Kann man Fliesen streichen?

Das Wichtigste in Kürze
  • Unansehnliche Fliesen kann man ohne viel Aufwand eine neue Optik geben.
  • Mieter müssen den Vermieter um Erlaubnis fragen, bevor sie Fliesen streichen.
  • Es sollten immer hochwertige Lacke und Farben verwendet werden.

Wer bekommt nicht beim Anblick alter, unansehnlicher Fliesen schon am Morgen schlechte Laune? Dann haben wir eine gute Nachricht. Ganz ohne aufwendiges Renovieren und damit ohne Bauschutt kann man ihnen eine ganz neue Optik verpassen. Einfach streichen!

Fliesen streichen, geht das?

Ja natürlich, und zwar nicht nur die Wandfliesen, sondern auch die Bodenfliesen. Gerade für Mieter und Besitzer von Altbauten ist das Streichen von Fliesen eine preislich günstige Variante, um dem Bad oder der Küche einen neuen Look zu geben.

Fliesen streichen

Natürlich kann man die Fliesen auch rausreißen und neu verlegen, aber das macht Schmutz und eigentlich gefällt ja nur die Farbe und das Dekor nicht. Da reicht Streichen doch eigentlich völlig aus. Nur die Trocknungszeit ist etwas lang und die muss man mit einplanen. Etwa eine Woche benötigt man vom ersten Pinselstrich bis zur vollständigen Fertigstellung.

Doch Achtung, bevor man in einer gemieteten Wohnung oder Haus beginnt, die Fliesen zu streichen, benötigt man das Einverständnis des Vermieters. Vom Streichen der Fliesen sollte man absehen, wenn die Fliesen beim Berühren oder Betreten bereits nachgeben. In diesem Fall ist das Trägermaterial defekt und die Fliesen sollten ausgetauscht werden.

Welche Lacke und Farben sind geeignet?

Damit die Optik dauerhaft erhalten bleibt, sollte man nur hochwertige Lacke und Farben verwenden. Das Endergebnis wird langlebig sein und gleichmäßig in der Optik. Ein Lack für eine Fußbodenfliese muss darüber hinaus nicht nur hart, sondern auch abriebbeständig sein.

Diese Lacke und Farben sind geeignet:

Zwei-Komponenten-Fliesenlack:
Er ist strapazierfähig, robust und langlebig. Von daher sehr zu empfehlen, besonders bei Bodenfliesen. Beim Umgang mit diesem Lack sollte man sich genau an die Anleitung des Herstellers halten. Die Trocknungszeiten zwischen den einzelnen Arbeitsschritten ist etwas länger, aber es lohnt sich.

Ein-Komponenten-Fliesenlack:
Dieser Lack ist einfacher zu handhaben als der Zwei-Komponenten-Fliesenlack. Er eignet sich auch zum Streichen der Badewanne oder Räumen, die weniger stark beansprucht werden, gerade auch bei Bodenfliesen. Bei diesem Lack muss der Untergrund aber besonders gut vorbereitet werden.

Kreidefarbe:
Für Kreidefarbe mit einem finalen Lack gibt es heute viele Einsatzmöglichkeiten. Aufgrund der pudrigen Optik heben sie sich deutlich von anderen Farben und Lacken ab. Auch beim Streichen von Fliesen, sowohl an der Wand als auch auf dem Boden finden sie inzwischen Anwendung. Sind die Fliesen mit Kreidefarbe gestrichen, benötigen sie als Abschluss farblosen Zwei-Komponenten-Lack. Es braucht also einen Arbeitsschritt mehr und eine etwas längere Trocknungszeit.

Dieses Werkzeug und Material wird benötigt

Um Fliesen vorbereiten und streichen zu können, braucht es diese Utensilien:

  • ein Cuttermesser und einen Spachtel
  • einen Putzeimer und ein Kniekissen
  • einen handelsüblichen Haushaltsschwamm
  • Pinsel und Farbrollen
  • alternativ eine Silikonspritze
  • Putzmittel und Essig
  • alternativ Profi-Fliesenreiniger
  • Schleifpapier mit einer Körnung von 300
  • Fugenmasse und Fugenweiß
  • Fließspachtelmasse
  • Flüssigkunststoff
  • Haftgrundierung
  • Fliesenlack
  • Fliesenklarlack zum Versiegeln

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Fliesen streichen

Und schon kann es losgehen mit dem Fliesen streichen.

