Fliesenkleber entfernen – so wird es gemacht!

Hochwertige Fliesen und die zugehörigen Kleber sind für eine jahrzehntelange Haltbarkeit konstruiert, darum lassen sie sich auch nicht so einfach wieder entfernen. Um alte Fliesen von Wand und Boden zu lösen, ist Kraftarbeit gefragt, doch am Ende bleiben immer noch hartnäckige Kleberreste haften. Diese störenden Unebenheiten müssen dringend beseitigt werden, damit sich die Fläche sauber und fachgerecht weiter bearbeiten lässt – aber wie funktioniert das?

Wichtig: Auf die Untergrundbeschaffenheit achten

Der erste Schritt besteht darin, den Untergrund genau in Augenschein zu nehmen: Hält er mechanischen Belastungen stand oder zerbröckelt er relativ schnell? Handelt es sich um einen schadhaften Putz auf stabiler Wand, dann wird es wahrscheinlich besser sein, die Wandbeschichtung mitsamt dem Fliesenkleber abzulösen. Anschließend können Sie dann einen neuen Putz auftragen, der stabil genug ist, den alltäglichen Belastungen standzuhalten.

entfernen

Möchten Sie einen empfindlichen Untergrund lieber erhalten, dann kommen Sie nicht umhin, ausschließlich schonende Methoden zum Entfernen des Fliesenklebers anzuwenden. Im Zweifelsfall ziehen Sie einen Fachmann zu Rate, der Ihnen hilft, den Untergrund zu beurteilen und die passenden Werkzeuge zu finden. Manchmal können Sie auch auf weniger robusten Untergründen mit schweren elektrischen Geräten arbeiten, doch dafür ist einiges Feingefühl und ganz viel Erfahrung vonnöten.

Fliesenkleber entfernen: Welches Verfahren eignet sich für welchen Klebstoff?

Die verschiedenen zum Befestigen von Fliesen genutzten Kleber erfordern unterschiedliche Herangehensweisen. Wenn Sie erkennen können, um welche Art von Klebemittel es sich genau handelt, sind Sie der Lösung des Problems schon ein gutes Stück näher. Im Folgenden listen wir die drei in Frage kommenden Möglichkeiten auf:

  • Dispersionskleber
    Die modernen kunststoffhaltigen Klebstoffe besitzen recht ähnliche Inhaltsstoffe wie reguläre Wandfarben, sie sind allerdings sehr stark bindemittelhaltig. Dispersionskleber lassen sich mit Spezial-Abbeizern für Dispersionsfarben anlösen: Einfach dick einstreichen, einwirken lassen und die gelösten Klebstoffreste mit dem Spachtel entfernen. Öffnen Sie während des Abbeizvorgangs sämtliche Fenster und schützen Sie Haut, Augen und Atemwege vor dem schadstoffhaltigen Mittel. Haben Sie den Fliesenkleber entfernt, waschen Sie die Fläche mit warmem Wasser gründlich ab.
  • Angerührter Klebstoff
    Ein aus Pulver angerührter Klebstoff ist ausschließlich mechanisch entfernbar. Arbeiten Sie entweder manuell mit Hammer und Meißel oder verwenden Sie einen elektrischen Bohrmeißel. Mit einer kleinformatigen Diamantfrässcheibe schaben Sie den Fliesenkleber relativ schnell und effizient vom jeweiligen Untergrund. Tragen Sie dabei eine Schutzbrille gegen Splitter sowie eine Staubmaske.
  • 2-Komponenten-Fliesenkleber
    Reaktionsharze wie Epoxidharz und Polyurethan bilden äußerst stabile Verbindungen; sie lassen sich ebenfalls nur mit mechanischen Mitteln entfernen. Greifen Sie auf ein möglichst leistungsfähiges Werkzeug wie Bohrmeißel oder Fräse zurück, denn allein mit manueller Arbeitskraft ist es wahrscheinlich nicht getan. Auch hier gilt: Schützen Sie sich mit entsprechender Ausrüstung vor Splittern und Staub!

