahmen montiert.

Faserzementplatten

Von der Optik her ähneln diese Platten den Schieferplatten. Meist werden sie in Wabenoptik verlegt. Die Montage erfolgt auf einer Unterkonstruktion, die auf den Schornstein gedübelt wurde. Eckleisten bieten einen sauberen Abschluss. Titanzink-Bleche werden für die Einfassung und Abdeckung des Schornsteins verwendet.

Kunststoffplatten

Sie erhält man als kleine Fliesen. Montiert werden sie wie die Faserzementplatten. Der Vorteil dieser Platten ist, die Leichtigkeit, die Witterungsbeständigkeit und die Farbvielfalt.

Klinkersteine

Klinkersteine müssen zum Haus passen, dann haben sie Charme und strahlen diesen auch aus. Mit der Zeit können Klinkersteine jedoch feucht werden, weil sie keine Hinterlüftung haben.

Kupfer, Aluminium, Edelstahl, Zink

Kupfer und Zink passen zu vielen Stilrichtungen von Häusern. Dabei sind sie auch witterungsbeständig und haben eine tolle Optik. Zunächst wird eine Unterdeckung mit Latten auf dem Schornstein montiert. Ein Klempnermeister verbindet die Metallplatten per Stehfalztechnik. So wird das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert. Der Dachanschluss bildet ein Aufsetzrahmen aus Blech. Auch Edelstahl findet Verwendung und Aluminium, welches äußerst langlebig ist. Metallverkleidungen sollten besser von einem Experten angebracht werden.

Weniger Anwendung finden die:

Stülpverkleidung:

Dabei wird über den gesamten Schornsteinkopf und den Schornstein selbst eine Verkleidung gestülpt. Diese Verkleidungen sind meist aus Kupfer und Edelstahl. Beide Metalle sorgen dafür, dass Regen rasch abfließen kann und keine Nässe eindringt.

Dachziegelverkleidung:

Sie ist sehr umständlich und findet daher heute kaum noch Anwendung. Es wird eine Unterkonstruktion benötigt, um den Dachziegeln Halt zu geben.

Anleitung zum Schornstein verkleiden

Um den Schornstein selbst zu verkleiden braucht es einige Arbeitsschritte:

  1. Überprüfung des Schornsteins: Der Schornstein muss zunächst auf seine Stabilität hin geprüft werden. Das Mauerwerk kann sich gelockert haben und es muss eventuell aufgemauert werden. Auf gar keinen Fall darf man die Höhe des Schornsteinkopfes in Eigenregie verringern, sonst funktioniert der Schornstein nicht mehr ordnungsgemäß. Der Schornsteinfeger wird es merken!
  2. Die Unterkonstruktion befestigen: Zunächst wird ein Gerüst aus Latten gebaut. Auf dieses Gerüst kommen Schalbretter oder OSB-Platten, die wasserfest sind. Dann wird alles mit Dachpappe eingekleidet.
  3. Montage der Bleche: Um den Regen, der am Schornstein herunterläuft auf das Dach abzuleiten, werden Brust-, Seiten- und Kehlbleche montiert. Dazu werden sie auf der Unterkonstruktion und ebenfalls unter den Platten befestigt. Die Dachziegel um den Schornstein herum müssen dazu entfernt sein. Fertige Bleche kann man im Fachhandel kaufen. Alternativ kann man sie auch selbst herstellen. Das Verlöten und vernieten ist nicht notwendig, wenn man fertige Komplett-Eindeckbleche kauft, die man über den Schornstein stülpt. Die Maße müssen allerdings passen.
  4. Anbringen der Platten: Für Schiefer oder Faserzementplatten müssen die Eckleisten auf die passende Länge zugeschnitten werden und können anschließend angebracht werden. Man beginnt an der Vorderseite des Schornsteins, der Brust, die Platten zu befestigen. Für Hobbyheimwerker, die Schiefer bevorzugen, eignet sich am besten Kunstschiefer. Nach der Brust folgen die Seiten und die Flanken des Schornsteins. Ganz zum Schluss folgt die Rückseite. Hier muss man sich mit der ersten Platte nach den Höhen der Seitenplatten orientieren.
  5. Fertigstellung der Schornsteinverkleidung: Sind alle Platten montiert, kann man die Bleche (Kupfer und Zink) verlöten und Aluminium vernieten. Die um den Schornstein herum angebrachten Dachziegel müssen neu geschnitten werden, weil sich die Grundfläche des Schornsteins verändert hat. Dazu benutzt man einen Trennschleifer. Die ersten Dachziegel an der Vorderseite, werden unter die Bleche geschoben. Die Ziegel an der Seite und der Kehle werden jedoch aufgelegt. Zum guten Schluss wird die Abdeckung oben angebracht. So kann kein Regenwasser zwischen Verkleidung und Kamin kommen. Diese Abdeckung wird meist aus Blech angefertigt. Auch ein Betonkranz wäre möglich.

Die Kosten für das Schornstein verkleiden

Für die Schornsteinverkleidung muss man, je nach Material und Aufwand, mit Kosten zwischen 800 und 1.000 Euro rechnen. Dazu kommen oft noch die Kosten für das Gerüst und die Experten, wie einen Klempnermeister. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote einzuholen.

Stülpköpfe kosten in der einfachsten Ausführung etwa 500 Euro. Doch auch hier kommt noch der Arbeitsaufwand hinzu. Wer Schiefer bevorzugt, dem sei gesagt, dass Schiefer nicht gerade billig ist. Kupfer- und Zinkverkleidungen sind da schon deutlich preiswerter.

Eines dürfte jedem klar geworden sein, Schäden an einem Schornstein durch das Schornsteinverkleiden vorzubeugen, ist kostengünstiger und einfacher zu bewerkstelligen, als einen Schornstein neu zu bauen. Defekte Schornsteine können darüber hinaus die Gesundheit gefährden und falls es ganz dick kommt, einen Brand auslösen.

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