Die Reinigung der Fliesen

Bevor man die Fliesen streichen kann, müssen sie erst einmal gründlich vom Schmutz befreit werden. Fett- und Kleberückstände sollten sich nicht mehr auf den Fliesen befinden. Dazu nimmt man den Eimer, etwas Wasser und ein Putzmittel seiner Wahl. Anschließend werden die Fliesen mattiert, indem man Schleifpapier nimmt und über die Fliesen wischt. Vor dem nächsten Schritt müssen die Fliesen aber gut trocknen.

Schäden an den Fliesen

Jetzt sind die Fliesen geputzt und sollten vor dem Streichen auf mögliche Schäden hin untersucht werden. Das macht man am besten kniend auf dem Boden. Risse, Spalten und Löcher sollten markiert werden, um anschließend ausgebessert werden zu können. Bitte keine Markierung mit Klebeband setzen. Das muss anschließend wieder abgekratzt werden.

Fugen ausbessern

Sind die Fugen beschädigt, werden sie mit Fugenmasse oder Fugenweiß entsprechend den Angaben des Herstellers ausgebessert. Das überquellende Material wird einfach mit dem Schwamm weggewischt. Ist eine Fuge komplett kaputt, kann man sie mit dem Cuttermesser entfernen und nach dem Versiegeln der Fliese wieder neu ziehen.

Risse auffüllen

Mit Flüssigkunststoff kann man kleine Risse in den Fliesen ohne große Probleme auffüllen. Dazu nimmt man Fließspachtelmasse. Sind die Risse beseitigt, müssen die Fliesen noch einmal geputzt werden.

Den Untergrund vorbereiten

Die Fliesen sind nun ausgebessert und sauber. Jetzt wird optimalerweise der Sperrgrund aufgetragen. Auf jeden Fall ist das nötig, wenn vorher mit Spachtelmasse und Fliesenkleber Schäden ausgebessert wurden. Die Sperrgrundierung sorgt für ein ebenmäßiges Farbbild. Darüber hinaus kann die nun aufzutragende Grundierung sauberer und gleichmäßiger aufgetragen werden. Die Originalfarbe der alten Fliese wird mit Sperrgrund nicht mehr durchscheinen. Die Sperrgrundierung sorgt auch für einen atmungsaktiven Feuchtigkeitsaustausch. Für ein Bad absolut empfehlenswert. Die Sperrgrundierung muss gut trocknen, bevor man dann die Haftgrundierung aufträgt. Auf die Herstellerangaben ist zu achten.

Streichen mit Basislack

Bis die Haftgrundierung trocken ist, kann es 24 Stunden dauern. Vor dem Streichen sollte man die Fenster öffnen, denn es wird mit Chemikalien gearbeitet. Bitte nicht das Gesundheitsrisiko unterschätzen. Der Pinsel wird benötigt, um die Ecken zu streichen. Der Farbroller für die Fläche. Der gewählte Basislack wird nun aufgetragen. Es besteht kein Grund zur Sorge, wenn nach diesem ersten Anstrich die neue Fliesenfarbe nicht so aussieht wie gewünscht. Alles im grünen Bereich.

Zweiter Anstrich mit Basislack

Der zweite Anstrich muss solange warten, bis der erste Anstrich trocken ist. Das können auch schon mal zwölf Stunden sein. Ist der Fliesenlack angerührt, kann er über den Zeitraum von sechs Stunden verarbeitet werden. Deshalb muss der Lack erst kurz vor dem Anstreichen angerührt werden. Wer dunkle Farben mit einer hellen Farbe überstreicht, kann bis zu drei Anstriche benötigen.

Die Versiegelung

Ist der letzte Farbanstrich gemacht, muss man zwei Tage warten, bevor man die Silikonfugen neu ziehen kann. Dann streicht man die Fliesen mit Klarlack. Das Aushärten dieser Versiegelung kann bis zu drei Tage dauern. Bodenfliesen dürfen in dieser Zeit nicht betreten werden und Wandfliesen nicht berührt. Für die Reinigung der Fliesen ist es wichtig, auf die Angaben des Lack- und Farbenherstellers zu achten.

Fliesen selbst zu streichen lässt also nicht nur alte Fliesen wieder jung aussehen, sondern spart auch Geld.

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