Nach dem Entfernen des Fliesenklebers: Die Fläche neu aufbereiten

Allein mit dem Entfernen des Fliesenklebers ist die Arbeit nicht getan, denn in der Regel eignet sich der frisch freigelegte Untergrund nicht sofort dafür, erneut mit Fliesen oder einem anderen Material belegt zu werden.

fliesenkleber
Der Kleber sollte komplett entfernt werden.

Wandfläche fachmännisch bearbeiten

Zuerst einmal steht eine gründliche Säuberung an, danach verspachteln Sie sämtliche Löcher und schleifen im Anschluss an die Trocknungszeit die gesamte Fläche plan. Erhalten Sie auf diese Weise noch keine tragfähige, völlig ebene Fläche, sollten Sie einen neuen Putz auftragen.

Bodenfläche sachgerecht nachbereiten

Ein vormals gefliester Boden besitzt normalerweise eine robuste und intakte Oberfläche, die sich hervorragend mit leistungsstarken Elektrowerkzeugen bearbeiten lässt. Schleifen Sie den Estrich mit einem speziellen Bodenschleifer, um auch die letzten Reste Fliesenkleber zu entfernen und die Fläche richtig schön glatt zu bekommen. Vielleicht können Sie das Schleifgerät auch in einem Arbeitsgang zum Entfernen des Fliesenklebers und zum Glattschleifen nutzen – andernfalls lösen Sie die Klebereste mit einer harten Diamantfräse und verwenden anschließend das Schleifgerät.

Möchten Sie Ihre Fliesen wiederverwenden?

Falls Ihre frisch von Wand oder Boden entfernten Fliesen noch intakt sind, möchten Sie sie vielleicht an anderer Stelle erneut verwenden. Dafür sollten natürlich auch die Fliesenrückseiten von Kleberresten befreit werden, das funktioniert auf folgende Weise:

Bearbeiten Sie die Kleberreste entweder manuell ganz vorsichtig mit Hammer und Meißel oder elektrisch mit der Flex. Einen Dispersionskleber beizen Sie einfach ab und entfernen ihn anschließend mit dem Spachtel. Falls es nicht gelingt, den alten Fliesenkleber rückstandslos von der Rückseite zu lösen, legen Sie die Fliese beim neuerlichen Anbringen in ein etwas dickeres Mörtelbett, das die Kleberreste umschließt.

Alternativ dazu unsere 2. Anleitung:

Alte Fliesen mit schwerem Gerät von der Wand zu schlagen, das macht jede Menge Arbeit – von dem entstehenden Schmutz und Lärm ganz zu schweigen. Nach dem Entfernen des alten Wandbelags bleibt allerdings immer noch etwas zurück, nämlich der harte Fliesenkleber, der schließlich darauf ausgelegt ist, jahrzehntelang zuverlässig zu halten. Nur eine komplett gesäuberte, glatte Wand lässt sich vernünftig weiter bearbeiten, darum kommen Sie nicht umhin, auch diese hartnäckigen Reste vom Untergrund zu lösen. Doch wie funktioniert das überhaupt?

Zuerst den vorhandenen Untergrund gründlich prüfen

Der erste Schritt zu einer sauberen Wand besteht darin, den zur Verfügung stehenden Untergrund unter die Lupe zu nehmen: Treffen Sie hier auf eine intakte, belastbare Bausubstanz – oder reagieren Putz und Wand empfindlich auf mechanische Belastungen? Bei einem bröselnden Putz stellt sich die Frage, ob Sie ihn nicht besser gemeinsam mit dem Fliesenkleber abtragen, um danach einen neuen Schichtaufbau vorzunehmen. Soll die empfindliche Fläche allerdings erhalten bleiben, müssen Sie mit besonderer Vorsicht vorgehen. Möchten sie einen Bohrmeißel oder eine Fräse verwenden, um Fliesenkleber von einem sensiblen Untergrund zu entfernen, engagieren Sie dafür besser einen Fachmann. Die Alternative besteht darin, zwar schonende, aber langwierige Methoden anzuwenden.

