Betondecke dämmen – Methoden und Dämmstoffe

Das Wichtigste in Kürze
  • Betondecken isolieren nicht, eine Dämmung senkt den Energieverbrauch.
  • Achtung bei der Wahl des Dämmstoffs achten – er sollte schwer entflammbar, leicht und natürlich gut dämmend sein.
  • Beim Betondecke dämmen ist es wichtig die Mindestraumhöhe zu beachten.

Wann muss eine Betondecke gedämmt werden?

Beton hat keine isolierenden Eigenschaften. Liegt oberhalb der Decke ein unbeheizter Raum, z.B. ein Dachboden, der nur als Speicher genutzt wird oder direkt ein Flachdach, ist eine Wärmedämmung unerlässlich. Nach den geltenden Verordnungen zur Energieersparnis gibt es einheitliche Vorschriften für die Dämmung beim Haus.

Bei alten Ein- und Zweifamilienhäusern, die vom Eigentümer bewohnt werden, gelten verminderte Dämmpflichten bis zu einem Eigentümerwechsel. Seit dem 1.2.2002 haben neue Eigentümer eines solchen Hauses die Verpflichtung, bestimmte Dämmvorschriften innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen:

  • Dämmung der obersten Geschossdecke bzw. Dachdämmung
  • Heizkessel-Austausch, wenn die über 30 Jahre alt sind
  • Dämmung des nicht beheizten Kellers und der Heizungsrohre

Unabhängig von Bauvorschriften ist es ratsam, die Betondecke zu dämmen, wenn darüber liegende Räume nur selten und sporadisch beheizt werden. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich im darüberliegenden Geschoss eine Ferienwohnung befindet, die im Winter selten vermietet wird. Wenig und nur sporadisch geheizt werden auch bestimmte Nebenräume im Dachgeschoss, beispielsweise Gästezimmer. Abgesehen von der Wärmedämmung kann es auch Gründe geben zur Geräuschminderung die Betondecke zu dämmen.

Foto: bigstockphoto.com / Stockfoto-ID: 312681112, Copyright: onzon

Betondecke dämmen – Eigenbau oder Fachmann

Stehen Dämmarbeiten in Innenräumen an, stellt sich die Frage, ob ein Fachbetrieb beauftragt werden soll oder ob die Bewohner selbst die Betondecke dämmen sollten. Die Ausführung der Dämmarbeiten durch einen Handwerker ist zeitsparend, aber auch kostspielig.

Gerade Betondecken können die Eigentümer des Hauses gut selbst dämmen. Abgesehen vom größeren Zeitaufwand und von viel Überkopfarbeit ist es nicht sehr problematisch eine Betondecke zu dämmen.

Betondecken bieten eine ebene, stabile Fläche. Daran lassen sich die Holzkonstruktionen für die Dämmung sehr gut befestigen. Wird exakt gearbeitet, wird auch die neue Decke schön eben und stabil sein.

Soll eine solche Dämmung in einer Mietwohnung vorgenommen werden, handelt es sich um eine bauliche Veränderung, für die die Zustimmung des Eigentümers einzuholen ist. Bei niedrigen Räumen muss beachtet werden, dass bei der Dämmung nicht die Raummindesthöhe unterschritten wird. Die Auflagen für die Raummindesthöhen von bewohnbaren Räumen können bei der örtlichen Baubehörde erfragt und eingesehen werden. Wird ein Handwerksunternehmen beauftragt, die Betondecke zu dämmen, wird die Firma die Hauseigentümer diesbezüglich fachlich beraten.

Decke dämmen – so gelingt die Wärme- und/oder Schalldämmung

Grundsätzlich gibt es zwei Vorgehensweisen für das Dämmen der Decke. Handelt es sich um die obere Geschossdecke und liegt darüber kein begehbarer Raum bzw. ein bereits eingerichteter Raum, kann von oben gedämmt werden. Die Dämmung wird in diesem Fall einfach auf dem Boden des Dachbodenraums angebracht. Das vereinfacht die Arbeiten und beeinträchtigt nicht die Nutzung der Räume unter der Geschossdecke.

