Olivenholz als Baustoff – Der Baum des Lebens

Das Wichtigste in Kürze
  • Olivenbäume benötigen eine sehr lange Wachstumsphase, bis ihr Holz Verwendung finden kann. Aus dieser Holzart gefertigte Gegenstände bestehen somit aus altem Holz, das eine feine und harmonische Maserung besitzt.
  • Spezielle Inhaltstoffe im Holz des Ölbaumes wirken antiseptisch und vermeiden die Ansiedlung von Bakterien. Eine aggressive Reinigung des Holzes ist daher nicht notwendig.
  • Olivenholz besitzt einen hohen Härtegrad, ist robust und langlebig. Das im Holz gespeicherte Öl entfaltet zudem eine leicht wasserabweisende Eigenschaft.

Der Olivenbaum gehört zu den langlebigsten Bäumen Europas und gilt mit seinen Früchten als Symbol für Wohlstand und Gesundheit. Sein Holz ist langlebig, leicht wasserabweisend und besitzt einen hohen Härtegrad, der vielseitige Einsatzbereiche ermöglicht.

Der Olivenbaum – Ein echtes Ölbaumgewächs

Der Olivenbaum, auch echter Ölbaum genannt, gehört zur Familie der Ölbaumgewächse, zeigt sich als mittelgroßer Baum und wirkt im Alter oftmals knorrig. Seit der erstmaligen Kultivierung als Nutzpflanze im vierten Jahrtausend vor Christus gewann der Ölbaum stark an Bedeutung für die mediterrane Vegetation sowie Kulturlandschaft. Der Olivenbaum fühlt sich dabei im mediterranen Raum heimisch und bevorzugt eine Jahresmitteltemperatur zwischen 15 und 20 Grad Celsius sowie Jahresniederschläge zwischen 500 und 700 Millimetern.

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Die Pflanze wächst als verzweigter, immergrüner Baum oder Strauch und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 20 Metern, wobei wilde Olivenbäume kleiner bleiben als Züchtungen. Die Rinde an Zweigen, Blattstielen und Blattspreiten erscheint grüngrau bis intensiv silber-grau. Während sie bei jungen Pflanzen noch glatt und ebenmäßig ist, bildet sich im Alter zunehmend eine rissige Borke. Ein Olivenbaum kann mehrere Hundert Jahre alt werden und widmet sich einem sehr langsamen Wachstum. Das älteste, bekannte Exemplar wird auf etwa 4.000 Jahre geschätzt. Es existieren weitere Bäume, deren Alter auf 1.000 bis 2.000 Jahre geschätzt wird.

Das Wachstum und die Entwicklung des Wurzelwerks benötigen einen möglichst lockeren Boden, in den die Wurzeln fast senkrecht und bis zu 7 Meter tief eindringen können. Bei felsigem und festem Untergrund wachsen die Wurzeln mindestens einen Meter tief in die Erde und bilden ein verzweigtes Netzwerk rund um den Stamm aus. Jede Hauptwurzel lässt sich dabei einem bestimmten Hauptast des Baumes zuordnen. Wird dieser entfernt, so stirbt auch der entsprechende Wurzelabschnitt ab.

Als immergrüner Baum oder Strauch verliert der Olivenbaum zu keiner Zeit sein Laub, wobei ältere Blätter regelmäßig erneuert werden. Die kleinen Laubblätter bestehen aus etwa 2 bis 5 Millimeter langen Blattstielen sowie ledrigen, elliptischen Blattspreiten. Während die Blattoberseite einen graugrünen Farbton besitzt, zeigt sich die Blattunterseite in einem glänzenden, silbrig-grauen Ton. Von Ende April bis Anfang Juni bildet der echte Ölbaum Blüten aus, die sich an rispigen Blütenständen weiß bis gelblich darbieten.

Die meisten Arten des Olivenbaumes sind Selbstbefruchter, für einige ist allerdings eine Fremdbestäubung notwendig, die per Übertragung der Pollen durch den Wind erfolgt. Nach Bestäubung der Blüten bilden sich einsamige Steinfürchte, die Oliven. Generell gilt: je krummer und knorriger ein Olivenbaum ist, umso größer fällt sein Ertrag aus. Am ertragsreichsten sind Ölbäume, die ein Alter von etwa 20 Jahren erreicht haben.

Die Eigenschaften von Olivenholz als Baustoff

Olivenholz besitzt als Baustoff eine sehr feine Struktur, die deutlich zu erkennen, sehr harmonisch und ausgeglichen sowie gleichmäßig verteilt ist. Dunklere Streifen vervollständigen den Charakter des Olivenholzes und werden durch sehr eng beieinander liegende Jahresringe ergänzt. Diese entstehen aufgrund des typischerweise sehr langsamen Wachstums, für das sich der Ölbaum mehrere Jahre lang Zeit lässt.

Der Farbton von Olivenholz erstreckt sich von gelblich bin hin zu leicht rötlich, wobei das Splintholz meist einen cremefarbenen bis hellbraunen Ton aufweist. Nicht nur die Früchte des Olivenbaumes besitzen besondere Inhaltstoffe. Öle sowie antiseptische Verbindungen finden sich ebenfalls im Stamm des Baumes und bleiben in dessen Holz erhalten.

Die Folgen sind eine sehr gute Alterungsbeständigkeit des Kernholzes sowie ein natürlicher Schutz gegen Insekten, Schädlinge und Pilze. Durch das im Olivenholz enthaltene Öl zeigt sich dieses außerdem leicht wasserabweisend, selbst ohne entsprechende Imprägnierung. Olivenholz besitzt außerdem eine Rohdichte von etwa 0,82 bis 0,92 Gramm pro Kubikzentimeter sowie eine mittlere Raumdichte von etwa 870 Kilogramm pro Kubikmeter.

