Winter-Check der eigenen vier Wände – Das Haus winterfest machen

In den Wintermonaten setzen Frost, Schnee, Hagel und Sturm nicht nur den Menschen zu, die kalten Witterungsbedingungen sind auch eine Herausforderung für Haus und Garten.

Das Dach, die Fassade, die Haustechnik sowie sämtliche Rohre und Leitungen im und rund ums Gebäude werden stärker beansprucht als in der warmen Jahreszeit.

Die folgende Checkliste führt die wichtigsten Maßnahmen für den Winter-Check der eigenen vier Wände auf.

Das Dach kontrollieren

Der erste Kontrollpunkt bei der Gebäudeaußenseite sollte das Dach sein. Um eine qualifizierte Meinung über den Zustand des Daches erhalten zu können, sollte ein Fachmann beauftragt werden. Dieser prüft, ob keine undichten Stellen vorliegen und ob die Dachziegel noch sicher angebracht sind. Ein Laie kann lose oder zerbrochene Dachziegel ebenfalls erkennen, feine Risse bleiben allerdings auch einem guten Auge oft verborgen.

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Dachziegel können sich im Laufe der Zeit lösen, in der kalten Jahreszeit kann dann Feuchtigkeit eindringen.

Die Sicherheit sollte beim Winter-Check des Hauses den höchsten Stellenwert einnehmen, dies gelte nicht nur für die Bewohner. Schäden am Haus oder mangelnde Vorbereitung auf die Winterzeit können dazu führen, dass beispielsweise Passanten von sich lösenden Dachziegeln getroffen werden. In diesem Fall müssen die Eigentümer für die Schäden haften.

Der Hauseigentümer sollte demnach sicherstellen, dass sich die Außenseite des Daches in einem guten Zustand befindet. Dies umfasst auch die Kontrolle der Standfestigkeit von Antenne, Kamine oder einer möglicherweise vorhandenen Solaranlage. Des Weiteren ist dafür Sorge zu tragen, dass alle Wege ausreichend beleuchtet sind. Dies gilt für die Haustür, den Weg zur Garage und zum Garten sowie für alle Treppen.

Die Überprüfung der Innenseite des Daches ist ebenfalls wichtig, dieser Aspekt ist im Ratgeberartikel „Winter-Check für das Eigenheim“ ausführlicher beschrieben. Etwa alle fünf Jahre sollte der Dachstuhl einer eingehenden Kontrolle unterzogen werden. Dunkle Verfärbungen an den Trägerkonstruktionen oder Korrosion sind beispielsweise Anzeichen, dass Wasser von außen eingedrungen ist.

Dachrinnen und Abflussrohre reinigen

Wichtig ist außerdem die Reinigung der Dachrinnen. Damit die Fallrohre nicht verstopfen oder gar zufrieren, sind die Rinnen von Laub, Zweigen, Ästen und Schmutz zu befreien. Wird dies nicht gemacht, kann es passieren, dass die Dachrinnen überlaufen. Wenn das Wasser über die Fassade oder die Dachkonstruktion herunterläuft, können Schäden entstehen.

Durch die Anbringung eines speziellen Dachrinnenschutzes lässt sich ein Überlaufen verhindern. Hier sammeln sich die Blätter, das Wasser kann ungehindert abfließen. Laubschutz-Systeme sind im Baumarkt und im Fachhandel erhältlich. Diese sollten aus einem witterungsbeständigen Kunststoffmaterial hergestellt sein, das Sturm, Frost und Schnee sowie intensiver Sonneneinstrahlung Stand hält. Die Montage der Kunststoff-Rohre ist einfach und erfordert nicht viel Zeit. Sie werden leicht zusammengedrückt und anschließend in die Dachrinne geklemmt. Eine Fixierung durch Schrauben ist nicht notwendig, da sich die zusammengesteckten Rohre gegenseitig stützen.

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Ein spezieller Dachrinnenschutz verhindert, dass sich Laub ansammelt und die Rinne bei Regen überläuft.

Neben der Reinigung der Dachrinnen sind auch Moos und andere Verkrustungen auf der Dachfläche zu entfernen. Wenn das auf dem Dach vorhandene Moos in den Dachziegeln oder Dachsteinen verwurzelt ist, kann Feuchtigkeit eindringen. In Kombination mit Frostbildung können nachhaltige Schäden an den Dachflächen entstehen. Bei einem Haus ohne Vordach kann es außerdem sinnvoll sein, ein Schneefanggitter über dem Eingangsbereich zu errichten, dieses schützt bei großer Schneemenge vor Dachlawinen.

