Betonboden streichen – triste Böden individuell und einfach neu gestalten

Das Wichtigste in Kürze
  • Durch das Streichen eines Betonbodens kann man einem Raum schnell und relativ einfach einen komplett neuen Look verpassen.
  • Bei der Auswahl der Farbe ist auf die Belastung des Betonbodens Rücksicht zu nehmen.
  • Für ein perfektes und langanhaltendes Ergebnis ist die Vorbereitung und Grundierung des Betonbodens unerlässlich.

Derzeit halten immer mehr Betonböden Einzug in private Wohnbereiche. Der größte Anteil der Betonböden befindet sich allerdings immer noch in Garagen oder Kellerräumen. Einen älteren Betonboden streichen bedeutet deshalb auch zu berücksichtigen, dass gegebenenfalls die Oberfläche im Vorfeld zu bearbeiten ist.

Betonboden
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Je nach Örtlichkeit wird ein Betonboden, egal ob alt oder neu, auf verschiedene Art beansprucht. Dieser Umstand sowie der allgemeine Zustand und das Alter der Böden muss bei einem neuen Anstrich berücksichtigt werden. Bei älterem Untergrund ist vor dem Aufbringen neuer Farbe zu beachten, dass die bereits vorhandenen mechanischen Abnutzungen eventuell auszugleichen sind.

Betonböden werden individuell beansprucht

Die Materialien, um einen Betonboden zu streichen sowie die benötigten Vorarbeiten, sollten Verbraucher unbedingt nach bestimmten Kriterien auswählen. Bei neu angelegten Betonböden ist es essenziell, dass diese ausreichend Zeit zur Aushärtung bekommen, da der nachfolgende Anstrich einer Versiegelung ähnelt.
Wäre der Boden weder ausgehärtet und somit nicht abgetrocknet, könnte einerseits eingeschlossene Feuchtigkeit beziehungsweise Wasser nicht vollständig entweichen.

Andererseits ist Betonboden für höchste Belastungen geeignet, wie zum Beispiel in Garagen. Hier entsteht durch ständiges Befahren ein gewisser mechanischer Abrieb auf dem Boden. Dies bewirkt wiederum, dass sich die Poren des Betonbodens öffnen, sodass gewisse Substanzen wie beispielsweise Streusalzreste über die Reifen in Garagen gelangen. Diese können weitere Schäden im Betonboden/Zement verursachen.

Um einen Betonboden zu streichen werden bestimmte Materialien und Werkzeuge benötigt

Als Material sollte bereitstehen:

  • Haftgrundierung und Betonlack/Betonfarbe
  • Klebeband und gegebenenfalls transparenter Decklack

Unterschiedliche Werkzeuge, die zur Vorbereitung hilfreich sind:

  • Betonschleifmaschine
  • Winkelschleifer und Schruppscheibe
  • Spachtel und Gummischieber
  • Quast und Besen

Bei einem neuen Betonboden muss sicher sein, dass dieser komplett ausgehärtet/getrocknet ist. Im Durchschnitt benötigen neu gegossene Betonböden dafür, je nach Wetter und Temperaturen, etwa vier bis zu acht Wochen. Anschließend muss der Boden sorgfältig vom Staub befreit beziehungsweise gefegt werden.

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Alte Betonböden müssen gegebenenfalls erst angeschliffen werden, bevor der Anstrich erfolgt. Auf diese Weise lassen sich auch alte Farbreste und ähnlicher Schmutz entfernen.

Um den Boden von Fremdkörpern und Umweltschmutz zu befreien, ist eine gründliche Reinigung erforderlich. Zu den allgemeinen Vorbereitungsarbeiten, um einen Betonboden zu streichen, gehört unter anderem auch das Abkleben von Abschlussleisten und Wänden sowie Installationsrohren.

Die Grundierung auf den Betonboden streichen

Ist diese gründliche Vorarbeit erledigt, beginnt das Grundieren des Bodens. Durch den Auftrag der Haftgrundierung erhält der Betonboden eine ideale Saugfähigkeit. Diese gewährleistet im Nachhinein eine optimale Verbindung von Zementboden und Betonlack.

Die Grundierung lässt sich entweder mittels Gummischieber/Wasserschieber oder Quast verteilen. Hierbei müssen Verbraucher unbedingt auf die Hersteller- Anweisungen achten, wenn es um die Trockenzeit der Haftgrundierung geht. Letztere sollte so weit wie möglich getrocknet, allerdings nicht komplett ausgehärtet sein.

Nun lässt sich der Betonboden streichen.

Hierfür wird normalerweise ein Zwei-Komponenten-Lack nach Angaben des jeweiligen Herstellers angemischt. Die erste Schicht Lack kann anschließend auf den Betonboden gestrichen werden. Diese Schicht beinhaltet die Farbpigmente. Bei vielen Arten Betonfarbe ist es sehr empfehlenswert zwei Schichten über den Betonboden zu streichen.

Der Betonlack muss danach, entsprechend der Herstellerangabe, trockenen. Zum Abschluss erfolgt der Auftrag des transparenten Decklacks. Dieser Arbeitsschritt wird in einem Durchgang erledigt.

Tipps für die Auswahl der passenden Betonfarbe

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Vorab sollten sich Verbraucher über die Besonderheiten der gewünschten Betonfarbe beziehungsweise des Betonlacks ausführlich informieren. Die jeweiligen Farben und Lacke können unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Dazu gehört unter anderem die Abriebfestigkeit, mechanische Belastbarkeit und Rutschsicherheit.