Preislich befindet sich Olivenholz der Erwartung entgegen nicht im obersten Preissegment. Pro Kubikmeter lassen sich etwa 2.900 Euro für Schnittholz rechnen. Dieser Wert ist zwar nicht Nichts, doch ist er „nur“ etwa doppelt so hoch wie der Preis für Eichenholz. Einzelne Palisander-Arten zeigen im Vergleich, dass es durchaus noch kostenintensiver geht: So lassen sich für diese etwa 15.000 Euro pro Kubikmeter rechnen und Olivenholz wird als Baustoff somit leicht in den Schatten gestellt.

Die richtige Pflege von Olivenholz als Baustoff

Olivenholz ist als Baustoff ziemlich robust und dauerhaft. Die Holzart besitzt aber dennoch einige Empfindlichkeiten, die eine gewisse Pflege voraussetzen. So sollten Gegenstände aus Olivenholz nur mit einem feuchten Tuch abgewischt werden und niemals für längere Zeit mit einer großen Wassermenge in Berührung kommen.

Stärkere Verschmutzungen, beispielsweise von Küchenutensilien, die Olivenholz als Baustoff verwenden, sollten mittels eines weichen Schwammes entfernt werden. Harte und raue Tücher oder Schwämme sollten nicht zum Einsatz kommen. Neben einer Empfindlichkeit gegen das längere Einwirken von Wasser ist auch bei Reinigungsmittel Vorsicht geboten. Spülmittel sollte, insofern es überhaupt für die Reinigung notwendig ist, nur sehr dosiert und sparsam verwendet werden. Außerdem sollten Fertigungen aus Olivenholz niemals im Geschirrspüler landen, da die Temperaturen und Wassermengen das Holz schädigen können.

Gleichzeitig sollten extreme Temperaturen sowie sehr große Temperaturschwankungen vermieden werden. Insbesondere empfiehlt es sich, Olivenholz nicht direkt neben Herd oder Kühlschrank zu lagern sowie dieses nicht auf der Heizung zu trocknen. Besondere Inhaltsstoffe des Holzes machen eine aggressive Reinigung ohnehin überflüssig, da die antiseptischen Öle Bakterien relativ schnell abtöten und so einen sehr ungünstigen Keimboden für diese darstellen.

Um die Schönheit von Olivenholz möglichst lange zu erhalten, lohnt sich neben einer vorsichtigen Reinigung auch eine entsprechende Pflege. Das Ölen schützt und konserviert die Holzart beispielsweise sehr gut, auch wenn die meisten Produkte, die aus Olivenholz gefertigt wurden, genügend Fette durch den Kontakt mit Händen und Lebensmitteln aufnehmen. Zusätzlich kann aber zum Beispiel warmes Olivenöl, das eine Temperatur von etwa 50 Grad Celsius haben sollte, in das Holz eingerieben werden. Die Temperatur des Öles ist dabei besonders wichtig, da sich das Holz beim Einsatz von kaltem Öl schwarz verfärbt.

Wie bei jedem Holz kann sich mit der Zeit eine Patina ausbilden. So wird die dünne Verwitterungsschicht auf hölzernen Oberflächen benannt. Sie kann entweder einen natürlichen Ursprung besitzen oder auch künstlich erzeugt werden. Das Ölen von Holz kann eine Patinabildung beschleunigen. Sollte diese nicht erwünscht sein, kann auf ein Ölen auch verzichtet werden. Damit wird die Verwitterung zwar nicht gestoppt, verläuft aber oftmals langsamer und zeigt sich erst nach einigen Jahren.

Die Verwendung von Olivenholz als Baustoff

Olivenholz wird häufig für Zier- und Kunstgegenstände im mediterranen Stil eingesetzt. Im Kunsthandwerk findet die Holzart insbesondere für Drechsel- sowie Schnitzarbeiten Anwendung und belohnt mit edlen Fertigungen, die ein mediterranes Flair verbreiten.

Im Bau von Musikinstrumenten wird Olivenholz insbesondere als Baustoff für Blasinstrumente verwendet. Allen anderen Instrumenten voran, bietet sich die Fertigung von Blockflöten an, deren Beständigkeit und leicht wasserabweisende Eigenschaft Vorteile bietet.

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Des Weiteren ist Olivenholz ein beliebtes Material für die Fertigung verschiedener Küchenutensilien. So verbreiten beispielsweise Messergriffe, Brettchen, Schalen und Teller einen mediterranen Flair in Küche und Esszimmer. Inspiration für Küchengegenstände aus Olivenholz bietet beispielsweise die folgende Seite. Ergänzen lässt sich dieses Bild durch die Fertigung von Möbeln, die Olivenholz als Baustoff verwenden. Seltener können auch Bodenbeläge aus dem Holz des Ölbaumes gefertigt werden. Da die Holzart jedoch sehr stark arbeitet, sollte dies für die Erstellung Böden genauestens beachtet und eingeplant werden.

Letztendlich sind auch Furniere als Olivenholz denkbar. In diesem möglichen Anwendungsbereich wird das hochwertige, edle Holz auf meist weniger hochwertigen Holzarten angebracht und verwandelt diese in einen mediterranen Stil.

Die Verwendungsmöglichkeiten von Olivenholz als Baustoff in Kürze:

  • Zier- und Kunstgegenstände, insbesondere Drechsel- und Schnitzarbeiten
  • Blasinstrumente
  • Küchenutensilien
  • Möbel
  • Bodenbeläge und Furniere

Weitere Ideen für Fertigungen aus Olivenholz hält zum Beispiel die folgende Seite bereit.

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