Checkliste Dach

  • Überprüfung der Dachfläche (Dachziegel und Dachsteine)
  • Dachrinnen reinigen
  • Fallrohre säubern
  • Eventuell Anbringen eines Dachrinnenschutzes
  • Entfernen von Moos
  • Eventuell Montage eines Schneefanggitters über dem Eingangsbereich

Die Fassade überprüfen

Checkliste Fassade

  • Risse in der Fassade ausbessern
  • Schäden im Mauerwerk reparieren
  • Bei Fassadenbegrünung: Fassadenbewuchs zurückstutzen
  • Holzfassade: Austausch von schadhaften Brettern und Leisten
  • Reparatur von schadhaften Holzfenstern

Bei einem Rundgang um das Haus ist die Fassade auf Schäden zu überprüfen. Im Laufe der Zeit können sich Risse im Mauerwerk bilden, in denen sich Feuchtigkeit ansammelt. Dadurch kann es bei dauerhaft niedrigen Temperaturen zu größeren Schäden am Mauerwerk kommen. Des Weiteren kann die Wärmedämmung feucht werden, dies beeinträchtigt die Dämmwirkung. Aus diesem Grund sind vorhandene Risse und Fugen zu schließen, auftretende Schäden sind umgehend zu reparieren. Im Falle einer Holzfassade sind undichte Bretter und Leisten auszutauschen.

Türen und Fenster kontrollieren und absichern

Außentüren und Fensterrahmen zählen zu den typischen Wärmebrücken in einem Haushalt. Ritzen und Spalten an Türen und Fenstern sind gut abzudichten. An undichten Stellen oder nicht richtig eingestellten Türen und Fenstern zieht der kalte Wind in den Wohnbereich, zudem wird unnötig viel Heizenergie verbraucht. Wenn Zugluft festgestellt wird oder sich Tauwasser an der Innenseite der Fenster bildet, sind die Fenster laut Deutsche Handwerks Zeitung auszutauschen. Ein Austausch der Fenster und eine zusätzliche Dämmung der Außenwände sind doppelt sinnvoll: Zum einen tragen die Maßnahmen zu einer Reduzierung der Heizkosten bei, zum anderen schützen sie im Sommer vor großer Hitze.

fenster-winterfest

Bei Fenstern sind vor allem die Gummidichtungen zu überprüfen.

Alte Gummidichtungen bei Türen und Fenstern sollten erneuert werden, unter Umständen kann es auch ratsam sein, die Schließung neu einzurichten. Dies gilt insbesondere bei Kunststoffrahmen. Hier empfiehlt sich eine fachmännische Montage. Bei den Fenstern ist darüber hinaus zu überprüfen, ob die Scharniere sich ohne Schwierigkeiten bewegen lassen, zudem muss das Dichtungsmaterial intakt sein. Dichtungsgummis verschleißen im Laufe der Zeit, sie sollten regelmäßig ersetzt werden. In ihrem Modernisierungsratgeber Energie erläutert die Deutsche Energieagentur (dena), welche Maßnahmen unter anderem zur energetischen Sanierung der Fenster durchzuführen sind.

Checkliste Türen und Fenster

  • Überprüfung der Dichtungslippen unter der Haustür
  • Erneuerung von verschlissenen Gummi-Dichtungen
  • Gummidichtungen an Fenstern überprüfen und gegebenenfalls austauschen
  • Eventuell Fensterscharniere an undichten Stellen nachjustieren

Einbruchsschutz an Türen und Fenstern überprüfen

Die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, demnach ist es wichtig, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen kann der Schutz der eigenen vier Wände erhöht werden. Bei einem Neubau oder im Zuge einer aufwändigen Sanierung wird eine gute Einbruchssicherung in vielen Fällen direkt mitgeliefert. Auch bei älteren Türen und Fenstern gibt es verschiedene Möglichkeiten nachzurüsten. Die Polizei kann bei der Suche nach einem qualitativ guten Handwerksbetrieb behilflich sein. Auf zahlreichen Webseiten der verschiedenen Polizeistellen sind sogenannte „Errichterlisten“ aufgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Liste von lokalen und regionalen Fachbetrieben, die nachweislich in der Lage seien, eine fachgerechte Montage der Einbruchssicherung durchzuführen.

Absicherung der Tür

Die Absicherung des Gebäudes von außen steht an erster Stelle, hier lassen sich viele potenzielle Schwachstellen lokalisieren. Hauptangriffspunkte sind in der Regel die Zugänge in das Gebäude, die von der Straße oder den Nachbarn nur schwer einsehbar sind, beispielsweise Terrassentüren sowie Balkontüren in den oberen Etagen. Experten empfehlen den Einbau von Sicherheitstüren sowie die Installation von Türelementen, die ein Eindringen von außen erschweren. Die Schließzylinder sollten aufbohrsicher sein, zudem empfiehlt sich der Einbau von großen Schließblechen, die mit Spezialdübeln zu befestigen sind. Eine Außenbeleuchtung mit eingebautem Bewegungsmelder und montierten Kameras wirkt abschreckend. Durch das automatische Einschalten der Innenbeleuchtung sowie der Rollläden und Jalousien über eine Zeitschaltuhr wird die Anwesenheit der Bewohner simuliert.

