Parkett schleifen und versiegeln – so geht’s

Das Wichtigste in Kürze
  • Nicht jedes Parkett kann geschliffen und neu versiegelt werden.
  • Das Abschleifen des Parketts oder des Dielenbodens erfolgt in mehreren Arbeitsschritten.
  • Nach der Versiegelung ist das Parkett jahrelang gegen Beanspruchungen geschützt.

Wenn die Oberfläche von Parkett und Dielen ihren Glanz verlieren, stumpf werden und sich verfärben, wird es Zeit für eine Sanierung. Parkett schleifen und versiegeln ist gar nicht so schwer, wie es im ersten Moment scheint.

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Wie oft das Parkett schleifen und versiegeln?

Wird das Parkett oder der Dielenboden unansehnlich, kann man ihm mit einer Parkettschleifmaschine neues Leben einhauchen. Wer einige Hinweise beachtet, kann durchaus selbst Hand anlegen. Auch nach der Verlegung von Parkett in Neubauten kann es notwendig sein, Parkett zu versiegeln, da dieser oft nicht wohnfertig ist. Im Übrigen ist das Schleifen und versiegeln von Parkett einer seiner Vorzüge. Das Gleiche gilt natürlich auch für Dielenböden. Nach Beendigung der Arbeiten sieht er wieder wie neu aus. Kratzer, Risse und Löcher können mit Holzkitt ausgebessert werden und sind so nicht mehr sichtbar.

Den Lack für den Glanz kann man aus verschiedenen Varianten auswählen:

  • seidenmatt
  • seidenglänzend
  • glänzend.

Wie oft man seinen Dielen- oder Parkettboden abschleifen und neu versiegeln möchte, hängt also meist vom ästhetischen Empfinden ab. Auch die Beanspruchung des Fußbodens kann eine Rolle spielen. Eine Faustregel besagt, dass diese Böden alle zehn bis fünfzehn Jahre abgeschliffen werden. Wird er stark beansprucht, kann die Zeitspanne auch kürzer sein. Wer sein Parkett richtig pflegt, kann die Zeitspanne verlängern.

Kann jedes Parkett beliebig oft abgeschliffen werden?

Nicht jeder Parkettboden ist dafür geeignet abgeschliffen zu werden. Fertigparkett mit MDF-Trägern und Furnierboden sollten nicht abgeschliffen werden. Massivparkett kann zwischen vier und acht Mal abgeschliffen werden. So hat Mehrschichtparkett zum Beispiel eine Laufschicht zwischen 2,5 bis 6 Millimeter. Durch das Abschleifen werden 0,5 Millimeter abgetragen. Deshalb kann er mehrmals abgeschliffen werden.

Parkett abschleifen in einfachen Schritten

Um den Parkettboden abzuschleifen, und zu versiegeln werden folgende Materialien und Werkzeuge benötigt:

  • Malerfolie und Klebeband
  • Schleifpapier und Spachtel für Parkett
  • Hammer und Meißel
  • Staubsauger
  • Walz- und Tellerschleifmaschine
  • Wachs, Öl oder Lack
  • Holzpflege.

Die Vorbereitung des Parkettbodens

Zunächst einmal wird der Raum leer geräumt und alle Sockelleisten entfernt. Zur Entfernung der Sockelleisten werden Hammer und Meißel benötigt. Die Arbeitsfläche muss frei von Gegenständen sein. Was sich nicht hinausbefördern lässt, wird abgeklebt. Dafür verwendet man Malerfolie und -krepp. Nägel, Schrauben etc. werden entfernt.

Vorsicht bei der Arbeit mit der Schleifmaschine! Schon Kleinstteile können einen Funkenflug auslösen und den Staub vom Schleifen entzünden.

Die Parkettschleifmaschine richtig bedienen

Erst wenn die Schleifmaschine die volle Drehzahl erreicht hat, darf die Walze den Boden berühren. Im anderen Fall kann es zur Rillenbildung im Boden führen. Die Maschine wird aus der Bewegung nach vorn sacht herabgelassen. Ist man am Ende der Bahn angekommen, wird die Maschine wieder sacht angehoben.

Die Schleifmaschine sollte ruhig und gleichmäßig geführt werden. Ist die Schleifwalze in Betrieb, bitte nicht stehen bleiben. Richtungsänderungen sollten vermieden werden, solange die Maschine läuft. Die Folge wären Vertiefungen. Unebenheiten werden immer im rechten Winkel zur eigentlichen Schleifrichtung ausgeglichen und dann in der ursprünglichen Richtung noch einmal nachgeschliffen.

Wichtig ist in jedem Fall, der enormen Staubentwicklung beim Parkett schleifen und versiegeln entgegenzuwirken. Deshalb trägt man eine Atemmaske und lüftet regelmäßig. Staub darf nur in einem Metallbehälter außerhalb des Hauses gelagert werden, da er sich leicht entzündet.

