Gewinde abdichten – den richtigen Werkstoff auswählen

Das Wichtigste in Kürze
  • Mit dem richtigen Material ist es für geübte Heimwerker kein Problem selbst Gewinde abzudichten.
  • Die gängigen Werkstoffe um Gewinde abzudichten sind: Hanf und Paste; Teflonband; Dichtfaden (Fluorkunststoff- oder Polyamidgarn); Paste (trocknend oder nicht trocknend); anaerobe Versiegelung.
  • Bei der Auswahl der Gewindedichtung sind die Betriebsbedingungen einer bestimmten Verbindung (Druck, Temperatur, Aggressivität des transportierten Mediums usw.), die Installationsmerkmale der Dichtung und deren Kosten zu berücksichtigen.

Die Selbstinstallation von Sanitär-, Rohrleitungs-, Heizungs- und Wasserversorgungssystemen ist mit der Installation von Gewindeanschlüssen verbunden. Um Lecks zu beseitigen, ist es erforderlich, das Gewinde qualitativ mit einem geeigneten Material abzudichten. In diesem Artikel schlagen wir einige Werkstoffe vor, mit denen Sie ein Gewinde abdichten können.

Grundlegende Versiegelungsmethoden

Typischerweise werden die folgenden Materialien zum Gewinde abdichten verwendet:

  • Hanf und Paste
  • Teflonband
  • Dichtfaden (Fluorkunststoff- oder Polyamidgarn)
  • Paste (trocknend oder nicht trocknend)
  • anaerobe Versiegelung.

Früher wurde die Gewindeversiegelung in Rohrleitungen traditionell mit Flachs- oder Hanffasern durchgeführt. Heute wird diese Methode jedoch immer seltener angewendet, da künstliche Materialien viel einfacher und bequemer zu verwenden sind.

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Flachs und Hanf

Zu den Vorteilen dieser Materialien zählen die Haltbarkeit und Dichtheit der Verbindung bei korrekter Ausführung. Flachsfadenversiegelung wird bei der Installation von Sanitär- und Heizungsanlagen verwendet, wobei die maximal zulässige Temperatur des Arbeitsmediums 90° nicht überschreiten darf, da sonst die Versiegelung zu brechen beginnt.

Zu den Nachteilen gehört die Komplexität der Montagearbeiten – es sind Kenntnisse erforderlich, um Gewinde mit Leinen- und Hanffasern qualitativ abzudichten. Es ist auch zu beachten, dass beim Festziehen und Demontieren einer solchen Verbindung erhebliche körperliche Anstrengungen notwendig sind, die die Verbindungselemente beschädigen können.

Flachs-Hanf-Dichtung
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Flachsfasern eignen sich nicht zur Abdichtung von Verschraubungen aus Polymerwerkstoffen – bei Nässe dehnt sich der Naturstoff aus, wodurch er das Gewinde nicht richtig abdichten kann. Flachsversiegelung wird für die Installation der Heizungsanlage nicht empfohlen, wenn die Verwendung von nicht gefrierender Flüssigkeit als Wärmeträger vorgesehen ist.

Hanfdichtungen bestehen aus Hanf- oder Leinenfasern und sind ein Fadendichtungsmittel. Es wird in Kombination mit überwiegend pastösem Dichtstoff in Wasser- und Gasversorgungssystemen eingesetzt. Für die Trinkwasserinstallationen sollte ein für diesen Zweck zugelassenes Dichtungsmittel verwendet werden sowie für Solarinstallationen, bei denen erhöhte Temperaturen und Drücke auftreten können.

Hanf bietet zusätzliche Sicherheit. Die Dichtungspaste schützt Hanf vor chemischer und biologischer Zersetzung, erleichtert das Einschrauben und füllt verbleibende Lücken im Gewinde.

