Estrichaufbau – Das sind die Unterschiede

Das Wichtigste in Kürze
  • Estrich sorgt als Schicht auf dem Boden für Ausgleich und Stabilität, und dient als ein Element zur Verbesserung des Schall- und Brandschutzes.
  • Man unterscheidet drei verschiedene Estricharten: Trockenestrich, Baustellenestrich und Fließestrich.
  • Der Estrichaubau entscheidet sich je nach Untergrund, auf dem er seinen Platz finden soll.

Für Laien klingt das Wort Estrich immer recht abstrakt. Kurz und bündig versteht man hierunter ganz einfach einen Boden ohne Fugen – egal ob in Bad, Wohnzimmer oder in der Garage. Ein Estrich ist Pflicht vor dem Verlegen eines dekorativen Bodens. Je nachdem, wo der Estrich eingesetzt wird, muss er unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen. Daran orientiert sich dann Art und Aufbau des Estrichs.

Estrich: Unabdingbar beim Hausbau

Nachdem der Rohbau eines Hauses fertiggestellt wurde, beginnen aller Regel nach die Estricharbeiten. Bis zum Beginn dieser Arbeiten sind die Oberflächen noch uneben und komplett unansehnlich. Die Lösung: Eine Deckschicht in Form eines Estrichs.

In der Garage zum Beispiel muss dieser im Anschluss nicht noch einmal mit einem dekorativen Fußboden überdeckt werden, sondern kann auch einfach sichtbar bleiben. In Wohnräumen hingegen beschließt üblicherweise ein weiterer Belag wie Fliesen, Teppiche oder Parkett den Aufbau des Fußbodens.

Man sieht: Der Estrich sorgt als Schicht auf dem Boden für Ausgleich und Stabilität, und dient als ein Element zur Verbesserung des Schall- und Brandschutzes. Die dekorative Bodenschicht verlegt man auf den Estrich.

Estrichaufbau

Die verschiedenen Estricharten

Die Art der Verlegung eines Estrichs hängt immer ganz vom Zweck und der Funktion ab. Generell unterscheidet man drei verschiedene Estricharten:

  • Trockenestrich
  • Baustellenestrich
  • Fließestrich

Trocken- oder Fertigteilestrich wird mithilfe von Plattenelementen aus OSB, zementgebundenen Holzspan, Betonwerkstein, Gipskarton, Naturstein, Gipsfaser oder Perlit verklebt, verschraubt oder geklammert. Er ist in den meisten Fällen trocken und schwimmend, also ohne feste Verbindung mit Wand oder Untergrund, verlegbar.

Im Gegensatz zum Trockenestrich stellt man den Baustellenestrich mit Estrichmörtel direkt auf der Baustelle her.

Aber Achtung: Während man flüssigen Estrichmörtel aufträgt und sofort glättet, sollte man Baustellenmörtel vor dem Trocknen lotrecht abziehen.

Beim Fließestrich wird dem Estrich noch zusätzlich ein Fließmittel hinzugefügt. Dadurch verflüssigt der Estrich, was dazu führt, dass er sich selbst nivelliert.

Lage für Lage: Der Estrichaufbau

Je nach Untergrund, auf dem der Estrich seinen Platz finden soll, benötigt es einen unterschiedlichen Aufbau des Estrichs. Denn Fakt ist: Je nachdem, welchen Anforderungen der Estrich genügen muss, unterscheidet sich der Aufbau.

Die beiden Fragen, die sich zunächst stellen, lauten: Welche Schicht befindet sich unter dem Estrich? Und welche darüber? Die Voraussetzung für einen effektiven Estrichaufbau ist zunächst immer ein fachmännisch verlegter Unterboden. Beispielsweise liegt die Bodenplatte auf dem Erdreich auf. Oder sie liegt auf einer Geschossdecke aus Beton oder Holz. Ebenso spielt es eine Rolle, ob und welche Art von Bodenbelag man oberhalb des Estrichs aufbaut.

Estrich direkt auf dem Erdreich aufgebaut

Soll der Estrich auf der Bodenplatte direkt über dem Erdreich aufgebracht werden, muss man vorab entscheiden, ob es sich dabei um einen Wohnraum handelt. Sollte es sich um einen Raum handeln, den man zum Wohnen nutzt, folgt zusätzlich noch eine Dämmung. Bei Nutzkellern und Garagen bleibt der Boden hingegen oft ungedämmt.

Estrich in der Garage verlegen

In einer Garage muss nicht gezwungenermaßen ein Dämmung erfolgen. In diesem Fall bringt man den Estrich gleich direkt auf die Bodenplatte auf. Um den Estrich in einer einheitlichen Dicke aufzubringen, muss man Unebenheiten vorab begleichen, etwa durch eine Ausgleichsschüttung vor dem Auftrag des Estrichs.

In Garagen nutzt man gut und gerne einen belastungsfähigen Verbundestrich. Dieser kann im Anschluss noch gefliest werden, notwendig ist dies aber nicht. Auch eignet sich ein Zement- oder Gussasphaltestrich für Garagen.
Wenn die Wahl auf einen Zementestrich fällt, gehört dieser im Anschluss noch beschichtet, beispielsweise mit Fliesen oder einer speziellen Bodenfarbe. Eine Bodenarbe, die eine gewisse Unempfindlichkeit gegen Salz und/oder Weichmacher aufweist, strotzt auch Autoreifen, die winterlichen Verhältnissen ausgesetzt sind. Das wiederum schont den Estrich.

