Ökologisches Wohnen – das sollten Sie beachten

„Zurück zum Ursprung“, lautet die Devise in vielen Bereichen unseres Lebens. Ob in der Medizin, bei der Ernährung oder bei der Bekleidung – die Natur wird wieder vermehrt geschätzt. Auch beim Bauen achten immer mehr Bauherren auf eine nachhaltige und ökologisch wertvolle Bauweise. Denn was der Natur gut tut, tut auch dem Menschen gut. Ökologisches Wohnen ist voll im Trend. In unserem großen Ratgeber erhalten Sie viele wichtige Informationen zu diesem Thema – genießen Sie diese besondere Lebensqualität.

ökologisches bauen

Für viele Menschen ist beim Hausbau der ökologische Aspekt sehr wichtig.

Vom ersten Spatenstich an ökologisch denken

Je früher Sie sich für ein nachhaltiges Bauen entscheiden, umso besser können Sie Ihre Immobilie danach ausrichten. Am besten ist die Planung natürlich, wenn das Gebäude noch gar nicht steht. Schon die Architektur der Räume kann später Einsparungen beim Energieverbrauch bringen. Achten Sie auf eine sogenannte thermische Gebäudezonierung. Die Räume, die später am wärmsten sein sollen, wie z. B. Schlafzimmer oder Wohnzimmer, sollten im Zentrum des Hauses angesiedelt werden. Räume, die weniger Wärme benötigen werden, wie Bäder oder Abstellräume, sind am Rand.

haus für familie

Wohnen in einem ökologisch durchdachten Haus

Je geringer die Oberfläche, umso energiesparsamer. Bei einem großen Haus sollten Sie deshalb überlegen, statt in die Breite lieber in die Höhe zu bauen. Durch ein Ausrichten nach der Sonne können Sie nicht nur die Heizung zurückdrehen, sondern auch viel künstliches Licht sparen. Dabei sollte das Tageslicht Ihren Tagesabläufen folgen: Am Morgen werden Sie von der Sonne geweckt, tagsüber scheint sie in die Küche in das Arbeitszimmer und am Abend können Sie vom Wohnzimmer aus dem Sonnenuntergang zusehen. Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung dieser natürlichen Lichtquelle!

Ökologisches Bauen mit Naturbaustoffen

Beim ökologischen Bauen werden Naturbaustoffe und Naturdämmstoffe verwendet. Durch viele Vorurteile wird man bezüglich der Baubiologie sehr verunsichert. Eine Immobilie aus Holz, gedämmt durch Hanffasern? Das kann nicht stabil genug sein! Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Die natürlichen Baustoffe sind sehr robust und wirken sich außerdem positiv auf ein gesundes Klima im Gebäude aus. Grünes Wohnen ist kein Spleen von Naturschützern, sondern eine sehr sinnvolle Art der Rohstoffnutzung.

Eine Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie ausschließlich hochwertige, natürliche Materialien verwenden. Für die Wände werden gerne Lehm, Ziegel und Holz verwendet. Gerade beim Holz müssen Sie darauf achten, dass es in einem einwandfreien Zustand und für den Hausbau geeignet ist. Zu weiches Holz saugt Wasser, bereits beschädigtes oder modriges Holz wird nicht lange halten und ist ein Sicherheitsrisiko.

Achtung! Auch beim Verputz und Anstrich sollten Sie darauf achten, dass ausschließlich Naturfarben verwendet werden.

Gut gedämmt ist viel gespart

Je besser die Wärmedämmung Ihres Hauses ist, umso mehr können Sie später an Energiekosten sparen. Kein künstlich erzeugter Dämmstoff kann mit den hervorragenden Eigenschaften von Hanffasern, Heu oder Schafswolle mithalten. Die Dämmstoffe aus der Natur sind witterungsbeständig, sehr robust und außerdem sehr günstig in der Anschaffung.

Ein Schwachpunkt von vielen bereits bestehenden Häusern sind die Fensteröffnungen, durch die auch in geschlossenem Zustand die Wärme entweichen kann. Bei vielen alten Häusern sind sie deshalb meist das Erste, das saniert wird. Hochwärmedämmende Fenster sind in der Anschaffung zwar etwas teurer als „normale“ Fensterfronten, gemessen an den Einsparungen fürs Heizen relativieren sich diese Mehrkosten aber schnell wieder.

Der Traum vom Passivhaus – keine Kosten für Strom und Warmwasser

Wie schön wäre es, wenn man für Strom und Warmwasser nichts bezahlen müsste! Immer mehr Haushalte in Deutschland wissen, wie es sich anfühlt diese erheblichen Kosten einsparen zu können. Sie kümmern sich selbst um die Energiegewinnung und Wärmegewinnung. In Zeiten steigender Lebenserhaltungskosten ist das eine immer attraktiver werdende Option. Besonders häufig und auf dem Land beinahe schon selbstverständlich sind Solaranlagen. Sie gehören zu jedem Passivhaus dazu. Durch die ständigen Fortschritte in der Solartechnik reichen heutzutage bereits einige wenige Solarplatten aus, um einen Ein-Familien-Haushalt mit Energie zu versorgen.