Nach dem Abschlagen der Fliesen bleiben große Mengen Kleberreste zurück

Welche Art von Fliesenkleber wurde verwendet?

Auch die Art des Fliesenklebers entscheidet über Ihre Herangehensweise. Im besten Fall erinnern Sie sich selbst noch daran, wie der betreffende Kleber beim Auftragen beschaffen war:

  • Handelt es sich um ein vormals pulverförmiges Material, das mit Wasser angesetzt wurde? Dann haben Sie es mit einem weitgehend mineralischen Produkt zu tun, das sich chemisch nicht wieder anlösen lässt: Entfernen Sie diesen Kleber mit mechanischen Mitteln, beispielsweise mit dem Bohrmeißel.
  • Dispersionskleber hingegen werden als cremige Substanz angeliefert und aufgetragen, sie sind auch nach dem Trocknen noch chemisch anlösbar. Mit Hilfe eines passenden Abbeizers gelingt es Ihnen, die störenden Reste von der Wand zu bekommen.
  • Wurden vor dem Auftragen des Fliesenklebers zwei cremige Komponenten miteinander gemischt, so handelt es sich um Reaktionsharze, die äußerst schwierig zu entfernen sind. Hier helfen zumeist nur besonders rabiate mechanische Mittel, wie zum Beispiel die Verwendung einer Diamantfräse.
Tipp: Auch die Konsistenz des Fliesenklebers und seine Haftung am Untergrund spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl der Entfernungsmethode. Schlecht haftende Kleberreste von bröckelnder Konsistenz lassen sich womöglich recht leicht manuell mit Hammer und Meißel abklopfen.

Wie erkenne ich, um welchen Fliesenkleber es sich handelt?

Waren Sie nicht dabei, als Ihre alten Fliesen aufgebracht wurden, so können Sie einfach ausprobieren, ob damals ein chemisch lösbarer Klebstoff verwendet wurde. Besorgen Sie sich zu diesem Zweck ein kleines Gefäß Dispersionsabbeizer, streichen Sie einen begrenzten Bereich damit großzügig ein und warten Sie ab, ob die getrocknete Substanz sich dadurch löst. Wenn Sie die Kleberreste nach spätestens einer halben Stunde nicht mit dem Spachtel abkratzen können, dann haben Sie ein Produkt vor sich, das sich ausschließlich mechanisch entfernen lässt. Ob es sich dabei um ein Reaktionsharz oder um einen mineralischen Kleber handelt, ist von untergeordneter Bedeutung, doch häufig durch einen einfachen Sichttest feststellbar: Körniges Material deutet auf Mineralkleber hin, während glatte Oberflächen ohne Körnigkeit wahrscheinlich einem Epoxid- oder Polyurethanharz zuzuordnen sind.

Tipp: Ihre Fliesen befinden sich noch an der Wand? Wenn Sie sich die anstrengende und schmutzige Arbeit sparen möchten, dann denken Sie einmal über folgende Vorschläge nach: Wie wäre es, die neuen Fliesen auf den alten anzubringen? Dafür tragen Sie einfach zunächst einen Haftgrund auf und spachteln die Fläche anschließend mit Fliesenkleber glatt. Als Alternative bietet sich der Fliesenputz von Ultrament an, der sich auch in typischen Nassräumen bewährt hat.

Fliesenkleber mechanisch entfernen: So geht’s!

Fliesenkleber müssen Sie nicht unbedingt manuell mit Hammer und Meißel entfernen

Als Werkzeuge zum Entfernen von Fliesenkleber kommen sowohl manuelle als auch elektrische Geräte infrage. Einige davon haben wir oben bereits genannt, andere kommen noch hinzu. Hier eine kleine Werkzeugliste:

  • Spachtel mit biegefester Klinge
  • Stecheisen
  • Hammer und Meißel
  • Bohrmeißel
  • Multifräse, eventuell mit Diamantblatt
  • Kantenschleifer (Flex mit Schleifaufsatz)
  • Winkelschleifer mit Schleiftopf und Absaughaube
  • Schwingschleifer
  • Betonschleifer

Während die ersten drei Werkzeuge dazu dienen, kleinflächige Bereiche von nicht ganz so fest haftendem Fliesenkleber zu befreien, bringen die letzten sechs Geräte schon mehr Power mit.

