Bohrer anschleifen – so gehts!

Das Wichtigste in Kürze
  • Alle Arten von Bohrer können angeschliffen werden, wenn sie stumpf sind.
  • Je nach Bohrerart stehen verschiedene Werkzeuge und Hilfsmittel zur Verfügung.
  • Wichtig ist dabei, sich beim Anschleifen mit Schutzkleidung vor Verletzungen zu schützen.

Ist ein Bohrer stumpf, wird er zum Ärgernis. Doch es gibt auch Risiken, wie eine mögliche Überhitzung, das Abbrechen des Bohrers im Bohrloch oder Brandspuren auf dem Holz, wenn er zu heiß wird. Ganz zu schweigen vom Risiko einer Verletzung. Was also tun?

Bohrer anschleifen

Die Lösung, den Bohrer anschleifen

Der Bohrer ist stumpf, Ersatz ist nicht im Haus und der Baumarkt ist geschlossen. Doch bis er wieder öffnet, kann nicht gewartet werden. Jetzt ist es hilfreich, den Bohrer anzuschleifen. Das ist für diese Bohrerarten möglich:

  • Metall- bzw. Spiralbohrer
  • Steinbohrer
  • Holzbohrer.

Bei Metallbohrern gibt es keine Probleme, wenn man sie anschleifen will. Steinbohrer können mehrmals angeschliffen werden, aber auch Holzbohrer lassen sich anschleifen. Bei ihnen ist es allerdings schwieriger und nur in Grenzen möglich.

Wirtschaftlich ist das Anschleifen immer dann, wenn der Bohrer etwas teurer war und er deshalb auch länger halten soll. Dann ist das Anschleifen ein Muss.

Werkzeuge und Hilfsmittel

Um den Bohrer anzuschleifen, braucht es nicht viel. Die Kosten bewegen sich bei diesen Hilfsmitteln in einem überschaubaren Rahmen. Diese Dinge sind nötig:

  1. Zum Kühlen des Metallbohrers ein Bohr- und Schneidöl.
  2. Eine Anschleifvorrichtung zum Anschleifen des Bohrers.
  3. Spezielle Bohrerschleifgeräte sind hilfreich.
  4. Alternativ eine universelle Schleifstation oder einen Schleifbock.
  5. Von Hand kann der Bohrer mit einer Hand- oder Nadelfeile angeschliffen werden.
  6. Die Alternative wäre eine Schlüsselfeile.
  7. Beim Anschleifen nicht vergessen, die Arbeitsschutzbrille zu tragen.

Maschinell oder Manuell?

Beides ist natürlich möglich. Doch erfordert es etwas mehr Übung, einen Bohrer von Hand zu schleifen. Dafür wird das Ergebnis dann aber auch deutlich präziser sein und der Bohrer wird nicht der Gefahr ausgesetzt, sich zu überhitzen.

Bei Holzbohrern ist es generell so, dass sie nur von Hand geschliffen werden können. Eine Profischleifmaschine für Holzbohrer wäre viel zu kostspielig, da sie mehr als 1.000 Euro kostet.

Von Hand anschleifen

Wer den Bohrer von Hand anschleifen will, kann dazu eine Schlüssel- oder Nadelfeile benutzen. Dazu spannt man vor dem eigentlichen Schleifen den Bohrer in einen Schraubstock. Er muss etwa zwei bis drei Zentimeter herausstehen. Dann kann er geschliffen werden, aber Achtung, immer vom Körper weg. Der Winkel, in dem die verwendete Feile geführt wird, sollte immer gleich groß sein.

Diamantfeilen werden bei HSS-Bohrer verwendet. Die Legierung dieser Bohrerart ist zu hart und zu speziell, als das sie von einer Schlüssel- oder Nadelfeile angeschliffen werden könnte.

Das Anschleifen mit einem Schleifbock

Wer einen Schleifbock benutzt, benötigt eine Schutzbrille. Auf keinen Fall sollte man Handschuhe zum Anschleifen tragen. Das kann zu Verletzungen führen. Mit einem Schleifbock wird der Bohrer exakt im Winkel angeschliffen. Wichtig ist jedoch, dass die Schleifscheibe absolut gerade ist und der Bohrer nicht zu heiß wird. Das Anschleifen eines Holzbohrers gelingt nur mit einer sehr dünnen Schleifscheibe.

