Palisander als Baustoff nutzen

Das Wichtigste in Kürze
  • Palisander hat perfekte Eigenschaften, wie seine Färbung und seine Härte, um das Palisanderholz als Baustoff zu nutzen.
  • Unter Pallisander werden verschiedene Hölzer der Gattung Dalbergien zusammengefasst.
  • Palisander steht seit 1998 unter verschärften Artenschutz.

Palisander ist nicht eine Holzart, sondern es sind verschiedene Holzarten. Diese komme alle von der Gattung Dalbergien. Besonders auffallend ist die dunkle Maserung des Holzes, seine Dichte und Härte und auch seine Klangeigenschaften. Palisander gehört zu den wertvollsten Hölzern.

Woher stammt der Begriff Palisander?

Das Wort Palisander stammt höchstwahrscheinlich aus dem Spanischen von „palo santo“. Die heißt „heiliger Pfahl, heiliges Holz“. In der portugiesischen Sprache heißt es Jacarandá, im Französischen Palissandre und im Englischen rosewood.

Durch eine falsche Übersetzung aus dem Englischen wird häufig der Begriff „Rosenholz“ im Deutschen genutzt. Diese ungenaue Übersetzung unterscheidet nicht zwischen den vielen Palisanderarten. Das Wort rosewood im Englischen ist aber der Überbegriff für alle Arten des Palisander, der durch einen Herkunftsbezeichnung genauer bezeichnet wird.

Es wird auch ein Palisanderholzbaum angebaut. Dieser gehört zur Gattung der Jacaranda und hat mit dem eigentlichen Palisander nichts zu tun.

Die verschiedenen Palisanderarten

  • Amazonas-Palisander
  • Burma-Palisander
  • Cocobolo-Palisander
  • Grenadill
  • Guatemala-Palisander –
  • Honduras-Palisander
  • Königsholz -Madagaskar-Palisander
  • Ostindischer Palisander
  • Rio-Palisander
  • Rosenholz, auch Bahia-Rosenholz genannt
  • Sheesham -Java-Palisander/Sonokeling -Thailändischer Palisander

Die nachfolgenden „Palisanderarten“ sind kein echter Palisander, da sie nicht von Dalbergien abstammen:

  • Santor-„Palisander“
  • Rio Grande oder Mexiko-„Palisander“
  • Afrikanischer oder Senegal-„Palisander“

Herkunft

Die meisten Palisanderarten haben ihre Herkunft schon im Namen. Dies trifft aber nicht auf alle zu. Der Grenadill wächst in Ostafrika, genau gesagt im Süden von Ostafrika. Hier findet man die größten Vorkommen in Tansania und in Mosambik. Das Rosenholz stammt aus dem Süden Brasiliens. Der Name Rosenholz stammt höchstwahrscheinlich von dem rosenartigen Duft des frisch angeschnittenen Holzes und der roten Farbe.

Sheesham ist eine Palisanderart, die ursprünglich in Indien beheimatet ist. Dieser Palisander wird heutzutage in Bangladesch und Pakistan auf Plantagen angebaut. Da die Nachfrage so groß ist, sind die Plantagen für diesen schnellwachsenden Baum riesig.

Unter Java-Palisander, beziehungsweise Sonokeling, wird Palisander bezeichnet, der ursprünglich in Cylon beheimatet war und nun in Indonesien wächst. Holländische Seefahrer haben diese Art des Palisanders als Setzlinge im 16. Jahrhundert von Ceylon mit nach Indonesien genommen. Hier werden sie in Plantagen zur Nutzholzgewinnung angebaut.

Es gibt aber auch „Palisander“, welcher so genannt wird, aber kein echter Palisander ist, da er nicht von Dalbergien abstammt. Dieser wird durch den Handel so genannt, da sich so bessere Gewinne erzielen lassen. Zu dieser Sorte gehört der Santos-„Palisander. Er kommt im tropischen Südamerika vor. Unter Mexiko-„Palisander“ wird das Holz von Cordia-Arten angeboten.

Holzbeschreibung

Die Stämme des Palisanders sind je nach Art und Herkunft unterschiedlich. So sind überwiegend kleine, manchmal aber auch mittelgroße Stämme von 2,5 bis 7 m Länge (astfrei) zu finden. Diese Bäume weisen einen Durchmesser von 25 bis 60 cm auf. Selten haben Exemplare einen größeren Durchmesser. Diese sind aber meist durch Kernrisse und Kernfäule beschädigt.

Die verschiedenen Arten des Palisanders weisen unterschiedliche Maserungen auf. So haben Sheesham und der Rio-Palisander kaum Gemeinsamkeiten in der Zeichnung.