Vorteile: Dichtungshanf quillt bei Kontakt mit Wasser auf, was geringfügige Bewegungen im Gewinde sowie einen ungenauen Sitz der konischen Schrauben an den Befestigungsrohren aus Stahl ausgleicht. Das Rohrgewinde kann nach dem Festziehen zum Einstellen normalerweise um eine viertel Umdrehung geöffnet werden, ohne dass die Verbindung leckt. Die Hitzebeständigkeit wird auf bis zu 160 °C beschrieben. Bei größeren Temperaturbereichen kann der Werkstoff aufkochen – trotzdem wird Hanf auch bei großen Temperaturen erfolgreich eingesetzt. Trotz der Tatsache, dass Hanf kurzfristiger Hitzeeinwirkung ausgesetzt sein kann, sollten Gewinde von gelöteten oder geschweißten Rohrverbindungen erst nach Abschluss dieser Arbeiten verdichtet werden. Im Gegensatz zu aushärtenden Dichtungsmassen kann die Verbindung später gelöst werden.

Teflonband

Das in Form eines Bandes hergestellte Fluorkunststoff-Dichtungsmaterial behält seine Betriebseigenschaften bei Temperaturen von -200 °C bis + 240 °C und Drücken von bis zu 30 atm bei, sodass das Material uneingeschränkt für die Installation von Sanitär- und Heizungsanlagen verwendet werden kann. Teflonbandversiegelung ist für Frostschutzheizungen geeignet. Das Material schützt das Gewindemetall vor Korrosion, aufgrund der Glätte des Bandes ist die Verbindung leicht zu montieren und zu demontieren.

Der Nachteil des Werkstoffs ist dieselbe Beschaffenheit des Teflonbandes – unter dem Einfluss von Vibrationen und mechanischen Belastungen werden die Rohrverbindungen geschwächt und es kann zu Undichtigkeiten kommen. Teflon-Tape ist nicht für die Montage auf Gewinden mit Drehmechanismen geeignet, insbesondere gilt dies für Ventile und Kräne.

Das Teflonband ist eine praktische Lösung zum Abdichten von Rohrgewinden, das von jedem Bastler und Profi angewendet werden kann. Teflonbänder werden in den meisten Fällen zum Versiegeln von Gewindeverbindungen verwendet und werden in Druckluft-, Wasser- und Gasinstallationen eingesetzt. Teflonbänder sollten nicht in Sauerstoffsystemen verbaut werden, da dieser Einsatzbereich nicht ausreichend Dichtigkeit gewährleistet.

Sie verschaffen eine flexible Möglichkeit, auch als Hobby-Meister flott und einfach zu arbeiten. Dank Teflonbändern können Sie das Gewinde abdichten, jedoch können trotz der einfachen Handhabung schnell kleinere Defekte auftreten. Um Sauberkeit und einwandfreie Dichtheit der Rohre zu gewährleisten, muss sichergestellt sein, dass das Rohrgewinde sauber ist. Das Band oder ein anderer Gegenstand sollte vollständig rein sein und zusätzlich mit einem rückstandsfreien Tuch getrocknet werden.

Gewinde-abdichten-Teflonband
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Sauberes Arbeiten ist der Schlüssel zum Erfolg. Berücksichtigen Sie als ersten Schritt die Richtung des Gewindes. Das Ermitteln der Fadenrichtung ist ganz einfach, dabei müssen Sie als Master das Anbringen des Teflonbandes in Fadenrichtung steuern. Teflonband sollte fest um das Gewinde gewickelt werden, um eine konstante Abdichtung zu gewährleisten. Die Richtung ist an der Drehung des Rohrgewindes zu erkennen. Die meisten Haushalte in Deutschland haben rechts laufende Gewindeverbindungen.

Dichtfaden

Zur Abdichtung von Gewindeverbindungen werden Polyamid- und Fluorkunststoffgarne verwendet, die mit einem Spezialfett ausgestattet sind, das die Montage und Demontage vereinfacht und Undichtigkeiten bei Gewindeverbindungen verhindert. Das Fluorkunststoffgarn stimmt in Eigenschaften und Umfang mit dem FUM-Band überein. Gewindefäden aus Polyamid werden in Rohrleitungen mit einer Mediumtemperatur von bis zu 130 °C und einem Druck von bis zu 16 atm eingesetzt.

