Keller als Wohnraum nutzen – so funktioniert der Umbau

Das Wichtigste in Kürze
  • Kellerwände müssen für die Nutzung als Wohnraum zuvor entfeuchtet und gedämmt werden.
  • Fenster und/oder Lüftungssystem müssen eingebaut werden, um den Keller nutzen zu können.
  • Der Keller als Wohnraum bietet eine Erweiterung der Wohnfläche. Damit ein Kellerraum als Wohnfläche anerkannt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Bedingungen für einen Wohnraum im Keller

Die Landesbauordnung bestimmt die Voraussetzungen für die Anerkennung eines Kellerraums als Wohnraum. Ein Raum im Keller muss 2,40 Meter hoch sein. Gemessen wird der Abstand von der Oberseite des Fertigbodens bis zur Unterseite der Fertigdecke. Bei der Abmessung ist eine Isolierung der Decke und für den Untergrund mit einzuplanen. Es reicht nicht aus, wenn die Rohbaudecke im Keller verputzt wird und auf dem Rohbauboden Auslegware ausgelegt wird.

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Der Kellerraum muss zudem trockene Außenwände aufweisen und die Innenwände sind mit Wärmedämmplatten oder gleichwertigen Materialien zu isolieren. Hinzu kommt, dass eine Heizung installiert wird, um die Ansammlung von Feuchtigkeit im Winter zu verhindern. Als Zirkulation der Raumluft dienen normalerweise Fenster, die mindestens zehn Prozent der gesamten Wohnfläche ausmachen.

Das Bauamt muss den Umbau eines Kellerraums zum Wohnraum abnehmen. Es ist deshalb wichtig, die Planungen dem Bauamt vor dem Umbau vorzulegen, damit der Umbau bei fehlender Genehmigung nicht zurückgebaut werden muss. Das gilt sowohl für private Immobilien als Einfamilienhäuser sowie für Mehrparteienhäuser.

Vorbereitungen für den Umbau

Bevor der Keller als Wohnraum umgebaut wird, sind zahlreiche Maßnahmen zu treffen, die den reibungslosen Umbau ermöglichen.

Zunächst muss geprüft werden, ob der Kellerraum als Wohnraum überhaupt geeignet ist. Dafür ausschlaggebend sind die Wände des Raums. Gibt es mindestens eine Außenwand, so ist zu prüfen, dass diese trocken ist. Sollte das nicht der Fall sein, so muss die Wand trockengelegt werden. Besteht die Feuchtigkeit der Außenwand aufgrund der mangelnden Isolierung, dann reicht es aus, sich ein Bautrocknungsgerät auszuleihen, um die Wand nachhaltig zu trocknen. Damit wird auch die hohe Luftfeuchtigkeit aus dem Kellerraum entzogen. Zudem ist zu prüfen, ob Risse, Löcher oder Bruchstellen an der Außenwand zu finden sind. Die müssen gegebenenfalls durch eine Horizontalsperre im drucklosen Injektionsverfahren abgedichtet werden.

Kellerwände ohne Dämmung müssen stärker beheizt werden. Dabei wird zu viel Heizenergie verschwendet und dadurch steigen unnötig die Heizkosten. Die einfachste Möglichkeit den Kellerraum abzudämmen sind Dämmplatten, die frei im Baumarkt erhältlich sind. Es gibt zudem Spezialfirmen, die hochwertige Dämmplatten anbieten. Bevor die Platten an die Wand montiert werden, muss die Oberfläche der Innenwand begradigt sein. Putzüberstände sind ebenso zu entfernen wie Schrauben, Nägel oder sonstige Unebenheiten auf der Wand. Der Boden hingegen wird mit Dämm- und Isolierfolie ausgelegt, unabhängig davon, welcher Oberboden letztlich ausgewählt wird.

Fenster oder Lüftungssystem einbauen

Viele Kellerräume sind bereits mit Fenstern ausgestattet. Sollte die Fenstergröße weniger als zehn Prozent der geplanten Wohnfläche ausmachen, sind die Fenster auszutauschen, um die Mindestgröße zu erreichen. Das Bauamt genehmigt aber auch Kellerräume ohne Fenster, wenn ein alternatives Lüftungssystem eingebaut wird, dass die Luftzirkulation gewährleistet. Eine gute Belüftung verhindert die Bildung von Schimmel im Keller. Weiterführende Informationen zum Lüftungssystem im Keller: https://www.haustec.de/klima-lueftung/lueftungstechnik/wie-ein-automatisches-lueftungssystem-fuer-trockene-keller-sorgt

Obwohl es bereits hochwertige Lüftungssysteme gibt, die leicht zu installieren sind und eine hohe Wirkung erzielen, so hat der Einbau eines Fensters noch weitere Vorteile. Das Kellerfenster ermöglicht die Nutzung von Tageslicht im Wohnraum. Durch das Tageslicht wird der Bedarf an künstlichem Licht reduziert. Das sorgt für eine Reduktion der Energiekosten. Des Weiteren hat das Tageslicht in Verbindung mit einer frischen Luftzufuhr einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden der Bewohner des Kellerraums. Wird der Keller als Wohnraum nur selten genutzt, beispielsweise nur stundenweise als Rückzugsort, dann ist ein Kellerfenster nicht zwingend erforderlich.

