Estrich selber machen – so geht’s!

Das Wichtigste in Kürze
  • Betonestrich lässt sich leicht selbst herstellen und hat eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.
  • Beim Estrich selber machen ist stets auf das korrekte Mischverhältnis zu achten.
  • Betonestrich ist bereits nach wenigen Stunden begehbar.

Estrich wird benötigt für eine Vielzahl von Untergründen. Er gleicht Unebenheiten aus und ermöglicht das Auflegen von Fußböden, wie Kork, Parkett oder Laminat.

Was ist Estrich?

Estrich ist wichtig bei jedem Bau. Ob es sich nun um Aufdeckungen in Betonbauweise oder Massivdecken handelt, ist dabei völlig egal. Nicht nur wer in einem Sanierungsobjekt werkelt benötigt Estrich. Zur Wahl stehen die verschiedensten Estricharten, wie:

  • Calciumsulfatestrich
  • Zementestrich
  • Gussasphaltestrich
  • Magnesiestrich
  • Kunstharzestrich

Diese Estricharten unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Estrich besteht aus Zuschlag, verschiedenen Zusatzstoffen und Zugabewasser. Hauptsächlich jedoch aus Bindemittel.

Entsprechend der Einbauweise wird der Estrich weiter unterteilt:

  1. Fließestrich hat eine weiche Konsistenz und ist selbstnivellierend. (Aufgrund der Konsistenz stellt sich die Ebenheit selbst her.)
  2. Baustellenestrich wird auf konventionelle Art und Weise verlegt. Das bedeutet eine hohe körperliche Belastung. Er wird hauptsächlich bei starken Gefällen verlegt.

Bei Fußbodenheizungen ist die Verwendung von Fließestrich sehr zu empfehlen, da er die Heizungsrohre ohne Hohlraum umschließt. Energieverluste werden so vermieden.

Entsprechend der Art der Verbindung zum tragenden Untergrund gibt es folgende Estricharten:

  • Mit Tragbeton wird Verbundestrich fest verbunden, allerdings ohne schall- und wärmeisolierend zu sein.
  • Mit einer dünnen Zwischenlage wird Estrich auf Trennschicht verbunden. Schall- und wärmeisolierende Eigenschaften sind jedoch kaum vorhanden.
  • Der sogenannte “schwimmende” Estrich, ist Estrich auf einer Dämmschicht. Hier handelt es sich um beweglichen Estrich, der keine direkte Verbindung zu
  • Wänden oder Rohren hat die angrenzen. Er verfügt über besonders gute Eigenschaften.
  • Um Estrich auf einer Dämmschicht handelt es sich bei Heizestrich.
  • Trockenestrich wird ebenfalls als Estrich auf Dämmschicht eingebaut. Er wird bei Gebäudesanierungen und beim Trockenausbau benötigt.

In diesem Artikel geht es um Betonestrich. Dabei handelt es sich um einen Trockenbeton, auch Trockenestrichmörtel genannt. Er eignet sich zur Herstellung von Betonbauteilen, Fundamenten und Estrich. Hergestellt wird er aus Gesteinskörnungen zwischen 0 bis 8 Millimeter zuzüglich Bindemitteln.

estrich-selber-machen

Estrich selber machen

Bei kleinen Flächen lohnt es sich, den Estrich zum Ausfüllen des Untergrunds selbst herzustellen. Video-Anleitungen für Fließestrich finden sich auf Youtube. Hier wird eine Anleitung zum Estrich selber machen für Betonestrich gegeben und natürlich auch Tipps für die richtige Verlegung.

Betonestrich bietet sich immer dann an, wenn sich die Beschaffung von Fertigestrich nicht lohnt. Das ist bei kleinen Reparaturen zum Beispiel der Fall, weil es dafür keine passende Menge an Fertigestrich im Handel gibt.

Für die Herstellung werden benötigt:

  • ein Betonmischer
  • Zement
  • 6er-Gesteinskörnung
  • eventuell Zusatzstoffe
  • Wasser.

Beim Estrich selber machen ist es absolut wichtig, auf das korrekte Verhältnis zu achten. Der Betonestrich ist sonst nicht fest genug. Nachbesserungen sind die Folge. Auf den Zementsäcken findet sich die Anleitung, aber auch im Baufachhandel. Das althergebrachte Mischungsverhältnis 1:3 (1 Raumteil Zement, 3 Raumteile Sand) hat immer noch Gültigkeit. Der Zementgehalt sollte 400 kg/m³ Betonestrich nicht überschreiten

Der Betonmischer lässt sich in einem Baumarkt ausleihen. Er mischt den Betonestrich entsprechend den geforderten Mischverhältnissen. Alternativ kann auf eine Kunststoffbauwanne zurückgegriffen werden. Auch ein Quirl, der in eine Bohrmaschine befestigt wird, eignet sich zum Anmischen. Der Estrichbeton kann umso leichter aufgetragen werden, je flüssiger der Estrichbeton ist. Doch die Trocknungszeit verlängert sich so.

