Erlenholz – ein helles, freundliches Holz für den Innenausbau, für Spielzeuge und als Imitat teurer Holzarten

Das Wichtigste in Kürze
  • Erlenholz verleiht durch seine helle Farbgebung in gelblich braunen Farbtönen Innenräumen einen freundlichen Charakter, wenn das Mobiliar daraus gefertigt wurden.
  • Erlenholz kann als Imitat für exklusive Hölzer genutzt werden, indem es in entsprechender Farbe gebeizt wird.
  • Eine besondere Beliebtheit erlangt Erlenholz als Baustoff für Kindermobiliar und Kinderspielzeug.
  • Erlenholz ist preiswert in der Anschaffung und unproblematisch in der Bearbeitung und bei der Behandlung der Oberfläche.

Auf der Suche nach einem Baustoff für helle Möbel oder für die Gestaltung von Innenräumen, der nicht allzu teuer ist und dennoch einen gewissen optischen Reiz hat, wird man auf Erlenholz stoßen. Auch bei der Frage nach dem Material für Kinderspielzeug oder Drechselprodukte wird man Erlenholz in Erwägung ziehen. Im folgenden Abschnitt lässt sich mehr über Erlenholz als Baustoff erfahren.

Die Herkunft von Erlenholz

Erlenholz ist das Nutzholz von Bäumen der Gattung Alnus. In Europa gibt es die Arten Schwarzerle (Alnus glutinosa), Grauerle oder auch Weißerle (Alnus Indiana) sowie die Italienische Erle, die in Kalabrien und auf Korsika wächst. In den USA und in Kanada gibt es die Amerikanische Roterle, die auch als Oregon-Erle bekannt ist.

Wenn Erlenholz als Baustoff genutzt werden soll, bezieht man aus ökologischer Sicht am besten die einheimischen Arten. Die Bäume werden bis zu 30 Metern hoch.

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Die Optik und die Eigenschaften von Erlenholz

Das Holz weist eine feine Maserung auf und hat einen hellbraunen bis rötlich gelben Farbton. Die feinen Gefäße im Holz sind zerstreutporig angelegt. Holzstrahlen findet man nur vereinzelt, sie sind dann als zarte Spiegel auf der Holzoberfläche sichtbar. Spiegel gelten im Eichenholz als edel und auch bei Erlenholz haben sie einen gewissen optischen Reiz.

Typisch für Erlenholz sind die zahlreichen Markflecken, an denen das Holz gut zu erkennen ist. Das frische Holz ist durch Oxidation orange gefärbt, der Farbton dunkelt dann aber beim Trocknen und bei der Einwirkung von Licht nach und die orange Einfärbung wechselt zu einem gelblich braunen Farbton. Das Kernholz unterscheidet sich optisch nicht vom Splintholz, die Erle gehört also zu den Splintholzbäumen.

Erlenholz ist ein eher weiches und kaum elastisches Holz. Die Bearbeitung ist, aufgrund der Weichheit, daher ohne Einschränkung möglich. Man kann verschiedene Werkzeuge dafür nutzen, wie zum Beispiel die Säge, den Hobel, Schleifpapier, den Meißel, die Fräse, das Schnitzmesser sowie die Drechselmaschine. Erlenholz eignet sich nur für den Innengebrauch, da es der Witterung nicht standhält. Das Holz neigt, ebenso wie Lindenholz, zu Verstockung. Dabei quellen die Holzfasern auf und brechen krümelnd auseinander. Dann ist es praktisch nicht mehr zu gebrauchen. Auch gegen Pilzbefall und Schädlinge ist es nicht sehr widerstandsfähig.

Im Freien oder im Kontakt mit der Erde ist Erlenholz nicht witterungsbeständig, es ist allerdings äußerst stabil, wenn es sich unter Wasser befindet. Dann hat es ähnlich stabile Eigenschaften wie Eichenholz. Angeblich wurden die Pfähle in der Stadt Venedig zur Hälfte aus Eichenholz und zur anderen Hälfte aus Erlenholz gefertigt. Bei der Nutzung von Erlenholz als Baustoff kann man gut mit Schrauben oder Leim arbeiten, beim Vernageln wird das Holz jedoch splittern.

