Balsaholz als Baustoff – nicht nur im Modellbau gefragt

Das Wichtigste in Kürze
  • Balsaholz ist ein extrem leichter Baustoff mit einer sehr geringen Dichte. Nur das Splintholz im Stamm des Baumes kann imprägniert und somit als wasserabweisender Baustoff verwendet werden.
  • Aufgrund seiner Eigenschaften lässt sich Balsaholz nur schwer hobeln und feilen. Außerdem eignet es sich nicht für Verbindungen mit Nägeln oder Schrauben. Sehr gut geeignet ist Balsaholz hingegen für die Bearbeitung mit scharfen Werkzeugen wie Messern und – bis zu einem gewissen Grad – Feilen.
  • Balsaholz wird vor allem im Modellbau verwendet. Weitere Einsatzgebiete sind der Schiffbau, der Segelflugzeugbau und der Bau von Surfbrettern sowie Tischtennisschlägern.

Natürliche Baustoffe wie Holz gewinnen in der Baubranche im Zeichen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Holzbaustoffe können ressourcenschonend hergestellt werden und nehmen darüber hinaus eine wichtige Funktion als Träger und Speicher von Kohlenstoffdioxid wahr. Dies gilt auch für Balsaholz, das als moderner und leichter Baustoff nicht nur im Modellbau gefragt ist.

Balsaholz als Baustoff – Vorkommen, Werte und Eigenschaften

Grundsätzlich ist Balsaholz als Baustoff vor allem deswegen gefragt, weil es sehr leicht ist und außerdem mit einfachsten Mitteln effektiv bearbeitet werden kann. Man benötigt für die Bearbeitung von Balsaholz keine komplexen und teuren Maschinen – scharfe Werkzeuge reichen aus, um das Holz in die gewünschte Form zu bringen.

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Gewonnen wird Original Balsaholz ausschließlich aus dem Holz des Balsabaums. Dieser gehört in botanischer Hinsicht zur Familie der Malvengewächse und ist vor allem in den Tropen beheimatet. So wächst der Balsabaum unter anderem im nördlichen Südamerika, in Mittelamerika sowie in den Tropenregionen Asiens und Afrikas.

Der Balsabaum wächst – im Vergleich zu anderen Baumarten – sehr schnell und erreicht eine Höhe von bis zu 50 Metern. In den Tropen wurde Balsaholz ursprünglich vor allem für den Floßbau verwendet. Auch als Korkersatz kam – und kommt es bis heute – vielfach zum Einsatz.

Balsaholz fühlt sich samtartig an und zeichnet sich durch eine außerordentlich geringe Dichte aus. Das Holz verfügt im unbearbeiteten Zustand außerdem über folgende Eigenschaften und Werte:

  • keine dauerhafte Haltbarkeit
  • wird leicht von Pilzen und Insekten befallen
  • die Rohdichte beträgt 0.10 – 0.13 g/ccm
  • die Zugfestigkeit liegt bei 20 – 40 N/mm2
  • die Biegefestigkeit wird mit 15 – 23 N/mm2 angegeben
  • die Druckfestigkeit beträgt 5 – 15 N/mm2
  • die Scherfestigkeit liegt bei 1 N/mm2

Balsaholz als Baustoff – nur das Splintholz wird genutzt

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Aufgrund der spezifischen Eigenschaften von Balsaholz – geringe Haltbarkeit, anfällig für Pilzbefall – wird nicht jeder Teil des Balsabaums als Baustoff genutzt. Aus kommerzieller Sicht ist vor allem das weißliche bis beige Splintholz von Bedeutung. Es besitzt oft eine leicht gelbliche Färbung und trocknet – wie jeder Teil des Balsabaums – nur sehr schwer.

Das Splintholz wird vor allem deswegen als Baustoff verwendet, weil es der einzige Teil des Balsabaums ist, der imprägniert werden kann. Das Splintholz wird unter anderem für Kompositbaustoffe in Sandwichbauweise verwendet.

Das Einsatzgebiet von Kompositbaustoffen mit Balsaholz als Kernbaustoff reicht vom Bootsbau über den Kleinflugzeugbau bis hin zum Bau von Segelfugzeugen. Auch für die Produktion von Tischtennisschlägern und Rotorblättern von Windkraftanlagen wird hin und wieder Balsaholz als Baustoff verwendet.

