Quellmörtel – die ideale Füllung für fehlerhafte Stellen in Beton, Zement und Mauerwerk

Das Wichtigste in Kürze
  • Bei Quellmörtel handelt es sich um einen Reparaturmörtel.
  • Er wird dafür verwendet, fehlerhafte Stellen in Beton, Zement und im Mauerwerk zu füllen. Nach seiner Verarbeitung quillt er auf und er besitzt eine hohe Früh- und Endfestigkeit.
  • Er besteht aus Zement, Gesteinskörnung, sowie Zusätze zur verbesserten Haftung, Verarbeitung und Quellung.

Eigenschaften von Quellmörtel

Vor allem besteht Quellmörtel aus Zement, Sand sowie Zusätzen, die dazu dienen, eine Quellung und die Verarbeitung zu vereinfachen. Dank dieser speziellen Zusammensetzung ist der Mörtel beim Verarbeiten sehr geschmeidig. Nach der Trocknung profitiert man von einer sehr hohen Festigkeit.

Im Laufe der Verarbeitung gewinnt der Mörtel durch sein Quellvermögen an Volumen. Man kann mit einem Wachstum von bis zu etwa 10 Prozent rechnen. Quellmörtel härtet innerhalb sehr kurzer Zeit aus. Anschließend ist er feuerbeständig, wasserfest sowie auftausalz- und frostbeständig.

Anwendungsbereiche von Quellmörtel

  • Quellmörtel dient dazu, die Fugen zwischen Holzständerwänden und Betonplatten im Fertighausbau zu füllen.
  • Er wird als Unterstopfmörtel beim nachträglichen Einbauen von Stürzen oder Stahlbauträgern verwendet.
  • Quellmörtel kommt für Decken- und Wanddurchbrüche im Beton und Mauerwerk zum Einsatz.
  • Bei Hohlräumen und Abschottungen findet er ebenfalls Verwendung.
  • Quellmörtel ist für außen und innen geeignet, kann aber nicht für Vergussarbeiten benutzt werden.

Vorbereitung vom Untergrund

Bevor man mit Quellmörtel arbeiten kann, muss der Untergrund entsprechend vorbereitet werden. Es ist notwendig, dass der mineralische Untergrund fest, saug- sowie tragfähig ist. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass der Untergrund frei von Bitumen, Fetten, Staub, Farben, Gips, Ölen und jeglichen Trennschichten ist.

Es ist ebenfalls wichtig, Binder- und Kalkanstriche sowie Zementleimschichten sandzustrahlen oder abzufräsen.

Bevor man den Untergrund beschichten kann, muss er gut durchfeuchtet beziehungsweise satt vorgenässt werden. Man muss darauf achten, dass zum Zeitpunkt der Verarbeitung die Oberfläche mattfeucht ist. Auf dem Untergrund, der beschichtet werden soll, darf sich kein stehendes Wasser befinden.

Verarbeitung

Man kann Quellmörtel als Pulver kaufen. Damit er verarbeitet werden kann, muss er zuerst mit Wasser vermischt werden. Dafür benutzt man am besten einen Mischer, wie zum Beispielt einen Zwangsmischer. So kann eine möglichst plastische Konsistenz erreicht werden.

Tipp: Es ist sehr wichtig, darauf zu achten, dass man den Quellmörtel nicht übermischt. Sonst kann es dazu kommen, dass der Mörtel keine ausreichende Festigkeit entwickelt.
quellmoertel
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Man bringt den Mörtel mit einer Spachtel oder einer Kelle an der Stelle an, die bearbeitet werden muss. Der Quellmörtel wird bündig abgetragen. Es muss darauf geachtet werden, dass alle Hohlräume ausgefüllt sind.

Weitere Hinweise zur Verarbeitung

Spätestens 45 Minuten nach dem Anmischen sollte die Verarbeitung beendet sein. Man kann damit rechnen, in den ersten 15 Minuten beste Ergebnisse zu erzielen. Außerdem sollte man die Witterung berücksichtigen. Bei prallem Sonnenschein, Wind oder Regen wird die Arbeit erschwert.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Mörtel nur sehr schwer trocknet. Man kann einen Richtwert beachten. Auf keinen Fall sollte die Verarbeitung unter fünf Grad Celsius oder über 30 Grad Celsius stattfinden. In diesen Fällen kann die Abbindezeit deutlich abweichen.

