Spielhaus selbst bauen – unsere Anleitung – so wird es gemacht

Nichts ist für kleine Kinder schöner, als im Garten zu toben und das eigene Spielhaus zur Piratenfestung oder Prinzessinnenschloss zu erklären. Leider sind die meisten Spielhäuser im Handel entweder qualitativ minderwertig oder überraschend teuer. Warum also nicht Papier und Bleistift zücken und das Spielhäuschen für die eigenen Kinder selbst entwerfen? So lassen sich auch ganz individuelle Wünsche verwirklichen und es entsteht ein Bauwerk, auf das hinterher die ganze Familie stolz sein kann.

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Ein wunderschönes buntes Kinderhaus.

Ist eine Baubewilligung für das Spielhaus erforderlich?

Ein Spielhaus in normaler Dimension gilt als Spielzeug und nicht als Gebäude, darum ist im Regelfall keine Baubewilligung nötig. Achten Sie aber darauf, dass das Häuschen nicht zu nah am Nachbargrundstück steht oder den Nachbarn die Aussicht raubt, sonst könnte es von nebenan Klagen geben. Möchten Sie ein außergewöhnlich großes Spielhaus bauen, erkundigen Sie sich besser vorher bei der zuständigen Kommune, welche Auflagen Sie erfüllen müssen. Vielleicht werden in diesem Fall tatsächlich eine bauaufsichtliche Prüfung und eine statische Berechnung nötig.

Das sollten Sie bei der Planung beachten

Nun geht es an die genaue Planung Ihres Häuschens. Zuerst einmal schauen Sie im Garten nach, wo der beste Platz für Ihr Bauwerk ist. Denken Sie daran, dass kleine Kinder im Sommer vorzugsweise im Schatten spielen sollten, darum kann zum Beispiel die Platzierung unter einem Baum eine sehr gute Idee sein. Andererseits besteht vielleicht die Möglichkeit, ein bereits bestehendes Nebengebäude in den Bau mit einzubeziehen, zum Beispiel als seitliche Stütze oder für zusätzliche umzäunte Spielfläche auf dem Dach.

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Aus Holz – es muss aber nicht immer so groß sein.

Viele Möglichkeiten für die Kinder

Welche Spielkomponenten sollte Ihr Häuschen besitzen? Zur Planungserleichterung haben wir hier eine Liste vorbereitet, aus der Sie und Ihre Kinder sich etwas aussuchen können:

  • Stelzen
  • Kletternetz
  • Strickleiter
  • Kletter- und Schaukelseil
  • Holzleiter
  • Treppe
  • Kletterwand-Elemente
  • Rutschstange
  • Hängebrücke
  • Nebentürmchen
  • Schaukelstange
  • Rutsche
  • Klimmzugstange
  • Balkon / Veranda
  • Sandkasten
  • Fenster / Fensterläden
  • Blumenkästen
  • Licht / Elektrik

Die einzelnen Komponenten und ihre vielfältige Ausgestaltungsmöglichkeiten ermöglichen ein Höchstmaß an Individualität, auch die Bauweise kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wir liefern eine Basis-Anleitung nach einfachem Konzept, die Sie Ihren eigenen Vorstellungen anpassen können.

Ein Spielhaus bauen: unsere Anleitung

Unser Spielhaus besitzt Stelzen, einen Sandkasten mit Sitzbänken und ein Kletternetz. Natürlich können Sie den Sandkasten auch weglassen, das Häuschen direkt auf den Boden bauen und damit auch die Klettermöglichkeit einsparen. Das Grundprinzip bleibt allerdings dasselbe.

Material:

  • stabiles Bauholz
  • Holzlatten zum Verkleiden
  • rostfreie Metallwinkelbleche
  • rostfreie Schrauben
  • rostfreie Einschlaghülsen
  • Beton und Eimer
  • Kletternetz
  • Dachpappe
  • Dachpappenägel

Werkzeug:

