Fundamentschalung – das sind die Möglichkeiten

Beim Hausbau unverzichtbar, aber auch die klassische Option, um das Gartenhäuschen oder das Carport auf ein stabiles Fundament zu stellen: Die Fundamentverschalung. In diesem Artikel erörtern wir die Optionen, die den Bauherren bei der Errichtung einer Fundamentschalung offenstehen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Nicht jedes Fundament benötigt eine Schalung
  • Unverzichtbar ist sie beim Streifenfundament und bei der Bodenplatte
  • Die klassische Schalhaut: Holzbretter
  • Die verlorene Schalung ermöglicht zusätzlich eine Dämmung
  • Die Alternative für Gartenhäuschen & Co.: Das Schraubfundament

Die „Gussform“ für das Fundament

Das Fundament trägt die Gebäudelast und gibt diese gleichmäßig an den Untergrund ab. Wird es aus Frischbeton aufgebaut, stellt man zunächst eine Schalung her, in die den flüssigen Beton gießt. Je nach Art der Schalung ist diese entweder nach dem Aushärten des Betons zu entfernen oder bleibt als zusätzliche Dämmung erhalten.

Die drei wichtigsten Elemente einer Fundamentschalung: Traggerüst, Schalhaut und Beton

Ein Schalungssystem besteht aus einem Traggerüst und einer Schalhaut. Das Traggerüst stützt die Konstruktion und ist für die Form des fertigen Fundaments verantwortlich. Die Schalhaut gibt durch ihre Struktur die Oberflächenbeschaffenheit des ausgehärteten Betons vor.

Die Schalhaut erzeugt unterschiedliche Strukturen

Der flüssige Beton nimmt beim Aushärten die Oberflächenbeschaffenheit der Schalhaut an. In eine klassische Holzverschalung gegossen weist die trockene Betonoberfläche beispielsweise eine Holzmaserung auf. Arbeitet man hingegen mit glatten Schalungen aus Kunststoff, erhält man eine glatte Betonoberfläche.

Klassische Fundamentschalung oder Verlorene Schalung: Der Unterschied

Während die klassische Schalung nach dem Aushärten des Betons entfernt wird, bleibt die Verlorene Schalung dauerhaft am Fundament, und dient als zusätzliche Wärmedämmung.
In den meisten Fällen verwendet man zur Herstellung einer Verlorenen Schalung Platten aus dämmendem Material wie Hartschaum, EPS oder XPS. Aber auch Schalbretter kommen zum Einsatz.
Besonders im Trend liegt die Verlorene Schalung mit Schaumpolystrol-Platten. Sie findet vorwiegend beim Bau von Niedrigenergie- und Passivhäusern Anwendung.

Fundament-Schalung
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Welches Fundament benötigt eine Schalung?

Streifenfundament

Bei einem langen und schmalen Fundament spricht man von einem Streifenfundament. Dieses benötigt man überall dort, wo es um den Aufbau von Mauern geht. Es kommt nicht nur beim Bau eines Hauses, sondern beispielsweise auch beim Aufbau einer Gartenmauer zum Einsatz. Ebenso dient das Streifenfundament als Basis zur Errichtung eines Geräteschuppens. Der Handel bietet spezielle Schalungssysteme für Streifenfundamente an.

Punktfundament

In ein Punktfundament betoniert man Träger, Pfähle oder Pfosten ein. Das ist beispielsweise bei auf Trägern stehenden Carports oder auf Pfosten stehenden Terrassenüberdachungen notwendig. Punktfundamente benötigen nicht immer eine Schalung. Soll jedoch zum Beispiel ein Teil des Fundaments aus der Erde herausragen, muss eine Schalung erfolgen. Als Schalhaut verwendet man zumeist Holzbretter oder -platten.

Fundamentplatte

Eine Bodenplatte ist immer dann notwendig, wenn es darum geht, ein erdnahes Bauvorhaben auf problematischem Boden zu verwirklichen. Im Allgemeinen zieht man zum Aufbau einer Bodenplatte dieselben Schalungssysteme heran, die auch beim Aufbau eines Streifenfundaments Einsatz finden.