Die Bohrerschleifmaschine

Die Bohrerschleifmaschine ist eine ganz spezielle Maschine für ganz bestimmte Arten von Bohrern. Man sollte sich beim Anschleifen immer an die Anweisungen des Herstellers halten. Dazu zählt auch, dass man nur Bohrer anschleift, die auch für diese Art der Maschine geeignet sind. Der Hersteller gibt auch die Einstellungen zum Anschleifen des Bohrers vor. Diese Geräte kann man nicht nur kaufen, sondern auch mieten, was für einen Hobbyheimwerker von Vorteil ist. Während des Anschleifens sollte man regelmäßig den Spitzenwinkel messen, da dieser 118 Grad betragen soll.

Wie viel Grad braucht der Schliff?

Es ist völlig egal, für welche Art des Anschleifens man sich entscheidet. Wichtig ist, dass man weiß, wie viel Grad der Schliff haben muss. Für den Freiwinkel, der außen leicht abfällt, dürfen es drei bis maximal acht Grad sein. Der Spitzenwinkel benötigt genau 118 Grad und die Querschneide muss einen Winkel von 55 Grad zur Mittelachse der zwei Hauptschneiden haben. Die Querschneide ist bogenförmig.

Man setzt an den beiden Hauptschneiden unten an und zieht die verwendete Feile ohne großen Druck nach oben zur Spitze des Bohrers. Dabei folgt man der Drehung, wenn man manuell anschleift. Ist der Schleifbock das Werkzeug der Wahl, legt man den Bohrer auf einen Finger und dreht ihn von Hand immer im Uhrzeigersinn. Dabei folgt man der Schneide bis zur Spitze. Am hinteren Ende wird der Bohrer nach unten gezogen. Dabei muss immer wieder der Winkel geprüft werden. Macht man alles richtig, wird der Spitzenwinkel korrekt ausgeführt und die Querschneide ergibt sich von ganz allein. In jedem Fall muss sie bogenförmig sein.

Auch hier gilt: Übung macht den Meister!

Der Holzbohrer muss angeschliffen werden

Holzbohrer sind deutlich schwerer anzuschleifen als Metallbohrer. Das liegt daran, dass das Profil kleinteilig und kompliziert ist. Darüber hinaus stellt sich die Zentrierspitze oft in den Weg. Verwenden sollte man eine ganz feine Feile oder eine dünne Schleifscheibe, wenn es maschinell sein soll.

Auf keinen Fall darf man die Zentrierspitze beim Anschleifen berühren. Das ist ganz besonders wichtig, wenn diese ein Gewinde hat. Der Spitzenwinkel muss 180 Grad betragen, wobei der Freiwinkel zwischen einem und zwei Grad abfallend sein muss.

Ein Steinbohrer wird angeschliffen

Steinbohrer müssen selten einmal angeschliffen werden. Da die Spitze dieser Bohrerart aus Hartmetall ist, ist ein Anschleifen auch nur begrenzt möglich. Achtung aufgrund des Hartmetalls kann der Bohrer auch leichter brechen, wenn er geschliffen wird.

Bei den meisten Steinbohrern zeigt eine kleine Markierung an, ab wann der Bohrer ausgetauscht werden sollte. Wurde die Markierung erreicht, macht ein Anschleifen keinen Sinn mehr.

Wer einen Schleifbock verwendet, muss auch eine Schleifscheibe nutzen, die für Hartmetall geeignet ist. Wichtig ist, keine Überhitzung zuzulassen. Deshalb ist eine Nassschleifmaschine hier die beste Wahl. Ansonsten benötigt man viel Zeit beim Anschleifen, weil man den Bohrer immer wieder abkühlen lassen und mit Bohr- und Schneidöl besprühen muss.

Steinbohrerspitzen haben auch schon mal zwei und mehr Schneiden. Der Spitzenwinkel beträgt entweder 118 Grad oder 130 Grad.

Fehler vermeiden

Auf keinen Fall sollte der Bohrer zu glühen beginnen oder blau anlaufen. Dann ist es besser, ihn zu ersetzen. Sind die Schneiden ungleich lang, bohrt der Bohrer zu groß. Hier muss die kürzere Schneide nachgearbeitet werden. Ist der Spitzenwinkel nicht gleich, wird der Bohrer schnell wieder stumpf.

Einen Bohrer anzuschleifen ist gar nicht so einfach. Es braucht ein wenig Geschick.

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