Einfamilienhaus Anbau – welche Möglichkeiten gibt es?

Das Wichtigste in Kürze
  • Aufwändig und teuer: Die Aufstockung des Dachgeschosses
  • Fix zu mehr Platz: Der Anbau in Modulbauweise
  • Macht aus dem Haus ein Paradies: Der Wintergarten
  • Ein Accessoire für das Haus, ein Plätzchen für die Hausherrin: Der Balkon
  • Jede Wertsteigerung macht eine Finanzierung möglich

Wenn die Familie wächst, wird oft das Haus zu klein. Auch der Hausrat wird mit der Zahl der im Haushalt lebenden Personen nicht unbedingt weniger. Zeit für einen Anbau an das bestehende Einfamilienhaus. Hier ein kleiner Überblick über die Möglichkeiten eines Anbaus.

Einfamilienhaus Anbau
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Aufstockung des Dachgeschosses

Viele Familien entscheiden sich für die Aufstockung des Dachgeschosses. Gründe, warum der Ausbau auf die Dach-Aufstockung fällt, sind

  • die Bewohnbarkeit des Hauses während der Bauarbeiten
  • der Wegfall der Notwendigkeit, ein teures Grundstück zuzukaufen sowie
  • die schnelle Fertigstellung.

Dabei zählt gerade diese Art des Ausbaus zu den teuersten überhaupt.

Sobald es sich um eine bauliche Veränderung handelt, muss man sich um eine Baugenehmigung kümmern. Welche gesetzlichen Regelungen dabei gelten, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Kniestock erhöhen: Keine günstige Angelegenheit

Mehr Wohnraum schafft man beispielsweise mit der Erhöhung des Kniestocks. Obwohl es bei näherer Betrachtung nicht mehr Wohnraum, sondern mehr Stellfläche bringt. Die Dachschräge wird hierfür um mindestens 80 cm nach oben versetzt, was die Höhe der geraden Wände unterhalb der Dachschräge verändert.

Die Erhöhung des Kniestocks ist nicht kostengünstig. Hausbesitzer müssen tief in die Tasche greifen, wenn sie sich einen solchen Ausbau leisten wollen. Neben dem kostspieligen Ersatz des gesamten Daches fallen noch weitere Kosten für die Baugenehmigung sowie für den Statiker an.

Info:Bei der Erhöhung des Kniestocks muss ein Statiker hinzugezogen werden.

Flachdach aufstocken: Noch teurer als die Erhöhung des Kniestocks

Leichter als die Aufstockung eines Satteldachs ist die Aufstockung eines Flachdachs: Das vorhandene Dach wird dafür einfach zum neuen Geschossboden. Durch ein Steildach gewinnt man bis zu 80 Prozent mehr Raum.

Günstiger macht das die Sache jedoch nicht. Die Aufstockung eines Flachdachs verursacht dreimal höhere Kosten als die Erhöhung des Kniestocks. Zur Umsetzung benötigt man einen Architekten, einen Statiker, einen Zimmerer und einen Dachdecker. Natürlich darf man auch nicht auf die Kosten für anfallende Elektroinstallationen und den Anschluss an die Heizungsanlage vergessen.

Stellt sich nur noch die Frage der Finanzierung. Hier können Hausbesitzer aufatmen: Jede Aufstockung des Dachgeschosses erhöht den Wert eines Hauses. Das macht eine Finanzierung durch ein Hypothekardarlehen möglich.

Info:Erfolgt ein Umbau vom Flachdach zum Steildach, ist mit Mindestkosten von rund 25.000 Euro zu rechnen.

Um eine Etage aufstocken

Dass man beim Aufstocken um eine Etage nicht an der Baugenehmigung vorbeikommt, ist klar. Dass es auch nicht ohne Architekten und Statiker funktioniert, ebenfalls. Nicht sicher ist hingegen, ob auch beim Dach schon eine Erneuerung fällig ist. Ist es noch in einem guten Zustand, setzt man das Dach nach erfolgter Aufstockung wieder auf. Dennoch kommt man in den meisten Fällen nicht um eine zusätzliche Dämmung herum. Auch in diesem Fall handelt es sich also um eine nicht zu unterschätzende Investition.

Bei der Aufstockung um eine Etage müssen auch die Richtwerte der EneV eingehalten werden.

Erweiterung neben dem Baukörper

Klassische Anbauten: Das Haus wächst in Länge oder Breite

Ein- oder mehrgeschossige Anbauten an einem bestehenden Haus vorzunehmen verschafft mehr Wohnraum. Voraussetzung dafür ist, dass genügend verbaubarer Grund zur Verfügung steht.

