Eine Heizung entsorgen

Das Wichtigste in Kürze
  • Wer seine alte Heizung entsorgen möchten oder muss, kann dies entweder selbst tun oder einen Fachbetrieb beauftragen.
  • Bei Nachtspeicheröfen und Öltanks ist die Beauftragung eines Fachbetriebes verpflichtend.
  • Die Kosten für die Entsorgung einer Heizung variieren stark, sodass es sich lohnt, verschiedene Angebote einzuholen.

Wer seine Heizung modernisieren oder komplett erneuern will, steht vor der Frage, wohin mit der alten Anlage? Selbst wenn nur die Heizkörper ausgetauscht werden, müssen die Alten entsorgt werden. Doch wohin?

Heizkörper entsorgen

Alte Heizkörper sind meist aus Metall und gehören deshalb ins Altmetall. Als Schrott im klassischen Sinn können diese Heizkörper dann auch entsorgt werden. Wichtig ist, den Heizkörper im Vorfeld zu entleeren, damit sich kein Wasser mehr in ihm befindet. Es ist möglich, die Entsorgung selbst vorzunehmen oder durch eine Fachfirma vornehmen zu lassen.

Heizkoerper-entsorgen

Die Arten von Heizkörpern

Je nach Art des Heizkörpers variieren die Vorschriften für ihre Entsorgung. Folgende Arten gibt es:

  • Rippenheizkörper
  • Plattenheizkörper
  • Röhrenheizkörper
  • Porzellanheizkörper
  • Nachtspeicheröfen.

Rippen- oder Plattenheizkörper bestehen aus Metall und werden deshalb auch als Metall entsorgt. Porzellanheizkörper sind aus Keramik gefertigt und müssen deshalb auf den Wertstoffhof gebracht werden. Je nach Bundesland und Gemeinde landen sie dann entweder im klassischen Bauschutt oder im Hausmüll.

Röhrenheizkörper sind aus Metall gefertigt und werden deshalb ebenfalls als Altmetall entsorgt.

Bei Nachtspeicheröfen ist Vorsicht geboten. Obwohl die Ummantelung aus Metall besteht, verbirgt sich im Inneren oft PCB, Asbest, KFM oder Chrom. Bei diesen Stoffen handelt es sich um Sondermüll, der gesundheitsgefährdend ist.

Nachtspeicheröfen entsorgen

Asbest wurde in von strombetriebenen Nachtspeicheröfen bis 1984 eingebaut. KMF, also künstliche Mineralfasern sind oft in Nachtspeicheröfen enthalten, die bis zum Sommer 1989 hergestellt wurden. Asbest und KMF sind stark gesundheitsgefährdend. Beim PCB handelt es sich um polychlorierte Biphenyle, die bis zum Sommer 2000 eingebaut wurden. Nachtspeicheröfen können deshalb nicht selbst entsorgt werden, da es sich bei diesen Stoffen um Sondermüll handelt, der gesundheitsschädigend ist.

Die Entsorgung von Nachtspeicheröfen darf ausschließlich durch eine Fachfirma vorgenommen werden, die über die Genehmigung nach TRGS 519 verfügt. Dabei handelt es sich um die technischen Regeln für Gefahrenstoffe. Meist werden die Nachtspeicheröfen nicht vor Ort zerkleinert, damit niemand zu Schaden kommt. Man verpackt sie luftdicht und reißfest und transportiert sie ab. Die Kosten belaufen sich auf etwa 250 € je Nachtspeicherofen.

Lohnt sich die Entsorgung

Wer seine alten Heizkörper selbst entsorgt oder aber eine Fachfirma beauftragt, sollte wissen, dass sich alte Heizkörper auch gut verkaufen lassen. Ausgehend vom aktuellen Schrottpreis kann man mit ihnen noch ein paar Euros verdienen. Lohnenswert ist das dann, wenn mehr als eine Heizung entsorgt werden muss.

Für die Entsorgung auf dem Wertstoffhof muss man meist nichts bezahlen. Bei Abholung fallen in der Regel ortsübliche Gebühren an. In manchen Gemeinden ist es üblich, alte Heizkörper bei der Abholung von Sperrmüll dazuzustellen. Sich vorher darüber zu informieren schafft Sicherheit.

