Hausmittel gegen Schimmel – Was wirklich hilft

Das Wichtigste in Kürze
  • Schwarzen Schimmel besser vom Fachmann entfernen lassen
  • Essig und Essigessenz schaffen ein saures Milieu
  • Alkohol und Brennspiritus wirken desinfizierend
  • Auch Ascorbinsäure hilft gegen die Ausbreitung des Schimmelpilzes
  • Ist die Bausubstanz betroffen muss der Profi ran

Schimmel ist nicht gleich Schimmel. Solange es sich um oberflächlichen Befall handelt, kann man den ungeliebten Pilzsporen auch mit Hausmitteln begegnen. In diesem Artikel listen wir auf, welche Hausmittel wirklich helfen, und beleuchten zudem, welche Maßnahmen bei einem Befall der Bausubstanz helfen.

Schimmelarten

Dass Schimmelpilz nicht gesund ist, ist allseits bekannt. Als besonders schädlich eingestuft wird Alternaria alternata, der Schwarze Schimmel. Wenn man solch einen Schimmel in der Wohnung findet, sollte man schnell handeln.

Aber Achtung: Nicht jeder Schimmelpilz in schwarzer Farbe ist der gefürchtete Schwarze Schimmel.

Alternaria alternata ist selten in Wohnräumen anzutreffen. Und wenn doch, dann eher in feuchten Altbauten. In diesen Fällen kann ein Hausmittel nicht mehr viel ausrichten. Wer schwarzen Schimmel in Haus oder Wohnung entdeckt, holt sich am besten einen Schimmel-Schnelltest von der Apotheke. Sollte es sich tatsächlich um Alternaria alternata handeln, hilft nur noch ein spezialisiertes Fachunternehmen weiter.

Bei uns am weitesten verbreitet ist der Gießkannenschimmel, auch Grüner Schimmel genannt. Zur Gattung der Gießkannenschimmel gehört aber ebenso der Gelbe Schimmel, der es durch den „Fluch des Pharao“ zu Bekanntheit gebracht hat. Einige Forscher gehen davon aus, dass das Einatmen der Sporen des Gelben Schimmels, der sich in den ägyptischen Grabkammern angesiedelt hat, für den Tod zahlreicher Archäologen und Arbeiter verantwortlich sei.

Alle Stellen, an denen Gießkannenschimmel auftritt, sollten daher zügig behandelt werden, um dessen Ausbreitung zu verhindern. Das gilt jedoch nur dann, wenn sich der Pilz noch nicht stark ausgebreitet hat und die Bausubstanz nicht betroffen ist, dann helfen auch Hausmittel weiter.

Wie entsteht Schimmel?

Tritt an Wänden oder Flächen vermehrt Feuchtigkeit auf, führt das in Kombination mit Kälte zum Wachstum von Schimmelsporen.

In der Mehrzahl der Fälle liegt die Ursache in der Bausubstanz

Während uns zahlreiche selbsternannte Schimmelexperten, rein zufällig nebenbei auch oft Mitarbeiter von Wohnungsgenossenschaften oder Vermieter, gerne erzählen, Schimmel entstehe allein durch falsche Lüftungsgewohnheiten, halten hier echte Experten entgegen. Sie sehen in den meisten Fällen bauliche Mängel als Ursache für Schimmel. In solchen Fällen hilft nur noch eine technische Trocknung, um den Schimmel wieder loszuwerden.

Hausmittel gegen Schimmel

Mit Essig oder Essigessenz gegen Schimmel

Ein saures Milieu kann Schimmel nicht leiden. Das ist der Grund, warum eine Behandlung mit Essig oder Essigessenz oft zum Verschwinden des ungeliebten Gastes führt. Im besten Fall rückt man dem Schimmel dabei mit unverdünntem Essig oder purer Essigessenz zu Leibe.

Tipp: Essig ist übrigens auch sehr gut zum Desinfizieren von Backrohr, Kühlschrank, Bad und Toilette geeignet.

Alkohol oder Brennspiritus

Auch Alkohol oder Brennspiritus kann aufgrund der desinfizierenden Wirkung im Kampf gegen Schimmel hilfreich sein. Wichtig ist dabei, sich Ethanol in einer Konzentration von mindestens 70 Volumenprozent zu besorgen. Alkohol in geringerer Konzentration ist nicht stark genug, um gegen den überaus resilienten Schimmelpilz effektiv vorzugehen.

