Trockner auf Waschmaschine stellen – das sollten Sie beachten

Der Trockner gehört in immer mehr Haushalten zur maschinellen Grundausstattung, die Wäscheleine allein genügt häufig nicht. Doch auch dieses Gerät benötigt, ebenso wie die Waschmaschine, einen eigenen Stellplatz, mit direktem Zugang zum Stromnetz. Leider passen nicht in jeden Hauswirtschaftsraum zwei Großgeräte nebeneinander – und die beiden Maschinen räumlich zu trennen, erweist sich in der Praxis als äußerst unbequem.

Wenn der Raum genügend Höhe aufweist, dann bietet sich die sogenannte Stapelbaulösung an, die allerdings mit einigen Unfallgefahren verbunden sein kann. Wir erklären, wie Sie den Trockner auf die Waschmaschine stellen und dabei auf Nummer sicher gehen.

Achtung: Diese Fehler bergen die größte Unfallgefahr!

Doch zunächst zu den möglichen Fehlern, die es auf jeden Fall zu vermeiden gilt. Zuerst einmal sollten Waschmaschine und Trockner niemals ohne fixierende Verbindungselemente aufeinander stehen, da die Vibrationen im Betrieb auf kurz oder lang zu einem Absturz des Trockners führen können. Auch wenn es bei einigen Menschen jahrelang so funktioniert, können Sie sich niemals sicher sein, dass bei Ihnen nichts passiert. Verzichten Sie bitte auch auf kreative Eigenkonstruktionen, denn die fachgerechten Hilfsmittel sind wirklich nicht so teuer, dass Sie dafür ein Risiko eingehen müssen.

Außerdem gehört der Trockner immer auf die Waschmaschine und niemals andersherum. Die Waschmaschine entfaltet im Schleudergang einfach zu große Kräfte, außerdem wiegt sie im Normalfall mehr als ihr hilfreicher Mitstreiter.

Gestapelt lassen sich Trockner und Waschmaschine auch in schmale Ecken integrieren

Die Grundvoraussetzungen, um den Trockner auf die Waschmaschine zu stellen

Im Schleudergang setzt eine Waschmaschine erstaunliche Kräfte frei, manch ein Gerät begibt sich dabei sogar auf Wanderschaft. Auch der Trockner ist nicht gerade ein ruhiger Vertreter seiner Zunft, wenn die Trommel wirbelt, gerät auch er in Bewegung. Diese beiden Maschinen aufeinanderzustellen, hat so seine Tücken, doch mit der richtigen Vorbereitung kann es durchaus funktionieren, ohne dass der Trockner sich in Absturzgefahr begibt. Die Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Stapelbau sind folgende:

  • Ihre Waschmaschine muss selbstverständlich ein Frontlader sein, um ein anderes Gerät zu tragen, denn sonst wäre die Einfülltür blockiert.
  • Die Waschmaschine darf keine kleinere Grundfläche aufweisen als der Trockner, sonst besteht akute Kippgefahr.
  • Wenn beide Geräte vom selben Hersteller sind, bieten sie die beste Voraussetzung, stabil miteinander verbunden zu werden. Warum das so ist, klären wir unten im Text noch genauer.
  • Sie benötigen eine Unterlage für die Waschmaschine, die sie am Verrutschen hindert.
  • Außerdem ist ein Zwischenbau oder eine Befestigungsmöglichkeit vonnöten, die beide Geräte miteinander fixiert.

Die regulären Gerätemaße liegen bei 60 x 60 cm, messen Sie einfach mal nach, wie groß Ihre Maschinen sind. Danach erkundigen Sie sich zur Sicherheit beim Kundendienst Ihrer Waschmaschine und Ihres Trockners, ob die vorliegenden Geräte miteinander kombinierbar sind und fragen nach speziellen Sicherheitstipps.

Stellen Sie Ihren Trockner niemals ohne Absturzsicherung auf die Waschmaschine!

