Kellersanierung: Möglichkeiten und Kosten für die Sanierung des Kellers

Ein trockener, sauberer Keller bietet vielfältige Ausbaumöglichkeiten, hier lassen sich sogar richtig schöne Wohnräume schaffen. Doch viele Keller sind modrig und stellenweise feucht, das bietet keine gute Basis: Die Kellersanierung schafft Abhilfe! Wir berichten über Möglichkeiten und Kosten.

Die verschiedenen Verfahren zur Sanierung eines Kellers

Zur Trockenlegung eines Kellers stehen heutzutage viele verschiedene Methoden zur Verfügung, einige davon sind sehr kostenintensiv. Welches Verfahren in Ihrem Keller zur Anwendung kommt, ist von der spezifischen Situation abhängig.

Grob gesehen wird unterschieden zwischen einer reinen Innensanierung, die in der Regel kostengünstiger ausfällt, und einer Außensanierung mit Erdaushub. Ist die Bausubstanz stellenweise nicht mehr zu retten, müssen ganze Mauerteile ersetzt werden.

Die folgenden Methoden zur Trockenlegung feuchter Keller kommen aktuell zur Anwendung:

  • Horizontal- und Vertikalabdichtungen mit Bitumen, Schlämmen und Filtervliesen
  • Einbringen von Dichtungsbahnen in das Mauerwerk
  • Ramm- und Unterfangungsverfahren mit einem Blech in lagerfugigem Mauerwerk
  • chemisches Injizieren von Dichtungsmitteln in die Bausubstanz
  • Druckinjektion von Harzen und Silikaten
  • Trocknung durch in Bohrlöcher eingelegte wasserbindende Stoffe
  • elektrische Trocknung mittels Kriechstrom
  • Erdaushub an der äußeren Kellerwand, Abdichtung mit Bitumen

Hinzu kommt vor allem in beheizbaren Kellern eine solide Wärmedämmung. Wenn für die Trockenlegung der Wände kein Erdaushub erfolgen soll, ist die kostengünstigere Innendämmung mit Dämmplatten zu empfehlen. Beachten Sie auch, dass Versorgungsrohre, Fenster und Türen im Zuge der Sanierung energetisch abgedichtet werden sollten.

Wie finde ich das passende Verfahren zur Kellersanierung?

wasserschaden keller

Ein Wasserschaden ist oft der Grund für eine Sanierung des Kellers.

Jeder Fachbetrieb wird seine eigenen, geübten Methoden zur Kellersanierung anpreisen – ein unabhängiger Gutachter hingegen informiert Sie eingehend und unterbreitet Ihnen seine Vorschläge.

Fragen Sie bei der zuständigen Handwerkskammer oder dem Verbraucherschutz an, ob ein Gutachter für die Kellerinspektion zur Verfügung steht. Dieser erstellt Ihnen ein fachkundiges Sanierungskonzept und hilft Ihnen bei der Wahl der passenden Firma.

Die Kosten für einen Sachverständigen sind eine gute Investition, denn so können Sie sichergehen, dass Sie wirklich unabhängig fachmännisch beraten werden und man Ihnen nicht nur “etwas verkaufen” möchte.

Die Arbeiten selbst durchführen – geht das?

Die Trockenlegung eines Kellers ist keine Arbeit für Laien. Die Kellerwände stellen kostbare Bausubstanz dar, die das gesamte Gebäude tragen: Der Ausführende sollte also bei der Sanierung wirklich alles richtig machen, um Folgeschäden abzuwenden.

Die komplexe Arbeit jedoch eröffnet viele mögliche Fehlerquellen. Eventuell dringt an verdeckten Stellen noch immer Wasser ein, was im späteren Wohnraum zum Beispiel zu Schimmelbildung und Wasserflecken führt. Damit kann eventuell die gesamte Renovierung hinfällig sein!

Welche Kosten entstehen für die Kellersanierung?

Die Kosten für die Kellersanierung sind nicht pauschal zu bemessen, da jedes Bauprojekt ganz individuell verläuft. Selbst ein vorher erfolgtes Gutachten mit ungefährer Kostenaufstellung stellt nicht absolut sicher, dass keine unerwarteten Nebenkosten im Zuge der der Bauarbeiten entstehen.

Wenn bereits offensichtliche Schäden zu sehen sind, wie Schimmelbefall, große Wasserflecken und Mauerwerksrisse, wird die Kellersanierung meist besonders kostenintensiv. Zuerst muss alle Feuchtigkeit aus der Bausubstanz entfernt werden, bevor eine Abdichtung erfolgen kann. Danach steht eventuell noch eine Wärmedämmung an. Rechnen Sie in solchen Fällen mit einem Gesamtpreis von mehr als 15.000 Euro.

Kostenbeispiele für Einzelleistungen

  1. Eine undichte Betonfuge zwischen Keller und Wand neu mit Dichtstoff zu verpressen, kostet Sie ungefähr 50 – 70 Euro pro Meter.
  2. Rechnen Sie für eine Außenabdichtung Ihres Kellers mit einem Preis von um die 400 bis 500 Euro pro Meter Erdaushub.
  3. Paraffin-Injektionen zur Abdichtung von Mauerwerk schlagen mit etwa 250 Euro pro qm Wand zu Buche.
  4. Eine professionelle Innendämmung der Außenwände Ihres Kellers kostet ab 40 Euro aufwärts, die Deckendämmung ist zwischen 30 und 60 Euro anzusetzen.

Denken Sie daran, dass zu den genannten Preisen noch die Kosten für den Sachverständigen hinzukommen, sowie die Erneuerung von eventuellem Wandputz, alter Fliesen oder des Estrichs. Besonders teuer ist eine umfangreiche Schimmelsanierung inklusive Mauerwerksaustausch.

Unser Tipp: Leihen Sie sich zur Trocknung der Kellerwände einen Bautrockner aus, diese Geräte kosten ungefähr 5 bis 10 Euro Miete pro Tag. Hinzu kommen die Kosten für den verbrauchten Strom. So erhalten Sie eine gute Grundlage für die weitere Sanierung.