Ölheizung reinigen – eine Schritt für Schritt Anleitung

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Ölheizung gehört jährlich gereinigt
  • Die Brennkammer mit dem Kesselbesen reinigen
  • Die Stauscheibe säubern
  • Den Ölfilter tauschen
  • Laien überlassen die Wartungsarbeiten besser dem Fachmann

Jedes Jahr nach der Heizperiode sollte die Ölheizung durch einen Fachmann gewartet werden. Dazu gehört auch die sorgfältige Reinigung einzelner Teile. Man muss aber nicht die gesamte Wartung dem Heizungsbauer überlassen. Einige Arbeiten kann man als erfahrener Heimwerker auch selbst übernehmen.

Ölheizung einmal jährlich warten

Eine über Jahre hinweg zuverlässig arbeitende Ölheizung sollte jährlich gewartet und gereinigt werden. Geschieht dies nicht, belastet das nicht nur die Umwelt mehr als nötig. Man braucht auch mehr Heizöl, was wiederum die Heizkosten in die Höhe treibt.

Verständlich wird dies, wenn man die Heizanlage mit einem Auto vergleicht. Auch das Auto muss gepflegt und gewartet werden, damit es die erwartete Leistung in gleichbleibender Qualität erbringen kann. Lässt der Autohalter nicht die fälligen Arbeiten in den geplanten Service-Intervallen durchführen, erhöht dies das Risiko einer Fehlfunktion, die schlimmstenfalls nicht nur seine eigene Gesundheit gefährdet.

Selber reinigen oder reinigen lassen?

Grundsätzlich ist es ratsam, sich nach der Heizperiode einen Fachmann ins Haus zu holen. Der Installateur führt unter anderem eine Druckkontrolle durch, überprüft die Sicherheitseinrichtungen und misst die Abgaswerte der Anlage.

Bei Bedarf nimmt er auch die notwendigen Wartungsarbeiten vor:

  • Brennkammer (Kessel) reinigen
  • Stauscheibe reinigen
  • Ölpumpe reinigen
  • Düsen austauschen
  • Ölfilter tauschen
  • Heizkörper entlüften
  • Zündelektrode austauschen
  • Ölfiltereinsatz austauschen

Die Kosten für eine Wartung liegen zwischen 100 und 400 Euro. Der Preis richtet sich nach Art und Größe der Anlage sowie nach dem Anfahrtsweg.
Es lohnt sich, zu vergleichen. Die Preisunterschiede sind gerade bei Dienstleistern dieser Branche sehr hoch.

Bestenfalls entscheidet man sich für einen zuverlässigen Betrieb in der Nähe des Wohnsitzes: Einen Fachmann mit langjähriger Erfahrung und guten Bewertungen. Der niedrigste Preis sollte nicht das wichtigste Auswahlkriterium sein. Der höchste Preis ist jedoch auch nicht immer gerechtfertigt.

Ölheizung selber reinigen

Geschickte Handwerker übernehmen die Kontrolle und Reinigung einzelner Teile selbst, und behalten dadurch jede Menge Bares im Portemonnaie. Zu den Teilen der Ölheizung, die selbst gewartet werden können, gehören die Brennkammer, die Stauscheibe und der Ölfilter.

Diese Werkzeuge werden zur Reinigung der Ölheizung benötigt:

  • Kessel- oder Drahtbürste
  • Industriesauger oder Staubsauger mit Aschefilter
  • Ebenso können einige Funktionskontrollen selbständig durchgeführt werden.

Diese Messinstrumente werden für die Kontrolle der Ölheizung benötigt:

  • CO2-Indikator
  • Öldruckmanometer
  • Abgasthermometer

Ölheizung reinigen: Schritt für Schritt Anleitung

Diese Arbeitsschritte vorab durchführen:

  1. Brenner spannungsfrei schalten.
  2. Bedienungsanleitung bereitlegen.
  3. Verkleidung des Brennerraums nach Angaben in der Bedienungsanleitung entfernen.
  4. Falls vorhanden: Temperaturfühler abziehen.
  5. Schrauben der Abdeckhaube lockern.
  6. Falls man die Emissionswerte selbst nachprüfen will, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.
  7. Abdeckhaube abnehmen.

Brennkammer (Kessel) reinigen

Schon alleine die Reinigung des Kessels sorgt dafür, die Energiekosten zu senken. Verbrennungsrückstände, die sich auf den Teilen im Kessel ablagern, beeinträchtigen die Wärmeübertragung.

