Fußbodenheizung Wartung – wann und wie oft macht man sie?

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Fußbodenheizung Wartung lohnt sich nicht nur in Bezug auf die Lebensdauer der Anlage, sondern auch im Hinblick auf die Energiekosten.
  • Die Wartung unterteilt sich in mehrere Schritte, die auch einzeln durchgeführt werden können.
  • Die Kosten sind von verschiedenen Faktoren und der Größe der Anlage abhängig.

Fußbodenheizungen haben zwei unschlagbare Vorteile, sie stören die Wohnraumoptik nicht durch Heizkörper und verhindern kalte Füße. Darüber hinaus sind sie wartungsarm, wenn auch nicht wartungsfrei. Doch was gilt es bei der Wartung zu beachten und warum sollte sie überhaupt gewartet werden?

Der Fehlerteufel in der Fußbodenheizung

Ist eine Fußbodenheizung schon einige Zeit in Betrieb, kann es zu Fehlfunktionen kommen, deren Beseitigung teuer werden kann. Damit diese gar nicht erst auftreten, empfiehlt es sich, die Heizung regelmäßig warten zu lassen oder selbst zu warten.

Einige Fehlfunktionen können relativ harmlos sein, wenn zum Beispiel nur in einem Raum die Heizleistung nachlässt. Ursächlich kann ein defektes Raumthermostat, aber auch ein defekter Stellantrieb oder ein Heizkreisventil sein. Eine ganz harmlose Ursache ist Schmutz, welches sich im Heizungswasser angesammelt hat. Dieser wird einfach ausgespült und fertig. Andere Schäden müssen von einem Fachbetrieb beseitigt werden.

Um möglichen Fehlfunktionen vorzubeugen, kann man eine Wartung durchführen lassen. So werden schwere Schäden vermieden, die kostenintensiv sind. Der Heizungsfachbetrieb führt dabei eine Grundreinigung durch. Damit wird ein Absinken der Heizleistung verhindert.

fussbodenheizung-wartung

Wann ist die Fußbodenheizung Wartung durchzuführen

Alte Fußbodenheizungen, die bis zum Jahr 1990 installiert wurden, hatten noch Kunststoffrohre im Heizkreislauf. Die waren jedoch nicht dicht gegen Sauerstoff, weshalb sie leicht verschlammten und der eindringende Sauerstoff zu Korrosionen in der gesamten Heizungsanlage außerhalb des Wasserkreislaufs führte. Die Fußbodenheizungen der nächsten Generation haben bereits sauerstoffdichte Kunststoffrohre. Rohre aus Kupfer sind ebenfalls möglich.

Wann ist nun eine Wartung nötig?

  1. Bei Fußbodenheizungen, die vor 1990 installiert wurden, ist eine regelmäßige Wartung extrem wichtig.
  2. Lassen sich einzelne Räume oder auch Abschnitte gar nicht mehr aufheizen, muss eine Wartung durchgeführt werden.
  3. Neben den Rohren muss die ganze Anlage regelmäßig einer Prüfung unterzogen werden.
  4. Die Verteilung der Wärme leidet manchmal darunter, dass die Ventile des Fußbodenheizungsverteilers sich nicht mehr vollständig öffnen und schließen lassen.
  5. Defekte an den Stellmotoren oder den Raumthermostaten machen eine Wartung notwendig.

Die einzelnen Schritte der Wartung

Die Leitlinien des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, kurz ZVSHK, beschreiben, wie die Wartung durchzuführen ist. Danach ist die Wartung in folgende Schritte gegliedert:

  • die Fehlerdiagnose und Funktionsprüfung
  • dem Entlüften
  • dem Spülen der Heizkreise
  • dem hydraulischen Abgleich.

Allerdings muss nur der erste Punkt zwingend durchgeführt werden. Die übrigen Punkte sind optional. Je nach der Anzahl der durchgeführten Wartungspunkte beläuft sich deshalb die Wartung einer Fußbodenheizung auf 600 bis 2.500 Euro.