Unterschiedliche Fundament-Schalungssysteme und deren Vorteile

Neben der klassischen Schalung aus rauen, gehobelten oder geflammten Holzbrettern kommen als Schalungshaut folgende Materialien infrage:

Vorkonfektionierte Bauhilfskonstruktionen, wie beispielsweise die Pecafil®Fundamentschalung, sparen Zeit und Geld. Der Vorteil: Es entfällt bei diesen Schalungssystemen in vielen Fällen das Ausschalen. Die Schalungshaut bleibt am Bauwerk. Hersteller liefern diese Art der Schalung fix fertig auf die Baustelle; der Bauherr verlegt sie nur noch in den Graben.

Einbaufertige Verlorene Schalungssysteme liefert auch die LohrElement GmbH. Die Schalungselemente aus Styrodur schalen nicht nur, sondern dämmen gleichzeitig das Fundament. Der Vorteil dabei: Die Platten wirken als Frostschürze und verhindern das Anfrieren des Erdreichs am Fundament. Mit dieser Art der Fundamentschalung benötigt man viel weniger Zeit, da das Ausschalen entfällt.

Ein Schalsystem aus XPS Platten liefert rekord Holzmann mit seiner Fundamentschalung Easy-Klick Thermo. Die Hartschaumplatten dämmen das Fundament und schützen den Betonkern vor Witterungseinflüssen, was zu einer verbesserten Energieeffizienz beiträgt. Ein weiteres Schalungssystem aus XPS Platten erhält man mit der JACKODUR® Fundamentschalung. Bei beiden Systemen entfällt das Ausschalen.

Speziell für Streifenfundamente geeignet sind die ecofix® Fundamentschalungen. Es handelt sich dabei um ein besonders wirtschaftliches System, da man bei der Arbeit mit dem folierten Gitterwerk sehr wenig Material benötigt. Das Schalungssystem wird vorkonfektioniert angeliefert.

Die Hydra-Fundamentschalung eignet sich hervorragend zur Errichtung eines Streifenfundaments. Das System besteht aus profilierten U-Schalen mit Lochblech, welche man einfach – und ohne Spezialwerkzeug – in die Grube einbringt. Das Ausschalen entfällt.

Bestens geeignet zur Fundamentschalung ist auch die DUO Verbundschalung. Diese Systemschalung besteht aus sehr leichten Einzelpaneelen auf Polymerbasis mit Ankersystem. Das ist vor allem für Baustellen von Vorteil, die ohne Kran arbeiten. Auch im Gartenbau finden die Systembauteile oft Anwendung. Ebenso eignet sich die Leichtschalung zum Bauen im Bestand. Fast alle Einschalungsarbeiten sind ohne Werkzeug durchführbar.

Nachhaltige Fundamentschalung? Gibt es das?

Ja, es gibt sie – die umweltfreundliche Lösung der Fundamentschalung. Sie überrascht vielleicht den einen oder anderen Laien: Die Lösung lautet Polyethylen. Polyethylen ist ein umweltfreundlicher, weil recycelbarer Kunststoff. Als jemand, der sein Haus so ökologisch wie möglich bauen möchte, setzt man daher am besten auf Schalungssysteme aus Polyethylen.

Aber auch die gute alte klassische Variante – die Fundamentschalung mit Schalhaut aus Holzbrettern ist eine ökologische Lösung.

Last but not least: Auch andere Lösungen aus Kunststoff können im weitesten Sinne als ökologisch bezeichnet werden. Nämlich dann, wenn es sich um ein wiederverwendbares Schalungssystem handelt.

Die Alternative zum Fundament aus Beton: Das Schraubfundament

Es muss kein Fundament aus Beton sein. Wer den Schmutz und den Arbeitsaufwand scheut, der hat die Möglichkeit, sich mit einem weiteren System auseinanderzusetzen: Mit dem Schraubfundament. Diese Art des Fundaments ist besonders zum stabilen Aufbau eines Gartenhäuschens geeignet, findet aber auch Anwendung im Holz- oder Zaunbau.

Ein geschraubtes Fundament spart Zeit und Nerven, da man den Bau ohne Zeitverzögerung in einem Arbeitsgang fertigstellt. Die Zeit für das Aushärten des Betons entfällt. Von Vorteil ist auch die Möglichkeit des Rückbaus bzw. der Wiederverwendung: Die Erdschraubanker werden dazu einfach wieder aus der Erde geschraubt.

Welches Fundament die beste Lösung ist, kann immer nur individuell nach dem jeweiligen Projekt entschieden werden. Für alle, die sich für eine gute Alternative interessieren, um ihren Zaun oder ihr Gartenhäuschen auf stabilen Grund zu stellen, empfehlen wie das Schraubfundament.

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