Estrich für einen Wohnraum über der Bodenplatte

Wird der Raum direkt oberhalb der Bodenplatte zum Wohnen genutzt, muss man auf eine gute Wärmedämmung achten. Das Anlegen einer Feuchtigkeitssperre unter der Dämmschicht gehört hier dazu.

  1. Zu allererst eine Abdichtung auf der Bodenplatte verlegen.
  2. Darauf folgt eine Dämmung.
  3. Darauf wiederum folgt eine Trennschicht. Das kann zum Beispiel Estrichpapier oder Dichtfolie sein.
  4. Erst auf diese Unterkonstruktion wird dann der Estrich verlegt.

In Wohnräumen verlegt man Estrich übrigens meist schwimmend. Dieser Estrich wird mittels Randstreifen (meist selbstklebend und aus Kunststoff) von den Wänden separiert. Dies sorgt in Folge für einen ausreichenden Schallschutz im ganzen Haus.

Auch als Heizestrich ist der Estrich verlegbar. Die Heizrohre befinden sich dabei auf der Sperr- oder auf der Trennschicht, darüber liegt der Estrich, der sich aber nicht nur oberhalb der Rohre befindet, sondern sich auch schützend um die Rohre legt. Auf diese Weise hilft er dabei, die Wärme nachhaltig zu verteilen und Spannungen auszugleichen.

Hinweis: Für alle, die ökologisch sinnvoll bauen wollen, gibt es auch Rand- oder Entkopplungs-Dämmstreifen aus recyclebarer Steinwolle oder aus Hanffilz.

Estrich auf einer Geschossdecke

Bei Geschossdecken ist der Aufbau eines Estrichs ähnlich. Gedämmt wird lediglich dann, wenn der Raum darunter keine Dämmung besitzt. Aber auch, wenn es sich um einen Raum handelt, der nicht ständig genutzt wird: Im Verbund sollte der Estrich auf einer Geschossdecke besser nicht verlegt werden, weil dies zu Einbußen beim Schall- und Wärmeschutz zur Folge hat. Warum Kosten verursachende Einbußen hinnehmen, wenn es auch anders geht?

Estrich im Außenbereich

Wer einen Estrich im Außenbereich verlegen möchte, der muss einige Besonderheiten beachten, um ihn ohne Risse zu konstruieren. Da sich die Materialien des Unterbaus und des Oberbelags in der Regel unterschiedlich ausdehnen, empfiehlt es sich, beim Verlegen elastischen Kleber und ebenso elastische Fugenmasse zu verwenden. Wer sicher gehen will, dass Beschädigungen im Belag ausbleiben, der bringt eine Kräfte aufnehmende Wabenfolie als Zwischenschicht ein. Das trägt dazu bei, ein Aufplatzen von Terrassenplatten zu verhindern.

Aufbau eines Bodens im Außenbereich:

  1. Rohbeton
  2. Isolierung gegen Feuchtigkeit
  3. Estrich
  4. Plattenbelag

Wann darf auf dem Estrich ein Bodenbelag verlegt werden?

Wann die richtige Zeit zum Verlegen des Bodenbelags gekommen ist, entscheidet sich nach dem Trocknungszustand des Estrichs. Der bei der Verlegung sehr praktische Fließestrich benötigt dabei mit mehreren Wochen die höchste Trocknungszeit.

Die Zeit der Trocknung ist immer aber auch jahreszeitenabhängig. Im Winter dauert es für gewöhnlich länger als im Sommer. Manchmal trocknet der Estrich auch gar nicht ganz von alleine. Dann kommt der Bautrockner zum Einsatz, der den Estrich bis zur zulässigen Restfeuchte heruntertrocknet. Ist eine gewisse Gleichgewichtsfeuchte – also ein Gleichgewicht zwischen Estrich und Luftfeuchtigkeit – erreicht, kann der Bodenbelag verlegt werden.

Anders als Fließestrich kann man den Gussasphaltestrich gleich nach dem Abkühlen verlegen. Am Schnellsten geht es beim Trockenstrich. Hier benötigt nur der Kleber, mit dem die Platten verbunden wurden, eine gewisse Trocknungszeit.

Wie teuer ist die Verlegung von Estrich?

Genaue Kosten können hier nicht aufgeführt werden, da dies immer auch vom ausführenden Handwerkerbetrieb abhängt. Gehen Sie im besten Fall von einen Betrag von rund 20 Euro je Quadratmeter (plusminus) aus. In der Regel sind Gussasphalt- und Trockenestrich immer etwas teurer als Fließestrich. Das Einholen verschiedener Angebote lohnt sich auf jeden Fall.

Wer bisher dachte, dass der Aufbau und das Verlegen von Estrich ein unerklärliches Mysterium ist, der durfte sich nun eines besseren belehren lassen. Auch wenn die Details dem Fachpersonal geläufiger sind als dem Laien: Estrich ist nicht so kompliziert, wie man anfänglich vielleicht denken mag.

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