Anders ausgedrückt: Hat sich Ruß und Staub wie eine klebende Schicht über den Wärmetauscher gelegt, kann das Wasser nicht mehr so schnell erhitzt werden. Das führt zu Energieverlust – und damit zu erhöhten Heizkosten.

Vorgehensweise

  1. Die Abdeckhaube ist bereits geöffnet (siehe „Bevor Sie beginnen“)
  2. Verbrennungsrückstände im Brennerraum mit der Heizkesselbürste vollständig lösen.
  3. Gelöste Ablagerungen mit dem Industriesauger entfernen.

Stauscheibe reinigen

Auch eine verschmutzte Stauscheibe kann die Ursache dafür sein, dass es zu einem verringerten Wirkungsgrad kommt. Sie ist dafür zuständig, die Verbrennungsluft mit dem Ölnebel aus der Düse zu vermischen. Im Zuge der Reinigung der Brennkammer sollte daher auch Augenmerk auf die Stauscheibe gelegt werden.

Vorgehensweise

  1. Die Abdeckhaube ist bereits geöffnet (s. „Bevor Sie beginnen“)
  2. Falls keine Markierung des Anschlags vorhanden ist, holen Sie dies nun nach. Halten Sie sich dabei an die Angaben in der Bedienungsanleitung oder am Datenblatt.
  3. Stauscheibe dem Düsenstock entnehmen
  4. Reinigen Sie die Stauscheibe mit der Kessel- oder Drahtbürste

Ölfilter tauschen

Vorgehensweise

  1. Die Abdeckhaube ist bereits geöffnet (s. „Bevor Sie beginnen“)
  2. Zulaufventil schließen
  3. Schauglas abschrauben
  4. Filterpatrone mit einer Drehbewegung lösen
  5. Neue Filterpatrone einschrauben
  6. Schauglas reinigen
  7. Schauglas anschrauben
  8. Absperrventil öffnen
  9. Im Zuge des Filtertausches sollte auch gleich der Ölfiltereinsatz gewechselt werden.
Info: Düse besser nicht reinigen

Experten raten dazu, die Ölbrennerdüse jährlich auszutauschen. Sie können Sie zwar auch reinigen. Dies ist jedoch nicht nur eine relativ zeitaufwändige Angelegenheit. Es besteht auch die Gefahr, das Zerstäubungsmuster und den Streukegel bei der Reinigung zu beschädigen. Überlassen Sie diesen Schritt besser dem Fachmann.

Wann muss auf jeden Fall der Fachmann ran?

Einige Arbeiten überlässt man dann doch besser dem Fachmann. Sich als Laie am Brenner zu schaffen zu machen, kann nämlich zu Schäden führen. Schon allein durch die unprofessionelle Reinigung können schlimmstenfalls Schäden entstehen.

Ebenso wichtig für alle, für die Sicherheit an erster Stelle steht: Betriebssicherheit garantiert nur der Fachmann.

Auch wer bei der Wartung Mängel wie Rost oder austretendes Wasser und Fehlfunktionen wie gestiegene Emissionswerte feststellt, muss einen Fachmann zurate ziehen. Korrosion ist die Hauptursache für Betriebsausfälle. Sollte sich im Inneren der Ölheizung Rost befinden, dringt vermutlich Feuchtigkeit über den Schornstein in den Brennerraum ein. Es kann aber auch mit der heimischen Wasserqualität zu tun haben. Das zu klären überlässt man dem Fachmann.

Das bringt der Wartungsvertrag beim Heizungsbauer?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um an einen Fachmann zu kommen. Entweder, man bucht den Heizungsbauer / Installateur immer dann, wenn man ihn benötigt.

Oder man schließt mit dem Betrieb seines Vertrauens gleich einen Wartungsvertrag ab. Das bringt zwei Vorteile mit sich:

  1. Man kann die Wartung der Heizung nicht mehr vergessen.
  2. Die Fixkosten werden planbar. Weitere Kosten entstehen nur, wenn Ersatzteile benötigt werden.

Die beste Lösung, um seine Ölheizung in Schuss zu halten, ist der Abschluss eines Wartungsvertrags. Sparfüchse und passionierte Heimwerker können jedoch einen Teil der Wartungsarbeiten selbst durchführen. Als Laie ist es jedoch nicht empfehlenswert, sich gerade an der Heizungsanlage als Heimwerker zu versuchen.

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