Geringer belastbare Betonfarben und Betonlacke eignen sich keinesfalls für den Einsatz in Garagen. Hier kommt es einerseits durch die Räder zu einer gewissen Reibung. Andererseits kann Wasser gefrieren, welches sich zwischen Farbe/Lack und Rädern befindet. Dadurch kann der Lack vom Betonboden förmlich angerissen werden. Weiterhin können zwischen Reifen und Lack, durch die spezielle Zusammensetzung, chemische Reaktionen auftreten.

Die Böden von Garagen stehen nur selten im Fokus, da diese letztendlich nur Stellplätze beziehungsweise Nutzräume fürs Auto und andere Fahrzeuge wie beispielsweise Mopeds, Elektrofahrräder oder Ähnliches sind. Die Nutzung des unbehandelten Betonbodens hinterlässt jedoch stets Reifenspuren und gewisse Umwelt-Verschmutzungen, die später schwierig zu beseitigen sind. Betonboden streichen bedeutet deshalb, eine spezielle Garagenfarbe aufzutragen, die den Untergrund pflegeleichter und abriebfester macht.

Warum ist eine besondere Garagenfarbe nötig?

Das Material der Autoreifen beinhaltet gewisse Weichmacher, die klassische Farbe für Fußböden angreift, sowie die Lackierung auflöst. Der Anstrich muss zudem eine extreme Beanspruchung aushalten, da zum Beispiel das Gewicht von Autos auf lediglich vier minimalen Flächen ruht. Des Weiteren wird die Betonfarbe im Winter durch Schmelzwasser angegriffen, welches mit Salz gesättigt ist. Deshalb eignet sich zum Betonboden streichen in Garagen nur eine spezielle Farbe.

Der besondere Zement- und Betonanstrich wird mit einer speziellen Zusammensetzung konzipiert und macht den Betonboden in Garagen ölbeständig, rutschfest sowie insgesamt widerstandsfähiger. Die Farben sind in unterschiedlichen Nuancen wie zum Beispiel Rotbraun oder Grau erhältlich.

Den Betonboden der Garage sorgfältig vorbereiten

Die Materialien, die zum Betonboden streichen benötigt werden, sind zum Beispiel:

  • Garagenlack beziehungsweise Garagenfarbe
  • kleine und große Lammfellrolle
  • Heizkörperpinsel und Stielspachtel
  • Teleskopstange
  • Staubsauger und/oder Besen
  • Kantholz und Klebeband
  • sowie Abdeckfolie und/oder Abdeckpapier

Bevor ein Garagen-Betonboden zu streichen ist, muss eine sorgfältige Reinigung erfolgen. Falls nicht würde die Farbe durch Schmutzpartikel in ihrer Tragfähigkeit beziehungsweise Haftung am Boden negativ beeinflusst. Grober und loser Schmutz wird mithilfe von Besen und Staubsauger entfernt. Ältere Ölflecken lassen sich durch spezielle Ölflecken-Reiniger behandeln und beseitigen. Im Anschluss wird der Garagenboden feucht gewischt, um ihn von Staub und hartnäckigen Verunreinigungen zu befreien. Klares Wasser beseitigt bei nochmaligem Wischen eventuelle Rückstände von Reinigungsmitteln.

Befindet sich noch ein älterer Anstrich auf dem Zementboden der Garage, sollte dessen Festigkeit getestet werden. Lose, mehlende beziehungsweise sandende Farbschichten und Altanstriche müssen durch mechanische Bearbeitung gründlich entfernt werden. Nur dann kann ein neuer Anstrich sauber aufgebracht werden.

Weitere Tipps und professionelle Anleitungen finden Verbraucher zum Beispiel hier.

Die Grundierung fachgerecht auftragen

Um in einer Garage Betonboden zu streichen wird im ersten Arbeitsschritt ebenfalls eine Grundierung aus zwei Komponenten hergestellt. Je nach Hersteller-Anweisung werden diese sorgfältig miteinander vermischt. Die Grundierung muss nun innerhalb kurzer Zeit verarbeitet werden, damit sich die Bestandteile nicht wieder trennen.

Idealerweise beginnen Verbraucher mit dem Betonboden streichen an den Ecken und Rändern des Raumes. Für komplizierte Stellen kommt hierbei ein Pinsel oder eine kleinere Lammfellrolle zum Einsatz. Die Grundierung ist in regelmäßigen Bahnen aufzutragen. Dafür wird die Lammfellrolle abwechselnd horizontal und vertikal über den Boden geführt. Abschließend muss die Grundierung für circa 12 bis zu 48 Stunden (je nach Temperatur und Wetterlage) trocknen. Danach kann die erste Schicht der Garagenfarbe aufgetragen werden.

Garagen-Betonboden fachgerecht streichen

Ist die Grundierung abgetrocknet, wird die Farbe mit ihren zwei Komponenten vermischt. Anschließend kann der Auftrag auf dem Zementboden in gleichmäßigen Reihen mit der Betonfarbe erfolgen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Farb-/Lackschicht deckend ist. Bestehende Altanstriche, müssen eventuell mit einer zweiten Schicht versehen werden.

Neben den klassischen Zwei-Komponenten-Farben bietet der Handel auch praktische 2in1-Systeme. Hierbei ist eine vorherige Grundierung des Betonbodens nicht erforderlich. Stattdessen erfolgt ein Grundanstrich und ein Schlussanstrich. Diese Art Betonboden streichen erlaubt bereits nach etwa 24 Stunden Trockenzeit bei Raumtemperatur das Betreten und nach ungefähr sieben Tagen das Befahren der Fläche.

Beide Varianten Garagenfarbe beziehungsweise Garagenlack sind ölbeständig, pflegeleicht und rutschhemmend.

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