Sanitärdichtfäden besitzen alle Vorteile eines Leinenversiegelungsmittels, aber sind viel einfacher zu installieren. Sie verrotten nicht, brechen nicht bei extremen Temperatureinflüssen und schützen das Metall vor Korrosion. Der einzige Nachteil des Materials sind seine hohen Kosten.

Die Abdichtung mit einem Gewindedichtfaden ist so einfach wie die Verwendung eines Dichtungsbandes. Dichtungsfäden bestehen üblicherweise aus Polyamid oder Polyurethan (Polytetrafluorethylen) und werden auch als Teflon-Fäden bezeichnet. Einige dieser Dichtungsfäden, wie z. B. das Tangit-Dichtungsfäden von Henkel, wurden bereits mit Silikonfett imprägniert, um eine bessere Dichtheit und eine leichtere Abdichtung zu erzielen.

Der Faden wird fest um das Gewinde gewickelt, wobei darauf zu achten ist, dass die Fäden sich gegenseitig kreuzen. Wie beim Dichtungsband muss auch beim Dichtungsfaden die Richtung beachtet werden, in der der Dichtungsfaden aufgebracht wird. Die Wickelrichtung erfolgt in Deutschland des Öfteren im Uhrzeigersinn. Denken Sie daran, die erste Gewindereihe frei zu lassen, um sicherzustellen, dass das Schraubgewinde einrastet.

Dichtfaden
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Gewinde abdichten mit nicht trocknenden Pasten

Nicht trocknende Pasten werden auf der Basis von Kunstharzen mit Ölen und Füllstoffen hergestellt. Der Vorteil ist die einfache Handhabung – um die Verbindung abzudichten, ist es ausreichend, die Gewinde der beiden verbundenen Elemente zu schmieren. Nicht trocknende Paste dichtet das Gewinde ab und schützt die Gewindeverbindung vor Korrosion, was die Demontage der Baugruppe erleichtert.
Zu den Nachteilen gehört ein enger Anwendungsbereich – eine nicht trocknende Zusammensetzung ist nur für drucklose oder Niederdrucksysteme geeignet, da sie unter Druck herausgepresst wird. Das Dichtmittel wird unter dem Einfluss aggressiver Umgebungen zerstört und kann daher nicht für Heizsysteme mit Frostschutzmittel verwendet werden.

Trocknende Pasten

Lösliche Dichtungsmassen sind für den Einsatz in Drucksystemen geeignet und können dort die Gewinde abdichten. Um das Gewinde abzudichten, wird die Zusammensetzung auf beide zu verbindenden Teile aufgetragen. Die Werkteile sollten sofort miteinander verbunden werden, damit das Dichtmittel keine Zeit zum Festsetzen hat.

Die Trocknungspaste versiegelt die Gewindeverbindung. Die Versiegelung mit dieser Art von Paste ist nur für die Montage von Gewinden mit geringem Ausmaß geeignet, da sonst das Material beim Trocknen schrumpft und die Schraubverbindung leckt.

Anaerobe Versiegelung

Diese fast flüssige Zusammensetzung ist sehr einfach zu verwenden – sie wird auf ein Dichtband aufgetragen und die Elemente werden verdreht. Anaerobe Dichtungsmassen werden in Abhängigkeit von den Verwendungsbedingungen in verschiedene Typen unterteilt. Daher sollten Sie vor dem Gewinde-Abdichten auf die folgenden Parameter achten:

  • Betriebstemperaturbereich
  • Gewindedurchmesser, der für den diese Art der Dichtung ausgelegt ist
  • die zum Zerlegen erforderliche Kraft
  • Polymerisationszeit

Es ist wichtig zu wissen, dass vor dem Gewinde-Abdichten mit einem anaeroben Dichtmittel die Gewindeverbindung entfettet und getrocknet werden muss. Das Dichtungsmittel eignet sich für Sanitär- und Heizungsanlagen, einschließlich nicht gefrierender Flüssigkeiten.

Fazit: Bei der Auswahl der Gewindedichtung sind die Betriebsbedingungen einer bestimmten Verbindung (Druck, Temperatur, Aggressivität des transportierten Mediums usw.), die Installationsmerkmale der Dichtung und deren Kosten zu berücksichtigen.

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