Terrassendielen aus Holz – Einheimische Hölzer oder Tropenholz?

Die Entscheidung ist gefallen, Holz für die Terrasse! Dolch welches Holz soll gewählt werden, welche Verbundmaterialien? Die Auswahl ist groß. Bangkirai, Lärche, Douglasie, Walaba oder Esche? Die verschiedenen Hölzer besitzen unterschiedliche Eigenschaften, zeigen sich anders im Charakter, in der Optik. Ebenso verhält es sich bei den Verbundwerkstoffen.

Einheimisches Terrassendielen – Lärche, Douglasie oder Robinie

lärchendielen

Lärchenholz ist sehr gut für den Außenbereich geeignet

Lärchenholz verfügt über hohe Festigkeitswerte und große Zähigkeit. Auch sein geringes Quell- und Schwindverhalten zeichnet es aus. Das Kernholz ist witterungsbeständig, sein Harz wirkt als natürliche Imprägnierung und ist wasserabweisend. Die Lebensdauer von Lärchendielen liegt jedoch mit 10 bis 12 Jahren unter der von anderen heimischen Hölzern. Lärchenholz verwittert silbergrau, die ursprüngliche Farbe kann aber durch entsprechende Behandlung lange erhalten bleiben.

Preislich liegen Lärchendielen im unteren Segment. Wer aus ökologischen Gründen Wert auf einheimisches Holz legt, sollte in jedem Fall auf das FSC-Siegel achten, da die meisten Lärchenhölzer Importware, zumeist aus Sibirien,  sind.  Die Oberfläche der Dielen kann geriffelt oder glatt gehobelt gewählt werden, auch als U-Nut oder V-Nut.

Preise für Lärchenholzdielen

Einheimisch ist inzwischen auch die ursprünglich aus Amerika stammende Douglasie,  preislich mit Lärchenholz vergleichbar. Das Holz der Douglasie ist etwas länger haltbar als Lärchenholz, selbst im unbehandelten Zustand, sofern vor dem Verlegen Holzschutzmaßnahmen ergriffen wurden. Terrassendielen aus dem Holz der Douglasie sind hell und zeigen ein Farbenspiel von Rosa bis Goldbraun. Eine wesentlich höhere Lebensdauer zeigen Eichenholz, Robinienholz und das Holz der Edelkastanie.

Selbst bei Erdkontakt hält Robinienholz bis zu 25 Jahre. Terrassendielen aus diesen Hölzern liegen jedoch im gehobenen Preissegment. Eine hohe Festigkeit und ein geringes Schwundverhalten sind allen drei Hölzern gemein, wobei Robinie und Eiche besonders harte Holzarten darstellen. Während das helle Kastanienholz mit den Jahren nachdunkelt, zeigt die Eiche eine gleichmäßig graue Verwitterung. Um die Farbe zu erhalten, können Dielen aus Eiche, Robinie oder Edelkastanie ebenfalls entsprechend, etwa mit Teaköl, behandelt werden.

Dauerholz mit spezieller Impregnierung

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Ein Schmuckstück für jedes Haus – eine Holzterrasse

Zu den heimischen Hölzern zählen aber auch Kiefer, Buche und Esche. Sie sind jedoch in unbehandeltem Zustand für Terrassen ungeeignet und kommen für die Verwendung im Außenbereich behandelt auf den Markt. Sie werden dabei industriell in einer Wachslösung vollständig getränkt. Die Lösung dringt bis ins Innerste ein und wirkt feuchtigkeitsabweisend, aber auch schädlingsabwehrend. Dieses sogenannte Dauerholz kann selbst in Bereichen eingesetzt werden, in denen es höchster Beanspruchung ausgesetzt ist.

Eine andere Methode der Behandlung von Kiefer, Buche oder Esche beruht auf Wärme. Das Holz wird 40 bis 60 Stunden lang einer Temperatur von 170 bis 280 Grad ausgesetzt, wobei es zu einem enormen Feuchtigkeitsverlust kommt. Es wird im Handel als Thermoholz geführt und zeigt sich besonders langlebig und robust. Den dunklen Thermoholzdielen haftet anfangs ein typischer Geruch an, der durch die Thermobehandlung entsteht. Er verflüchtigt sich jedoch rasch.

Terrassendielen aus Tropenholz – Bangkirai, Garapa und Masaranduba

Aus ökologischen Gründen sollte beim Kauf von Terrassendielen aus Tropenholz ebenfalls auf das FSC-Siegel geachtet werden. Tropenholz weist von Natur aus eine hohe Feuchtigkeitsresistenz und Langlebigkeit auf. Hochpreisig zeigen sich Hölzer wie Ipe, Cumaru und Teak, die sich jedoch durch besondere Festigkeit auszeichnen. Terrassendielen aus Bangkirai, Garapa oder Masaranduba liegen preislich günstiger, sind jedoch nicht von der gleichen Lebensdauer und Festigkeit.

Bambusdielen für die Terrasse

In den letzten Jahren erfreuen sich  auch immer öfter Terrassendielen aus Bambus großer Beliebtheit. Bei Bambus handelt es sich um eine Graspflanze und nicht um ein Holzgewächs im botanischen Sinne. Bambus wird bei der Verarbeitung zu Dielen längs gespalten, gebündelt und mit  natürlichen Harzen vermischt. Unter Druck werden die Bündel sodann in Bohlen gepresst und anschließend gehobelt. Bambusdielen zeigen ähnliche Eigenschaften wie Holzdielen, können auch auf die gleiche Weise verlegt und behandelt werden.

WPC Dielen haben besondere Eigenschaften

Als Verbundwerkstoff wird für Terrassendielen aus Holz oder Bambus zumeist WPC, Wood Polymer Composites, verwendet, ein Materialgemisch aus Kunststoff und Holzmehl. Der Holzanteil variiert zwischen 50 und 90 Prozent. Im Handel finden sich mitunter auch Mischungen aus Kunststoff und Gras oder Kunststoff und Flachs. Da der Verbundwerkstoff als absolut splitterfrei gilt, können WPC Terrassendielen gefahrlos auch mit nackten Füßen betreten werden.  Selbst krabbelnden Kleinkindern droht keine Verletzung durch einen Span. WPC verleiht dem Holz Formbeständigkeit, wobei es den natürlichen Charakter aber nicht verfälscht. Holz- oder Bambusdielen, mit dem entsprechenden Verbundwerkstoff kombiniert, lassen eine Terrasse zum Blickfang werden. Auch besteht im Gegensatz zu Fliesen oder anderen Bodenmaterialien keine Rutschgefahr.

Holz ist ein lebendes Material, Maserung, Farbe und Oberfläche können individuell und dem eigenen Geschmack entsprechend gewählt werden. Terrassendielen aus Holz sind in vielfältiger Ausführung erhältlich, sie sind einfach und unkompliziert zu verlegen, zeigen sich pflegeleicht und garantieren Freude an der eigenen Terrasse über Jahre hinweg.