Die Vorteile von Brennspiritus sind sein günstiger Preis, seine hohe Alkohol-Konzentration und der Umstand, dass er auch in der gut sortierten Drogerie zu bekommen ist. Aufgrund der hohen Konzentration und seiner hohen Brennbarkeit ist bei der Arbeit mit Brennspiritus darauf zu achten, nicht in der Nähe von Feuerquellen, und nur mit Handschuhen und Schutzbrille zu arbeiten.

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Alkohol – Ascorbinsäure Kombination

Wie der Essig schafft auch die Ascorbinsäure (Vitamin C) ein saures Milieu – was dem Schimmel überhaupt nicht gefällt. Vermischt mit Alkohol (mindestens 70 Volumenprozent) kann damit gegen Schimmelsporen vorgegangen werden. Der Alkohol desinfiziert – die Ascorbinsäure sorgt dafür, dass sich der Schimmel nicht wieder festsetzt.

Die Alkohol-Ascorbinsäure-Mischung kann in eine Sprühflasche gefüllt und aufgesprüht werden. Die andere Variante: Lösung in eine Schale füllen, damit einen Schwamm befeuchten, betroffene Flächen reinigen.

Aceton

Kein richtiges Hausmittel, aber dennoch ein Mittel, das immer wieder erwähnt wird, wenn es um die Entfernung von Schimmel geht. Das Lösungsmittel Aceton ist den meisten wohl besser als Nagellackentferner mit typisch beißendem Geruch bekannt.

Aceton ist leicht entzündlich und sollte aufgrund der sich entwickelnden Dämpfe nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden. Außerdem kann es den behandelten Oberflächen mehr schaden als nutzen. Besonders Kunststoffen und Lacken setzt Aceton zu. Aufgrund dieser Risiken und der Tatsache, dass die Wirkung mit der des Brennspiritus vergleichbar ist, sollte man besser zu anderen Hausmitteln greifen.

Wichtig: Aceton darf nicht über den normalen Hausmüll, sondern über eine Wertstoffsammelstelle entsorgt werden.

Wasserstoffperoxid

Ein starkes Mittel gegen Schimmelbefall ist auch Wasserstoffperoxid. Das Haarbleichmittel hat starke desinfizierende Eigenschaften. Bei schwarzem Schimmel wirkt Wasserstoffperoxid zudem bleichend.

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Hinweis: Sollte es sich beim Schwarzen Schimmel um Alternaria alternata handeln überlässt man die Schimmelbekämpfung besser einem Profi.

Schimmelbildung vorbeugen

Als vorbeugende Maßnahme hilft oftmaliges Lüften. In Küche und Bad wird genau zu diesem Zweck ein Entlüfter bzw. ein Abzug montiert. Ist jedoch die Bausubstanz angegriffen, hilft ausreichendes Lüften nicht mehr weiter.

Als weitere Maßnahme gilt es, ausreichend zu heizen. Im besten Fall verzichtet man auf oftmalige Temperaturwechsel und lässt die Heizung im Winter auf konstanter Temperatur durchlaufen. Den Temperaturabfall nutzen Schimmelsporen nämlich dazu, sich in den Räumlichkeiten festzusetzen.
Weiters wird empfohlen, feuchte Fliesen und Fugen im Bad mit einem Tuch abzutrocknen. Um Schimmelbildung schon im Vorhinein vorzubeugen verfugt man die Badezimmerfliesen mit einer Fugenmasse mit Schimmelstopp.

Richtiger Umgang bei der Behandlung von Schimmel

  • Ein Mundschutz verhindert, dass Schimmelsporen in die Atemwege gelangen.
  • Gummihandschuhe verhindern allergische Hautreaktionen.
  • Bei der Arbeit mit Brennspiritus ist es kein Fehler, auch eine Schutzbrille zu tragen.
  • Grundsätzlich sollte die Schimmelentfernung immer bei guter Raumbelüftung stattfinden.
  • Bürsten und Schwämme nach der Schimmelbehandlung entsorgen.

Ein Tipp zum Schluss: Bevor man sich an die Arbeit macht, um den Schimmel mit Hausmitteln zu entfernen, ist es sinnvoll, zunächst sicherzugehen, ob es sich um einen oberflächlichen Befall handelt. Viel öfter liegt es bei Altbauten nämlich eher an der Bausubstanz. Wer sich unsicher ist, kontaktiert einen Fachmann, der sich mit dem Thema auskennt. Das kann ein Sachverständiger oder ein Spezialist für Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden sein.

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