Urinstein entfernen – mit WC-Reiniger und Hausmitteln richtig gemacht

Bräunliche, festsitzende Ablagerungen in der Toilette sehen wirklich unschön aus und laden nicht gerade dazu ein, sich auf dem stillen Örtchen niederzulassen. Doch allein mit der Klobürste ist ihnen nicht beizukommen, dafür haften sie zu hartnäckig am Untergrund. Trotzdem ist gegen den lästigen Urinstein ein Kraut gewachsen, die Toilette muss nicht in diesem traurigen Zustand bleiben.

Wie entstehen die hartnäckigen Ablagerungen?

Urinstein besteht nicht allein aus den Inhaltsstoffen menschlichen Urins, sondern er enthält auch Kalkanteile aus dem Wasser. Die Ablagerung bildet sich durch eine Reaktion beider Komponenten, das Ergebnis ist hässlich und sehr schwer zu entfernen. Noch dazu nisten sich im Urinstein Bakterien an, die sich genüsslich von den menschlichen Ausscheidungen ernähren und dabei einen entsprechenden Geruch entwickeln.

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Je länger dieses kleine Biotop gedeiht, desto schwieriger wird es, den Schmutz wieder loszuwerden. Putzmittel aus dem Handel sollen dagegen helfen, besonders aggressive unter ihnen sind nur unter besonderer Vorsicht und mit Gummihandschuhen nutzbar. Alternativ bietet sich die Verwendung von altbewährten Hausmitteln an, die manchmal sogar besser wirken als ihre chemischen Kollegen.

WC-Reiniger aus dem Handel: So wirken sie am besten!

Die handelsüblichen WC-Reiniger enthalten zumeist organische Säuren wie Zitronensäure, Salzsäure oder Ameisensäure. Einige dieser Putzmittel dürfen nicht mit chlorhaltigen Produkten gemischt werden, da sonst gefährliches Chlorgas entsteht. Salzsäure ist übrigens eine Chlorverbindung mit dem chemischen Kürzel HCl, darum gilt es, hiermit besonders vorsichtig zu sein.

Achtung: Möchten Sie mehr als einen WC-Reiniger ausprobieren, dann empfehlen wir, die Toilette zwischen dem Einsatz der einzelnen Mittel stets gründlich zu spülen und durchzuputzen, um gefährliche chemische Reaktionen zu vermeiden.  

Anleitung zum Entfernen von Urinstein mit WC-Reiniger

Richten Sie sich immer nach der Gebrauchsanweisung Ihres Produktes und betrachten Sie unsere Anleitung dabei als reine Orientierungshilfe. Bedenken Sie, dass eine lange Einwirkzeit zumeist die besten Ergebnisse erzielt, vor allem dann, wenn sich bereits viel Urinstein in der Toilettenschüssel gebildet hat.

  1. Klappen Sie Deckel und Kobrille auf.
  2. Verteilen Sie den Reiniger großzügig im WC.
  3. Schütten Sie auch eine große Portion Reiniger ins stehende Wasser.
  4. Vergessen Sie nicht, den seitlichen Spülrand innen und außen zu bedecken.
  5. Schrubben Sie alles kräftig mit der Klobürste ab.
  6. Spülen Sie jetzt noch NICHT ab!
  7. Lassen Sie den Reiniger möglichst lange bei geöffnetem Fenster einwirken.
  8. Schrubben Sie die Toilette danach noch einmal aus.
  9. Verwenden Sie die Ausstülpung der Klobürste für den inneren Spülrand.
  10. Spülen Sie alles gründlich mit Wasser durch.
  11. Hartnäckige Reste von Urinstein entfernen Sie mit einem Scotch-Schwamm.

Falls Sie in einem Haushalt mit mehreren Personen leben, wird es eventuell schwierig mit dem zweiten Durchputzen: Dann wurde die Toilette eventuell schon benutzt und gespült, bevor Sie noch einmal zur Tat schreiten können. Als praktische Möglichkeit hat es sich in diesem Fall erwiesen, die Toilettenbürste als kleine Erinnerung im WC zu belassen und den Mitbewohner zu sagen, dass sie selbst die Kloschüssel vor der nächsten Nutzung schrubben sollten.

Achtung: Gegen richtig hartnäckigen Urinstein hilft konzentrierte Salzsäure, die im Handel als 20- bis 35-Prozent-Gemisch angeboten wird. Gehen Sie äußerst vorsichtig damit um!

Diese Hausmittel helfen gegen Urinstein

Sie möchten lieber zu einem weniger aggressiven Hausmittel greifen? Dann schauen Sie mit uns gemeinsam in Großmutters Schränkchen nach der passenden Substanz!

Essigessenz

Essig gehört zu den wirksamsten natürlichen Entkalkern überhaupt, zudem besitzt Essigessenz eine antibakterielle, desinfizierende Wirkung. Und da Urinstein auch Kalk enthält, funktioniert das Mittel auch in diesem Fall. Tränken Sie Toilettenpapier mit Essig und legen Sie es über Nacht auf die betroffenen Stellen; ins stehende Wasser kippen Sie vorzugsweise heißes Essigwasser. Am nächsten Morgen alles mit der Toilettenbürste schrubben und kräftig durchspülen.

Zitronensäure

Auch Zitronensäure wirkt entkalkend, sie findet immer wieder Verwendung in Wasserkochern und Kaffeemaschinen. Lassen Sie auch diese Säure über Nacht einwirken, um am nächsten Morgen Schmutz und Urinstein mit der Klobürste zu bekämpfen. Das Mittel ist in Pulverform in der Drogerie oder Apotheke erhältlich.

Backpulver mit Cola

Ein Viertelliter Cola mit etwa drei Päckchen Backpulver ergibt ein hochwirksames Gemisch, das den handelsüblichen Reinigern durchaus Paroli bieten kann. Setzen Sie Ihren Cola-Reiniger ganz frisch an und verteilen Sie ihn auf dieselbe Weise in der WC-Schüssel wie die Putzmittel aus dem Supermarkt. Ein paar Stunden Einwirkzeit sorgen in der Regel für ein überzeugendes Ergebnis! Mit etwas Zitronensäure oder Essig können Sie Ihr selbst angesetztes Reinigungsmittel sogar noch verstärken, falls es denn nötig ist.

Vorbeugung ist die beste Waffe gegen Urinstein

Urinstein bildet sich ganz allmählich im Laufe der Zeit, eine dünne Schicht überzieht die  nächste, bis die Ablagerungen irgendwann unübersehbar sind. So können Sie bereits im Entstehungsprozess eingreifen:

  • Bei jeder Toilettennutzung die WC-Bürste verwenden.
  • Spätestens alle drei Tage die Toilette mit Allzweckreiniger putzen.
  • Scheuen Sie sich nicht davor, das Innere mit dem Schwamm zu scheuern.
  • Zwischendurch immer wieder etwas Zitronensäure anwenden
  • Hängen Sie einen WC-Stein in Ihre Toilettenschüssel, dieser beugt Ablagerungen vor.

Wenn alles gut geht, müssen Sie aufgrund dieser vorbeugenden Maßnahmen nie wieder mit hartnäckigem Urinstein in Ihrer Toilette kämpfen.