Kellerfenster
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Einrichtungsideen für den Wohnraum im Keller

Der Keller als Wohnraum soll nach dem Umbau schön eingerichtet werden, damit sich alle Bewohner darin wohlfühlen. Aufgrund der geringeren natürlichen Beleuchtung des Wohnraums, im Vergleich zu Wohnräumen in oberen Stockwerken, ist von dunklen Einrichtungsgegenständen abzuraten. Der Raum wirkt mit dunklen Möbeln oder dunkler Auslegware gedrungen. Deshalb sind helle Einrichtungsgegenstände die bessere Wahl. Der Griff zu hellem Mobiliar bedeutet nicht zwangsläufig, den Raum vollkommen in Weiß einrichten zu müssen. Es gibt zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten mit Pastellfarben, die einen schönen Kontrast bieten.

Auch helle Naturtöne sind für einen Keller als Wohnraum geeignet. Hier gilt zurecht der Blick nach Skandinavien. Die Skandinavier leben noch oft in Altbauten und rund sechs Monate im Jahr bietet das Tageslicht nur sehr wenig Helligkeit. Deshalb kaufen Schweden, Norweger oder auch Finnen gerne Möbel aus hellem Holz. Einerseits unterstreicht das die Verbundenheit zur Natur, andererseits reicht eine geringe Lichtquelle, um im Raum ausreichende Helligkeit zu erzeugen.

Ausschlaggebend ist auch die Wandfarbe. Wird der Keller als Wohnraum genutzt, so ist zu berücksichtigen, dass sättigende Farben viel Licht „verschlucken“, während helle Farben das Licht im Raum besser verteilen. Angemessene Wandfarben sind Beige, Creme oder auch helle Grautöne. Um eine optimale Lichtdosierung zu erzielen, sollten LED-Strahler keinesfalls direkt in den Raum strahlen. Es ist besser, einzelne Objekte anzustrahlen. Von der dahinterliegenden Wand wird das Licht automatisch im Raum verteilt und erzeugt eine beruhigende Wirkung.

Weitere Tipps für das Inventar des Wohnraums im Keller:

  1. Wohnräume im Keller sind durchaus kleiner, deshalb gilt es, weniger ist mehr. Zu viele Möbel in einem Raum überfüllen den Wohnraum.
  2. Dualmöbel – also solche, die sich multifunktional verwenden lassen – finden auch in kleinen Wohnräumen im Keller ausreichend Stellfläche.
  3. Eine Schlafcouch ermöglicht während des Aufenthaltes im Wohnraum ein Positionswechsel. Wer gerne im Liegen entspannt oder meditiert, der benötigt kein zusätzliches Bett.
  4. Eine dezente Dekoration mit Bildern erfolgt durch moderne Gemälde oder Naturbilder, beispielsweise aus dem letzten Urlaub.
  5. Bereichert wird der Wohnraum im Keller durch Pflanzen, die wenig Licht bedürfen und zeitgleich für einen guten Sauerstoffausgleich sorgen.
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Der Keller als Wohnraum bietet viele Vorteile.

Zum Beispiel als Einliegerwohnung, wenn junge Erwachsene aus dem Kinderzimmer ausziehen, die finanziellen Mittel aber keine eigene Wohnung erlauben. Auch als zweiter Wohnraum, um sich im Alltag mehr Freiraum in der Familie zu gewähren, ist der Keller als Wohnraum geeignet. Sind die Kinder aus dem Haus, dann kann der Keller als Wohnraum auch als Party- oder Hobbyraum ausgebaut werden.

Wichtig bei den Planungen ist, dass die Vorgaben der Landesbauverordnung eingehalten werden. Eigentümer müssen auf eine ausreichende Belüftung achten und sollten in jedem Fall einen Rauchmelder installieren. Isolation, Dämmung und der Einbau einer Heizung verhindern feuchte Wände und die Schimmelbildung. Bei der Einrichtung lieber auf helles Inventar setzen und so den Raum freundlicher gestalten.

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