Einbruchschutz an Fenstern

Bei Einbruchsversuchen durch das Fenster ist häufig nicht die Scheibe der zentrale Angriffspunkt, sondern der Fensterbeschlag. Die Fenster sollten mit einer Pilzkopfverriegelung, abschließbaren Fenstergriffen mit Aufbohrschutz und mit einem Verbundsicherheitsglas versehen werden. Zertifizierte Fenster sind gegen ein schnelles Aufhebeln geschützt, je nach Bedarf gibt es Sicherheitsfenster in verschiedenen Widerstandsklassen. Durch den fachgerechten Einbau dieser Sicherheitsvorrichtungen lässt sich der Einbruchschutz erhöhen.

Rohre und Wasserleitungen überprüfen

Checkliste Rohre und Wasserleitungen

  • Anschluss für Gartenwasser abstellen
  • Wasserleitungen entleeren
  • Regentonnen leeren
  • Bodenabläufe kontrollieren

Der Wasseranschluss nach draußen sollte noch vor dem ersten Frost abgedreht und die Leitung gegebenenfalls entleert werden, so kann das Platzen der Rohre vermieden werden.

Tipp: Nach dem Abdrehen des Haupthahns den Außenanschluss offen lassen.

Richtig Heizen und Lüften

Gerade in den Wintermonaten ist das richtige Heizen und Lüften für ein behagliches Raumklima notwendig. Die Wartung der Heizungsanlage sollte spätestens zum Winter hin geschehen. Auch sollte die Heizungsanlage entlüftet werden, gegebenenfalls ist Wasser nachzufüllen. Eine nicht richtig eingestellte Heizungsanlage kann zu einem höheren Energieverbrauch führen. Zudem kann eine gleichmäßige Beheizung aller Räume für eine angenehme Wohntemperatur bei einer falsch eingestellten Heizungsanlage nicht gewährleistet werden. In einem beheizten Wohnraum sollte eine Temperatur zwischen 18°C bis 21°C vorherrschen, die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 45 und 55 Prozent liegen.

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Die Heizkörper sind zu entlüften, da Luft im Heizkörper die Zirkulation des Heizwassers unterbricht.

Eine gleichmäßige und konstante Beheizung der Wohnräume sorgt nicht nur für angenehme Raumtemperaturen, sondern verhindert auch ein Auskühlen der in den Wintermonaten besonders beanspruchten Bauteile wie Außenwände, Tür- und Fensterleibungen sowie Decken zu unbeheizten Dachräumen. Ein deutliches Absenken der Raumtemperatur tagsüber ist demnach nicht sinnvoll, da dies die Entstehung von Wärmebrücken begünstigt. Um eine freie Luftzirkulation zu ermöglichen, sollten die Heizkörper nicht durch Möbel oder andere Gegenstände verstellt sein.

  • Checkliste Heizen und Lüften
  • Heizung warten lassen
  • Heizungsdruck prüfen und gegebenenfalls Wasser nachfüllen
  • Heizkörper entlüften
  • Für gleichmäßige und konstante Beheizung der Wohnräume sorgen
  • Mehrmaliges Stoßlüften über Tag, um Luftaustausch zu gewährleisten

Einen hohen Stellenwert nimmt auch gerade in den Wintermonaten das richtige Lüften ein. Die sich in den Wohnräumen ansammelnde Feuchtigkeit, die durch das Schwitzen und Atmen der Bewohner sowie den Betrieb der verschiedenen Haushaltsgeräte beim Kochen, Waschen, Duschen sowie Baden produziert wird, führt zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit. Laut Umweltbundesamt sollte mehrmals am Tag ein Austausch der Raumluft stattfinden. In der Regel ist es ausreichend, zwei- bis dreimal die Fenster aufzureißen und eine Stoßlüftung (5 – 10 Minuten) durchzuführen.

Die Fenster auf Kipp zu stellen ist hingegen kontraproduktiv, dies fördert lediglich das Auskühlen der Fenster- und Türleibungen.

Fazit

Hausbesitzer können einige der aufgeführten Maßnahmen im Rahmen des Winter-Checks der eigenen vier Wände selbst übernehmen, für technisch anspruchsvolle Aufgaben ist in den meisten Fällen fachmännische Hilfe erforderlich. Wichtig ist, dass die erforderlichen Schritte frühzeitig durchgeführt werden, um nicht unter Zeitdruck zu geraten.

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