Vinyl Bodenbelag – Kaufen, Kleben und Pflegen

 

Das Klickparkett aus Vinyl besteht aus mehreren Lagen, zuoberst liegt zumeist eine transparente Polyurethan-Schicht, die die darunter befindliche Dekorschicht schützt. Zur Stabilisierung dient eine Trägerschicht, die in der Regel aus einer Holzkernträgerplatte (HDF) besteht. Darunter befindet sich zum Abschluss häufig eine Kunststoffrückenschicht, so ist der Holzkern gut vor eindringender Flüssigkeit geschützt. Vinyl gibt es allerdings auch als Rollenware, dann ist das Material homogener und dünnschichtig. Erfahren Sie hier alle wichtigen Fakten zum Vinyl Bodenbelag.

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Die Rollenware ist dünner und günstiger.

Kleiner Einkaufsratgeber für Vinylböden

Die Preise für Vinylböden fallen unterschiedlich aus, sie orientieren sich an verschiedenen Faktoren. Damit Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für sich herausholen, sollten Sie folgende Punkte beim Einkauf beachten:

  • Vinylparkett besitzt eine dickere und damit normalerweise auch stabilere Konsistenz als Rollenware. Ab etwa 5 Euro erhalten Sie Vinyl von der Rolle, ab ca. 20 Euro gibt es Klickparkett zu kaufen.
  • Achten Sie vor allem auf die Nutzschicht des Vinylbodens: Für normal genutzte Wohnzimmer sollte sie mindestens 0,3 mm stark sein. Werte von 0,1 oder 0,2 mm sind höchstens für Nebenräume geeignet.
  • Auch die Gesamtdicke des Materials ist zu beachten: Bei Rollenware sollte sie zugunsten der Widerstandsfähigkeit mindestens bei 2,4 mm liegen, Klickparkett sollte zumindest 10 mm stark sein.
  • Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Nutzungsklasse Ihres Vinylbodens: Klasse 21 hält nur wenig Belastungen stand, 22 ist mittelmäßig belastbar, bei 23 können Sie mit einer hohen Widerstandsfähigkeit unter privater Nutzung rechnen.
  • Auch das Design ist ein kauf- und preisentscheidender Faktor: Wir empfehlen, die Bodenbeläge persönlich anzuschauen, Farben, Muster und Strukturen zu vergleichen und vielleicht sogar Musterstücke mit nach Hause zu nehmen, um eine Entscheidung zu treffen.
  • In manchen Vinylböden ist bereits eine Trittschalldämmung integriert, sodass Sie sich die zusätzlichen Kosten und Mühen für den Geräuschschutz sparen können.
  • Ein hochwertiger Vinylboden sollte lichtecht sein, damit er bei Sonneneinstrahlung nicht verblasst. Beachten Sie auch die Brandschutzklasse, die antistatische Wirkung und ob es ein Siegel für Schadstofffreiheit gibt.

Ein Blick auf die Preise: Das kostet Bodenbelag aus Vinyl

Rollenware kostet ungefähr zwischen 5 und 25 Euro je Quadratmeter, Klickparkett zwischen 20 und 40 Euro. Diese Preise dienen nur als Orientierungsmöglichkeit, Abweichungen sind durchaus möglich. Bedenken Sie auch die Kosten für die zum Vinylboden passenden Sockelleisten und eventuelle Handwerkerkosten.

Vinyl fachgerecht kleben: Tipps und Tricks

Ein Vinylboden lässt sich relativ einfach verlegen, das Klickparkett wird dabei genauso wie Laminat behandelt. Die schwimmende Verlegung ist bei dieser Variante üblich, in der Regel auf einer als Dampfbremse dienenden PE-Folie. Die Rollenware wird hingegen zumeist geklebt, entweder streifenweise mit doppelseitigem Klebeband oder vollflächig mit einem Spezialkleber. Für Feuchträume gibt es extra wasserfeste Klebstoffe, hier muss ganz besonders auf Dichtigkeit geachtet werden, damit kein Wasser unter den Bodenbelag läuft.

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Die Dielen aus Vinyl werden verlegt

Das Verlegen der relativ dünnen Rollenware erfordert eine sorgfältige Untergrundvorbereitung, damit sich keine Unebenheiten durch den Belag drücken. Im Zweifelsfall sollten Sie den Fußboden also gut mit Fließspachtel spachteln und anschließend schleifen, um eine glatte Fläche herzustellen. Alte Beläge müssen natürlich restlos entfernt werden, diese beeinflussen sowohl die Stabilität des Bodens als auch die Optik negativ. Die einzige Ausnahme ist ein bestehender Fliesenboden: Nivellieren Sie vorher mit Hilfe einer Ausgleichsmasse die Fliesenfugen, damit ein ebener Untergrund entsteht.