Jede Oberflächenbehandlung ist ohne Einschränkung möglich, was dem Holz seinen unkomplizierten Charakter verleiht. Erlenholz kann lackiert werden oder mit Hartöl, zum Beispiel Leinöl, behandelt und poliert werden. Bei letzterem entsteht ein sanfter Schimmer und die helle, warme Optik des Holzes kommt gut zur Geltung. Erlenholz lässt sich auch problemlos beizen. Durch die dadurch entstehende Farbveränderung kann exklusiveres Holz imitiert werden, wie etwa Nussbaumholz, Mahagoni und Ebenholz.

Die Anschaffung und die Preise von Erlenholz

Als Brennholz hat Erlenholz durch die Weichheit einen geringeren Brennwert als Buchenholz. Eine Möglichkeit günstig Erlenholz zu beschaffen ist, beim Beschnitt von Uferböschungen etwas abzugreifen, an denen häufig Erlenbäume wachsen. Beim Gartenbauamt kann man erfragen, wann die Bäume geschnitten werden und ob man günstig etwas von dem Holz bekommen kann.

Zum Schnitzen eignet sich schon das Frischholz, da es dann mit dem Messer noch leichter zu bearbeiten ist als im getrockneten Zustand. Im Handel liegen die Preise pro Kubikmeter für ungedämpftes Holz bei 500-700 Euro und für gedämpftes Holz zwischen 600 und 750 Euro. Die Amerikanische Erle ist zu deutlich höheren Preisen und meist in geringen Mengen erhältlich.

Die Verwendung von Erlenholz als Baustoff

Erlenholz lässt sich prima für den Bau von Möbeln aus Massivholz einsetzen. Durch die freundliche Optik wird es gern für Kindermöbel, wie Gitter- oder Beistellbettchen, Kleiderschränke, Schreibtische und Wickelkommoden verwendet. Hierbei wird es häufig nur mit Hartöl behandelt und garantiert ein angenehmes schadstofffreies Raumklima, wie es bei allen geölten Massivholzmöbeln der Fall ist, da es keine schädlichen Ausdünstungen gibt. Aber auch Wandvertäfelungen aus Erlenholz verleihen dem Wohnraum ein Wohlfühlklima.

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Des Weiteren lässt sich Erlenholz als Baustoff zur Herstellung von Spanplatten verwendet. Als Faserholz wird es dann den Hauptholzarten Kiefer, Fichte und Buche beigemischt. Beim Drechseln und Schnitzen werden auch Spielzeuge und Holzschuhe aus Erlenholz angefertigt. Für den Möbelbau kann auf Erlenholz als hochwertiges Blindholz zurückgreifen. Erle kann also an Stellen, die nicht sichtbar sind, verbaut werden, da es preiswerter als Edelholz ist, aber eben dennoch als Massivholz verbaut wird.

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Weiterhin wird Erlenholz als Baustoff für Musikinstrumente verwendet und zwar werden Teile von Akkordeons, die Hälse von Gitarren, Lauten und Mandolinen sowie Korpusse von E-Gitarren aus Erlenholz angefertigt und sind dann preiswertere Alternativen. In vergangenen Zeiten wurden häufig die Tische für Nähmaschinen aus Erlenholz hergestellt.

Die Späne von Erlenholz wurden als Räucherspäne verwendet. Spezielle Holzkohlen, die zum Zeichnen verwendet werden, die als Lötkohle eingesetzt werden und die Laboratoriumskohle werden ebenfalls aus Erlenholz hergestellt. Als preisgünstiges aber stabiles Holz wird Erlenholz auch als Baustoff für Paletten und Kisten verwendet, außerdem kann man es für Verkleidungen, beispielsweise von Balken, oder für Furniere einsetzen.

Ein weiterer Verwendungszweck liegt in der Anfertigung von Modellen. Aufgrund der unkomplizierten Verarbeitung und des niedrigen Anschaffungspreises eignet es sich hervorragend als Baustoff für Modelle zur Darstellung von geplanten Bauwerken oder anderen Objekten.

Erlenholz ist ein geeigneter Baustoff für vielzählige Zwecke, die den Innenraum betreffen. Weiterhin lässt sich seine Beständigkeit unter Wasser gut nutzen. Als preiswerte Alternative kann es somit statt teuren Eichenbohlen unter Wasser verbaut werden, etwa bei Pfahlbauten, sowie im Möbelbau, mit entsprechender farbverändernder Beize, wo es Edelhölzer imitieren kann. Aber auch als eigenständiges charakteristisches Holz mit ansprechender Optik für Mobiliar und Spielzeug verdient es positive Beachtung.

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