Richtige Verarbeitung

Meistens schrumpfen insbesondere Mörtel mit Zementanteil relativ rasch. Während des Abbindens und Trocknens schwinden sie. Diese Eigenschaft bewirkt in einigen Fällen, dass sich die Verwendung erschwert und das Ziel der Verarbeitung nicht korrekt erledigt werden kann.

Bei einer richtigen Verarbeitung von Quellmörtel wird man feststellen, dass sich ein Hohlraum wunschgemäß füllt, da sich das Material ausdehnt.

Unterschiede zu herkömmlichem Mörtel

Wird herkömmlicher Mörtel verwendet, muss zuerst das enthaltene Wasser verdunsten. Erst dann kann der Mörtel abbinden. Das Volumen schrumpft während dieses Vorgangs um zumindest den Wasseranteil. Daher entsteht bei zahlreichen Fugenmörteln die gewünschte und gängige Höhendifferenz zu den umgebenden Steinen, Platten und Fliesen.

Falls man Mörtel verwendet, um ebene Fugen zu erzielen oder Hohlräume zu befüllen, ist das Schwinden und Schrumpfen nicht vorteilhaft. In diesem Fall wird auf Quellmörtel zurückgegriffen. Beim Abbinden kann dieser Mörtel dank spezieller Zuschlagstoffe bis zu 10 Prozent seines Volumens aufquellen.

Wichtige Bedingungen während der Verarbeitung und hilfreiche Tipps

Prinzipiell gleicht das Mischungsverhältnis des Quellmörtels einem herkömmlichen Mörtel. Bei der Berechnung der Verwendungsmenge müssen einige Dinge beachtet werden:

  • Es ist wichtig, dass besonders bei einem Hohlraum beachtet wird, dass der Volumenerweiterung ausreichend Platz zur Verfügung steht. Ein wesentliches Merkmal des Quellmörtels ist seine reduzierte Verarbeitungs- und Topfzeit. Nach dem Anmischen sollte die Verarbeitung im Idealfall 15 Minuten und nicht mehr als 45 Minuten betragen. Zusätzlich ist es entscheidend, dass bestimmte äußere Bedingungen vorhanden sind.
  • Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte zum Anrühren nur sauberes Trinkwasser benutzt werden.
  • Während der Verarbeitung ist es wichtig, dass direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird.
  • Auf keinen Fall sollte man dem Mörtel Kalkhydrat beimischen.
  • Es ist entscheidend, dass nur reiner Zementmörtel verwendet werden.
  • Die Witterungsbedingungen spielen bei der Verarbeitung ebenfalls eine wichtige Rolle.
  • Man muss darauf achten, den Mörtel nur während absoluter Windstille zu verarbeiten.
  • Die optimale Verarbeitungstemperatur im Außenbereich liegt im Idealfall zwischen zehn und zwanzig Grad Celsius.

Kann man die Dauer des Abbindens steuern oder sogar verlängern?

In einigen Fällen kann das Problem entstehen, dass das Quellen vom Abbindevorgang „überholt“ wird. Es besteht die Möglichkeit, den Mörtel nachträglich zu nässen und auf diese Weise das Abbinden anzupassen. Erfolgt das Austrocknen zu rasch, werden starre und harte Oberflächen erzeugt. Dieser Zustand sollte vermieden werden, da sie sich nicht im zur Verfügung stehenden Platz ausdehnen können.

Damit kein zu schneller Wasserverlust entsteht, werden Feuchtigkeit aufnehmende und saugende Untergründe ebenfalls angenässt. Man muss darauf achten, dass man aus den Fugen während der Verarbeitung und des Quellvorgangs den überstehenden Mörtel zeitgerecht mit einer Spachtel oder Kelle abnimmt, nässt und glatt streicht.

Lagerung des Quellmörtels

Damit eine optimale Verarbeitung erreicht wird, ist es wichtig, den Quellmörtel trocken und kühl zu lagern. In einer Originalverpackung ist es möglich, den Mörtel etwa 12 Monate aufzubewahren.

Hinweise zur Reinigung nach der Verarbeitung

Sobald die Verarbeitung beendet wurde, muss man verschmutzte Stellen und alle Werkzeuge sofort mit Wasser reinigen. Sobald der Mörtel auf dem Boden oder auf einem Werkzeug angetrocknet ist, kann er nur noch mit einem Kalklöser beziehungsweise mechanisch entfernt werden.

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