Bei Klebevinyl ist keine Dampfbremsfolie zum Unterlegen nötig, diese Aufgabe erfüllt der Klebstoff. Verwenden Sie am besten einen Vinylboden mit integrierter Trittschalldämmung, dann haben Sie auf einfachem Wege für eine geräuscharme Nutzung gesorgt. Fehlt dem Bodenbelag die Trittschalldämmung, besteht die Alternative darin, zuerst ein entsprechendes schalldämmendes Material zu verlegen und anschließend den Vinylboden schwimmend darauf zu platzieren.

Unser Tipp: Sogar Treppenstufen lassen sich mit Vinyl verkleiden: Wenn die alte Treppe ein neues, frisches Dekor benötigt, dann wäre dies eine interessante Alternative zum Neuanstrich oder Komplettaustausch. Besorgen Sie sich zu diesem Zweck vorgefertigte Seitenblenden und Treppenkanten aus dem Fachhandel.
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Das Vinyl können sie mit einem scharfen Teppichmesser schneiden.

So kleben Sie den Bodenbelag auf den Untergrund

  • Rollenware mindestens 24 Stunden vor Ort akklimatisieren lassen
  • im Raum ausrollen und an den Rändern mit Cutter- und Teppichmesser zuschneiden
  • mit dem Hammerrücken in die Raumecken drücken und daran entlang schneiden
  • rundherum eine Dehnungsfuge von etwa 1,5 cm lassen
  • Stahlschiene für gerade Schnitte nutzen
  • Einzelne Bahnen auf Stoß setzen, Empfehlung: Anschlussschienen nutzen
  • Belag an einer Seite hochklappen, Boden mit Zahnspachtel flächig spachteln
  • nach Ablüftzeit den Belag zurückklappen und die andere Raumhälfte bearbeiten
  • Trocknungszeit des Klebstoffs einhalten
  • Fußleisten montieren, zu Auswahl stehen: Nageln, Dübeln, Kleben und Klicksystem

Schonend aber effektiv: Den Vinylboden pflegen

Der Vinylboden gilt grundsätzlich als pflegeleicht und hygienisch, doch einige wichtige Punkte sollten Sie bei der Säuberung beachten, damit keine Schäden entstehen:

  1. Tägliche Reinigung: Zur täglichen Reinigung empfehlen wir die Verwendung eines weichen Besens und eines Staubsaugers mit Einstellungsmöglichkeit für kratzempfindliche Böden. Damit entfernen Sie auch alle festen Krümel, die die Vinyloberfläche eventuell verkratzen könnten.
  2. Wöchentliche Reinigung: Die wöchentliche Reinigung erfolgt mit lauwarmem Wasser unter Zugabe von Neutralreiniger. Wringen Sie Ihren Mopp gut aus und vermeiden Sie auf jeden Fall Pfützenbildung. Helle Bodenbeläge müssen öfter gereinigt werden als dunkle, denn hier wird jeder Fleck sofort sichtbar.
  3. So entfernen Sie Flecken: Flecken behandeln Sie vorzugsweise mit einem weichen Lappen und eventuell einem Schuss Neutralreiniger, danach wischen Sie mit klarem Wasser nach. Manchmal sind spezielle Reinigungsmittel nötig, um hartnäckigen Verschmutzungen zu begegnen: Verdünnter Alkohol hilft zum Beispiel gegen Tinte und Blut, Spuren von Stiften entfernen Sie mit etwas Terpentinersatz und einem Tuch, dann folgt das obligatorische Nachputzen mit Wasser. Öl, Zitrone und Essig können zu Verfärbungen der Vinyloberfläche führen, darum gilt es hier, besonders schnell zu handeln.
Unser Tipp: Statten Sie sämtliche beweglichen Möbel mit Filzgleitern aus, damit diese Ihrem neuen Vinylboden nicht schaden. Gummikappen unter den Stuhl- und Tischbeinen sind mit Vinyl nicht gut verträglich, sie hinterlassen häufig Flecken.

Das sollten Sie auf jeden Fall vermeiden!

Um ihren Vinylboden dauerhaft zu schützen, betreten Sie ihn nicht mit Straßenschuhen und vermeiden Sie, dass der Belag mit Heizkörpern, heißer Asche oder glühenden Kohlen in Kontakt kommt. Verwenden Sie zur Reinigung keinesfalls Lösungsmittel, Nagellackentferner, Scheuerpulver oder Teerseife. Auch darf man eine Vinyloberfläche nicht wie Holz mit Wachs, Öl oder Lack überziehen. Von der Säuberung mit dem Dampfreiniger ist abzuraten, da dabei so hohe Temperaturen entstehen, dass die schützende PU-Schicht beschädigt wird. Und sie möchten Ihren neuen Bodenbelag sicher viele Jahre genießen!