Dabei werden folgende Arbeiten im Einzelnen durchgeführt:

  1. Funktionsprüfung: Mit Hilfe eines mobilen Labors werden thermografische Aufzeichnungen gemacht, die Auskunft darüber geben, in welchem Zustand die Anlage ist. Am Verteiler, der Pumpe und den Ventilen werden Sichtprüfungen und Messungen durchgeführt. Im Anschluss erhält man ein ausführliches Analyse-Protokoll. Nur die Analyse durchführen zu lassen kostet etwa 200 Euro.
  2. Entlüftung: Die Fußbodenheizung zu entlüften kostet etwa 50 Euro. Doch es hält den Bedarf an Energie niedrig und diese Investition lohnt sich in jedem Fall.
  3. Spülen der Anlage: Gespült wird mithilfe eines Spülkompressors und hohen Druckverhältnissen. Im gesamten Rohrsystem entsteht ein leichter Überdruck, der Ablagerungen wie Schlamm und Schmutz löst. Manchmal muss ein chemisches Reinigungsmittel zum Einsatz kommen. Meist muss dieser Vorgang mehrfach wiederholt werden, bis schließlich klares Wasser aus dem Heizkreis kommt. Je nach der Größe der Fußbodenheizung liegt der Preis bei etwa 1.000 Euro.
  4. Der hydraulische Abgleich: Hier wird der Fachbetrieb die maximale Heizleistung je Wohnraum ermitteln. Anschließend stellt er den Durchfluss und die Heizungsanlage entsprechend ein. So bekommt jeder Raum so viel warmes Wasser, wie er benötigt. Das spart Energie. Das BAFA und die KfW bieten dafür staatliche Förderprogramme.

Die Häufigkeit der Wartung

Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden, da sie von einigen Punkten abhängig ist.

Durchschnittlich zehn Jahre nach der Installation sollte aber die erste Wartung erfolgen. Das entspricht den Richtlinien des ZVSHK.

Erfahrungsgemäß sollte danach alle zwei Jahre eine Wartung durchgeführt werden. Das kann auch eine einfache Funktionsprüfung sein, die nicht so kostenintensiv ist. Treten im Laufe der weiteren Verwendung Funktionsstörungen auf, so sollte die Heizungsanlage jährlich überprüft werden.

Wer sich für die Spülung entscheidet, obwohl diese kostenintensiv ist, kann länger warten. Kunststoffrohre erfordern alle zwei bis vier Jahre eine Wartung. Für Kupferrohre werden Abstände von fünf Jahren empfohlen.

Die Vorteile einer regelmäßigen Wartung

Wer keine Wartung durchführen lässt, muss damit rechnen, dass Schmutz, Schlamm, Rost und andere Verunreinigungen die Rohre angreifen. In weiterer Folge auch die gesamte Heizungsanlage. Das führt dazu, dass die Fußbodenheizung nicht mehr effizient arbeiten kann. Undichtigkeiten entstehen und der Heizkessel wird angegriffen. Das kann teuer werden, denn schadhafte Teile der Anlage müssen dann erneuert werden.

Durch eine Wartung lässt sich dieses Risiko minimieren und die Fußbodenheizung optimieren. Die Lebensdauer der Anlage kann so wirkungsvoll um bis zu 25 Jahre verlängert werden.

Viel Energie wird schon gespart, wenn die Anlage regelmäßig entlüftet wird. Der Durchfluss wird umso stärker gestört, je mehr Luft sich im System befindet. So kann der Wohnraum nicht mehr vollständig aufgeheizt werden. Natürlich kann man die Wohnraumtemperatur erhöhen, um den Wohlfühleffekt wieder zu erlangen, aber das wäre falsch, denn das benötigt noch mehr Energie und erhöht so die Kosten.

Der hydraulische Abgleich ist eine Maßnahme mit großer Wirkung, die die Energieeffizienz deutlich erhöht. Nach ihm kann man bis zu 20 Prozent der Heizkosten einsparen. Es lohnt sich also, ihn durchführen zu lassen und zwar dauerhaft.

Die Folgen für die Fußbodenheizung ohne Wartung

Eine Fußbodenheizung nicht warten zu lassen kann teuer werden, denn es kommt zu:

  • Verstopfungen in den Rohren
  • Verschlammung in der Heizungsanlage
  • Rost in der gesamten Anlage
  • einer fehlenden Regulierung der Fußbodenheizung, die zu Schäden an den einzelnen Bauteilen und der Anlage führen kann.

Fußbodenheizungen sind zwar pflegeleicht und trotzdem pflegebedürftig. Ganz ohne Wartung geht es also nicht. Auf auftretende Fehlfunktionen sollte man umgehend reagieren, um die Funktionsfähigkeit der Anlage zu erhalten. Alle Vorteile einer Fußbodenheizung bleiben erhalten, wenn man sie regelmäßig durch einen Fachbetrieb warten lässt.

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