Im Altbau den Fußboden sanieren – aber wie?

In Altbauten wurde der Fußboden jahre- oder jahrzehntelang im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Die Belastungen hinterlassen Spuren, die nur durch eine Renovierung beseitigt werden können. Neben Abnutzungsspuren zeigen sich häufig auch Absenkungen und ein Knarren. So macht sich der Fußboden auch häufig akustisch bemerkbar, wenn eine Sanierung notwendig wird. Der Boden hat seine besten Jahre einfach schon hinter sich. Dazu kommen meist eine schlechte Schall- und Wärmedämmung, die Kosten verursachen. Eine Sanierung lohnt sich also.

Fußboden Renovierung
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Risiko Fußböden in Altbauten

Viele Fußböden in Altbauten sind mit Schadstoffen belastet. Durch ein Gutachten kann das überprüft werden. Wer bei einer Sanierung einen neuen Bodenbelag aufbringen möchte, sollte auf Schadstoffemissionen bei der Auswahl des Fußbodens, den Verlegewerkstoffen und dem Kleber achten. Sie sollen schließlich gesundheitlich unbedenklich sein. Gerade Fußböden im Altbau bestehen häufig aus teerhaltigen Produkten, die krebserregende Stoffe in die Raumluft abgeben. PVC-Böden und die dazugehörigen Kleber sind ebenfalls schadstoffbelastet. Doch auch bei der Sanierung muss bei der Wahl der Bodenbeläge auf Schadstofffreiheit geachtet werden, damit keine gesundheitlichen Probleme auftreten.

So können etwa Teppiche Pestizide zum Schutz vor Motten enthalten, die Oberflächenbeschichtung von Holzfußböden enthalten oft Schadstoffe und Klickparkett hat meist Kleber, die nicht schadstofffrei sind. Selbst Kork und Linoleum dünsten häufig Furfunal und Hexanal aus. Daher ist es ratsam, auf die Geruchsentwicklung zu achten. Auch Fliesen können die Raumluft belasten durch den Einsatz von Kleber, Randabdichtungen und Fugenmasse. Deshalb Augen auf beim Kauf!

Gesunde Raumluft dank Gütesiegel

Die Baustoffindustrie hat reagiert und so werden fast alle Baustoffe auch schadstoffarm oder -frei angeboten. Erkennbar ist das durch ein Gütesiegel. Das wird nur nach einer sehr strengen Prüfung vergeben. Trotzdem kann es bei einer Kombination aus schadstofffreien und nicht unbedenklichen Materialien auch zu Ausdünstungen bei den eigentlich schadstofffreien Materialien kommen. Ist der Kleber etwa ammoniakhaltig, so reagiert er bei einem Untergrund auf der Basis von Zement.
Ratsam ist deshalb:

  • die Auswahl von Bodenbelägen ohne organische Lösemittel
  • die Auswahl zertifizierter, emissionsarmer Kleber (EMICODE 1 plus)
  • die Imprägnierung der Holzböden mit pflanzlichen Ölen oder Harzen
  • das Verspannen von Teppichen
  • die Verlegung der Bodenbeläge schwimmend zu gestalten

Der Untergrund

Den Untergrund vorzubereiten ist sehr wichtig. Hat der alte Bodenbelag eine Holzbalkendecke als Untergrund, so ist diese meist mit Stroh, Sand oder Heu gefüllt. Nach dem Entfernen der Bodenbretter kann diese Füllung vollständig entfernt werden. Die neue Füllung sollte dann schalldämmend sein. Dafür eignet sich die Kokosfaser oder Zellulose. Untersucht werden muss der alte Fußboden jedoch auf nasse Stellen und Pilzbefall. Sind diese vorhanden, so müssen Ausbesserungen vorgenommen werden. Wurden die Ausbesserungen und der Wechsel der Füllung vorgenommen, so können die neuen Dielen auf der Holzbalkenkonstruktion befestigt werden. Um Kosten und Material zu sparen, können die intakten alten Bodenbretter durchaus noch einmal verwendet werden.

Holzbalkendecke und Estrich

Wer auf die Dicke und das Gewicht achtet, darf auch Estrich auf die Holzbalkendecke aufbringen. Manchmal muss die Holzbalkendecke dafür bewehrt werden. Wer Fließestrich verwendet, der muss keinen völlig ebenen Untergrund haben. Der Estrich gleicht die Unebenheiten aus. Das Holz muss allerdings vor Feuchtigkeit geschützt werden. Deshalb muss eine dicht verschweißte Unterlage auf die Holzbalken und die Dämmung aufgebracht werden. Über Feuchträume ist der Einsatz von Fließestrich nicht ratsam. Wer schwimmend verlegen möchte, der darf die Dämmstreifen nicht vergessen. Diese müssen im Randbereich angebracht werden. So wird der Trittschallschutz gewährleistet. Nach etwa drei Tagen ist der Boden begehbar. Weitere drei Wochen später können die gewählten Bodenbeläge aufgebracht werden. Vorher das Anschleifen, Grundieren und Spachteln nicht vergessen. Wer eine Fußbodenheizung möchte, der kann diese beim Verlegen des Estrichs mit einbauen. 

Anforderungsprofile für Bodenbeläge

Angeboten werden viele verschiedene Bodenbeläge. Umso wichtiger ist es für sich selbst ein klares Anforderungsprofil zu erstellen. Schließlich können die Anforderungen vielfältig sein.
Entscheidend sind unter anderem:

  • die Haptik des Bodenbelages
  • der Bodenbelag muss robust sein, nicht nur wenn Kinder im Haus sind
  • der Bodenbelag muss leicht zu reinigen sein
  • der tollste Fußboden nützt nichts, wenn er ständig verschmutzt ist
  • bei Kratzern oder Löchern sollte er leicht auszubessern sein
  • der Bodenbelag sollte als Schallschutz fungieren (Kork oder Teppich)
  • gesundheitlich müssen der Bodenbelag und der Kleber unbedenklich sein.

Fazit

Die Wertigkeit einer Immobilie zeigt sich auch in der Gestaltung des Fußbodens. Schließlich sitzt, läuft und spielt man auf ihm. Deshalb muss er pflegeleicht und robust sein. Wärme an den Füßen sorgt für Behaglichkeit. Etwas hermachen soll er auch. Ganz wichtig jedoch ist die gesundheitliche Unbedenklichkeit.

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