Ein Keller ohne Fenster – wie funktioniert die Belüftung?

Das Wichtigste in Kürze
  • Für heikle Dinge im Keller, wie Dokumente und andere Unterlagen sollte man stets einen Fachplaner hinzuziehen.
  • Für einen Keller ohne Fenster, der keine speziellen Funktionen hat, können technische Möglichkeiten genutzt werden.
  • Eine Belüftung ist wichtig, um die Feuchtigkeit aus dem Keller zu transportieren.

Viele Bauherren überlegen bereits bei der Planung, ob der Keller des Hauses Fenster haben soll oder eben doch nicht. Beides hat seine Vor- und Nachteile und ist sicherlich davon abhängig, welche Funktionen der Keller zu erfüllen hat. Doch wie belüftet man einen Keller ohne Fenster?

Keller ohne Fenster

Wie kommt die Luft in den Keller?

Hat man sich für einen Keller ohne Fenster entschieden, besitzt er entweder gar kein Fenster oder nur eine kleine Luke. Trotzdem muss die Kellerluft regelmäßig ausgetauscht werden. Es drohen sonst Schimmelgefahr und Salzausblühungen. Da kein Fenster vorhanden ist, kann eine dezentrale Lüftungsanlage installiert werden. Man kann eben auch fensterlos lüften.

Frischluft im Keller ist nicht nur angenehm, weil so Sauerstoff hinein kommt, sondern es können auch unangenehme Gerüche und eventuelle Schadstoffe entweichen. Ganz wichtig ist jedoch, dass die Feuchtigkeit nach draußen transportiert wird.

In alten Gebäuden ging und geht das oft noch automatisch. Zumindest zum großen Teil. In diesen Gebäuden gibt es immer undichte Stellen oder Fugen, die die Feuchtigkeit in der Kellerluft nach draußen lassen. Ist der Keller dann aber fach- und sachgerecht saniert, fehlt es an dieser Möglichkeit. So kann sich die Feuchtigkeit an und in den Wänden gerade in Erdnähe absetzen und der Schimmel droht Einzug zu halten.

Oft sind Keller auch nicht nur reine Abstellkammern, sondern werden als Archiv für Unterlagen und Dokumente genutzt. Spätestens dann braucht es eine Kellerbelüftung, damit sich die Feuchtigkeit nicht im Papier festsetzt. Wer sich hier unsicher ist, sollte einen Fachplaner bemühen, um empfindliche Dinge zu schützen. Wer so heikle Dinge im Keller nicht aufbewahrt, kann technische Lösungen nutzen, die ohne viel Kraftaufwand den Keller belüften.

Wann ist eine Lüftung wirksam?

Diese Frage lässt sich ganz leicht beantworten, denn wirksam ist eine Lüftung immer dann, wenn die im Keller verbrauchte Luft im gleichen Verhältnis nach außen kommt wie die Frischluft wieder hinein. Deshalb brauchen Lüftungsanlagen auch stets für die Zu- und Abluft getrennte Ein- und Auslässe. Lüftungsanlagen saugen die verbrauchte Luft aus dem Keller ab und bringen die Luft von außen wieder hinein.

Die Belüftung für den Keller

Man kann es sich auch für den Keller einfach machen, denn es gibt auch Lösungen, bei denen die Außenluft über Filterventile zugeführt wird. Für einzelne Räume wie den Keller ist das eine gute Lösung. Ob man dann damit zufrieden ist, ist eine andere Frage, denn

  • meist strömt die frische Luft nicht ausreichend hinein
  • und der Ventilator erzeugt störende Geräusche.

Doch die Geräte der neuen Generation transportieren die Ab- und Frischluft nur noch über einen Lüfter. Dabei wechselt der Lüfter alle 70 Sekunden seine Laufrichtung. Die verbrauchte Luft aus dem Keller wird nach draußen transportiert. Das geschieht über einen Wärmespeicher, der dabei erwärmt wird. Ändert der Lüfter die Richtung, holt er die kalte Luft von draußen über den Wärmespeicher wieder herein. Die Luft wird dabei erwärmt. Ist die Wärme abgegeben, was nach etwa 70 Sekunden der Fall ist, wird die jetzt wieder verbrauchte Luft nach außen transportiert. Die Wärmeverluste sind also gering.

