Umweltfreundliches Wohnen – Energie sparen im Haus

Natürlich ist es jederzeit möglich, mit dem Energiesparen zu beginnen.

Besser ist es allerdings, bereits im Vorfeld eines Hausbaus clever zu sein und in puncto Energieeffizienz buchstäblich „vorzubauen“.

Auch wenn manch einer gerne ein Schloss statt des prototypischen Einfamilienhauses hätte: Am energieeffizientesten lebt es sich in kompakten Gebäuden. Das liegt daran, dass durch Erker, Gauben und Co. im Verhältnis zum Volumen mehr Wärme abgegeben wird als bei sehr einfach gehaltenen Häusern. Eine der wichtigsten Überlegungen ist aber die Ausrichtung des Hauses.

Liegt dieses in Richtung Süden, kann es auch im Winter Sonnenwärme aufnehmen. Im Sommer sollte dafür aber auf eine geeignete Beschattung geachtet werden, um eine Überhitzung des Hauses zu vermeiden. Eine Nord-Süd-Ausrichtung des Eigenheims empfiehlt sich vor allem dann, wenn man eine Photovoltaikanlage oder Solarzellen installieren möchte, die vorzugsweise in Richtung Süden montiert werden sollten.

dämmung haus Ein gut gedämmtes Haus ist der erste Schritt um Energie einzusparen.

Planung des Grundrisses

Auch bei den Überlegungen zum Grundriss lassen sich schon im Vorhinein Kosten vermeiden. Mit Tageslicht ausgestattet werden sollten alle Räume, in denen man sich oft aufhält. Das spart Energie für künstliches Licht und steigert ganz nebenbei das Wohlbefinden. Nebenräume wie Toiletten, Abstellräume oder Lager können ohne natürliche Beleuchtung auskommen und daher im Inneren des Hauses platziert werden.

Die Anordnung der Zimmer ist insofern wichtig, da der Energiebedarf davon maßgeblich abhängig ist. Wie man Tageslicht am besten nutzen kann? Mit hohen Fenstern bis unter die Decke, Verglasungen mit hoher Licht-Durchlässigkeit, hellen Oberflächen im Raum sowie glatten und hellen Decken in der Nähe der Fenster. Sinnvoll sind auch Windfänge im Eingangsbereich, allerdings nur, wenn eine Türe geschlossen werden kann, bevor man die nächste öffnet.

Energieeffiziente Außenhülle

„Wir bemerken bei unseren Immobilien, dass Massivhäuser einen klaren Vorteil gegenüber der Leichtbauweise haben, da sie grundsätzlich mehr Wärme speichern können“, erklärt Claudia Pichler von Bank Austria Immobilien. „Aber auch Häuser in beispielsweise Ständerbauweise können durch Wärmedämmung und sonstige Verkleidungen einiges wettmachen.“

Zudem ist die Winddichtheit zu beachten. Damit ist nicht gemeint, dass das Haus einem Vakuum gleichen soll; vielmehr soll sichergestellt werden, dass die Energie dort bleibt, wo sie benötigt wird. Genau bestimmt werden kann dies mit dem sogenannten Blower-Door-Test. Für beste Energieeffizienz ist sinnvoll, bereits beim Bau Wärmebrücken und Fugen zwischen Bodenplatten, Dach, Fenster und Außentüren einerseits und den Wänden andererseits zu vermeiden.

energieausweis Das Energieausweis zeigt auch wie ökologisch der Energieverbrauch eines Hauses ist.

 

Auch beim Anbringen von Balkonen oder Rollläden-Kästen kann es zur Produktion von undichten Stellen durch die Wärmebrücken kommen. Übrigens: Moderne Glasflächen lassen kaum mehr Wärme entweichen als gut isolierte Wände, weshalb sie eine wesentliche Rolle beim Heizen eines Raumes spielen – vor allem im Winter.

Den Energieverbrauch des Hauses optimieren

Steht das Sparefroh-Haus, kann weiter beim Energieverbrauch optimiert werden. Etwa durch den Kauf von ressourcenschonenden Haushaltsgeräten, die durch Energie-Etikette oder EU-Label gekennzeichnet sind. Dabei werden die einzelnen Gerätetypen einer Kategorie von A+++ bzw. A (effizient) bis D beziehungsweise G (ineffizient) zugeordnet. Seit Dezember 2010 gibt es dieses Label für Kühl- und Gefriergeräte sowie für Wasch-und Spülmaschinen und Wäschetrockner in einer modifizierten Form, nämlich in den Klassen A+, A++ und A+++ für die effizientesten Geräte. Das bedeutet, dass ein Gerät der Effizienzklasse A vergleichsweise hohe Verbrauchswerte aufweist.

berater In vielen Städten gibt es Berater, die dabei Helfen den Energiebedarf zu optimieren.

Für Lampen gibt es ein Label mit den Klassen A++ bis E. Für Wäschetrockner und ebenso für Pumpen gilt weiterhin das bereits bekannte Label mit den Klassen A bis G. Bezüglich der Betriebskosten kann sich die Anschaffung eines anfangs teureren Gerätes aber durchaus rechnen. Für Spülmaschinen kann der Unterschied in den Kosten zwischen einem sparsamen neuen Modell und einem ineffizienten Gerät von 400 Euro bis zum doppelten Betrag an Strom und Wasserkosten reichen (über 15 Jahre gerechnet). Ähnliches gilt übrigens für Glühbirnen.

Pellets, Gas oder Öl zum Heizen?

Außerdem spannend: die Wahl des Energieträgers. Argumente für und wider ein System sind beispielsweise die Anfangsinvestitionen, die jährlichen Betriebskosten sowie die Ausgaben für die Wartung und eventuell auch ökologische Kriterien wie die Emissionsbilanz. Bei der Anfangsinvestition liegen Gas- und Ölkessel klar im Vorteil, bei den langfristigen Betriebskosten ist es hingegen der Pelletskessel. Das zeigt sich etwa auch beim Brennstoff, blickt man auf die Pellets-Preisentwicklung der letzten Jahre zurück. „Preislich sind Pellets trotz der niedrigen Ölpreise sehr attraktiv“, bestätigt man bei Wärme Austria.

pellets Viele österreichische Haushalte heizen mit Pellets.

Vergleicht man die Jahre 2002 und 2012 miteinander, dann sind die Holzpresslinge, unter Berücksichtigung der Inflation, heute sogar günstiger als zehn Jahre zuvor. Und auch bei den Schadstoffemissionen liegt die Pelletsheizung vorn. Als Energien der Zukunft gelten allerdings regenerative oder erneuerbare Energiequellen. Sie sind CO2-neutral und im Prinzip unerschöpflich. Dazu zählen Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpen und Wasserkraft, aber auch Windkraft, Geothermie und Biomasse.

Energiesparen im Haus

Um mit diesen Energiequellen im Haushalt schonend umzugehen, braucht es einige Kleinigkeiten mit großer Wirkung. Zum einen genügt eine Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad. Die Kühlschranktüre sollte nicht länger als nötig offen gehalten werden; der Geschirrspüler voll sein, bevor man ihn einschaltet. Beim Kochen sollte man Töpfe immer mit Deckeln verwenden, und nur Herdplatten verwenden, die genau dem Boden dieser Töpfe entsprechen. Im Winter ersetzt die Stoßlüftung das gekippte Fenster und eine Stromschaltleiste den Stand-By-Modus. Allein mit Letzterem kann man sich 100 Euro pro Jahr sparen! Es sind somit oft Kleinigkeiten, die im Endeffekt eine große Auswirkung auf die Energiebilanz haben.