Sind in den oberhalb liegenden Räumen schon Böden für eine Wohnnutzung oder andere Nutzung verlegt, muss die Decke von unten gedämmt werden. Um so die Betondecke zu dämmen, muss unterhalb der Decke eine Tragbalkenkonstruktion eingezogen, gefüllt und mit neuen Deckenplatten verkleidet werden.

Obere Geschossdecke durch Bodenisolierung dämmen:

  • Dämmplatten
  • Säge, Cuttermesser
  • Folie für die Dampfsperre

Betondecke dämmen von unten:

  • Holz für die Unterkonstruktion
  • Schrauben
  • Hammer
  • Bohrhammer
  • Bohrmaschine
  • Betonbohrer
  • Holzbohrer
  • Dämmplatten
  • Folie
  • Dampfsperre
  • Tacker
  • Rigipsplatten für die neue Decke
  • Renovierungsmaterial für die abgehängte Decke

Die Arbeiten werden Schritt für Schritt ausgeführt und stellen an einen Heimwerker eigentlich keine besonders hohen Anforderungen. Für die Überkopfarbeiten sollte eine gute Sicherheitsleiter mit Laufsteg benutzt werden.

Die Holzbalken für die Unterkonstruktion können nach Maß zugesägt im Baumarkt oder online bestellt werden. Anderenfalls werden sie vor Ort passen zugesägt. Unter der Decke wird eine Kreuzkonstruktion mit Zwischenräumen für die Dämmplatten befestigt. Beim Betondecke dämmen kann die Konstruktion direkt an der Decke und an den Wandabschlüssen verschraubt werden. Für die Deckenverschraubungen ist der Bohrhammer mit Betonbohrern das beste Werkzeug, da die Schlagbohrmaschine hier schnell versagen kann. Die übliche Bohrmaschine kann mit Holzbohrer für die Einfügung der Querlattenreihen benutzt werden.

Anschließend werden die Dämmplatten fest in die Zwischenräume der Konstruktion gepresst. Es dürfen keine Zwischenräume entstehen. Schließlich wird die Folie für die Dampfsperre auf den Holzbalken mit dem Tacker befestigt. „Richtig angebracht sorgt die Folie aus Aluminium oder Polyethylen dafür, dass kein Wasserdampf in das Dämmmaterial eindringen kann.“ (Quelle) Im nächsten Schritt folgt die Anbringung der bereits zugeschnittenen Rigipsplatten an der Lattung. Jetzt kann die neu eingezogene Zimmerdecke beliebig renoviert werden.

Mit welchen Dämmstoffen die Betondecke dämmen?

Bei der Wahl der Dämmstoffe ist es unerheblich, ob eine Betondecke oder andere Decke gedämmt werden soll. Die Dämmstoffe müssen einer Reihe von wichtigen Eigenschaften gerecht werden:

  • Ausreichende Wärmeisolierung
  • Schwer entflammbar
  • Geringes Eigengewicht
  • Luftdurchlässigkeit zur Vermeidung von Schimmelgefahr
  • Schallschutz
  • Flexibilität zur fugenfreien Einpassung
  • Langlebigkeit
  • Unempfindlichkeit gegenüber Schädlingen

Die Dämmstoffe lassen sich nach Gruppen der Beschaffenheit ordnen:

  • Synthetische Dämmstoffe: EPS (Hartschaum Polystyrol), PUR (Polyurethan) XPS (Hartschaum extrudiert Polystyrol) Kaliumsilikat
  • Mineralische Dämmstoffe – Glaswolle, Schaumglas, Steinwolle, Clciumsilikat, Perlite
  • Nachwachsende Rohstoffe: Zellulose, Hanf, Holzfaser, Kork, Flachs, Kokosfaser Dämmstoffe aus tierischem Stoff – Schafwolle
Foto: bigstockphoto.com / Stockfoto-ID: 160098938, Copyright: brizmaker

Die festen Dämmstoffe aus Hartschaum eignen sich zur belastbaren Dämmung der Geschossdecke von oben. Sie sind unflexibel und müssen sehr passgenau zugesägt und sicher verfugt werden. Eigentlich sind sie der Fassadenisolierung vorbehalten.