Balsaholz als Baustoff – Klassiker im Modellbau

Im Modellbau gilt Balsaholz seit jeher als einer der bevorzugten Baustoffe. Mit seiner geringen Dichte und seiner außergewöhnlichen Leichtigkeit eignet sich Balsaholz perfekt für die Herstellung von Modellflugzeugen, Modellhäusern und anderen Objekten.

Balsaholz Modellbau
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Viele Händler bieten Balsaholz im Internet in den unterschiedlichsten Formen und Größen für den Modellbau an – etwa als Platte, Leiste oder als kompletter Bausatz für bestimmte Projekte. Balsaholz wird zudem in verschiedenen Härtegraden und Bearbeitungsstufen angeboten.

Wichtig dabei: Modellbauer sollten bei der Verwendung von Balsaholz darauf achten, dass helleres Holz leichter ist als dunkleres. Dies ist insbesondere bei der Herstellung von Modellsegelfliegern oder Modellschiffen von Bedeutung.

Balsaholz kann außerdem per Airbrush lackiert werden. Man sollte dabei jedoch darauf achten, dass die Lackschicht nicht zu dick aufgetragen wird. Vor der Bearbeitung mit dem Airbrushgerät sollte das Balsaholz zudem eine Grundierung mit vedünntem Epoxidharz erhalten. Andernfalls saugt das Balsaholz den Lack auf.

So bearbeitet man Balsaholz am besten

Wer Balsaholz als Baustoff nutzen möchte, muss bei der Bearbeitung einige Punkte im Auge behalten. So eignet sich Balsaholz aufgrund seiner Eigenschaften nicht für jede Art der Bearbeitung.

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Da es sich um eine sehr weiche Holzart handelt, lässt sich Balsaholz nur bedingt hobeln und feilen. Dies ist nur unter größter Behutsamkeit möglich. Sehr gut lässt sich Balsaholz hingegen mit scharfen Werkzeugen schneiden. Man sollte dabei auf einen flachen Schnitt und eine vorsichtige Arbeitsweise achten – andernfalls bricht das Balsaholz während der Bearbeitung.

Balsaholz kann zudem mit Schleifpapier problemlos geschliffen werden. Da Balsaholz als Baustoff zu leicht und zu zerbrechlich für Nägel und Schrauben ist, empfiehlt sich als einzige Art der Verbindung die Klebung. Hierbei können je nach Verwendungszweck unterschiedlich starke Kleber verwendet werden. Wird Balsaholz als Kompositwerkstoff eingesetzt, sind dagegen auch andere Verbindungen möglich.

Exkurs: Kon Tiki – weltberühmtes Floß aus Balsaholz

Balsaholz als Baustoff – das bedeutet weit mehr als nur Modellbau. So wurde das Holz des Balsabaums nicht nur von den Einwohnern Südamerikas für den Floßbau verwendet, sondern auch von den Einwohnern Hawaiis für den Bau von Surfbrettern – und zwar schon vor vielen Jahrzehnten. Boards aus Balsaholz werden auch heute noch von vielen traditionsbewussten Surfern verwendet.

Weltberühmt wurde Balsaholz zudem durch den Norweger Thor Heyerdahl. Dieser segelte mit seinem Floß Kon-Tiki im Jahr 1947 von Peru aus über den Pazifik. Heyerdahl wollte durch seine spektakuläre und medial viel beachtete Expedition beweisen, dass es bereits vor der Zeit der Inkas möglich gewesen war, mit den damaligen Mitteln bis nach Polynesien zu gelangen. Das Floß aus Balsaholz blieb dann tatsächlich weitaus länger schwimmfähig als von vielen Heyerdahl-kritischen Fachleuten prognostiziert. Balsaholz erwies sich somit diesem Fall als sehr guter Baustoff für Schiffe/Floße.

Fazit
Balsaholz ist trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner sehr spezifischen Eigenschaften ein überraschend vielseitiger Baustoff. Bereits in der Zeit vor den Inkas wurde Balsaholz als Baustoff für den Floßbau eingesetzt. Später kamen Awendungsbereiche wie der Bau von Surfbrettern auf Hawaii hinzu.

Heute ist Balsaholz dank seiner geringen Dichte und seiner extremem Leichtigkeit vor allem als Baustoff im Modellbau und als Kompositwerkstoff gefragt. Die beste Bearbeitungsweise von Balsaholz ist Schneiden – Hobeln und Feilen sind weniger gut geeignet, da Balsaholz dabei leicht bricht.

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