Auch in der Farbe unterscheiden sich die Palisanderarten. Der Rio-Palisander ist fast schwarz. Dem gegenüber steht der Ostindische Palisander, der eine violettbraune Färbung besitzt. Aber nicht nur im dunklen Bereich gibt es Palisanderholz, sondern auch im hellen Braun. Es gibt sogar eine Palisanderart mit einer leicht rosa Färbung, den Honduras Palisander.

Palisander
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Eigenschaften

Da Palisander verschiedene Arten aufweist, so kann auch nicht von „den“ Eigenschaften geredet werden. Die Eigenschaften der Arten unterscheiden sich voneinander. Alle Arten haben aber die gemeinsamen Eigenschaften der hohen Dichtheit und Härte. Auch die akustischen Eigenschaften haben die verschiedenen Arten gemein.

Palisanderholz hat eine unproblematische Trocknung und arbeitet und schwindet nur sehr wenig. Bei der Trocknung ist eine langsame vorzuziehen, da diese einen positiven Effekt auf die Farbe des Holzes hat.

Die Arten des Palisanders haben auch die Gemeinsamkeit, dass sie sehr widerstandsfähig und sehr dauerhaft sind. Dies ist eine gute Eigenschaft, wenn Palisanderholz als Baustoff in der Musikindustrie genutzt wird.

Das Holz verhält sich verschieden bei Insektenbefall. Das Splintholz ist sehr anfällig für Insekten, das Kernholz dagegen ist resistent gegen Insekten- und Pilzbefall. Ein sehr großer Vorteil ist die Alterungsbeständigkeit des Palisanderholzes.

Oberflächenbehandlung

Bevor die Oberfläche von Palisander behandelt wird, muss dieser mit einem Isolier-Haftgrund vorbereitet werden, da sich sonst das Holz verfärben kann und es zu Trocknungsschwierigkeiten kommen kann. Zur weiteren Oberflächenbehandlung haben sich DD- und Nitro-Lacke bewährt.

Verwendungsbereiche

Im Instrumentenbau wird Palisanderholz als Baustoff genutzt. Die Palisanderarten Rosenholz und Sheesham werden oft verwendet, da diese besonders hart sind und eine hohe Dichte haben. Somit sind sie im Musikinstrumentenbau sehr beliebt. Auch die Klangeigenschaften dieser Palisanderarten sind hervorragend. Diese Eigenschaft ist für den Bau von Blockflöten, Xylophonen und Gitarren sehr nützlich.

Palisander Gitarrengriff
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Bei Gitarren findet sich Palisanderholz als Baustoff bei den Griffbrettern und Zargen. Meist sind auch die Böden aus Palisander. Neben dem Musikinstrumentenbau sind auch Griffschalen und Griffe von Werkzeugen aus Palisander. Und bei nicht wenigen Haushaltsartikeln der Oberklasse findet man Palisander in verschiedenen Ausführungen. So gibt es Messerhefte aus Palisander.

Auch im Innenausbau wird Palisanderholz als Baustoff genutzt. Da Palisander als sehr hochwertig angesehen wird, werden daraus gelegentlich Furniere hergestellt. Im Möbelbau wird dagegen das Palisanderholz weniger als Baustoff genutzt.

Früher wurde oft Rio-Palisander im Möbelbau verwendet. Dies findet man heutzutage nicht mehr.

Schutzstatus des Palisanderholzes

Das Palisanderholz unterliegt seit 2017 dem Washingtoner Artenschutzabkommen. Auch die Länder, in denen die verschiedenen Anbaugebiete liegen, haben den Palisander unter Schutz gestellt. Brasilien hat dafür schon 1968 ein Ausfuhrverbot für das begehrte Holz verhängt.

Der Rio-Palisander befindet sich seit 1992 unter Artenschutz, welcher sechs Jahre später noch einmal verschärft wurde. Dieser verschärfte Artenschutz ist in der Cites-Liste geregelt. Dies bedingt, dass der Rio-Palisander heute nur noch mit gültigen Dokumenten, die Unbedenklichkeit bescheinigen, verkauft werden darf.

Fazit
Die verschiedenen Arten des Palisanders haben Eigenschaften, die diese Holzart sehr begehrt macht. So hat dieses Holz eine sehr gute Klangeigenschaft, die sich der Instrumentenbau zu Nutzen macht. Auch mit seiner Färbung und seiner Altersbeständigkeit wird Palisanderholz als Baustoff im Innenausbau und Möbelbau sehr gern verwendet.

Die vielfältige Nutzung hat diese Holzart zu einer sehr Begehrten gemacht, so dass der Abbau immer größer wurde. Um diesen Raubbau zu stoppen, wurde Palisander unter Artenschutz gestellt.

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