Die Entsorgung eines Heizöltanks

Ein Heizöltank sollte immer durch einen Fachbetrieb stillgelegt oder entsorgt werden. So wird die Umwelt nicht kontaminiert. Die Kosten variieren dabei stark und hängen von folgenden Faktoren ab:

  • um welchen Tanktyp es sich handelt
  • dem Fassungsvermögen des Tanks
  • die Menge an Öl, die noch im Tank vorhanden ist
  • dem Anfahrtsweg des Fachbetriebes
  • die Kosten für die Entsorgung des Restöls.
Heizöl gilt als wassergefährdender Stoff. Deshalb muss die Entsorgung so geschehen, dass die Umwelt nicht verseucht wird.

Laut Gesetz ist der Betreiber einer Heizungstankanlage verpflichtet, einen Fachbetrieb mit der Entsorgung zu beauftragen. Dieser handelt auf der Grundlage der Regelungen des Wasserhaushaltsgesetzes und garantiert so den sicheren Ablauf.

Die Regelung, dass die Entsorgung eines Heizöltanks von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss, findet sich in der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, kurz VAwS. Jeder Betreiber einer solchen Heizölanlage hat die Pflicht, nur ausgewiesene Fachbetriebe mit der Aufstellung, Instandhaltung, Instandsetzung und Reinigung zu beauftragen. Dazu zählt dann eben auch, dass ein Öltank stillgelegt oder entsorgt werden muss.

Fachbetriebe, die zu einer derartigen Entsorgung berechtigt sind, haben eine Berechtigung nach § 19 I WHG. Diese wird unter anderem vom TÜV ausgestellt. Nur diese Betriebe sind auch tatsächlich zur Öltankentsorgung berechtigt. Meist sind sie als Fachbetriebe nach Wasserhaushaltsrecht ausgewiesen. Die Pflicht, einen solchen Fachbetrieb zu beauftragen, beginnt bereits bei 1.000 Liter Tankvolumen und kann bis zu 10.000 Liter umfassen. Abhängig ist das immer davon, in welchem Bundesland sich der Öltank befindet.

Zusätzlich ist die zuständige Wasserbehörde des Landkreises über die Stilllegung des Öltanks zu informieren. Ein Sachverständiger prüft dann, ob der stillgelegte Tank vollständig entleert und gereinigt wurde, der Befüllstutzen abgebaut ist und der Öltank gegen eine versehentliche Nutzung gesichert ist. Er prüft auch, ob keine Hinweise auf eine Grundwasser- und Bodenverunreinigung vorliegen.

Gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt muss nach dem Stilllegen des Öltanks der Nachweis erbracht werden, dass der Heizöltank fach- und sachgerecht außer Betrieb genommen wurde.

Die Kosten belaufen sich auf 500 bis 2.500 €.

So funktioniert die Entsorgung

Zunächst wird die Verbindung zwischen der Tankanlage und dem Heizkessel getrennt. Die Rohrleitungen müssen deshalb ausgebaut und gereinigt werden. Reste von Heizöl werden abgepumpt und anschließend entsorgt. Am Boden des Tanks ist häufig Ölschlamm zu finden. Dieser wird durch eine intensive Innenreinigung entfernt. Das Gleiche gilt für Kondenswasser, welches sich häufig am Boden des Tankes absetzt. Erst dann kann der Fachbetrieb den alten Öltank sicher aufladen und anschließend abtransportieren, um ihn zu entsorgen.

Sind Förderungen für die Entsorgung möglich?

Ist die Entsorgung einer Nachtspeicherheizung eine Energieeffizienz-Maßnahme, so sind die Entsorgungskosten förderfähig. Das kann zum Beispiel sein, wenn eine Modernisierung dazu führt, dass ein Energieeffizienzhaus entsteht. Die KfW bietet in diesem Fall mit dem Programm “Energieeffizient Sanieren” die unterschiedlichsten Förderungen an. Dabei werden auch die Entsorgungskosten für die alte Heizung berücksichtigt. Je nachdem für welche Förderung man sich entscheidet, können die Entsorgungskosten mit einem Zuschlag oder einer Finanzierung verrechnet werden. Ein Beratungsgespräch bietet Klarheit.

Der Ausbau und die Entsorgung alter Öltanks kann durch die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gefördert werden. Das ist dann möglich, wenn eine umweltfreundliche Heizung, wie zum Beispiel eine Hybridheizung neu installiert wird. Der Zuschuss wird anteilig in Höhe der Kosten für die gesamte Investition berechnet.

Wichtig ist jedoch, die Fördergelder vor Baubeginn zu beantragen und einen Energieberater hinzuzuziehen.

Fazit
Eine alte Heizung zu entsorgen kann entsprechend des Typs selbst bewerkstelligt werden oder muss durch einen Fachbetrieb erfolgen. Wichtig ist, sich bereits im Vorfeld über die erforderlichen Schritte zu informieren.

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