  • Akkuschrauber
  • Kreissäge
  • Bohrmaschine / Rührgerät
  • Hammer
  • Gasbrenner
  • Schaufel
  1. Verankern Sie 4 Stelzen im Untergrund, entweder mit Hilfe von Einschlaghülsen, die fest in den Boden getrieben werden, oder durch Einbetonieren. Für ein besonders hohes Spielhaus empfiehlt sich die Verwendung von Beton an allen Stelzen, um das Spielhaus genügend abzusichern.
  2. Errichten Sie einen rechteckigen Rahmen auf den Stelzen, den Sie mit diagonalen Holzbalken von unten abstützen. Verschrauben Sie alles mit stabilen Winkeln.
  3. Verlegen Sie auf diesen Rahmen Ihre stabilen Fußbodenbretter, die Sie an den Enden gründlich festschrauben. Nun haben Sie eine erhöhte Plattform erstellt, die noch Wände und Dach benötigt.
  4. Nun errichten Sie die Eckpfosten für Ihr Häuschen als eine Art Verlängerung der Stelzen nach oben. Verschrauben Sie wieder alles mit stabilen Winkelblechen.
  5. Schrauben Sie von außen an drei Seiten Bretter an die Pfosten, bei unserem Häuschen nur bis zur halben Höhe, sodass die Kinder über die Wände schauen können. Sie können die Wände aber auch komplett bis nach oben ziehen und Fenster einbauen.
  6. Die vierte, als einzige jetzt noch offene Seite erhält auf halber Höhe eine stabile hölzerne Querverbindung zwischen den beiden angrenzenden Eckpfoten: Hier wird das Kletternetz aufgehängt.
  7. Errichten Sie auf den vier hölzernen Eckpfosten nun einen Dachstuhl, vorzugsweise in Satteldachform, er kann aber auch der Einfachheit halber flach ausfallen.
  8. Decken Sie das Dach mit Dachpappe. Das Material lässt sich gut mit Dachpappenägeln fixieren, danach dichten Sie alle Überlappungen und Ränder mit dem Gasbrenner ab.
  9. Hängen Sie ein fertiges Kletternetz an der dafür vorgesehenen Seite auf, sodass dieses sich vom Boden bis zur oberen Brüstungskante zieht. Vorgefertigte Netze besitzen Befestigungs- und Spannvorrichtungen, die das Anbringen vereinfachen.
  10. Markieren Sie den rechteckigen Bereich unterhalb des Spielhauses mit Spannschnüren und heben Sie den Sandkastenbereich aus. Legen Sie den Boden mit Steinen oder Steinplatten aus. Verfugen Sie die Steine nicht, damit das Regenwasser abfließen kann.
  11. Grenzen Sie die Seiten des Sandkastens mit auf der Längskante stehenden, gut imprägnierten Holzplanken ab. Stellen Sie auf jeder Seite zwei Planken mit einem Abstand von etwa 15 cm voreinander und befestigen Sie diese mit Beton oder festgestampfter Erde.
  12. Schrauben Sie auf die oberen Längskanten der senkrecht stehenden Planken jeweils ein waagerechtes Brett zum Sitzen und Sandkuchenbacken.
  13. Füllen Sie den Sandkasten mit sauberem Sand und viel Spielzeug, denken Sie auch an eine flexible Abdeckung gegen Verschmutzungen aller Art.

Ergänzungsmöglichkeiten für das neue Spielhaus

Nun haben Sie ein vollständiges Spielhaus auf Stelzen gebaut, das nach Belieben weiter ergänzt werden kann. Wie wäre es zum Beispiel mit einer kleinen Rutsche, die unterhalb des Häuschens steht und im Sandkasten ausläuft? Oder möchten Sie lieber eine große Rutsche bauen, die aus der offenen Seite der oberen Etage hinunter in den Garten führt?

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Mit einer seitlichen Stütze zur Garage oder zur Hausfassade sichern Sie Ihr selbst gebautes Spielhaus zusätzlich ab. Ein weiterer seitlicher Ausleger mit fest im Erdreich verankertem Pfosten könnte durchaus eine Schaukel tragen, wenn die Konstruktion des Spielhauses genügend Stabilität aufweist.

Kletterseil als Aufstieg

Größere Kinder freuen sich sicher auch über eine Klappe im Boden, durch die man ein Kletterseil herablassen kann. Für kleine Kinder hingegen lohnt sich wahrscheinlich der Einbau einer Treppe oder Leiter mit genügend breiten Stufen für sicheres Klettern.

Natürlich können Sie das Spielhaus auch rundherum mit Wänden schließen, Türen und Fenster einbauen und Ihren Kindern so ein Domizil errichten, das auch zum Übernachten einlädt. Bepflanzte Blumenkästen und kindgerechte Möbel machen das Häuschen noch wohnlicher, sodass Ihre Kinder im Sommer wahrscheinlich gar nicht mehr ins echte Haus gehen möchten.

Unser Tipp: Denken Sie bei allem, was Sie tun, vor allem an die Sicherheit Ihrer Kinder. Eine feste Verankerung im Boden, vielleicht sogar ein professionelles Fundament, bietet beispielsweise die Basis-Voraussetzung für ein kippsicheres Stelzenhaus. Richten Sie das Häuschen mit Blick auf die Sicherheit stets altersangemessen ein, sorgen Sie für einen wirkungsvollen Absturzschutz und üben Sie mit Ihren Kindern die Benutzung von Kletternetz und – seil.
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