Der Grobschliff

Der Grobschliff ist wichtig, um Wachs-, Öl- und Lackreste zu entfernen. Gleichzeitig wird das Parkett von Verschmutzungen befreit. Dafür wird ein Schleifpapier mit der Körnung 24 und 36 benötigt. Je kleiner die Körnung je gröber der Schliff. Das Abschleifen wird diagonal zur Maserung des Parkettbodens durchgeführt. Ist der Grobschliff erledigt, wird der Boden gründlich gereinigt.

Der Zwischenschliff

Nach dem Grobschliff folgt der Zwischenschliff. Dafür benötigt man ein Schleifpapier mit der Körnung 60. Hierbei ist besonders wichtig, auf die Verlegerichtung des Bodens zu achten, um Unebenheiten und Schleifspuren zu beseitigen.

Mosaikparkett wird diagonal zum Verlauf der Maserung geschliffen.
Fischgrätenparkett wird in diagonalen Bahnen mit der Maserung abgeschliffen.
Stabparkett wird in einem Winkel von 7 bis 15 Grad abgeschliffen.

Der letzte Schleifgang wird bei allen Parkettarten entlang der Maserung durchgeführt. Der Boden wird mehrmals abgeschliffen. Ecken und Ränder werden mit einer Rand- und Eckenschleifmaschine geschliffen. Das Schleifpapier hat die Körnung 40. Stellen, die noch nicht abgeschliffen wurden, werden mit kreisenden Bewegungen geschliffen.

Risse im Parkett können mit Parkettspachtel, der mit Schleifstaub angerührt wird, ausgebessert werden. Nach jedem Schleifgang wird der Boden gesäubert.

Der Feinschliff

Der Feinschliff ist der letzte Schleifgang. Hierfür wird ein Schleifpapier der Körnung 100 bis 120 benötigt. Ecken und Ränder werden mit der Körnung 100 abgeschliffen. Durch den Feinschliff wird der Boden wieder glatt.

Nach dem Feinschliff wird der Boden gereinigt. Danach kann man mit der Versiegelung beginnen.

Wurde das Parkett normal beansprucht, reichen in der Regel drei Schleifgänge. Bei starker Beanspruchung und/oder Verschmutzung sollten es sechs Schleifgänge sein.

Das Parkett versiegeln

Nachdem das Parkett gründlich nach dem Feinschliff gereinigt wurde, können Risse und Kratzer mit Holzkitt ausgebessert werden, so noch nicht geschehen. Auf keinen Fall dürfen Staubpartikel zurückbleiben.

Beim Versiegeln braucht es eine Umgebungstemperatur von 25 Grad Celsius. Direktes Sonnenlicht muss vermieden werden.

Das wird benötigt:

  • Schutzbrille und -handschuhe
  • Besen und Staubsauger
  • Pinsel und Rolle
  • Schleifpapier
  • Grundierung und Lack

Die Grundierung auftragen

Begonnen wird an einer der beiden Ecken gegenüber der Tür. Hier beginnt man die Grundierung aufzutragen. Grundierte Bereiche dürfen nicht mehr betreten werden. Zunächst werden, ausgehend von der Ecke, etwa zwei Meter breit die Ränder des Bodens grundiert. Dafür benutzt man einen Pinsel. Anschließend wird die Grundierung noch einmal mit der Rolle senkrecht zu den Dielen oder der Maserung aufgetragen. Abschnitt für Abschnitt, wird die Grundierung nun gegenüber der Tür entlang der Wand aufgetragen. Die Abschnitte müssen dabei leicht überlappen. Langsam arbeitet man sich dann in Bahnen zur Türseite vor. Die Fläche vor der Tür wird zuletzt grundiert.

Die Grundierung anschleifen

Bevor man die Grundierung anschleift, muss sie zwei Stunden, aber nicht länger wie vier Stunden trocknen. Dann wird die Grundierung mit einer Körnung von 120 bis 150 leicht angeschliffen. Die Schleifmaschine muss immer in Bewegung gehalten werden. Die Ränder können mit der Hand abgeschliffen werden. Nach diesem Schleifgang ist der Boden wieder gründlich zu reinigen.

Versiegelungslack auftragen

Den Versiegelungslack vor der Verwendung mehrmals umrühren und zehn Minuten geöffnet stehen lassen. Anschließend wird er auf den Boden aufgetragen. Wiederholt wird der Vorgang wie beim Grundieren. Es muss schnell gearbeitet werden, damit der Lack nicht antrocknet. Je nach Angabe des Herstellers muss der Lack trocknen.

Es empfiehlt sich, mindestens zwei Lackschichten aufzutragen. Wird der Boden stark beansprucht, sollten es sogar drei Schichten sein. Zwischen jedem Auftragen ist der Boden anzuschleifen. Nach der letzten Lackschicht darf der Boden zwölf Stunden lang nicht betreten werden. Etwa einen Tag später können bereits wieder leichte Möbel aufgestellt werden. Ganz ist der Lack aber erst nach etwa einer Woche ausgehärtet.

Parkett schleifen und versiegeln ist anspruchsvoll, aber auch von einem Laien zu bewerkstelligen. Anschließend ist der Parkett- und Dielenboden auf Jahre gut geschützt gegen Beanspruchungen.

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