Foto: bigstockphoto.com / Stockfoto-ID: 300912418, Copyright: DGM

Um die Betondecke zu dämmen, eignen sich flexible Dämmstoffe wie die verschiedenen Arten von Mineralwolle, die Faserstoffe auch nachwachsenden Rohstoffen und Schafwolle. Diese Stoffe lassen sich leicht zuschneiden und fest in die Holzkonstruktion unter der Decke einpressen. Das trifft auch auf die Schafwolle zu.

Eigenschaften der Dämmstoffe:

Matten aus Mineralfasern lassen sich leicht verarbeiten, eignen sich gut für Wand und Decke, sind feuerhemmend und vergleichsweise günstig. Zellulose wird aus Papierfasern hergestellt und muss zur Minderung der Brennbarkeit mit Mineralsalzen vermischt werden. Die Wärmedämmung ist gut und die Platten sind preisgünstig. Gepresster Kork ist zwar ein Naturstoff. „Allerdings werden zu dessen Herstellung Kunstharze verwendet, die eventuell Formaldehyd abgeben können.“ (Quelle) Die Dämmung ist gut, der leichte Stoff lässt sich einfach verarbeiten.

Dämmstoffe aus Holzfasern eignen sich ebenfalls gut, um die Betondecke zu dämmen. Die Wärmeisolierung ist sehr gut. Die Dämmplatten sind allerdings im Vergleich teurer als die synthetischen Dämmstoffe. Holzfasern werden häufig mit Klebstoffen vermischt, Hanf, der ebenfalls gut isoliert, mit Polyester.

Sehr gut für eine wenig zeit- und arbeitsaufwendige Innenisolierung für Wände und Decken eignen sich die starren Platten aus Kaliumsilikat. Eine Wand oder Betondecke dämmen lässt sich damit sehr einfach, da die Platten direkt aufgeklebt werden. Im Vergleich ist das Material recht teuer.

Sehr gut eignen sich Platten aus Kaliumsilikat, wenn eine Unterkonstruktion an der Decke die zulässige Raumhöhe unterschreiten würde. Eine zusätzliche Dampfsperre ist nicht erforderlich. Die Platten haben eine gute Resistenz gegen Schimmel. Kaliumsilikat ist auch eine gute Lösung, wenn die Decke vornehmlich gegen Schall isoliert werden soll.

Fazit: Verschiedene Methoden, verschiedene Dämmstoffe – Betondecke dämmen
Viele Wege führen zu einer guten Isolierung für die Raumdecke zur Wärmeisolierung und zum Schallschutz. Die Frage ob, die Decke im Eigenbau gedämmt werden oder ein Handwerker beauftragt werden soll, muss jeder Hausbesitzer nach persönlichen Bedürfnissen treffen. Heimwerker können aber sehr gut die Betondecke selbst dämmen.

Eine wichtige Voraussetzung ist eine gute Planung der Methode der Deckendämmung und für die verwendeten Dämmstoffe. Die genannten Dämmstoffe für die Innendämmung lassen sich sehr gut verarbeiten. Alle genannten Dämmstoffe sind leicht und eigenen sich daher gut für die Überkopfarbeit. Wo die Isolierung der oberen Geschossdecke aus Beton nach den geltenden Energieverordnungen beim Hauskauf eine Pflicht ist, müssen die entsprechenden Vorgaben erfüllt werden. Informationen dazu finden sich im Internet und werden von den örtlichen Baubehörden erteilt.

Beiträge aus dieser Kategorie

*AFFILIATE LINKS:

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Informationen neutral und ohne Werbezuschüsse zu recherchieren und unseren Lesern zur Verfügung zu stellen. Um das zu gewährleisten verwenden wir Affiliate Links.

Wenn Sie über diese Links surfen, erhalten wir Zuschüsse die das Portal unterstützen. Es fallen dabei keinerlei zusätzliche Kosten für Sie an.

Diese Webseite verwendet Cookies, um das beste Nutzererlebnis für Dich zu gewährleisten! Mehr erfahren