Diese Geräte haben nicht nur einen geringen Stromverbrauch, sondern sind auch extrem leise. Auch als Laie kann man sie problemlos installieren. Auch die Bedienung und Wartung ist kinderleicht.

Worauf bei der Belüftung achten?

Manchmal gibt es das Budget einfach nicht her, damit im Keller Kanäle für die Zu- und Abluft unter der Decke verlegt werden können. Seltener reicht die Raumhöhe nicht aus. Damit der Keller trotzdem eine Belüftung erhält, gibt es Einzelraum-Lüftungsgeräte. Für diese Lösung müssen zwei Kernbohrungen vorgenommen werden, um die Zu- und Abluft zu ermöglichen. Noch ein Stromanschluss dazu und schon kann es losgehen.

Ein großer Vorteil dieser Geräte ist, dass die Kosten gering sind und der Einbau einfach. Es gibt sie mit einem eingebauten Wärmetauscher und man kann die Leistung bei mehreren Kellerräumen für jeden Raum einzeln einstellen. Wer sich für ein solches Gerät entscheidet, muss beim Kauf darauf achten, dass es nicht nur eine ausreichende Leistung hat, sondern auch einen hohen Rückgewinnungswert bezüglich der Wärme. Doch diese Geräte laufen nicht geräuschlos und sie verbrauchen Strom.

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Die passive Kellerbelüftung

Ökologisch sinnvoll ist sicher, den Wind für die Belüftung des Kellers arbeiten zu lassen. Das spart nicht nur Geld. Diese passive, freie Lüftung nutzt einfach die Druckdifferenzen des Windes oder den thermischen Auftrieb.

Für diese Querlüftung müssen Frischluftdurchlässe in der Außenwand angebracht werden. Diese müssen oberhalb des Erdreichs liegen. Innerhalb des Kellers braucht es Belüftungsgitter in den Türen oder Wänden. So ist die Querlüftung garantiert. Wem das zu aufwendig ist, der kann die Luft auch über einen Schacht ins Freie nach oben führen. Dabei nutzt man die Saugwirkung der Schächte für die Belüftung des Kellers. Alternativ eignen sich auch Kamine, die niemand mehr nutzt oder offene Treppenhäuser.

Diese Art der Belüftung ist geräuschlos. Doch aus der Umgebung können natürlich Geräusche in den Keller eindringen. Wichtig ist auch, dass es überhaupt windig ist. Ohne Wind funktioniert die Kellerbelüftung in diesem Fall nicht.

Eine DIN-Norm für die Kellerbelüftung

Es ist die E DIN 1946-6 Bbl. 5 (4), die beschreibt, welche unterschiedlichen Lüftungsarten für Lüftungsanlagen im Keller eingesetzt werden dürfen. Da werden die Schacht- oder Querlüftung genannt, die wahlweise mit oder ohne sensor- oder ventilatorgestützte Systeme im Keller betrieben werden können. Entsprechend dieser Norm muss bei jedem neugebauten oder sanierten Keller der Luftaustausch automatisch funktionieren. Ein manuelles Lüften durch den Besitzer ist nicht gewollt. Die Lüftung soll automatisch funktionieren.

In der Realität ist das nicht ganz praktikabel, denn schließlich kann auch der Eigentümer viel dazu beitragen, dass im Keller keine Feuchtigkeit entsteht. Minimiert werden kann die Feuchtigkeit, indem im Winter zum Beispiel nur wenige Pflanzen zum Überwintern in den Keller gebracht werden. Wer den richtigen Zeitpunkt zum Lüften nicht selbst findet, kann das Sensoren überlassen. Diese finden den günstigsten Zeitpunkt. Anzuraten ist in einigen Fällen auch ein Entfeuchtungsgerät zumindest für den Sommer, wenn der Feuchtegehalt der Außenluft steigt.

Ein Keller ohne Fenster bedeutet nicht, dass man ihn nicht belüften kann. Es gibt viele Möglichkeiten, um Feuchtigkeit zu vermeiden.

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