Sehr empfehlenswert ist die Nutzung einer Flex mit Schleifaufsatz, damit können Sie sowohl plastische »Nasen« abschneiden als auch flache Kleberstellen glattschleifen. Insgesamt empfiehlt sich der Einsatz einer Schleifmaschine im Anschluss an die grobe Vorarbeit, um die Wände wirklich glatt zu bekommen. Wie immer gilt: Zuerst mit einem groben Schleifpapier vorschleifen, danach immer feiner werden.

Waren Ihre Fliesen auf Estrich gelegt und befinden sich am Boden eher weniger Kleberreste, so verwenden Sie einfach eine Bodenschleifmaschine, um eine glatte Oberfläche herzustellen. Sie müssen sich zu diesem Zweck das teure Gerät nicht kaufen, sondern können es sich auch im Fachhandel oder Baumarkt ausleihen.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie bei Ihrer Arbeit beachten!

Ganz egal, welche Werkzeuge Sie auch anwenden, das Entfernen von Fliesenkleber ist eine reichlich staubige Arbeit, auch gefährliche Splitter können dabei durch die Luft wirbeln. Schützen Sie sich also mindestens mit Handschuhen sowie einem Mund- und Augenschutz; außerdem ist ein Ganzkörperoverall oder zumindest langärmelige Kleidung empfehlenswert. Der Atemschutz muss gegen feine Staubpartikel wirksam sein, grobporige Filter eignen sich hierfür nicht. Wenn Sie mit einem Abbeizmittel arbeiten, sollten Sie ebenfalls für einen effektiven Haut- Augen- und Atemschutz sorgen und den Raum ausreichend belüften.

Denken Sie auch daran, dass der Staub sich sogar bei geschlossenen Türen im ganzen Haus verbreiten kann, er findet seinen Weg durch die schmalen Spalte an den Türen. Kleben Sie darum Ihre Türen rundherum ab und denken Sie daran, Ihre staubige Kleidung bei Arbeitspausen komplett im schmutzigen Raum zu belassen.

Wiederverwertung gewünscht? Fliesenrückseiten von Kleber befreien

Falls Ihre alten Fliesen durchaus wiederverwertbar erscheinen und Sie es geschafft haben, den Wandbelag ohne Schäden zu entfernen, wäre der nächste logische Schritt, die Rückseiten vom Kleber zu befreien.

  • Dispersionskleber beizen Sie von der Fliesenrückseite ab.
  • Anderen Klebersorten rücken Sie mit Spachtel, Hammer und Meißel zu Leibe.
  • Lässt sich der Kleber nicht entfernen, so betten Sie die Fliesen in Dickbettmörtel ein.
Fliesen mit Kleberresten auf der Rückseite können in Dickbettmörtel neu verwendet werden

Sauber und bequem: Alternativen zum Entfernen der Fliesen

Fliesen und Fliesenkleber von Wand und Boden zu entfernen, macht alles andere als Spaß. Es handelt sich um eine schmutzige, laute Arbeit, die ganz gewiss ihre Längen hat. Möchten Sie dieses zweifelhafte Vergnügen doch besser vermeiden, dann kommen zwei interessante Lösungen infrage: Verschönern Sie Ihre Wandverkleidung mit hochwertigen Fliesenaufklebern oder streichen Sie die Fläche mit einer Spezialfarbe. Allerdings ergeben diese beiden Methoden nicht dasselbe perfekte Bild wie eine fachkundig neu geflieste Fläche – dafür sparen Sie aber jede Menge Geld und Nerven.

 

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