passivhaus-planung

Ein Passivhaus wird geplant

Viele Förderprogramme von Bund und Land unterstützen die Nutzung erneuerbarer Energien mit finanziellen Zuschüssen für die Anschaffung. Allerdings sollten Sie dabei beachten, dass sich die Kosten für Solarenergie erst nach ca. 20 Jahren amortisiert haben. Das wäre eine durchaus überschaubare Zeit, würden bis dahin nicht schon wieder Wartungsarbeiten anfallen und die Paneele ausgetauscht werden müssen. In ökologischer Hinsicht ist eine Solaranlage aber absolut zu empfehlen!

sonnenkollektoren

Die Kraft der Sonne für die Energieerzeugung nutzen

Eine perfekte Ergänzung zu Solaranlagen sind Photovoltaikanlagen. Sie wandeln die Sonnenenergie der Sonne in Strom um. An vielen Standorten in Deutschland ist die Sonneneinstrahlung derart effektiv, dass der daraus gewonnene Strom nicht nur für einen einzelnen Haushalt ausreicht, sondern der Überschuss ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Als Besitzer der Kollektoren können Sie dafür vom Stromnetzbetreiber sogar eine Vergütung bekommen. Am besten informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde, welchen Betreiber Sie kontaktieren müssen und ob es vielleicht sogar seitens der Gemeinde eine finanzielle Förderung gibt.

Erdwärme – die wohl natürlichste Form der Wärmegewinnung

Grünes Wohnen ist ein Wohnen im Einklang mit der Natur. Man nutzt die natürlichen Schätze, ohne sie zu verschwenden. Ein solcher Schatz befindet sich direkt unter unseren Füßen – die Erdwärme. Warum künstlich erzeugte Wärme von außerhalb nutzen, wo wir doch über eine natürliche Heizung verfügen?

Ob über das Grundwasser, Luftwärmepumpen, Flächenkollektoren oder Tiefenbohrungen – Erdwärme kann auf verschiedene Weise nutzbar gemacht werden. Welche davon für Sie die richtige ist, hängt vom zukünftigen Standort ab. In jedem deutschen Bundesland gibt es eigene Beratungsstellen für grünes Wohnen, die Ihnen gerne weitere Informationen geben und gemeinsam mit Ihnen das für Sie optimale Heizsystem und Energiesystem herausfinden.

Weil Wasser unser wertvollstes Gut ist

Einmal die Toilettenspülung betätigt, und schon wieder ist wertvolles Trinkwasser vergeudet worden. Das muss nicht sein. Gerade inDeutschland, wo es ausreichend Niederschlag gibt, sollte stattdessen unbedingt das Regenwasser für solche Zwecke genutzt werden. Das Wasser wird aufgefangen und über einen Filter in einem Tank gesammelt. Der Tank benötigt zwar einiges an Platz, dafür kann man aber sehr viel Trinkwasser und damit auch Kosten sparen. Auch das so genannte Grauwasser, das bereits einmal im Haushalt z. B. zum Duschen oder Abwaschen verwendet wurde, kann so ein zweites Mal als Brauchwasser genutzt werden.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit…

Für grünes Wohnen muss man nicht gleich das ganze Haus auf den Kopf stellen und komplett sanieren. Auch kleine Maßnahmen können Großes bewirken:

  • Schalten Sie alle elektronischen Geräte, die Sie nicht brauchen, ab. Auch der Standby-Modus verbraucht Energie, weshalb Sie die Geräte am besten ganz ausstecken sollten.
  • Lassen Sie Fenster nicht stundenlang offen. Stoßlüften ist viel effektiver.
  • Drehend Sie während des Zähneputzens den Wasserhahn zu.
  • Bringen Sie hinter den Heizkörpern eine Aluminiumbeschichtung an der Außenwand an. Die Wärme geht dadurch nicht an die Hauswand verloren, sondern wird in den Raum zurückgestrahlt.
  • Sammeln Sie Regenwasser, das Sie problemlos zum Blumengießen oder für die Autowäsche verwenden können.
  • Achten Sie darauf, dass nach dem Verlassen eines Raumes alle Lichter erloschen und die Türen geschlossen sind.
  • Der Kühlschrank sollte sich nicht direkt neben dem Backofen befinden, da er durch die Wärme des Ofens mehr Energie zum Kühlen braucht.

Ökologisches Wohnen muss nicht aufwendig sein. Schon mit wenigen kleinen Maßnahmen können Sie ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt setzen. Viele Unternehmen haben bereits eigene Öko-Serien oder Programme für ökologisches Wohnen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Wohnidee “Öko? Logisch!” von Knutzen, die nicht nur Möbel sondern auch Lehmputze und Pflegeprodukte für Holzböden bietet.

Natürlich kostet ökologisches Bauen mehr als der herkömmliche Hausbau. Dabei stehen Sie aber nicht alleine da. Immer mehr Förderprogramme inDeutschland unterstützen die Bauökologie. Finanzielle Zuschüsse, Steuervorteile und günstige Kredite für nachhaltiges Bauen machen die Nutzung erneuerbarer Energien auch in finanzieller Hinsicht interessant. Reichen Sie der Natur die Hand und setzen Sie ein Zeichen!