Estrich und Mörtel

Die Eigenschaften von Estrich und Mörtel unterscheiden sich grundlegend. Betonestrich unterscheidet sich von Mörtel vor allem durch die Korngröße und den Zuschlagstoffen. Mörtel ist in den unterschiedlichsten Mischverhältnissen erhältlich und ist feiner als Betonestrich.

Doch auch Mörtel kann selbst gemischt werden, aber es ist auf die Zusatzstoffe zu achten. Natursand eignet sich nicht zur Beimischung, um den Beton abzubinden. Natursand fehlt der hohe Anteil an Salzen. Maurer- beziehungsweise Mörtelsand eignen sich jedoch hervorragend

Einsatzgebiete von Betonestrich

Mörtel wird vor allen Dingen bei Mauerwerken eingesetzt, da es diese stützt. Betonestrich dient als Ausgleichsmaterial bei Fundamenten und Bodenplatten. Steinapplikationen damit zu verputzen ist nicht empfehlenswert, da die Korngröße zu fein ist. Als Untergrund für Laminat, Parkett oder Fliesen eignet sich Betonestrich jedoch hervorragend, da aus Zement als Bindemittel, Kies und Wasser hergestellt.

Viele Verwenden Zementestrich, weil er über eine gute Festigkeit verfügt und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist. So kann man ihn innen und außen anwenden, ohne Probleme zu bekommen. Die Trocknungszeit ist mit 20 bis 30 Tagen etwas lang. Deshalb wird er weniger im privaten Bereich und mehr im gewerblichen Baubereich angewendet. Auch für Fundamente, die nicht unter Zeitdruck errichtet werden müssen, eignet er sich.

Anleitung zum Estrich selber machen

Betonestrich, der bereits nach ein paar Stunden begehbar ist, wird auch Schnellestrich genannt. Nach bereits einem Tag kann er bereits verlegt werden. Wer zum Beispiel wenig Zeit hat und eine Fußbodenheizung verlegen möchte, ist mit ihm gut beraten.

Das sind die einzelnen Schritte beim Verlegen von Betonestrich:

  • Der Untergrund muss gut vorbereitet werden. Er muss sauber, tragfähig sowie frei von Verschmutzungen sein. Die Randdämmung wird spannungsentkoppelt angelegt. Diese müssen die Ausmaße der zu verlegenden Dämmplatten haben, die auf Polystyrol-Basis sind. Die Randdämmung wird als Dehnungsfuge eingesetzt. Das ist besonders wichtig bei Heizestrich.
  • Mit einer PE-Folie wird nun eine Trennschicht darauf gegeben, die die Randdämmung vollständig bedecken muss. Nun kann der Betonestrich angemischt werden.
  • Der in der gewünschten Konsistenz angerührte Betonestrich wird anschließend ganz gleichmäßig auf die PE-Folie aufgetragen. Die Verlegehöhe soll am Ende etwa vier bis fünf Zentimeter betragen. Betonestrich, der zu viel ist, wird mit einem Cuttermesser abgetragen. Mit einer Dachlatte kann der Betonestrich abgezogen werden. Ähnliche Teile eignen sich jedoch auch. Zur Kontrolle benutzt man eine Wasserwaage.
  • Ist der Betonestrich abgezogen, muss er noch geglättet werden. Dafür sind Reibebretter und Stahlglätter bestens geeignet. Die Dehnungsfugen müssen jedoch Beachtung finden. Ansonsten kommt es zur Rissbildung beim Trocknen.

Schutzkleidung beim Estrich selber machen

Um Hautreizungen, gereizte Atmungsorgane oder verätzte Schleimhäute zu vermeiden, braucht es die entsprechende Schutzkleidung. Man muss darauf achten, den Kontakt des Pulvers mit der Haut oder den Augen zu vermeiden. Deshalb muss eine Atemschutzmaske, Handschuhe, eine Brille und lange Arbeitsbekleidung getragen werden.

Fazit

Betonestrich lässt sich leicht selber machen. Er bildet die Basis, um Unebenheiten auszugleichen und Untergründe für das Verlegen von Laminat, Parkett und Fliesen vorzubereiten. Es gibt verschiedene Arten von Estrich, die je nach Trocknungszeit, Anwendungsgebiet und Flächengröße eingesetzt werden können. Der Unterschied der einzelnen Estricharten liegt in ihren Dämmeigenschaften, der Trocknungszeit und der Widerstandskraft bei Feuchtigkeit.

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