Auch bei Reihenhäusern oder Doppelhäusern ist ein Anbau möglich.

Voraussetzung für die Verlängerung oder Verbreiterung des Bestandshauses ist natürlich wie immer die Baugenehmigung. Danach kann man damit beginnen, die Bodenplatte zu errichten.

Die Kosten richten sich dabei vor allem nach der Größe des Anbaus. Wer die Nutzfläche seines Bestandshauses um 100 m2 erweitert, muss natürlich mit höheren Kosten rechnen als jener, der sein Einfamilienhaus nur um einen Raum erweitern möchte. Dazu kommen noch die Kosten für den Architekten, den Zimmerer und den Maurer. Ebenfalls hinzurechnen muss man die Kosten einer eventuellen Sanierung oder Modernisierung des Bestandshauses.

Modulbauweise: Schnell, kostengünstig und schön

Seitdem es die modulare Bauweise gibt, gehören monatelange Bauphasen der Vergangenheit an. Heute dauert der schlüsselfertige Anbau inklusive Boden- und Wandbeläge, Beleuchtung, Heizung, Küchen- und Sanitäreinrichtung genau einen Tag. Das vorgefertigte Bauteil wird angeliefert, an das Bestandshaus montiert – am nächsten Tag sitzt man bereits im neuen Anbau.

Modulbauweise
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Ein Raummodul ist binnen kürzester Zeit abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut.

Was die Kosten anbelangt, ist diese Art des Anbaus nicht nur um ein Vielfaches günstiger als die klassische Art der Wohnraumerweiterung. Sie ist auch besser kalkulierbar. Dank der transparenten Preisgestaltung des „Anbaus von der Stange“ hat der Bauherr seine Kosten zu jeder Zeit voll im Griff.

Beim Anbau eines großen modularen Wohnraumes kann man mit rund 30.000 Euro rechnen. Der Preis ist neben der Größe auch von der Ausstattung des Fertiganbaus abhängig.

Wer den Kostenunterschied grob abgeschätzt haben will, kann davon ausgehen, dass die Modulbauweise um rund die Hälfte günstiger ist als ein Anbau in klassischer Bauweise.

Andere Arten des Ausbaus

Erker oder Auslucht

Geht es nur um einen Ausbau im geringen Umfang, kommt vielleicht ein Erker oder eine Auslucht infrage. Sowohl der Erker (also der Vorbau ohne Bodenkontakt) sowie auch die Auslucht (das ist ein ebenerdiger Vorbau) erweitern nicht nur den Wohnraum um bis zu 20 m2. Sie sorgen zudem auch noch für mehr Licht.

Wintergarten

Auch ein Wintergarten erweitert den Wohnraum eines Einfamilienhauses. Der verglaste Raum, der oft nur als Ort für geselliges Beisammensein angesehen wird, kann aber noch viel mehr. Er ist als Arbeits- und Hobbyraum oder als Spiel- oder Esszimmer nutzbar.

Die Kosten variieren dabei stark. Während ein Kaltwintergarten – der sogenannte Sommergarten – schon um rund 4.000 Euro zu haben ist, bewegt sich der Preis für den Anbau eines warmen Wintergartens im selben Preisrahmen wie ein Anbau in Modulbauweise.

Nicht vergessen: In manchen Bundesländern Deutschlands benötigen Sie auch für den Bau eines Wintergartens eine Baugenehmigung!

Balkon

Ein bisschen mehr Wohnraum, ein kleiner Platz an der Sonne oder einfach ein schönes Accessoire für das Einfamilienhaus. Warum auch immer der Wunsch nach dem Anbau eines Balkons entsteht; er hat schon seine Berechtigung. Schließlich bringt er Licht und frische Luft in die Räume, lässt sich begrünen und sorgt für ein separates Plätzchen am Haus.

Der Bau eines Balkons ist im Vergleich zu anderen Formen des Anbaus ein Klacks: Die Kosten bewegen sich um die 4.500 Euro. Damit kann er grob mit den Kosten für den Anbau eines Kaltwintergartens verglichen werden.

Besonders der Anbau in Modulbauweise ist eine Überlegung wert. Ist genügend Grund vorhanden, sind diese günstigen Raummodule der Hit für alle, die nicht monatelang auf einer Baustelle leben wollen. In einem Tag ist der Anbau erledigt – und das um einen günstigen Preis.

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