Ein genauer Blick auf die Hilfsmittel

Antirutschmatte und optionale Spanngurte

Nach ganz unten gehört eine spezielle Antirutsch- oder Vibrationsmatte, die die Waschmaschine sicher an ihrem Platz hält. Danach empfiehlt es sich, die Waschmaschine mit Hilfe einer Wasserwaage exakt waagerecht einzustellen, die meisten Geräte besitzen zu diesem Zweck verstellbare Füßchen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, nutzt zusätzliche Spanngurte, um den Trockner fest mit der Waschmaschine zu verknüpfen; diese sollten Sie im nächsten Schritt unter ihrem Gerät hindurchziehen. Eine Antirutschmatte für die Waschmaschine kostet etwa 7 bis 15 Euro, ein Zurrgurt mit Klemmschloss um die 3 bis 10 Euro.

Zwischenbau für eine stabile Fixierung

Nun folgt der Zwischenbau, der entweder aus einem Universalbaurahmen besteht oder direkt vom Gerätehersteller bezogen wurde. Die Verwendung eines Universalrahmens bietet sich dann an, wenn Ihre Maschinen von zwei unterschiedlichen Herstellern stammen. Rechnen Sie in diesem Fall aber damit, dass die Konstruktion weniger stabil ausfällt, da das Verbindungselement eben nicht maßgeschneidert ist und darum wahrscheinlich etwas Spielraum zulässt. Die bessere Lösung liegt darin, zwei markengleiche Geräte mit einem dazu passenden Versatzstück zu kombinieren, so erreichen Sie in der Regel maximale Stabilität.

Noch dazu stehen in diesem Bereich unterschiedliche Zwischenbaumodelle mit verschiedenen Komfortstufen zur Auswahl, die natürlich preisliche Unterschiede aufweisen. Ein Rahmen mit ausziehbarer, stabiler Ablage gewährt Ihnen beispielsweise die Möglichkeit, Ihre Wäsche zu falten oder Waschmittel und Dosierkugeln griffbereit zu lagern, obwohl die Lagerfläche auf der Waschmaschine nun besetzt ist. Außerdem gibt es vibrationsgedämpfte Zwischenbaurahmen im Angebot, die dafür sorgen, dass die Geräte sich nicht allzu stark gegenseitig beeinflussen. Rechnen Sie für dieses Element ungefähr mit einem Preis zwischen 10 und 55 Euro, je nach Produktmarke und persönlichem Anspruch.

Waschmaschine und Trockner finden gestapelt Platz in vielen Küchen – und machen sich in diesem Fall auch optisch gut!

Zurrgurt mit Klemmschloss und Ratsche

Ein Zurrgurt ist nicht unbedingt nötig, wenn Sie Ihren Trockner mit stabilem Zwischenrahmen auf die Waschmaschine setzen, doch schaden kann er gewiss auch nicht. Manche Freunde der Stapellösung greifen auch auf eine Kombination von Spanngurt und anklebbaren Fixierplatten zurück, den Zwischenrahmen lassen sie im Gegenzug weg. Auch das kann halten, doch sollten Sie in jedem Fall Klemmschloss und Ratsche dazu nutzen, den Gurt so fest wie möglich zu ziehen. Einige Zwischenbau-Elemente besitzen spezielle Zurrgurt-Ösen, durch die Sie Ihren zusätzlichen Stabilisator stecken, um alles fachgerecht zu verbinden.

Tipp: Testen Sie die Stabilität Ihres Geräteturms, indem Sie die Bullaugen von Waschmaschine und Trockner kräftig aufziehen und wieder schließen. Ruckeln Sie an dem Stapel und schauen Sie, ob irgendwo noch etwas verrutschen kann.

Sobald Sie Ihren Waschmaschinen-Trockner-Stapel sicher aufgebaut haben, werden Sie schnell merken, wie praktisch diese Lösung ist: Damit lässt sich die nasse Wäsche auf schnellstem Wege in den Trockner befördern, der jetzt nur eine Geräte-Etage höher steht. Und da Sie sich an alle Aufstellregeln gehalten haben, können Sie Ihr neues Wäschezentrum ohne Sicherheitsbedenken ganz entspannt nutzen!